Schweigen (Hörspiel) / Poe, Edgar Allan

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Schweigen (Hörspiel) / Poe, Edgar Allan

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"Schweigen" ist der dreizehnte und spät nachgelieferte Teil der Edgar-Allan-Poe-Reihe von LübbeAudio, die unter Mitwirkung von Ulrich Pleitgen und Iris Berben, eingebettet in eine Rahmenhandlung, Erzählungen des amerikanischen Gruselspezialisten zu Gehör bringt. Zunächst sieht es so aus, ... Bericht lesen





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Aber die Wahrheit ist eine ganz andere und bohrt
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Erfahrungsbericht von mima17 über Schweigen (Hörspiel) / Poe, Edgar Allan
21. Dezember 2006


Produktbewertung des Autors:   

Spannung: durchschnittlich spannend 

Pro: bringt Story gut voran, mehr Lösungen als Rätsel; exzellenter realistischer Sound, kompetentes Sprecherensemble (besonders Pleitgen), preisgünstig
Kontra: nur ein Füllsel, wenig romantisch, stellenweise unangemessene Musik

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

"Schweigen" ist der dreizehnte und spät nachgelieferte Teil der Edgar-Allan-Poe-Reihe von LübbeAudio, die unter Mitwirkung von Ulrich Pleitgen und Iris Berben, eingebettet in eine Rahmenhandlung, Erzählungen des amerikanischen Gruselspezialisten zu Gehör bringt.

Zunächst sieht es so aus, als hätte sich Poe von Leonie getrennt. Aber die Wahrheit ist eine ganz andere und bohrt sich tief in beider Seelen. Und dann taucht der verhüllte Reiter auf, der an Poes und Leonies Feinden grausam Rache nimmt. Nach und nach können Poe und Leonie erste Geheimnisse lüften - der Rest jedoch versinkt in tiefstem Schweigen.

Nach langer Wartezeit - immerhin vier Folgen nachdem Folge 13 hätte erscheinen müssen - lösen wir die ersten Rätsel der mysteriösen Serie um Edgar Allan Poe und seiner Suche nach sich selbst. Wieder eine Wanderung zwischen Alptraum und Verzweiflung und dem Mut zweier Menschen, die dagegen ankämpfen.

Ulrich Pleitgen und Iris Berben haben auch an den ersten zwölf Hörbüchern der Serie mitgewirkt:
  1. 1: Die schwarze Katze
  2. 2: Grube und Pendel
  3. 3: Der Fall des Hauses Usher
  4. 4: Die Maske des roten Todes
  5. 5: Sturz in den Mahlstrom
  6. 6: Der Goldkäfer
  7. 7: Die Morde in der Rue Morgue
  8. 8: Lebendig begraben
  9. 9: Hopp-Frosch
  10. 10: Das ovale Portrait
  11. 11: Der entwendete Brief
  12. 12: Eleonora
  13. 13: Schweigen

Der Autor
°°°°°°°°°°°°°Edgar Allan Poe (1809-49) wurde mit zwei Jahren zur Vollwaise und wuchs bei einem reichen Kaufmann namens John Allan in Richmond, der Hauptstadt von Virginia, auf. Von 1815 bis 1820 erhielt Edgar eine Schulausbildung in England. Er trennte sich von seinem Ziehvater, um Dichter zu werden, veröffentlichte von 1827 bis 1831 insgesamt drei Gedichtbände, die finanzielle Misserfolge waren. Von der Offiziersakademie in West Point wurde er ca. 1828 verwiesen. Danach konnte er sich als Herausgeber mehrerer Herren- und Gesellschaftsmagazine, in denen er eine Plattform für seine Erzählungen und Essays fand, seinen Lebensunterhalt sichern.

