Erfahrungsbericht über

Seat Leon 1.8 20V T Formula Racing

Gesamtbewertung (12): Gesamtbewertung Seat Leon 1.8 20V T Formula Racing

153 Angebote von EUR 1.082,00 bis EUR 15.900,00  

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Rennsemmel aus Spanien als GTI-Killer unterwegs

4  25.06.2003

Pro:
starker Motor, gute Straßenlage

Kontra:
zu hartes Fahrwerk

Empfehlenswert: Ja 

assowe

Über sich:

Mitglied seit:19.06.2002

Erfahrungsberichte:34

Vertrauende:12

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ein Mann fährt im Seat Leon Top Sport und ihm rollt eine Freudenträne die Backe runter bis sie an der Heckscheibe landet, weil die Beschleunigung so stark im Seat Top Sport ist. So sieht man zur Zeit den aktuellen Werbespot im TV.

Der Seat Leon Top Sport, bringt in mir nicht solche Gefühlsregungen hervor begeistert mich aber dennoch.

Technische Details :

• 4-Zylinder-Reihenmotor, 5 Ventile/Zylinder,
• Abgas-Turbolader, Ladeluftkühler,
• elektronische Zylinder-Einzeleinspritzung, Kennfeldzündung mit zylinderselektiver Klopfregelung,
• Einzelfunken-Zündspulen, Longlife-Zündkerzen,
• 180 PS
• 0-100 km/h in 7,7 sec.
• Normverbrauch 8,9 Ltr. Super Plus pro 100 km ( theoretischer Verbrauch )
• Eingetragene Höchstgeschwindigkeit 229 km/h
• Gewicht 1289 kg !!!

Ausstattung ( dieses Leons ) :

• 17“ Aluräder ( 5 Speichen-Optik ) mit 225er Niederquerschnittreifen
• Frontspoiler mit integrierten Nebelscheinwerfern
• Heckschürze mit Doppelrohrauspuff
• Dachspoiler
• Seitenschweller
• Sportsitze
• CD-Radio
• Klimaautomatik
• Winterpaket ( Sitzheizung, Scheinwerferwaschanlage, beh. Außenspiegel )
• Technikpaket ( Bordcomputer, 4 x e.FH, Fernbedienung für ZV )
• 4 x Airbag
• ESP
• ABS
• uvm.

Auf der Suche :

Auf der Suche nach einem passenden Firmenwagen für meine Freundin sind wir auch dann beim Seat – Händler gelandet. Und nachdem der Golf zu langweilig war, der neue Polo wie ein Lupo aussieht und der Fiesta so billig innen wirkt und der Focus hässlich war, strahle ich übers ganze Gesicht, als sie sagte, dass der Leon ihr sehr gut gefällt. Meine Freundin hat nämlich eine Vorliebe für blaue Sachen und der Leon war in blau im Ausstellungsraum ausgestellt. Silber sahen wir fast überall. Doch die blaue Leidenschaft machte uns später noch zu schaffen. Fakt ist, dass der Leon in dunklen Farben einfach besser wirkt und dieses Blau war recht dunkel und sah auch wirklich gut aus. Nur sollte das nicht kaufentscheidend sein, sondern die Leistungen des Wagens.

Auf zur Probefahrt :

