Andere sind immer soooo klug.....

5  02.11.2009

Pro:
ja

Kontra:
nein

Empfehlenswert: Ja 

ina1010

Über sich:

Mitglied seit:02.11.2009

Erfahrungsberichte:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mein Abbruch ist nun gute 3 Wochen her. Und... ich kämpfe jeden Tag mit den Tränen und dem schlechten Gewissen, dass mein Herz zerreisst.

Hier kurz meine Geschichte: ich bin 22, bin mitten in meiner zweiten Ausbildung. Wohne bei meinen Eltern. Habe seit 6 monaten einen Freund. Er ist 19, hatte keine Ausbildung, nix. Mir wurde eines Tages, mitten im Schulunterricht furchtbar übel. ich hatte mir soweit keine Gedanken gemacht. Dachte " Ach, morgen ist alles wieder vorbei." Tja das war wohl nix... . Jeden Morgen bin ich mit deiser Übelkeit wach geworden und mit ihr am Abend eingeschlafen. Ich wurde zickig, der Umgang mit mir sehr sehr schwierig. Unterleibsschmerzen quälten mich. Kurzgefasst, ich wurde zum Monster.

Irgendwann habe ich es nicht ausgehalten und einen Test gemacht. Und mit dem Ergebniss, zerbrach meine ganze Welt. POSITIV. Ich verkündete es sofort meinem Freund. Seine Reaktion " Hey mein engel, wir werden Eltern!" Meine Antwort " Setz dich hin und hör auf dich zu freuen" . Und dann sah ich auch in seinen augen Angst, Unsicherheit. Ich fühlte nicht einen moment lang Freude, ich hatte Angst. Ich war dann sofort beim Arzt, hab mir die Bestätigung geholt, samt Foto. MEIN BABY!!! ein unfassbares Gefühl, dieses kleine Wesen, das wirklich lebt, zu sehen. Unbeschreiblich. Aber tief im herzen wusste ich, hey du wirst und du kannst es nicht bekommen.

Meine Schwiegermutter in spee sagte, ich bräuchte mir um den finaziellen Teil keine Gedanken zu machen. Es gibt zig ämter, die mich unterstützen. Ich wäre also ein Sozialfall geworden, dachte ich mir. Einen Tag später beichtete ich es meiner Mutter. Wir haben viel geseredet, noch mehr geweint. Sie machte mir vorsichtig und schonend klar, dass eine Abtreibung sinnvoller wäre. Für mich und das Baby. Doch wenn ich es behalten möhte würde sie, mein Vater, alle meine freunde zu 1000% hinter mir stehen. Ich fragte meinen Freund, was er von einer Abtreinung hält. Er war entsetzt. Er sagte wir würden es irgendwie schaffen, er würde arbeiten gehen, Ausbildung anfangen. Seine mutter wäre ja auch noch da. Und all die Ämter, die uns unterstützen. An all dem was er sagte, hat mich ein wort sehr sehr unsicher gemacht. Uns zwar das Wort IRGENDWIE.

Hier kommt mein appell an alle, die schwanger und unsicher sind:
ich weiss nicht weswegen ihr so unsicher seid, aber bedenkt eins, ES IST EUER LEBEN!!!!!! Die Anderen können euch so viel Hilfe anbieten wie sie wollen. ABER letztendlich stehst DU mit dem Kind da. DU musst es versorgen, DU musst es erziehen. Es ist ganz allein DEINE Entscheidun.. Lasst euch bloß nicht beeinflussen. Natürlich könnt ihr euch Meinungen anhören, darüber mit Familie und engen Freunden reden. REDEN REDEN REDEN. Aber zum Schluss, ist es eure Entscheidung ganz allein. Ich habe es abgetrieben, weil ich mein Kind nicht IRGENDWIE aufziehen wollte. Ich will mein BABY selber versorgen können, ich will nicht, dass es irgendwann mal Tanta ina sagt, weil es bei meinen Eltern aufgewachsen ist und meine Mutter als Mama sieht. Ich möchte nicht, dass mein und sein Leben von Papa Staat finanziert wird. Und ich möchte meinem Kind nicht irgendwann mal in die Augen gucken und sagen "du hast mir mein Leben geraubt". Wie gesagt, es ist EUER Leben. Hört nicht auf Andere. Die Anderen können, wenn es soweit ist, die Schwänze einziehen und sagen "Hey, es ist dein Kind, also kümmere dich darum". Und dann steht ihr da, allein.

Und wenn ihr euch für eine Abtreibung entscheidet, dann finde ich, ist es ganz wichtig, danach darüber zu sprechen. Und weint euch die Seele aus dem Leib. Verdrängt all die Gadanken nicht, denn sonst fressen sie euch irgendwann mal auf. Also redet und weint was das Zeug hält. Ich tue es auch es erleichtert mein herz ungemein.

Ich liebe mein Baby. Ich denke an mein Baby jede minute. Es bleibt immer in meinem Herzen. Und ich werde jedem den Mund stopfen, der mit Vorwürfen um sich schmeißt, denn sie haben keine Ahnung.

Ich wünsche euch alles Liebe und eine richtige Entscheidung und hoffe sehr, ihr habt ein stabiles Umfeld, dass euch vor allem was bevorsteht unterstützt.


INA


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Magistix

Magistix

04.11.2009 13:34

Bewerten kann man solche Beiträge nicht. Und einen allgmeine gültigen Rat geben eher auch nicht. Fakt ist aber, dass alle, die ich kenne und die abtrieben, diese Schuld ein Leben lang tragen. Alle, die früh oder unerwartet Mutter wurden, sehen mit Stolz zurück.

xXMegamiXx

xXMegamiXx

03.11.2009 11:54

Wer auch immer dir in dieser Situation Vorwürfe machen sollte, war eindeutig noch nicht in so einer schwierigen Situation. Ich kann mir überhaupt icht vorstellen, wie du dich jetzt fühlst und würde mir nie ein Urteil anmaßen. Es ist dein Körper. Immerhin ist es gut, zu wissen, dass deine Familie hinter die gestanden hätte, das können nicht alle von ihrer Familie sagen. Ich wünsch dir viel Kraft für die Zukunft!

Stjosef1955

Stjosef1955

02.11.2009 22:51

Ich glaube es ist für jede Frau ein Trauma, ein Kind... egal ob schon geboren oder nicht... zu verlieren, und ich will dir ehrlich sagen, dass ich froh bin nie vor diese Entscheidung gestellt worden zu sein. Für die Zukunft wünsche ich dir viel Kraft und alles Gute....lg

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