Ein Strauch mit vielen Möglichkeiten
27.08.2003
Pro:
wächst fast überall
Kontra:
der Saft macht Flecken
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Pflegeaufwand:
Schnellwüchsigkeit:
mehr
 anonym50
Über sich:
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Liebe Leserinnen und Leser Früher war ich immer mit meinem Opa Holunderblütendolden und später auch die Beeren sammeln. Meine Oma hat daraus immer die leckersten Sachen gemacht. Mein Opa ging gerne im Wald spazieren und dort findet man dieses Gehölz sehr oft. Mein Opa und meine Oma sind leider schon eine Weile tot, aber mein Onkel geht noch heute los um für meine Tante diese Köstlichkeit zu pflücken. Und ich bekomme auch immer was davon ab. Nun ist es bald wieder soweit und ich dachte mir ich schreibe euch mal ein paar Rezepte auf. Doch zuvor stelle ich euch den schwarzen Holunder einmal vor.
1. Objekt 2. Erntezeit 3. Rezepte 1. Objekt
Schwarzer Holunder (lat. Sambucus nigra) gehört zu den Geißblattgewächsen (lat. Caprifoliaceae) und kann sowohl als Holunderbusch, aber auch als Baum vorgefunden werden.. (Bitte nicht mit Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) verwechseln, denn dieser ist giftig.) Die Bäume können bis zu 7 m hoch werden. Aber da ich nicht so groß bin, ziehe ich die Büsche vor. Die Blätter haben eine sattgrüne Farbe und die schwarzen Beeren hängen an roten Stielen. Die Blüten kann man im Juni und Juli pflücken und die Beeren dann später Ende Oktober. Die Blütenstände, welche wie ich gerade in meinem Drogenlexikon nachlesen konnte, Trugdolden genannt werden, sehen wunderschön aus und duften himmlisch. Sie sind etwa so groß wie eine Untertasse und blühen, anders als der Name wohl vermuten lässt, in weiß. Die Beeren sind, wenn sie reif sind schwarz und schmecken je nach Reifegrad säuerlich süß. Holunder lässt sich sehr vielseitig verwenden und ist nicht nur ein Genuss, sondern er wird auch in der Homöopathie bei Fieber eingesetzt, weil ein Tee aus den Blüten eine schweißtreibende Wirkung hat. Die Beeren werden auch Abführtees zugemischt und helfen auch bei Kopfschmerzen, oder wenn man nicht einschlafen kann. Neben den wildwachsenden Holundersträuchern kann man diese auch in Kübel auf den Balkon bewundern. Die Pflege ist recht einfach. Er liebt die Sonne, aber fühlt sich auch im Schatten wohl, nur dass er dann nicht so kräftig blüht. Während der Blütezeit braucht auch der Holunderstrauch mehr Wasser als in der übrigen Zeit. Leider ist er sehr anfällig für Schädlinge (z. B. Blattläuse), wer aber eine Knoblauchzehe mit in die Erde setzt kann das Risiko schon etwas eindämmen. Da der Holunder eher langsam wächst, hat man auch wenig Arbeit mit dem Zurückschneiden. ©eden1 Da wir hier aber direkt am Wald wohnen, wäre ein Holunder auf dem Balkon, oder im Garten das gleiche, als würde man Wasser in den Rhein tragen und so bevorzugen wir den wildwachsenden Strauch.
2. Erntezeit Die Blütenteller erntet man am besten im Juli. Man sollte sie vorsichtig behandeln, da sie gerne ihre Blüten verlieren. Früher hat mein Opa sie immer mit dem Taschenmesser abgeschnitten, aber ob mein Onkel das heute auch noch so macht, weiß ich nicht. Die Beeren sind immer so im Oktober reif, je nachdem wie das Wetter war gibt es eine reichhaltige Ernte, oder auch nicht. Schaut euch mal am Waldrand um, da findet ihr diesen Strauch bestimmt auch.
3. Rezepte Ich habe ein paar Rezepte für euch und denke, dass ihr an dem ein, oder anderen auch Freude haben werdet. Beginnen möchte ich mit den Blüten, weil diese ja auch zuerst geerntet werden.