1845/46 war das Doppeljahr seines größten literarischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolgs, dem leider bald ein ungewöhnlich starker Absturz folgte, nachdem seine Frau Virginia (1822-1847) an der Schwindsucht gestorben war. Er verfiel dem Alkohol, eventuell sogar Drogen, und wurde - nach einem allzu kurzen Liebeszwischenspiel - am 2. Oktober 1849 bewusstlos in Baltimore aufgefunden und starb am 7. Oktober im Washington College Hospital.

Poe gilt als der Erfinder verschiedener literarischer Genres und Formen: Detektivgeschichte, psychologische Horrorstory, Science Fiction, Short Story. Neben H. P. Lovecraft gilt er als der wichtigste Autor der Gruselliteratur Nordamerikas. Er beeinflusste zahlreiche Autoren, mit seinen Gedichten und seiner Literaturtheorie insbesondere die französischen Symbolisten.

Die Sprecher/Die Inszenierung
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Ulrich Pleitgen, geboren 1946 in Hannover, erhielt seine Schauspielerausbildung an der Staatl. Hochschule für Musik und Theater in seiner Heimatstadt. Pleitgen wurde nach seinen Bühnenjahren auch mit Film- und Fernsehrollen bekannt. Er hat schon mehrere Hörbücher vorgelesen und versteht es, mit seinem Sprechstil Hochspannung zu erzeugen und wichtige Informationen genau herauszuarbeiten, ohne jedoch übertrieben zu wirken. In der POE-Reihe interpretiert er den Edgar Allan Poe und andere Figuren

Iris Berben gehört zu den bekanntesten und profiliertesten Schauspielerinnen hierzulande. Ihr Repertoire umfasst Krimis "Rosa Roth") ebenso wie Komödien und klassische Werke. Für ihre Leistungen wurde sie u.a. mit dem Bambi und mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. In der POE-Serie interpretiert sie die weibliche Hauptrolle Leonie Goron und andere Figuren.

Hannelore Hoger wurde am 20. August 1942 in Hamburg geboren. Sie beginnt ihre Schauspielerausbildung 1958 an der Hamburger Hochschule für Musik und spielt seit 1960 an den Bühnen in Ulm, Bremen, Stuttgart, Köln, Berlin und (1981 - 85) in Hamburg. Das Theater ist ihre eigentliche Domäne geblieben. Um sich zu verbessern, nahm die Schauspielerin später noch einige Male Unterricht bei Lee Strasberg. Ihr Fernsehdebüt mit dem Titel "Tag für Tag" fällt ins Jahr 1965. Hannelore Hoger ist seit 1970 in gut zwei Dutzend Filmen präsent. Daneben ist sie auch in Fernsehserien gegenwärtig. Populär wird die Bühnenschauspielerin und Mutter der Schauspielerin Nina Hoger durch die Rolle der TV-Kommissarin "Bella Block", für die sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wird. Die gleichnamige Krimiserie startete 1993 in loser Reihenfolge und entpuppte sich als gut gesetzter Kontrapunkt zur Männer-dominierten Krimi-Massenware.

Der deutsche Prolog wird von Heinz Rudolf Kunze vorgetragen, der englische von Laurie Randolph, die Ansage erledigt André Sander. Das Gedicht "An Helen", übersetzt von Melchior Hala, wird von Hannelore Hoger vorgetragen. Die Musik dazu liefert das STIL-Team.

Das Titelbild
°°°°°°°°°°°°°°

Das monochrome Titelbild, das Simon Marsden (www.simonmarsden.co.uk) geschossen und mit einer speziellen Technik entwickelt hat, zeigt bei "Schweigen" ein Motiv, das wieder - wie schon bei "Sturz in den Mahlstrom"- der Natur an der Küste entnommen ist. Es zeigt einen kleinen Tümpel, der vor dem breiten Sandstrand der Küste still unter einem wolkenverhangenen Himmel ruht. Nur ein sanfter Windhauch kräuselt seine Oberfläche.

