Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
nett gemacht, Aussprache wird gut erklärt |
| Kontra: |
ohne Lehrer läuft das nichts, Grammatik - Teil ist nicht hilfreich, Vokabel - Teil unvollständig |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Seit zwei Jahren lerne ich nun an der Volkshochschule Schwedisch (und beherrsche die Sprache leider immer noch nicht). In den ersten drei Kursen haben wir mit dem Lehrbuch "Schwedisch" von Hans Ritte gelernt, dann mussten wir aber mangels Teilnehmer in einen anderen Kurs wechseln, bei dem nur Konversation betrieben wird, so dass ich das Buch zum Glück nicht mehr brauche.
_Allgemeine Infos zum Buch
ISBN: 3-19-005158-5
Preis: 24,95 Euro
Seiten: 248
Kapitel: 30
Zusätzlich zum Lehrbuch gibt es noch ein Übungsbuch, ein Grammatikbuch, sowie Audio-CDs zu kaufen.
Bei amazon.de kann man übrigens auch einen Blick in die Bücher werfen.
_Der Aussprache-Teil
Hinweise zur Aussprache des Schwedischen findet man im hinteren Teil des Buches. Natürlich ist es leichter, wenn man die Sprache gesprochen hört, aber ich finde, die Aussprache ist hier mit Worten schon ganz gut erklärt und wer Schwedisch lernt, der weiß ja auch schon in etwa, wie die Sprache klingt und kann mit Erläuterungen wie "ej - hat eine höhere Tonlage als das deutsche ei" oder "å - entspricht dem deutschen o (Kürze und Länge) auch etwas anfangen.
_Der Text-Teil
Leider gibt es in diesem Schwedisch-Lehrbuch keine Familie, die einen durch das Buch begleitet, wie man es von den Schulbüchern kennt. In jedem Kapitel gibt es andere Personen, die sprechen und manchmal werden die auch nur mit unterschiedlichen Symbolen gekennzeichnet und haben keine Namen.
Dialoge und Kurztexte wechseln sich in dem Buch schön ab und zu fast jedem Text gibt es ein paar Fragen zu beantworten oder eine andere Aufgabe wie z.B. die Aufforderung über sich zu erzählen oder eine fiktive Restaurant-Reservierung nachzustellen etc.
Aufgelockert werden die Texte mit vielen Illustrationen und einigen schwarz-weiß Fotos. Insgesamt sind die Texte anspruchsvoll gestaltet und vermitteln den Wortschatz in angemessener Weise.
Die Fragen und Aufgaben sind auch nie zu schwer und machen in der Runde im Kurs immer Spaß.
_Der Grammatik-Teil
Der Grammatikteil beschränkt sich meistens auf einen kleinen blauen Kasten, der einem Beispiele zeigt. Was an Grammatik dort gerade behandelt wird, steht nicht dabei. Man kann aus den Beispielen nur erraten, dass einem z.B. gerade versucht wird zu vermitteln, dass es im Schwedischen keinen Artikel gibt, sondern nur verschiedene Endungen, an denen man auch Singular und Plural unterscheiden kann.
Im Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches, kann man zwar nachschauen, welche Grammatik in welchem Kapitel behandelt wird, aber auch hier sind die Angaben sehr kurz und nur für absolute Grammatik-Freaks zu verstehen.
Ohne Lehrer ist man bei der Grammatik wirklich aufgeschmissen (mit Lehrer manchmal auch, aber das ist ein anderes Thema).
Am Ende des Buches findet man auch, wie in fast allen Lehrbüchern, noch eine Auflistung der unregelmäßigen Verben und eine Konjugationen der wichtigsten starken Verben mit deutscher Übersetzung. Hier muss man einfach nur lernen, da gibt es keine Regeln und da kann einem auch kein Lehrer bei helfen.
_Der Vokabel-Teil
Zu jedem Kapitel findet man im hinteren Teil die entsprechenden Vokabeln mit deutscher Übersetzung in alphabetischer Reihenfolge.
Um aber bei den Substantiven zu wissen, welche Endung z.B. die bestimmte Pluralform hat, muss man wissen, welcher Konjugationsgruppe (es gibt 5 - 3 für en-Substantive, 2 für ett-Substantive) das Wort angehört. Hinter jeden Wort steht im Vokabelteil in Klammern die Nummer der Konjugation, aber blöderweise steht dort nicht direkt dabei, ob es ein en- oder ett-Substantiv ist.
Es steht dort also nur "hus (5)" - Haus. Für mich wäre es einfacher, wenn ich direkt wüsste, dass es ett hus heißt. Zum Vokabellernen direkt aus dem Buch wäre das für mich wesentlich hilfreicher.
Hinter den Vokabeln nach Kapiteln geordnet, schließt sich der alphabetisch sortierte Gesamtwortschatz an. Wenn in einem späteren Kapitel also ein Wort vorkommt, dass man zwar schon hatte, dessen Übersetzung einem aber gerade nicht einfällt, kann man im Gesamtwortschatz nachschlagen und erfährt dort, in welchem Kapitel-Vokabelteil man das Wort findet. Ist zwar eine blöde Blätterei, aber so oft sollte es ja nicht vorkommen, dass man ein Wort nicht weiß (wenn man denn immer fleißig gelernt hat).
_Abschließende Meinung zum Buch
Mir gefällt "Schwedisch" von Hans Ritte nicht so gut. Obwohl ich mit dem Buch ja nicht alleine gelassen wurde, sondern Begleitung durch meinen Schwedisch-Lehrer hatte, konnte ich mit dem Buch einfach nicht richtig gut arbeiten und lernen.
Es machte mir einfach keinen Spaß, mich zu Hause nochmal mit den kurzen Texten zu befassen und um Schwedisch zu lernen, muss man definitiv zu Hause pauken. Einmal in der Woche zum Unterricht gehen, reicht leider nicht.
Die kurzen Texte und Dialoge im Buch fand ich aber noch gut, weil sie auch mit netten kleinen Zeichnungen ergänzt sind, aber über den Vokabel- und Grammatikteil kann ich nichts gutes sagen, denn mit den spärlichen Informationen macht das Lernen überhaupt keinen Spaß.
Vermutlich sind die Erläuterungen zur Grammatik deshalb so minimal, weil es noch ein Extrabuch über die Grammatik gibt, das man den Schülern auch noch verkaufen möchte.
Der Vokabelteil ist zwar sehr umfangreich, aber für mich nicht so gut gestaltet, da mir wichtige Angaben fehlen. Um die Vokabeln richtig lernen zu können, muss ich sie immer in mein Vokabelheft abschreiben und die Art des Substantivs ergänzen. Das ist für mich doppelte Arbeit und entspricht eben nicht dem, wie ich gerne lerne (ich lerne lieber direkt aus dem Buch).
Insgesamt ist das Buch eher langweilig und nicht sonderlich modern. Etwas mehr Infos zu Land und Leuten würden dem Buch auch nicht schaden.