Segelgebiet Kroatien

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Segelgebiet Kroatien

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Hallo liebe Ciao-Leser, steht Euch der Sinn nach einer Woche relaxen und Seele baumeln lassen, dabei aber gleichzeitig nach leckerem Essen und entspannter Besichtigung kleiner Hafenstädtchen - das alles in Verbindung mit täglichem Baden in glasklarem Wasser? Seid Ihr „seefest“ und leidet ... Bericht lesen





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1-6 von 6 Erfahrungsberichten    
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Erfahrungsbericht von MelanieT über Segelgebiet Kroatien
09.05.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Absolut erholsamer, abwechslungsreicher Kurzurlaub; tolle Mischung aus Nichtstun, Baden, Kultur und Kulinarischem
Kontra: Nichts für Leute, die seekrank werden, Platzangst oder eine Abneigung gegen Fisch haben

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Ciao-Leser,

steht Euch der Sinn nach einer Woche relaxen und Seele baumeln lassen, dabei aber gleichzeitig nach leckerem Essen und entspannter Besichtigung kleiner Hafenstädtchen - das alles in Verbindung mit täglichem Baden in glasklarem Wasser? Seid Ihr „seefest“ und leidet nicht unter Platzangst? Mögt Ihr frischen Fisch?

Wenn Ihr all diese Fragen mit „Ja“ beantwortet, dann habe ich DEN Tipp für einen Kurzurlaub für Euch:

Eine Woche auf einem Motorsegler entlang der kroatischen Küste!

Diese Woche war in meinem Fall Teil einer zweiwöchigen Kroatien-Reise mit der „Young Line“ des Reiseveranstalters Studiosus. Ich möchte diesen Teil der Reise herausgreifen, da er das „Highlight“ darstellte und (über einen anderen Veranstalter: Riva-Tours mit Sitz in München; http://www.riva-tours.de) auch separat und zu sehr vernünftigen Preisen (je nach Reisetermin zwischen 274 und 434 € pro Person und Woche) buchbar ist.


Das Schiff

An der kroatischen Küste kreuzen viele für Riva-Tours fahrende Motorsegler. Unser Schiff, die „MS Mirabela“, ist ein Zweimast-Motorsegler mit dem Charme eines alten Segelschiffs, jedoch komplett renoviert. Es wurde in dieser Woche exklusiv für unsere Gruppe gechartert und bietet Platz für 24 Mitreisende plus 5-köpfiger Mannschaft. Bis auf drei befinden sich alle Kabinen (3 Einzel-, der Rest Doppelkabinen) unter Deck. Platzangst dürft Ihr hier nicht haben! Die Kojen sind übereinander angeordnet und derjenige, der unten liegt, kann sich nicht aufrecht hinsetzen, ohne mit dem Kopf anzustoßen. Ich hatte in meiner Einzelkabine ebenfalls eine zweite „Liegefläche“ unter der Koje - was ich als sehr angenehm empfand, um meinen Rucksack dort zu verstauen. In der Kabine gibt es außerdem ein winziges Waschbecken und einen kleinen Schrank. Es ist absolut kein Platz vorhanden, um Koffer aufzuklappen oder gar auszuräumen - also besser eine große Reisetasche mitnehmen. Aber da man sowieso nur zum Schlafen in der Kabine ist, ist die Enge eigentlich kein Problem. Wer mag, kann die Nacht auch an Deck verbringen - muss dann allerdings Schlafsack und Isomatte im Reisegepäck mit einplanen. Wenn man in der Kabine schläft, ist dieser zusätzliche „Ballast“ nicht nötig - die Betten sind bei Ankunft frisch bezogen. Allerdings sind Ohrenstöpsel dringend anzuraten - die Kroaten (und die Urlauber *g*) feiern gern und lange, sodass an Ruhe im Hafen eigentlich erst in den frühen Morgenstunden zu denken ist.

