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Scientology - Sekte oder Religion?

2  05.06.2002

Pro:
Interessante Anschauungen

Kontra:
zu viel, um es hier aufzuzählen

Empfehlenswert: Nein 

lai_hingtse

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:25

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 77 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

1.Was ist Scientology?
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(Scientology: Setzt sich zusammen aus dem lateinischen „scio“ (wissen) und dem griechischen „logos“ (das Wort). Scientology bedeutet also „Wissen über das Wissen“)

1.1. Eigenanschauung:
Aus der Sicht von Scientology herrscht ein Ungleichgewicht zwischen den Kenntnissen in Wissenschaft und denen von sich selbst. Diesen „Misstand“ will Scientology revidieren.
Dabei berufen sie sich darauf, dass die Menschen früher, als sie noch nicht in einem derartigen Überfluss lebten, glücklicher und erfüllter waren. Heute lebten die Menschen in einem unterschwelligen Angstzustand, verursacht durch die Befürchtung den hart erarbeiteten Wohlstand wieder zu verlieren. Manche halten diesem Druck nicht stand und ziehen sich entweder in „stille Verzweiflung“ zurück, oder sie ziehen den Tod dieser fortwährenden Angst vor.
Scientology bietet diesen Personen die Möglichkeit, sich in ihrer Gemeinschaft dieser Last zu entledigen.


1.2 Grundprinzip:

Scientology glaubt, dass der Mensch grundsätzlich gut ist, und nur durch negative Erfahrungen zu schlechten Handlungen bewegt wird.
Also sollte man, wenn ein Mensch Probleme hat, nicht diese lösen, sondern seine Eigenschaften und Fähigkeiten so fördern, dass er alleine dazu in der Lage ist, sie zu lösen. Dadurch steht die Person dem Leben auch offener gegenüber und kann es verbessern, wozu auch die wachsende, zunehmende spirituelle Kenntnis beiträgt. Das Ziel von Scientology ist es, das spirituelle Bewusstsein von möglichst vielen Personen zu erwecken bzw. zu steigern, damit so wenig Leute wie möglich unter der wachsenden Technophobie untergehen.
Die Glaubensgrundsätze sind sehr allgemein formuliert und lassen den Sektenmitgliedern erstaunlich viel Freiheit, angenommen sie werden auch umgesetzt. Es ist zum Beispiel ausdrücklich erlaubt, eigene Organisationen und sogar Kirchen zu „ersinnen“, zu unterstützen und zu wählen.
Des weiteren sind die Grundsätze sehr weltoffen, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass Scientology amerikanischen Ursprungs ist.
So ist zum Beispiel die Hautfarbe oder Nationalität unwichtig und jeder Mensch hat dieselben Rechte.
Scientology sieht den Menschen als unsterbliches Wesen („Thetan“), die körperliche Erscheinung ist nur eine Art Behälter.
Scientology selbst sieht sich als Religion an und hat auch einige Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen und Philosophien.

2. Scientology: Die Kirchen
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2.1. Das System:
Scientology-Kirchen sind anders als christliche Kirchen. Sie sind der Sammelpunkt einer jeden Scientology Gemeinde, und dementsprechend wichtig in dem Leben eines Scientologen. Anders als bei uns wird die Kirche nicht nur an einem Tag besucht, sondern zu den unterschiedlichsten Zeiten der Woche. Um ein ständiges Öffnen der Kirche zu ermöglichen, werden die Kirchen immer von zwei Teams, bestehend aus aktiven Mitgliedern, bemannt. Das eine, die "Tages-Organisation" kümmert sich Wochentags von morgens bis 18:00 um die Kirche, das andere, die "Foundation-Organisation" abends und an Wochenenden. Jede Woche am Freitag Abend ist Gemeindeversammlung. Die Scientology Gemeinde trifft sich um Neuigkeiten über ihre spirituellen Fortschritte mitzuteilen. Viele nutzen diese Möglichkeit auch, um über ihre Sozialprojekte zu berichten.