Das Motiv der Rückseite ist immer noch das gleiche wie in der ersten Serie: das von leuchtendem Nebel umwaberte ausgebrannte Gemäuer einer alten Abtei, deren leere Fenster den Betrachter ominös anstarren. Die Innenseite der CD-Box zeigt einen spitzbogigen Mauerdurchgang in einem wilden, überwucherten Garten. Der Durchgang könnte die Passage zu neuen, gruseligen Erfahrungen symbolisieren, im Sinne von Huxleys "doors of perception".

Das Booklet
°°°°°°°°°°°°°°

Jede CD enthält ein achtseitiges schwarz gehaltenes Booklet. Neben dem Eingangszitat auf Deutsch und Englisch wird hier auch der gesamte Stab und die Sprecherbesetzung der Rollen aufgeführt. Pleitgen und Berben werden näher vorgestellt.

Eingangs gibt es einen kleinen Abriss der Vorgeschichte. Die Rückseite der CD fasst die Handlung zusammen und listet die wichtigsten Mitwirkenden auf. Die mittlere Doppelseite zeigt alle bislang veröffentlichten CDs und die DVD von "Die Grube und das Pendel". Die vorletzte Seite weist auf die Band "We Smugglers" hin, die den Titelsong "On the verge to go - Edgar Allan Poe Edit" beigesteuert hat.

Vorgeschichte
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Ein Mensch ohne Namen. Und ohne jeden Hinweis auf seine Identität. Das ist der Fremde, der nach einem schweren Unfall bewusstlos in die Nervenheilanstalt des Dr. Templeton eingeliefert wurde und jetzt, nach zehn Wochen, entlassen wird. Diagnose: unheilbarer Gedächtnisverlust. Er begibt sich auf eine Reise zu sich selbst. Es wird eine Reise in sein Unterbewusstsein, aus dem schaurige Dinge aus der Vergangenheit aufsteigen. Woher kommen sie? Was ist passiert? Was hat er getan?

Schon zwölf Stationen hat der Fremde durchwandert, stets begleitet von Alpträumen. Nach einem Aufenthalt in einem Gasthaus begibt sich der Fremde ohne Gedächtnis auf eine Seereise, die ihn zunächst nach New Orleans führt. Aus einem Schiffswrack rettet er eine schöne Landsmännin, Leonie Goron. Sie weist ihn darauf hin, dass man ihm möglicherweise nach dem Leben trachtet. Nur zu wahr, denn auf der letzten Station vor dem Ziel New Orleans muss sie ihm das Leben retten. Selbst in der großen Stadt bleibt Poe nicht von Alpträumen nicht verschont. Doch er findet etwas über seine und Leonies Vergangenheit heraus und welche finstere Rolle Dr. Templeton alias Dr. Baker darin spielt. (Besonders hilfreich ist in dieser Hinsicht Episode 10, "Das ovale Portrait".)

Handlung
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Der Mann, der sich Poe nennt, ist bereits eine Tagesreise von New Orleans entfernt, als er in eine sumpfige Gegend des Deltas gerät. Er trauert Leonie Goron nach, die er schnöde sitzen ließ, um sie nicht noch weiter in Gefahr in Gefahr zu bringen. Nur einen Abschiedsbrief hat er im Wirtshaus hinterlassen, nichts weiter.

Da hörte er Schritte. Es ist die junge Magd aus dem Wirtshaus. Sie verrät aber nicht, was sie von ihm will. "Ihn auf andere Gedanken bringen", klingt eindeutig zweideutig, aber Poe reagiert nicht. Zum Glück, denn gleich darauf erscheint der Wirt selbst mit einer doppelläufigen Flinte und brüllt "Miststück!". Offenbar denkt er, sie treibe Unzucht mit dem Gast. Zu guter Letzt erscheint auch noch Leonie Goron, die dem Wirt einen Schlag auf den Kopf versetzt. Im Handgemenge löst sich ein Schuss…

Auf der Weiterreise gerät Poe in eine Flutwelle, die von einem gebrochenen Damm herrührt. Vor dem Ertrinken wird er nur durch einen hilfsbereiten Schäfer bewahrt, der ihm als Zugabe eine Lebenweisheit mit auf den Weg gibt. "Es zählt nur, was man tut, und das kommt immer wieder zu einem zurück." Da kapiert Poe endlich, dass er nie frei sein kann, solange Dr. Baker alias Templeton noch frei herumläuft. Also muss er ihn erst finden.