Auf der „Mirabela“ stehen 3 Duschen/WC’s und ein separates WC zur Verfügung. Das klingt nach nicht sehr viel, aber erfahrungsgemäß teilt sich die Gruppe sehr schnell in „Abend- und Morgenduscher“ auf, sodass nie ein längerer „Stau“ entstand. Natürlich fließt das Wasser mit etwas weniger Druck aus dem Duschkopf, als man es von zuhause gewohnt ist – wenn man nicht gerade als letzter aus der Kajüte krabbelte, war es aber immer ausreichend warm. Kompliment außerdem an die Mannschaft der „Mirabela“ - sie hatte stets ein Auge auf die Sauberkeit in den Duschen/WC’s. Hier gab’s während der ganzen Woche nichts zu beanstanden.

Treffpunkt und gleichzeitig Speisesaal ist der von uns mit Augenzwinkern „Blaue Salon“ genannte Aufenthaltsraum in der Mitte des Schiffs. Dort kann man sich auch jederzeit mit gekühlten Getränken versorgen, die geringfügig teurer sind als im Supermarkt an Land. Dafür muss man keine Getränkeflaschen schleppen und honoriert das Engagement der Mannschaft, die wirklich bemüht ist, „ihren“ Urlaubern den Aufenthalt zum Erlebnis zu machen.

Das „Dach“ des Schiffes dient gleichzeitig als Sonnendeck und ist mit Tisch und Stühlen ausgestattet. Wenn die Sonne scheint, ist es dort oben allerdings derartig heiß, dass es nur die ganz hartgesottenen aushalten - es sei denn, das Schiff befindet sich in voller Fahrt. Unser bevorzugter Platz, sowohl zum „Schauen“ als auch zum Ausruhen oder Lesen, war denn auch vorn im Bug. Seitlich an der Reling befinden sich vier Bänke, die - im wahrsten Wortsinn - stets „besetzt“ oder „belegt“ waren. Und der absolut begehrteste Platz („Ich bin der König der Weeeeeelt!!!“ *gg*) war die vorderste Bugspitze. Sich dort den Wind um die Nase wehen zu lassen ist unvergleichlich!

Gesegelt wurde aufgrund unzureichender Windverhältnisse während unserer Reise nur einmal. Und keine Angst – man muss keine Segelkenntnisse besitzen und auch nicht mit Hand anlegen. Alle „nautischen“ Tätigkeiten werden von der Mannschaft erledigt. Also Urlaub pur.

Und was das Schaukeln angeht - seekrank ist von uns keiner geworden, auch wenn an einem Tag der Wellengang für „Landratten“ durchaus gewöhnungsbedürftig war *g*. Angst muss man auch aus einem weiteren Grund keine haben: Viele der vor Kroatien kreuzenden Motorsegler waren in der Vergangenheit Minensuchboote und besitzen entsprechend Tiefgang, sodass ein Kentern so gut wie ausgeschlossen ist.


Der Tagesablauf

Unsere Tage auf See begannen grundsätzlich mit dem Starten des Schiffsmotors pünktlich um 7 Uhr morgens. Danach war „zwangsweise“ jeder wach, denn wenn man im Schiffsbauch schläft, ist es unmöglich, das Stampfen des Diesels zu ignorieren. Obwohl im „normalen Leben“ eigentlich Langschläfer, empfand ich die kurzen Nächte nicht als schlimm - wollte ich doch das gemütliche Schippern und die Landschaft genießen. Und das geht halt besser von Deck aus als in der Koje! ;)
Von 7 Uhr morgens bis etwa gegen 14 Uhr war also unsere „Kreuzfahrt-Zeit“, unterbrochen vom Mittagessen sowie einer ausgiebigen Badepause, wenn das Wetter es erlaubte. Dazu ankerte die „Mirabela“ in einer ruhigen, windgeschützten Bucht und wir konnten vom Schiff aus ins glasklare Wasser springen. Rückblickend war die Zeit auf See die erholsamste während meiner zweiwöchigen Kroatien-Reise. Im Bug des Schiffs sitzend die Küstenlandschaft an sich vorbeiziehen zu lassen, das Spiel von Wolken, Sonne und Meer zu beobachten, zu fotografieren, zu lesen oder einfach nur zu träumen ist eine der entspannendsten Urlaubsarten, die ich mir vorstellen kann.
Nachmittags wurde dann im jeweiligen Hafen, wo die „Mirabela“ auch über Nacht blieb, festgemacht und wir gingen auf Besichtigungstour.


