Scream 1 (FSK 16)

Scream 1 (FSK 16)

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... Vor allem die junge Sydney (Neve Campbell) ist in der äußerst unangenehmen Lage, von dem Killer aufgesucht zu werden… ~~ Vorwort ~~ "Scream - Schrei!" konnte 1996 entscheidend das Horrorgenre (im Schlitzerbereich) prägen. Mit einer perfekten Portion Ironie und schwarzer Humor schaffte ... Bericht lesen





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Schrei!
Erfahrungsbericht von lealy06 über Scream 1 (FSK 16)
02.10.2006


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Ironie, schwarzer Humor, Anspielungen, Spiel mit den Klischees
Kontra: Fehlanzeige

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

~~ Fakten ~~

Original: SCREAM (USA 1996)
Produzent: CARY WOODS & CATHY CONRAD
Regie: WES CRAVEN
Darsteller: NEVE CAMPBELL, DAVID ARQUETTE, COURTENEY COX, …
Genre: HORROR
Länge: CA. 107 MINUTEN
FSK: FREIGEGEBEN AB 18 JAHREN

Sequels: SCREAM 2 (1997), SCREAM 3 (2000)
Parodien: SCARY MOVIE (2000)

Kinovorstellung (Deutschland): OKTOBER 1998
DVD-Veröffentlichung: JUNI 1999
Free-TV Premiere: DEZEMBER 2000

~~ Inhaltsangabe ~~

In der kleinen amerikanischen Provinzgemeinde Woodsborough geht ein Serienkiller um, der sich auf Teenager spezialisiert hat. Vor allem die junge Sydney (Neve Campbell) ist in der äußerst unangenehmen Lage, von dem Killer aufgesucht zu werden…

~~ Vorwort ~~

"Scream - Schrei!" konnte 1996 entscheidend das Horrorgenre (im Schlitzerbereich) prägen. Mit einer perfekten Portion Ironie und schwarzer Humor schaffte es der Film von Altmeister Wes Craven in die oberen Ränge der Schlitzerfilme.

~~ Story ~~

Die Story haut den aufgeklärten Zuschauer nicht gerade vom Stuhl. Ein Satz reicht vollkommen aus, um sie auf den Punkt zu bringen: Ein Serienkiller geht in einem verschlafenen Nest irgendwo im Nirgendwo um und schlachtet Teenager ab bis er am Ende entlarvt wird.
Diese Ausgangslage hat man bestimmt schon 100 Mal in vorherigen Horrorfilmen gesehen.
Aber ich behaupte mal trotzdem, dass diese Story trotzdem neu ist. Nämlich:
Sie versucht nie, ernst etwas aufzubauen. Es gibt auch nicht mal ansatzweise überraschende Wendungen oder unerwartete Szenen, geschweige denn Tiefgang oder Anspruch. Viele Filme vorher und auch nachher (ausgenommen die Sequels) wollten mit unnötigen und lästigen Hintergrundstorys, lachhaft in Szene gesetzten Wendungen oder Pseudo-Tiefgang die eigentliche Story aufpeppen und schmücken. Gelungen ist das den Machern nie oder sehr, sehr selten. Und genau das unterscheidet die Scream-Trilogie (vor allem den ersten Teil) von den restlichen Schlitzerfilmen. Wes Craven versucht gar nicht erst, der ja recht simplen Story unnötige Wendungen etc. aufzudrücken, sondern lässt sie gekonnt aus, um andere Aspekte in den Film einzubringen wie z. B. Selbstironie oder Anspielungen. Das war bis dato (1996) noch nie da gewesen und erhebt "Scream - Schrei!" zu den Meisterwerken des Genres.

Zuschauer, die viel Wert auf eine tiefgründige Story legen, sollten also hier nicht viel erwarten.