Doch sowohl die Villa als auch das Landhaus des Doktors sind niedergebrannt worden, und zwar erst kürzlich. Im Gebüsch des Landhauses findet Poe einen sterbenden Mann vor, der mit mehreren Stichen verletzt worden ist. Es ist sein alter Bekannter Hochwürden Crane. In seiner Hand hält Crane ein Stück Papier. Es stellt sich als Lucy Monaghans letzter Brief an ihre Schwester Leonie Goron heraus. Doch wo ist Leonie jetzt? Er sollte ihr diesen Brief geben.

Leonie ist nach dem Zwischenfall im Sumpf ins Wirtshaus zurück und beschließt ebenfalls, Dr. Baker zu suchen. Denn er müsste wissen, was mit ihrer Schwester Lucy Monaghan, seiner Frau, los war. Wusste sie von seinen scheußlichen Experimenten an Menschen (vgl. Episode 10: "Das ovale Portrait")? In einer Hütte auf dem Weg nach New Orleans belauscht Leonie ein Gespräch. Deibler, den sie von Poe erstochen glaubte, lebt! Er erwähnt, dass Dr. Baker nach New York City will, über Rattleborough, wo er etwas abholen wolle.

Als man sie hört, haut sie ab. Auf der Straße in einem Vorort der Stadt wird sie von einem unheimlichen schwarzen Reiter überholt. Doch wie seltsam: Sie kann den Hufschlag seines Pferdes nicht hören. An einem See ein Stück weiter erblickt sie im Nebel des Morgens eine Gestalt auf einem flachen Felsen mitten im Wasser. Doch der Wind treibt die Nebelschwaden vor sich her, und die Gestalt ist gleich darauf verschwunden. Sie reitet weiter in die Stadt. Sie ahnt nicht, dass sie Poe, den sie nie wiedersehen will, nur knapp verfehlt hat.

Mein Eindruck
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Diese Episode spielt die Rolle eines Füllsels, das einige offene Fragen zu beantworten hat. Ich habe diese Fragen oben erwähnt. Die wichtigste ist natürlich, warum sich Leonie und Poe getrennt haben und dennoch sich beide Richtung Norden, gen New York auf den Weg machen. Leonie hat dazu Informationen aus erster Hand, von Deibler und Hochwürden Crane, doch Poe weiß nichts dergleichen und geht dennoch nach New York. Er hat in der Episode 10 herausgefunden, dass ein New Yorker Maler namens Jimmy Farrell ihn ebenso wie eine junge Frau namens Lucy porträtiert hat. Um herauszufinden, was Farrell über Poes wahre Identität weiß, muss Poe also nach New York. Er geht in Mobile, Alabama, an Bord eines Seglers (in Episode 14: "Die längliche Kiste").

Eigentlich erwartet der Hörer, dass sich Leonies und Poes Pfade wieder kreuzen, als sie Spuren von Dr. Baker suchen, doch dies geschieht nicht. Denn ein solches Treffen stünde nicht im Einklang mit den nachfolgenden Episoden, in denen jeder seinen eigenen Weg geht. Das Ergebnis ist eine merkwürdige Parallelität der Ereignisse: Beide treffen Hochwürden Crane, beide den Schattenreiter, beide die Hütte, in der die Schergen Dr. Bakers zusammentreffen, nachdem die Häuser abgebrannt sind.

