Im Trio auf zum Manabaum!
14.05.2003
Pro:
. . . unglaublich fesselnde Story, innovative Steuerung, für die damalige Zeit grandiose Optik, passender Sound, alleine und zu zweit spielbar, unglaublich motivierend . . .
Kontra:
. . . im Prinzip gar nichts . . .
Empfehlenswert:
Ja
 The-Wishmaster
Über sich:
Wow, ein Klunker für meinen Jubiläumsbericht, ich freu mich wie Sau! +++ Gerade jetzt zeigt sich, wi...
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Hallo liebe Leserinnen und Leser! 1993 war die Blütezeit des Super NES und es erschienen jede Menge hochkarätige Games für Nintendos kleinen 16 Bitter. Dafür sorgte unter anderem auch die japanische Spieleschmiede "Square", die spätestens seit der erfolgreichen Final Fantasy-Reihe jedem Gamer ein Begriff sein dürfte. Aber auch mit anderen Serien feierten die Nippon-Programmierer Erfolge und zu diesen gehört beispielsweise die Seiken Densetsu-Reihe. Der erste Teil erschien hierbei meines Wissens nach exklusiv in Japan für den Gameboy, die Teile 2 und 3 wurden dann für das SNES programmiert und zumindest der zweite Teil schafft sogar den Sprung in hiesige Gefilde. Dort gab man ihm den Namen "Secret of Mana" (im folgenden "SoM" genannt) und wollte testen, inwieweit Action-Adventures mit einem starken Rollenspiel-Touch im Westen ankommen würden. Das Experiment gelang, denn "SoM" wurde zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Titel und genau aus diesem Grund möchte ich Euch heute diese kleine Perle etwas genauer vorstellen.
~ Story ~
Bei einem Rollenspiel ist die Story natürlich ein wichtiger Aspekt, denn hiermit steht und fällt die Glaubwürdigkeit des Games und sie ist der Hauptfaktor, wenn es um die Atmosphäre und die Dichte geht. Bei SoM beginnt diese relativ konventionell, indem Euer noch unbenannter Protagonist (nennen wir ihn der Einfachheit halber doch mal "Drops") ein übermütiger Jüngling, spielt mit seinen Freunden am Fluss nahe seines Heimatdorfes. Eigentlich ist das eine verbotene Gegend und der Dorfälteste hat ihnen strengstens verboten, sich dort aufzuhalten,aber sie halten sich natürlich nicht daran und so kommt es, wie es kommen muss: Der Drops stürzt von einem Baumstamm ins Wasser und findet dort in einem Stein steckend ein Schwert - das zu ihm spricht! Er kann es erst nicht fassen, fasst sich dann aber ein Herz und zieht das Schwert aus dem Stein. Damit beginnt das ganze Übel, denn nach seiner Aktion tauchen immer wieder Monster rund um sein kleines Heimatdorf auf. Der Dorfälteste ist demzufolge entsprechend sauer und verbannt den Drops aus seinem Dorf mit dem Auftrag, alles wieder in Ordnung zu bringen. Und damit beginnt einer mehr als abenteuerliche Reise...
~ Spielprinzip ~ Zu Beginn steuert Ihr nur Euren Helden in der Draufsicht von schräg oben, im weiteren Verlauf trifft man aber noch auf eine anfangs recht zickige Prinzessin und ein kleines Zwergenmädchen, deren Rolle Ihr bald auch selbst übernehmen dürft. Das geschieht natürlich mit dem Steuerkreuz, mit A könnt Ihr kurzzeitig rennen, mit B wird Letztere gezückt und zum Einsatz gebracht. Nach einem Schlag füllt sich übrigens unter Eurer Energieleiste eine zweite Anzeige rasch wieder auf, die anzeigt mit welcher Kraft Ihr zuschlagt. Will man also schnell attackieren, richtet man folglich dann weniger Schaden an, als wenn man die Anzeige wieder ihre 100%-Marke erreichen lässt, was dem Ganzen eine gewisse taktische Komponente gibt. X und Y führen in ein innovatives Ring-Menü, welches man sich bei Square erdacht hat. Hier lassen sich alle Waffen, Kleidungsstücke und Items übersichtlich und blitzschnell verwalten, ebenso werden diverse Optionen getätigt und natürlich die Zaubersprüche verwaltet.