Die Verpflegung

... war in unserem Fall eins der Highlights der Reise. Im Preis eingeschlossen sind Frühstück und Mittagessen, und letzteres war wirklich jeden Tag neu ein Erlebnis im positivsten Sinne - vor allem für diejenigen, die gerne Fisch essen. Koch Andrea zauberte in seiner kleinen Küche täglich ein hervorragendes Mittagessen quer durch die Fischwelt der Adria - abwechselnd in gegrillter, gebratener oder gedünsteter Form. Er zog jeden Morgen mit großen Tüten los zum örtlichen Grünmarkt und brachte immer wieder andere Köstlichkeiten mit zurück an Bord. Der Duft, der schon während der Zubereitung über der „Mirabela“ hing, ließ uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Immer war ein frischer Salat dabei sowie ein kleiner Nachtisch - mal unaufwendig in Form von Obst, mal eine kroatische Süßspeise, und einmal sogar Pfannkuchen!

Das Frühstück ist traditionell einfach - neben Kaffee und Tee gab es Weißbrot (davon allerdings raue Mengen), sowie Marmelade und Käse oder Wurst. Aber in Anbetracht des üppigen Mittagessens war uns das auch ganz recht so!


Die Route

Trogir - Makarska - Mljet - Dubrovnik - Orebic/Trstenik - Korcula - Hvar - Trogir

Vorausschicken möchte ich, daß ich zu jeder „Station“ unserer Route nur ein paar Sätze sagen werde - jede(r) Stadt/Ort ist so vielschichtig, daß man ohne Probleme einen separaten Bericht darüber verfassen könnte. Das haben andere hier bei Ciao zum Teil auch schon getan, und außerdem soll es in meinem Bericht ja in erster Linie um die Schiffsreise und diese Art des Urlaubmachens gehen.

Nach dem knapp 2-stündigen Flug nach Split sorgte in unserem Fall der Veranstalter für den Transfer zum Schiff. Tagsüber Anreisende wurden per Bus nach Trogir gebracht, für spätabends Ankommende ging’s in Makarska an Bord, wo das Schiff auch die Nacht über lag. Makarska ist (gerade in der Hochsaison) eine turbulente kleine Hafenstadt mit vielen Möglichkeiten, abends die Uferpromenade unsicher zu machen und den Abend unter freiem Himmel zu genießen.

Die Insel Mljet ist zu drei Vierteln Nationalpark und es läßt sich dort herrlich wandern. Außerdem hat man die Möglichkeit, mit gemieteten Mountainbikes die Insel zu erkunden (natürlich nur auf den ausgewiesenen Wegen!). Mit kleinen Booten kann man übersetzen zum ehemaligen Kloster auf einer kleinen Insel inmitten eines Sees, wo man seine wandermüden Füße bei einem kühlen Getränk im dortigen Lokal hochlegen kann.

Dubrovnik allein ist eine Reise nach Kroatien wert! Eine wunderschöne Stadt mit vielen historischen Bauten, die inzwischen - komplett wieder instand gesetzt - in altem Glanz erstrahlt. Die Stadtmauer ist wieder rundherum begehbar und der Blick, den man von dort oben hat, wirklich unvergleichlich!