Dass beide den gleichen See betrachten, sich aber wegen des Nebels nicht sehen können, ist symbolisch für ihre Position im Leben. Sie passieren die gleichen Orte, doch ohne zueinander zu finden. Poe will Leonie durch die Trennung vor den Gefahren, die ihm selbst drohen, schützen, doch sie hadert mit ihm, dass er sie hat sitzen lassen und zu einem Verbrechen verleitet hat (die Sache mit dem Wirt und der Magd).

Diese letzte Szene lebt alleine von der Stimmung. Was dies alles mit einer Geschichte von Poes zu tun haben soll, wie es ja der Reihentitel reklamiert, ist ein Rätsel. Ich jedenfalls kenne keine Poe-Erzählung oder ein Gedicht von ihm, in dem die beschriebenen Szenen erwähnt werden.

Das Gedicht "An Helen"
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Das Gedicht aus Poes letzten Lebensjahren ist der Dichterin Sarah Helen Whitman gewidmet, die er liebte und heiraten wollte. Sie lehnte seinen Antrag jedoch ab, weil Poe bei ihren Freunden und Ratgebern in Ungnade gefallen war. Die Übersetzung des Gedichts, die Melchior Hala anfertigte, ist längst nicht so emphatisch und blumig wie das Original, das mir vorliegt. Die relative Nüchternheit bekommt der Aussage des Textes jedoch recht gut, denn nun erhalten die zahlreichen poetischen Bilder eine größere Glaubwürdigkeit. Hannelore Hogers langsamer und deutlicher Vortrag unterstreicht diesen Eindruck noch.

Das lyrische Ich erzählt, er habe sein liebliches Gegenüber vor Jahren in einer Julimondnacht kennengelernt, in einem verzauberten Garten voll duftender Rosen. Und alle Rosen hätte ihre Köpfe auf SIE gerichtet. Sie habe in diesem Rosengarten gelegen, voller Kummer und allein, doch wunderschön. Doch sobald der Mond hinter einer Sturmwolke verschwunden ist, erkennt er, dass sie nur ein Geist ist, der verschwindet. Doch die Erinnerung an ihre Augen bleibt, Augen, die für immer seine Führer sein sollen: Venus' Führer zur Liebe, voller Schönheit und Hoffnung.

Das Gedicht ist doch recht romantisch mit seiner Verklärung von Liebe, Schönheit, Hoffnung, für die die geliebte Frau insgesamt steht. (Diese Frau wird stets mit dem vertraulicheren "thee" und "thou" angesprochen, nie mit dem steiferen "you".) Bedenkt man aber Poes von zahlreichen Unglücken und Kämpfen überschattetes Leben, so blieb ihm wohl nur der Blick auf Schönheit, um in seinem Jammertal wieder Hoffnung schöpfen zu können. Seine Frau Virginia starb 1847, ihm selbst blieben nur noch zwei Jahre zu leben, bis er am 3. Oktober 1849 bewusstlos in Baltimore aufgefunden wurde und vier Tage später in Washington starb.


Die Sprecher/Die Inszenierung
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Mr. Poe

Pleitgen spielt die Hauptfigur, ist also in jeder Szene präsent. Er moduliert seine Stimme ausgezeichnet, um das richtige Maß an Entsetzen, Erstaunen oder Neugier darzustellen. Im ersten Teil des "Eleonora"-Traumes schwelgt sein Poe in verliebter Seligkeit, und das kann man deutlich hören. Umso gequälter klingt Poe in der zweiten Traumhälfte, als ihn die tote Geliebte in seinen Albträumen heimsucht. Dieser Stimmungswandel leitet die Trennung von Leonie ein und macht diesen abrupten Schritt ein wenig nachvollziehbarer. In den Episoden 16 und 17 jedoch ist Poe überzeugt, dass es ein Fehler, Leonie zu verlassen. Seine Träume in diesen Episoden belegen dies überdeutlich.