Diese müssen jedoch erst nach und nach erlernt werden, wofür es insgesamt 9 verschiedene magische Geister gibt. Jeder stellt Euren Helden drei seinem Wesen entsprechende Zauber zur Verfügung (u.a. Feuer, Eis, Erde, Wind, Elektrizität, etc.), die über insgesamt 9 Stufen aufgepowert werden können. Selbiges gilt auch für die 8 Waffen, die Ihr im Laufe des Spiel finden könnt und die vom Schwert über einen Speer und eine Axt bis hin zu Bumerung, Peitsche und Pfeil und Bogen reichen. Einzige Bedingung: Ihr müsst eine die dafür benötigten Waffen-Orbs gefunden haben, sonst ist ein weiteres aufpowern nicht möglich. Diese sind natürlich nicht gerade leicht zu finden und gut in den zahlreichen Dungeons versteckt, aber die Suche nach ihnen lohnt sich. Denn fortan kann man die Waffe bei gedrückt gehaltenem B-Button aufladen und sobald sie ihr vom Waffen-Orb abhängiges Maximum erreicht hat, wird dann in der Regel mit einem feschen Combo heftig auf den Gegner eingedroschen. Ds bringt nicht nur Erfahrungspunkte für die Waffen, sondern lässt auch Eure Helden im Level nach und nach steigen und verbessert deren Eigenschaften. Aber noch ein paar Worte zum normalen Kampfgeschehen: Dies geschieht nämlich nicht rundenbasierend, sondern in Echtzeit, alle Freunde von Action-Adventures wie beispielsweise der Zelda-Reihe dürfen sich auf actiongeladene Schlachten freuen. Abgesehen davon seid Ihr natürlich aber einen Großteil der Zeit damit beschäftigt, die komplette Landkarte zu erkunden, wobei Ihr zu Beginn zu Fuß unterwegs seid, Euch aber im weiteren Verlauf auch mit Kanonen in andere Teile des Landes schießen lassen könnt und letztlich gar auf einem Drachen durch die Küfte reitet - optisch übrigens mit einem netten Mode 7-Effekt dargestellt. So erkundet Ihr verschiedenste Dörfer und Städte, schleicht Euch durch finstere Höhlen und Burgen und selbst vor einem magischen Hexenwäldchen macht Ihr nicht Halt. Dabei müssen teils sogar die Zauber Eurer drei Helden geschickt eingesetzt werden, um bestimmte Schalter zu betätigen oder Rästel zu lösen, oder man sollte sie kombinieren, da man sonst z.B. gegen finalen Obermotz, den Mana-Drachen, nicht den Hauch einer Chance hat. Ihr seht, im Team ist man also am stärksten.
Der Clou bei der Geschichte: Ihr könnt jederzeit frei wählen, wen aus der Gruppe Ihr spielen wollt und zieht die beiden anderen Charaktere als agierende Sidekicks hinter Euch her. Damit diese auch nach Euren Wünschen handeln, gibt es ein ausführliches Menü, indem man das Verhalten der beiden von zurückhaltend bis aggressiv selbst einstellen und somit ihren Eingriff in das Kampfgeschehen steuern kann. Auch inwieweit Eure Kollegen Zaubersprüche verwenden oder die Waffen aufladen sollen, kann hier geregelt werden. Somit wird Euer Ärger mit den CPU-gesteuerten Charaktere auf ein Minimum reduziert, einzig wenn Ihr flott durch ein Labyrinth unterwegs seid und sie bleiben an einer Ecke hängen, könntet Ihr sie zum Teufel wünschen. Dem kann Abhilfe geschaffen werden, indem Ihr einen einem Kumpel ein zweites Pad in die Hand drückt. Dieser kann sich nämlich jederzeit ins Spielgeschehen einklinken und die Steuerung eines weiteren Charakters übernehmen. Das Spiel wurde übrigens als eines der ersten Rollenspiele komplett eingedeutscht, sätmliche Menüs, Dialoge und sonstige Hinweise müssen nun für Unkundige also nicht mehr im sonst üblichen Englisch-Wörterbuch nachgeschlagen werden. Ich kenne zwar die Original-Fassung nicht - die ja dann ohnehin auf Japanisch wäre - finde die Übersetzung aber im Große und Ganzen recht gelungen. Den ein oder anderen Gag hätte man sich vielleicht sparen können - wenn Euch die Menschenfresser zu Beginn entführen und in den Kochtopf stecken, dann lassen sie Euch kurz alleine mit der Bemerkung "Die Lindenstraße fängt gleich an!" - aber darüber kann man eigentlich hinwegsehen. Ansonsten wurde viel Wert auf eine flüssige und gute Übersetzung gelegt, die sich der mal gelösten, mal spannenden Atmosphäre des Spiels perfekt anpasst.