Leider konnten wir nicht einfach in einen Leon einsteigen und eine kleine Spritztour machen, sondern mussten uns erst einmal zwei Tage gedulden, bis der Händler einen Vorführwagen hatte – kleiner Händler . Dann bekamen wir nur die 1,6 Ltr. Variante in der Stella-Ausstattung, aber zum fahren reicht die auch. Erst mal fuhr meine Freundin ein paar Kilometer und dann durfte der Meister ran.
So viel vorneweg der 1,6 Ltr. macht keinen Spaß. Er ist zu schwach, zu brummig und bietet kaum Drehmoment. Die 100 PS gingen zwar tapfer ans Werk, aber wenn man eine Beschleunigung in diesem Wagen erreichen will muss man ihm auf den Kopf treten. In den unteren Drehzahlen und bis zum mittleren Drehzahlbereich fällt einem das weniger auf, aber auf der Autobahn beim Runterschalten wird es sehr deutlich. Ansonsten liegt der Leon sehr gut auf der Strasse, vermittelt auf keinen Fall das Gefühl, dass man in einem Kompaktwagen fährt, ist solide verarbeitet und man findet schnell eine bequeme Sitzposition. Nach hinten ist die Übersicht etwas eingeschränkt durch das hoch angesetzte und verhältnismäßig kleine Heckfenster. Die C-Säule trägt ihr nötiges dazu bei. Nach vorne hinaus kann man den Anfang des Wagens erahnen und beim „Halsstrecken“ sehen. Das Lenkrad liegt sehr gut in der Hand und die Schaltung ist recht exakt. Alle Materialien fühlen sich gut an und wenn man bedenkt, wie Seats noch vor ein paar Jahren aussahen und verarbeitet waren, muss man den Spaniern ein Kompliment machen. Nichts klappert nicht knarrt und von Vibrationen kann man auch nicht reden.

Die Qual der Wahl :

Nach der Probefahrt gab ich dem Händler sein Auto wieder, der etwas ängstlich ausschaute, weil der Wagen etwas roch. Ich habe halt ausprobiert was der Wagen kann und das musste er auch bei mir zeigen. Der 1,6-er stand nie zur Debatte und der 1,8-er ( 125 PS ) soll auch nicht viel mehr bringen. Dann sagte meine Freundin, wenn Sie schon den 1,8-er nimmt, dann interessiert sie die 6-Gang Schaltung. Das hieß dann bei Seat, dass da nur der Top Sport in Frage kommt und den gibt es mit einem 150 PS TDI, oder dem 180 PS Benziner. Da meine Freundin aber nie mehr als 20000 Kilometer fährt rentiert sich der Diesel nicht. Insbesondere da sie den Kraftstoff nicht bezahlen muss. Ok, dann den Top Sport.
Nun zur Ausstattung; gewünscht war von meiner Freundin, dass der Wagen Klima, Fensterheber und Sitzheizung hat. Von Seat bekamen wir dann Pakete aufs Auge gedrückt. Für die Fensterheber das Technikpaket ( siehe oben ), für die Sitzheizung das Winterpaket und dann nahmen wir noch die Klimaautomatik wegen der komfortableren Temperierung. Und schon hatte man Sachen im Auto, die ganz nett sind, die man aber eigentlich gar nicht wollte.
Der nächste Hammer war die Farbauswahl, wie gesagt es sollte blau sein. Die einzigste in die Nähe von blau kommende Farbe sah aus als ob dem Designer die Farbdämpfe beim Mischen zu sehr in den Kopf gestiegen sind. Dieses blassblaumetallicperlmutteffekt war so hässlich, dass man mit Wattebällchen nach der Karre werfen wollte.
Zur Auswahl standen lediglich Rot, Gelb, Silbergrau, „Komischblau“ und Schwarz. Das hieß dann nach langem Gejammer und einem riesigen „Ooooch“, dass sie ihn in schwarz nahm.

Abholen, Losfahren, zur „Pistensau“ werden :

Es war soweit. Nach fast 3 Monaten Wartezeit konnten wir endlich den Leon abholen. Der Wagen sah so scharf aus, dass der Händler ihn in seinem viel zu engen Ausstellungsraum gestellt hat. Nach eine ausführlichen Einweisung fuhren wir das Leon-Auto nach Hause. Auf dem Weg dorthin hängte mich meine Freundin mehrmals ab und fuhr konstant viel zu schnell. Nun ist es nicht so, dass ich ein langsames Auto fahre ( A4, 2,6 Ltr., 160 PS ), aber mit dem konnte ich dieser „Rennsemmel“ nicht folgen.
Zu Hause angekommen grinste jemand übers ganze Gesicht und man merkte ihr an, dass die 180 PS richtig Spaß machten.
Nun durfte ich dann auch mal mit dem Wagen fahren. Der Leon lag schon gut auf der Strasse, der Top Sport ( TS ) wie das sprichwörtliche Brett – aber auch so hart. Mann soll ja nicht einem neuen Wagen gleich auf den Kopf treten, aber es rutscht einem halt mal so raus, wenn man in dieser Kiste sitzt.
Die Anfahrtsschwäche hat er wie viele Turbos, allerdings ist der Übergang recht gut abgestimmt. Ist man über die Anfahrtsschwäche hinaus und der Turbo hat seinen Ladedruck aufgebaut, dann haut es einem den Kopf zurück und man erahnt nur was in diesem Wagen steckt.
Es verlockt ungemein alles auszureizen und auszuprobieren, allerdings hielten wir uns an die Einfahrhinweise des Händlers.
… wehe wenn sie losgelassen :