Miss Leonie Goron

Iris Berben bietet Pleitgens melancholischem und nachdenklichem Poe einen lebhaften Widerpart mit ihrer Leonie Goron. Und wie der grüblerische Poe sogar selbst merkt, zeichnet sich Leonie durch ungewöhnlichen Scharfsinn und eine kluge Feinfühligkeit aus. Sie hat erheblichen Anteil an Poes Rettung in der Rahmenhandlung von Episode 5 ("Mahlstrom"). Spätestens ab "Der Goldkäfer" wirkt sie wie eine kluge Freundin, die durch ruhige Überlegung und kluge, verständnisvolle Fragen bald zu seiner unverzichtbaren Ratgeberin wird. In Episode 15 "Du hast's getan" steht sie selbst ihren Mann als Detektivin und Ein-Frau-Polizeitruppe.

Musik und Geräusche
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Mindestens ebenso wichtig wie die Sprecher sind bei den POE-Produktionen auch die Geräusche und die Musik. Hut ab vor so viel Professionalität! Die Arbeit des Tonmeisters beim Mischen aller Geräusche ist so effektvoll, dass man sich - wie in einem teuren Spielfilm - mitten im Geschehen wähnt. Die Geräuschkulissen sind entsprechend lebensecht und detailliert gestaltet. Wir hören Hufgetrappel in der richtigen Gangart (Schritt oder Galopp), Käuzchen und Möwen, aber auch die unterscheidbaren Wellen eines Sees bzw. des Meeres. Selbst der Schuss klingt einigermaßen "echt", allerdings nicht gerade wie in einem Spaghetti-Western.

Die Musik erhält aufgrund der Handlungsarmut der Episode eine umso wichtigere Bedeutung: Sie hat die Aufgabe, die emotionale Lage der zwei Hauptfiguren und ihres jeweiligen Ambientes darzustellen. Diesmal fehlt jedoch der übliche Traum, den Poe regelmäßig erlebt, und so kommentiert die dramatische Musik ein rein weltlich-realistisches Geschehen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich die Musik etwas zurückgenommen hätte. Versatzstücke wie das Requiem "Dies illa, dies irae", gesungen von einem Mädchenchor, wirken ein wenig aufgesetzt und unangemessen.

Ein Streichquartett, Musiker des Filmorchesters Berlin sowie die Potsdamer Kantorei an der Erlöserkirche wirken zusammen, um eine wirklich gelungene Filmmusik zu den Szenen zu schaffen. Das Booklet führt die einzelnen Teilnehmer detailliert auf, so dass sich niemand übergangen zu fühlen braucht.

Einen abschließenden Song gibt es diesmal nicht, denn er wurde durch das Gedicht ersetzt.

Unterm Strich
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Wer sich gefragt hat, warum sich Leonie und Poe beide fast gleichzeitig nach Norden Richtung New York City wenden, der findet in dieser Episode die Antworten (siehe oben). Ansonsten hat "Schweigen" - wie bezeichnend - keine Erzählung von Edgar Allan Poe zum Inhalt, sondern bietet von Poe lediglich sein schönes Liebesgedicht "An Helen", das Hannelore Hoger einfühlsam zu Musikbegleitung vorträgt. Es ist ein Bonus Track, der den üblichen Abschlusssong der Episoden-CDs ersetzt. Ich gebe der CD drei von fünf Sternen.

Das Ende der Serie ist mit Episode 25 wohl endgültig gekommen. Jedenfalls wird im Sommer das Buch zur Serie, geschrieben von Melchior Hala, erscheinen. Und dann werden alle Rätsel gelöst.

Michael Matzer © 2006ff

Info: To Helen, ca. 1845; Lübbe Audio 10/2006, Bergisch Gladbach; 1 CD, 74 Minuten, EU 7,95, ISBN 3-7857-3158-2 

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