~ Grafik & Sound ~
Grafisch zeigte man im Hause Square, wie Anno 1993 ein grandioses Rollenspiel auf einem 16-Bitter auszusehen hatte. Die einzelnen Charaktere sind liebevoll und detailliert animiert und wurden in passenden, bunten Farben gehalten. Dies gilt natürlich vor allem für die Hauptcharaktere und die mehr oder weniger wichtigen Schlüsselfiguren, mit denen Ihr es immer wieder zu tun habt, trifft aber auch bei den einzelnen Monster und sonstigen Gegnern zu. Letzteren gebührt besonders was ihre Vielfalt betrifft sowieso ein riesiges Lob, da es in dem gesamten Spiel eine Unmenge von Opponenten gibt, die Ihr bekämpfen dürft. Zu den ca. 50 normalen Monstern gesellen sich dann noch über 20 Obermotze, die dann so richtig auftrumpfen können. Da gibt es riesige Sprites zu bewundern, die teilweise schon mal den halben Bildschirm einnehmen können oder wild animiert in einem Affenzahn über selbigen flitzen, gemorpht werden darf auch und nicht selten auftauchende Nebelschleier und Blitze verfeinern die knuddlige Pixel-Optik. Freilich darf man keine technischen Höchstleistungen erwarten, denn 1993 waren Polygon-Protagonisten noch ein Hirngespinst der Zukunft, das höchsten in sündhaft teuern Arcade-Automaten wie Virtua Racing zum Einsatz kam, für 16 Bit-Verhältnisse stellten die sporadisch auftretenden Mode 7-Effekte (eine Bitmap-Grafik kann nach Belieben gezoomt und rotiert werden) ein kleines Highlights dar.
Beim Sound stechen vor allem die symphonsichen Dudel-Kompositionen hervor, die zwar allesamt am eher mittelprächtigen Soundchip des SNES leiden, kratzige Töne wie auf dem Mega Drive bekam man deswegen aber noch lange nicht geboten. Somit dürfen wir uns an stets zu der Situation passende Hintergrundmusik freuen, die nur sehr selten mal nervig wird, wenn man beispielsweise schon zu lange in einem Schloß oder Dungeon unterwegs ist. Die Soundeffekte präsentieren sich zwar nicht gerade von ihrer spektakulären Seite, fügen sich aber gut ins Gesamtbild ein und fallen alles andere als störend auf.
~ Fazit ~ Um hier endlich mal zu einem Ende zu kommen: "Secret of Mana" ist ein absoluter "Must Have"-Titel für alle SNES-Liebhaber, da führt einfach kein Weg dran vorbei. Die überzeugende Story, die mit etlichen Wendungen aufwarten kann, sowie die für damalige Verhältnisse superbe Technik wissen zu gefallen und das zugleich traditionelle und doch innovative Gameplay ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Egal ob Ihr nun alleine oder zu zweit auf Monsterhatz geht, das Game ist extrem motivierend und sorgt dank weitläufiger Levels und der Möglichkeit, im späteren Spielverlauf an nahezu alle bereits besuchten Orte zurückzukehren, für stundenlangen Spielspaß. Nicht umsonst zählt der Titel zu den besten SNES-Games überhaupt.
In diesem Sinne...
Stay Dark! The-Manamaster
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen vom Manabaum fallen... ;)
Stay Dark!
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07.09.2007 23:18
Alles da, was ich wissen will. Klasse. LG Nadine :-)
28.05.2006 20:41
Hi ich finde Secret of Mana ist nicht eines der besten SNES Spiele sondern das beste Spiel überhaupt, egal ob Xbox, PS2 etc, keiner kommt an diese Klasse ran, auch nicht Final Fantasy. Ein astreiner Bericht. LG Alex
12.05.2006 16:54
Habe das Spiel erst letztes Jahr wieder ausgegraben und noch einmal durchgespielt -ist trotz hoffnungslos veralteter Technik einfach immer noch ein Meisterwerk. Dem Bericht ist nicht viel hinzuzufügen, da er alle positiven und negativen Aspekte (etwa hängenbleibende Figuren) aufführt. Bei der Stelle, dass man Zauber für das aktivieren von Orbs "geschickt" einsetzen müsse musste ich allerdings etwas Schmunzeln. Ein Fehler ist mir jedoch aufgefallen: Das Spiel lässt sich auch mit drei Spielern spielen. Hierzu benöntigt man lediglich einen Adapter, so dass man ausreichend Steuerpads anschließen kann.