Tee: *** Ich beginne mal mit den Tee. Wer sich die Arbeit machen will, der trocknet die Blüten im Dörrapparat, oder im Backofen bei 40-50° C ca. 2-3 Stunden. Danach kann man sie mit den Fingern etwas kleiner reiben. In einem dichtschließenden Behälter (Schraubglas/Tupperdose) hält sie locker 18 Monate. Für einen Tee nimmt man 2 Teelöffel und gießt heißes Wasser darüber. 5 Minuten ziehen lassen und dann absieben. Oder man nimmt gleich einen Teefilter. Wer mag kann ihn mit Honig, Zucker, oder Süßstoff trinken. Blüten in Ausbackteig ****************** Die frischen Blüten kann man auch genießen. Zum Beispiel in Ausbackteig. Dazu zieht man die Blüten (ca. 10 Stück) vorsichtig durch klares Wasser um den Schmutz zu entfernen. Und dann braucht man noch:
200 g Mehl 250 ml Vollmilch 1 Ei 1 Prise Salz 2 Eßl Zucker wer mag kann noch ein Schuss Rum dazu tun Diese Zutaten werden zu einem Teig verrührt und da zieht man dann die Blüten durch. In heißem Öl ausbacken und mit Zimtzucker genießen
Holunderkaltschale von meiner Oma ****************************** Dazu wieder die Blüten (ca. 100g) im Wasser säubern und dann mit kochender Milch übergießen und durch ein Sieb passieren. Dann rührt man 100g zerlassene Butter und 3 Eigelb unter und stellt das Ganze kalt. Holunderblütensekt (5 Liter) *********************** Ungefähr 10 bis 15 Blüten im Wasser reinigen wie im Rezept davor. 5 Liter Wasser mit 500g Zucker aufkochen und den Saft von 2 Limetten dazu geben. Die Blüten an den Stielen zusammen binden und für 12-14 Stunden in die Flüssigkeit hängen. Danach nehmt euch eine leere Wasserflasche, die man gut verschließen kann und füllt das ganze darin ab. Jetzt wartet ihr nur 2-3 Wochen und ihr habt ein leckeres Getränk.
Holundergelee ************ Bei uns gibt es immer eine Marmelade aus dem Saft der Beeren. Diese koche ich mit Wasser auf und passiere sie durch ein Sieb. Dann koche ich die Marmelade Auf einen Liter Saft kommt ein Beutel Gelfix. Das wird verrührt und zum Kochen gebracht. Unter ständigem Rühren gibt man pro Liter Saft ein Kilo Zucker dazu und kocht lässt es wieder aufkochen. Noch 3 Minuten unter rühren weiter kochen und schon ist die Marmelade fertig. Ich fülle sie noch heiß in Gläser mit Schraubverschluss und stelle sie auf den Kopf zum Abkühlen. So bleibt die Marmelade für lange Zeit genießbar. Wer mit Gelierzucker arbeitet hat den Teil mit dem Gelfix gespart. Und wer lieber Marmelade isst, der lässt das Fruchtfleisch drin.
Holunderlikör *********** Meine Tante macht immer Holunderlikör, der soll auch sehr gut sein. Da ich aber keinen Alkohol trinke habe ich sie mal angerufen und nach dem Rezept gefragt. Also, man braucht 2 Liter ungesüßten Holundersaft und kocht den wieder unter ständigem Rühren mit 800g braunem Kandis und 5 Päckchen Vanillezucker auf. Nachdem das dann abgekühlt ist rührt man 1 Flasche Rum (40-54 %) und 10 Tropfen Bittermandel-Aroma drunter. In Fest verschließbare Flaschen abfüllen und mindestens 4 Wochen im dunklen, kühlen Keller stehen lassen.
So und nun viel Spaß beim Nachmachen und danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren. Eure Jutta ©eden1 für ciao.de
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10.02.2004 20:26
Der ZWERGhollunder ist also der Giftige... da kenn ich noch einen Giftzwerg, aber deren Namen sag ich jetzt nicht *lachweg* ;-)))
16.12.2003 20:37
"Der Saft macht Flecken" is eindeutig ein Pro *ggg*
06.12.2003 19:59
Das auf dem Bild sieht aus wie ne Eule *malanmerk