Die Kirchen und die damit verbundenen Organisationen unterliegen einer strikten Hierarchie, die in sieben Abteilungen, wovon jede Abteilung 3 Unterabteilungen besitzt, unterteilt ist:

2.2. Die Abteilungen:

1. Hubbard Kommunikationsbüro
-kümmert sich um die Etablierung der Kirche, hält die kirchlichen Aktivitäten aufrecht.

Unterabteilung 1
Leitet alle Gemeindemitglieder und Besucher an ihren richtigen Bestimmungsort weiter, damit sie Hilfe oder Dienste erhalten. Stellt neue hauptamtliche Mitglieder ein. Hilft den hauptamtlichen Mitgliedern, ihre Pflichten zu verstehen, damit sie die Gemeinde besser betreuen können.
Unterabteilung 2
Verteilt alle Post und internen Kommunikationen. Sorgt dafür, daß alle eingehenden Briefe umgehend beantwortet werden.
Unterabteilung 3
Hilft Mitgliedern, Scientology-Ethik anzuwenden, um Zustände in ihrem Leben zu verändern. Inspiziert und berichtet über Schwierigkeiten der Kirche, um eine schnelle Lösung sicherzustellen. Sammelt und zeichnet die Statistiken der Kirche, um das Wachstum zu erleichtern.

2. Disseminationsabteilung
(Verbreitungsabteilung)
-stellt Kontakt mit der Öffentlichkeit her, verbreitet die Lehre von Scientology, beantwortet Fragen zu Scientology.

Unterabteilung 4
Verschickt informative Briefsendungen über Auditing und Ausbildung. Veröffentlicht das Magazin der Kirche.
Unterabteilung 5:

Macht L. Ron Hubbards Bücher, Vorträge und andere religiöse Utensilien durch den Buchladen der Kirche erhältlich.

Unterabteilung 6
Schreibt Mitglieder für die passenden Auditing- und Ausbildungsschritte ein. Bleibt durch die Post mit Gemeindemitgliedern in Kontakt, informiert sie über Kirchenaktivitäten und hilft ihnen, auf der Brücke voranzukommen.

3. Finanzabteilung
-Bezahlt die Rechnungen und kümmert sich um die Instandhaltung der Scientology Einrichtungen.

Unterabteilung 7
Nimmt Spendenbeiträge und weitere Einnahmen entgegen.

Unterabteilung 8
Sorgt für den Materialbedarf der Kirche und ihrer hauptamtlichen Mitglieder, indem sie alle Artikel kauft, die für die weitere Funktion der Kirche notwendig sind. Bezahlt alle Rechnungen der Kirche.

Unterabteilung 9:
Kümmert sich um die Möbel der Kirche sowie Ausrüstung und dergleichen und stellt sicher, daß dieses Eigentum gut erhalten bleibt und richtig funktioniert. Führt Aufzeichnungen über die Konten der Kirche.

4. Geistlichenabteilung
-Diese Abteilung ist für die religiösen Aufgaben der Kirche zuständig, z.B. das Ausbilden von Geistlichen oder das Seelenheil jedes einzelnen Gemeindemitglieds.

Unterabteilung 10
Hilft Preclears und Studenten bei der Einplanung von Auditing und Ausbildung. Hilft dabei, Unterkünfte für auswärtige Mitglieder zu arrangieren. Versorgt die Auditoren und Kursleiter mit den benötigten Materialien für Auditing und Ausbildung.

Unterabteilung 11
Vermittelt Gemeindemitgliedern die Scientology-Lehre. Bildet Auditoren aus, die dann anderen helfen können, die Brücke hinaufzugehen.

Unterabteilung 12
Ist für das Auditing zuständig.

5. Qualifikationsabteilung
-Betreut, bestraft und bildet aktive Mitglieder aus. Hilft ausserdem Mitgliedern mit der korrekten Anwendung der Scientology Lehre.

Unterabteilung 13
Überprüft, daß Studenten und Preclears den vollen spirituellen Nutzen aus Auditing und Ausbildung erhalten haben.

Unterabteilung 14
Korrigiert eventuelle Fehler in der Ausübung der Lehre. Ist zuständig für das Auditing und die Ausbildung der Mitarbeiter.

Unterabteilung 15
Stellt Zertifikate für Mitglieder aus, die Auditing- und Ausbildungsschritte abschließen.

6. Öffentlichkeitsabteilung
Missioniert neue Mitglieder & betreut die aktiven Mitglieder

Unterabteilung 16
Macht Dianetik und Scientology auf breiterer Ebene bekannt und hält Einführungsvorträge, um Leute über die Religion zu informieren.

Unterabteilung 17
Bietet einführende Veranstaltungen an. Allgemeine Seelsorge, Seelsorge für Ehepaare. Zuständig für Zeremonien, einschließlich Hochzeiten, Namensgebungen und Sonntagsandachten.

Unterabteilung 18
Ernennt ehrenamtliche Geistliche und hilft ihnen, ihre Aufgaben in der Gemeinde auszuführen. Hilft dabei, neue Dianetik- und Scientology-Gruppen in der Umgebung zu eröffnen. Unterstützt die örtliche Gemeinde mit Goodwill-Programmen der Kirche.