~~ Ironie/Humor ~~

Kommen wir zu den absolut genialen Bestandteilen des Films. Wes Craven baut in den Film soviel Ironie und schwarzen Humor ein, dass dieser ausschließlich davon durchzogen ist. In fast jeder Szene ist bitterböser Humor enthalten. Auch das unterscheidet "Scream - Schrei!" von den restlichen Filmen in diesem Genre. Während viele Filme ironiefrei bleiben oder versuchen, ernste Themen böse darzustellen, legt dieser Film einfach viel Wert auf den Umgang mit Humor in einem nach außen böse wirkenden Film. Wie kombiniert man Humor mit einer Horrorstory, ohne es lächerlich wirken zu lassen, und die Schockeffekte trotzdem effektiv zu gestalten? Wes Craven ("Nightmare - Mörderische Träume"), ein Könner auf dem Gebiet Horror, liefert mit diesem Film die ultimative, perfekte Antwort darauf.

Es geht nämlich folgenderweise: Wenn man nun eine Rahmengeschichte erfindet, die so gewöhnlich für einen Horrorfilm ist, dass die Klischees aus diesem Genre nur so hervor sprießen, und während des Films mit diesen Klischees (wie bei einer klassischen Parodie) spielt und sie ironischerweise umkehrt, sozusagen die Akteure (alle Horrorfilm-Kenner) in sie fatal hineinrennen lässt, da sie ja sowieso denken, dass in ihrer Realität die Klischees nicht zutreffen, und abschließend alles mit vielen Anspielungen auf Horrormeisterwerke (Hausmeister in der Schule trägt die Kleidung von Freddy Krüger) und einem sehr tollpatschigen, aber doch eiskalten Killer würzt, gelingt einem ein Cocktail, der so noch nie gesehen worden ist, das Maß aller Dinge darstellt und nicht kopiert werden kann.

Vor allem die Anspielungen haben es mir angetan. Diese werden direkt durch die Dialoge der Darsteller, die über Horrorfilme reden, oder indirekt durch bestimmte Szenen deutlich. Als Horrorfilm-Fan hat man seine wahre Freude daran, die kleinen Details zu suchen und zu finden. Eine klasse Idee, in einem Horrorfilm viele kleine Horrorfilme zu verstecken.

~~ Darsteller ~~

Auch in dieser Hinsicht wird gar nicht erst versucht, klasse Darstellerleistungen zu bringen. Alle Akteure agieren auf einem akzeptablen, für einen Horrorfilm dieser Art völlig ausreichenden Niveau. Wäre mehr von den Darstellern verlangt worden (wovon ich mal ausgehe, dass diese das auch bestimmt geschafft hätten), hätte der Film seine Absichten nicht erreicht.

Trotzdem werde ich jetzt die wichtigsten Darsteller bewerten:

Zum einen gibt es da Neve Campbell, die die Hauptperson Sydney darstellt. Aus ihrer Vergangenheit und ihrem Auftreten schöpft der Film den größten Teil seiner Story. Campbell, zuvor hauptsächlich bekannt aus der Serie "Party of Five", bietet eine tolle Leistung und beschert mit ihrem Auftreten und ihrem in gefährlichen Situationen selbstbewussten Wesen den Zuschauern eine Abwechslung zu den gewöhnlichen Opfern des Killers. Sie überzeugt von allen Darstellern, zumal ihre Person auch am besten durchleuchtet wird, am meisten.

David Arquette spielt den etwas kindlichen, ja teilweise trotteligen Kleinstadt-Polizisten Dwight. Auch er agiert auf einer soliden Ebene und hat neben dem Killer die meisten Lacher auf seiner Seite. Er verbindet seine Rolle mit der von Courteney Cox, die die Reporterin Gale Weathers verkörpert. Im Laufe des Films entwickelt sich zwischen den beiden eine lockere Beziehung. Cox ("Friends") erbringt eine sehr gute Leistung und wirkt in den meisten Szenen, solange sie nicht auf den Killer trifft, sehr taff und abgeklärt.

Die restliche Darstellerriege von Wes Craven ist bespickt mit vielen bekannten Größen Hollywoods, jung sowie alt. Man findet hier Drew Barrymore, dort Liev Schreiber oder Linda Blair ("Der Exorzist"). Jede vorstellbare Rolle in einem gewöhnlichen Horrorfilm (vom Sheriff über den Horrorfilm-Profi bis zum bösen Schuldirektor) ist vorhanden. Craven versteht es, allen Darstellern eine passende Rolle in seinem Werk zu verpassen.