Als die 1500 Kilometer auf dem Tacho standen, nahm ich mir den TS vor. Besten Kraftstoff in den Tank, eine schöne Strecke rausgesucht, gute Musik mitgenommen und los ging es.
Spurrinnen beim Gasgeben habe ich noch nie gemerkt, beim Bremsen ja, aber nicht beim Gasgeben. Der TS hängt so giftig am Gas, als ob er die Straße in sich hineinfressen will. Die 225 er Reifen vermitteln besten Kontakt, rennen aber auch jeder Spurrinne hinterher.
Die Bremsen verzögern recht gut, könnten aber angesichts der Leistung noch etwas besser sein. Ab 1500 U/min setzt ein beeindruckender Schub ein, der erst wieder bei 3500 U/min nachlässt. Auf der Autobahn hat der Leon auch ein wenig Überhohlprestige, durch die aggressivere Frontoptik und die schwarze Farbe. Und viele BMW; Mercedes usw. mussten mich denn auch ziehen lassen auf der Autobahn.
Ich fuhr den TS nicht aus, da mir das angesichts der Straßenverhältnisse zu unsicher war, zweifle aber nicht daran, dass dieser 230 km/h läuft.
Kurvige Straßen mit kurzen Sprints sind die Paradedisziplin des Leons und wenn man mit ihm so unterwegs ist, kann man den Mann im Werbespot verstehen.

Fazit :

Der Leon TS ist ein toller Sportwagen mit alltagstauglichem Format und unauffälliger Optik. Nur der Kenner kann ihn von einem normalen Leon unterscheiden und somit breitet einem der Leon viel Spaß. Die Beschleunigung ist nach anfänglicher Anfahrtsschwäche beeindruckend und wirkt nur ab 4000 U/min nicht mehr so beeindruckend. Der Verbrauch liegt leider bei durchschnittlich 10,5 Ltr. ( SP ) und kann leicht mehr betragen.
Nachteil ist das brettharte, unharmonisch abgestimmte Fahrwerk, dass einfach nur hart ist.
Aber sonst braucht der Spanier den deutschen Vorzeige Golf nicht zu scheuen – eher umgekehrt. Mit knapp 25 000 € ist auch der Leon kein Sonderangebot, aber ein Golf mit gleicher Ausstattung kostet noch einmal viel mehr.
Der Seat Leon Top Sport – was bitteschön ist ein GTI ?


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
offerendum

offerendum

30.05.2007 16:18

Kenne nur den Coupra R (keine Ahnung, ob man den so schreibt), der allerdings nicht ganz unkomplizieret zu fahren ist.

Wegelagerer

Wegelagerer

03.01.2004 14:44

Guter Bericht, aber ich hätte mir mehr Infos z. B. über Innenraum, Bedienung, Schaltung, Materialanmutung etc. gewünscht. Hilfreich aber auf alle Fälle.

golferboypower

golferboypower

24.12.2003 11:56

Ein SH von mir! War schön zu lesen. Finde denn Leon TopSport wirklich sehr schön, fahre selbst den Golf4 GTI mit 1.8T. Der Leon ist bestimmt eines meiner nächsten Autos nur nicht in der Serienmotorisierung, mach mal nen Chip rein das wird dich erst begeistern!

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  1. offerendum
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  3. Nitron
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  1. Wegelagerer

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