Einen „Zwischenstopp“ in Orebic nutzten wir, um zum Franziskanerkloster auf einer kleinen Anhöhe zu wandern, von wo aus man einen herrlichen Blick aufs „gegenüber“ liegende Korcula hat, dessen Altstadt auf einer Landzunge, die wie ein Fisch aussieht, ins Meer hineinragt. Wenn das Wetter schön ist, kann man von diesem Aussichtspunkt aus auch die Nachbarinseln sehen.
Eine kurze Überfahrt brachte uns von Orebic aus nach Trstenik, einem winzigen Dorf, in dem das größte Bauwerk die Hafenmauer und Anlegestelle ist. Der Vorteil ist, dass man dort die wohl ruhigste Nacht der ganzen Reise verbringt und das Übernachten an Deck mit freiem Blick auf den Sternenhimmel wirklich genießen kann.

Und dann Korcula - die Stadt, von der Marco Polo angeblich seine großen Seereisen antrat. Sein Geburtshaus (die Kroaten behaupten, dass solch kühne Entdeckungsfahrten nur ein Landsmann von ihnen gemacht haben kann :) ) kann dort besichtigt werden. Die große Freitreppe, die in die Innenstadt hineinführt, und andere historische Gebäude erinnern an die Zeit unter venezianischer Herrschaft. Zeugnisse davon sind in der ganzen dalmatinischen Küstenregion allgegenwärtig.

Der nächste Tag führte uns nach Hvar, der Stadt auf der gleichnamigen Insel, die für den Lavendel-Anbau berühmt ist. Der sportliche Teil der Gruppe konnte hier die 1000 Stufen hinauf zur Festung erklimmen - und kam vom Ausblick schwärmend wieder zurück. Auch Hvar ist venezianisch geprägt - das Theater, das Kaufleute einst errichteten, ist heute Teil eines Luxushotels, und viele andere Gebäude aus dem charakteristischen weißen Stein zeugen vom früheren Reichtum der Stadt. Man ist nach Kräften bemüht, all dies zu erhalten, und vielleicht ist das ja die positive Seite des Tourismus, der nach dem Krieg in den 90er-Jahren nun endlich wieder dringend benötigte Mittel ins Land bringt.

Die letzte Etappe unserer Woche auf See brachte uns zurück nach Trogir, wo wir ausschifften, das Gepäck in den bereitstehenden Bus luden und noch mehr als genug Zeit hatten, um die Stadt zu entdecken. Aufgrund der „Größe“ Trogirs hat man nach längstens anderthalb Stunden alles gesehen und kann sich in einem der zahlreichen Cafés an der Hafenpromenade daran gewöhnen, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.


Fazit

Für den typischen Pauschal-Badeurlauber, der Wert auf Komfort legt, ist diese Urlaubsart sicher nichts. Wer jedoch gern auf See ist und ungezwungenen Urlaub mag, der wird Spaß an dieser Tour durch die kroatische Inselwelt haben, die übrigens auch auf 2 Wochen ausgedehnt werden kann. Die „Idealvorstellung“ kam schon während des Aufenthalts an Bord unter den Mitreisenden auf und wurde ausgiebig diskutiert: Am schönsten ist dieser Urlaub sicherlich, wenn man das Schiff zusammen mit Leuten chartert, die sich bereits kennen - also Freunde und/oder Verwandte, die Schulklasse oder die Fußballmannschaft mit ins Boot holen - im wahrsten Wortsinn! :)

Ein Sprachproblem gibt’s übrigens nicht - viele Kroaten, gerade die älteren, sprechen Deutsch; mit Englisch kommt man bei jungen Leuten gut zurecht. Die Preise liegen in den Küstenorten (bzw. in „touristischen“ Gebieten allgemein) in etwa auf deutschem Niveau. Sobald man ins Hinterland kommt, wird’s billiger.

Das Besondere dieser Reise ist die bunte Mischung: Bei diesem Mix aus Nichtstun, Baden, Kultur und Kulinarischem inmitten grandioser Natur kommt sicher keine Langeweile auf. Auf keinen Fall sollte man den Fotoapparat vergessen!

Wie gut, dass ich nicht Marco Polo war ... aus dieser wunderschönen Gegend wär ich niemals fortgesegelt ...   
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Sportart: Segeln

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