~~ Atmosphäre/Spannung ~~

"Scream - Schrei!" ist verdammt spannend. Die Schockmomente sind perfekt platziert und auch zwischen den Höhepunkten des Films, den Ermordungen, liegt über der Stadt eine stetige Spannung. Und das ist insofern doppelt gelungen, weil der Film ja den Storyaufbau nun wirklich nicht neu erfindet. Der Umstand für den Zuschauer, dass er ja nun mal in einem Horrorfilm sitzt und nicht in irgendeiner Parodie, wird durch die stark aufkommende Spannung nie in den Hintergrund geraten. Klassisch findet die Spannung auch am Ende ihren persönlichen Höhepunkt, wo dann alles aufgelöst wird.

Die Atmosphäre passt sehr zu der Story. Nie besonders auffällig, aber immer anwesend und der jeweiligen Szene angepasst. Man ist eben in einer Kleinstadt in den Weiten der U.S.A.. Und dort gibt es eine Schule mit einem typischen Campus, viele Wälder oder dunkle Gassen. Die Atmosphäre unterstützt hierbei hauptsächlich die Spannung und bleibt absichtlich im Hintergrund.

Es wird gar nicht erst versucht, noch nie da gewesene Bilder oder Szenen zu erfinden.

~~ Der Killer~~

Dem widme ich eine eigene Kategorie, weil ich der Meinung bin, dass es so einen noch gar nicht gab. Der Killer ist eine karikative Person, die die Killerrolle in vielen Szenen gewollt ins lächerliche zieht. Das Auftreten des Killers ist zwar sehr cool und einfallsreich (z. B. seine Anrufe oder wie er die Mordsituation herbeiruft), aber wenn's dann zur Sache geht, bekommt er immer einen auf den Schädel und muss dadurch stets viel einstecken. Trotzdem erreicht er so gut wie immer unbeschadet seine Ziele und lässt auch nicht mal ansatzweise Hinweise auf seine Person aufblitzen. Er tritt somit größtenteils als ein Wesen auf, dessen Taten auf den ersten Blick schlimmer sind als sein Charakter. Ich kann aber an dieser Stelle versprechen, dass das bis Ende natürlich nicht so bleibt und die eigentlichen Beweggründe des Killers zu morden immer verständlicher erscheinen. Auch der Killer wartet mit vielen Anspielungen und bitterbösem Humor auf.

Der gespannte Zuschauer kann bis zum Ende raten, wer denn nun der eigentliche Schlitzer ist. Es kommt jeder in Frage, aber mit der Zeit minimiert sich die verdächtige Zielgruppe, da viele das Zeitliche segnen. Bis zum Finale jedoch ist alles offen, versprochen!

Die Maske des Killers ist total genial gestaltet und verleiht dem recht tollpatschigen Auftreten eine grauenvolle Außenhaut. Ich denke mal, die Verkleidung ist allseits bekannt.

~~ Musik ~~

Ich möchte noch ein paar Worte zu der musikalischen Untermalung dieses Horrorfilms loswerden. Die Musikauswahl wechselt je nach Szene zwischen rockigen, coolen Stücken und Teenie-Pop. Dabei wird die Atmosphäre stets unterstützt und an den passenden Stellen gewürzt. Bei den sehr spannenden Stellen fehlen natürlich jegliche Töne. Die Schockmomente sollen ja schließlich effektiv sein.

~~ Fazit ~~

Altmeister Wes Craven erschuf 1996 mit "Scream - Schrei!" ein kongeniales Horror-Meisterwerk, der allein von seinen ironischen Momenten, seinem schwarzen Humor und seinen Anspielungen auf andere Horrorklassiker lebt und trotz alledem die eigentlichen Elemente in diesem Genre wie z. B. die Spannung oder die Schockmomente nie auslässt. Der Film war der Beginn einer Flut von Teenie-Slasherfilmen. Aber erreicht wurde ein solch einmaliges Niveau danach nie.

5/5 oder 10/10 Punkten.
   
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