7. Kirchenleitung
-Sozusagen die Kontrolleinrichtung. Passt auf, dass die Kirche weiter existenzfähig bleiben kann.

Unterabteilung 21 Stellt die Expansion und die Zukunft der Kirche durch die standardgemäße Anwendung von L. Ron Hubbards Lehre und Richtlinien sicher. Hält die Grundstücke und Gebäude der Kirche sauber und sorgt dafür, daß sie sicher sind.
Unterabteilung 20
Kümmert sich um alle körperschaftlichen, Behörden- und Rechtsangelegenheiten der Kirche.
Unterabteilung 19
Koordiniert alle Aktivitäten der hauptamtlichen Mitglieder, stellt sicher, daß die Organisation reibungslos läuft, und verbessert ständig die Betreuung der Kirchengemeinde.


Nebst den vielen Abteilungen und Unterabteilungen gibt es noch den LRH-Kommunikator. Er wirft ein Auge darauf, dass die Lehren von Ron Hubbard ordnungsgemäß ausgeführt werden.

3. L. Ron Hubbard – Gründer von Scientology:
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3.1 Lebenslauf:
Hubbard (Mit vollen Namen: Lafayette Ronald Hubbard) wurde am 13.3.1911 als Sohn eines Marineoffiziers und einer Hausfrau in Tilden (Nebraska) geboren. Im September des gleichen Jahres zieht die Familie nach Durant (Oklahoma), lässt sich aber 1913 in Kalispell (Montana) nieder. Hier begegnet er zum ersten Mal den Schwarzfußindianern, deren Medizinmann „Old Tom“ ihm einen großen Teil der Überlieferungen des Stammes weitergibt.
Mit 6 Jahren wird er in einer Zeremonie zu einem Blutsbruder des Stammes.
1918 zieht er zusammen mit seinen Eltern zuerst nach San Diego und ein Jahr später weiter nach Oakland. Doch auch hier bleibt er nicht lange, er zieht 1922 nach Pugetsund (Washington), wo er
1923 Mitglied der amerikanischen Pfadfinder wird. Auf einer reise nach Washington trifft er Joseph „Snake” Thompson, der in Wien unter Sigmund Freud studiert hatte. Dieser unterrichtet ihn, was er über die Psychologie weiß.
Hubbard engagiert sich währenddessen sehr stark bei den Pfadfindern und wird mehrmals ausgezeichnet.
1925 zieht er nach Seattle, wo er die Queen Anne High School besucht. Nachdem er 1927 die Schule abschließt, reist Hubbard nach Guam, um dort seinen Vater zu treffen. Im Sommer 1927 trifft er dort ein. Dort nimmt er sich den Eingeborenen an und erteilt ihnen Unterricht.
Ende 1927 kehrt Hubbard nach Helena zurück, wo er der National Guard von Montana beitritt.
Ende 1928 macht Hubbard eine Asienreise, die vierzehn Monate dauert.
1929 kehrt er zurück und beendet die High School und fängt 1930 an, in der George Washington Universität Ingenieurwesen sowie Atom- und Molekularphysik zu studieren. Hier macht er sich erste Gedanken darüber, wie man das Elend und die Probleme der Menschen beseitigen könnte.
Während dieser Zeit entdeckt er seine Begeisterung für das Fliegen und wird ein hervorragender Pilot.
1933 erforscht er während mineralogischen Vermessungen auf Puerto Rico die dortigen Glaubensformen, unter anderem auch Voodoo und Spiritismus.
Im selben Jahr beginnt er professionell zu schreiben. In den folgenden sechs Jahren veröffentlich er 318 Romane und Novellen.
Während er im 2. Weltkrieg auf Australien Geheimdienstaktivitäten koordiniert, muss Hubbard aufgrund einer Verletzung ins Krankenhaus. Dort führt er Tests und Experimente am endokrinen System durch. Er entdeckt, ganz im Gegensatz zu bisher vertretenen Ansichten, dass die Funktion die Struktur bestimmt.
Mit diesem Erkenntnis beginnt er, seine Theorien auf das Gebiet der
Psychologie anzuwenden und dadurch „den Zustand anderer Menschen zu verbessern“.
1947 eröffnet er ein Büro in Los Angeles, wo er die „Dianetik“ an Bekannten aus Hollywood ausprobiert. Seine Erkenntnisse schreibt er in dem Buch „Die dynamischen Kräfte des Lebens“ nieder.
In der nächsten zeit hält Hubbard über 100 Vorträge in ganz Amerika.
1951 bilden sich mit einer Idee die Grundlagen von Scientology: Hubbard geht davon aus, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist.
1952 gründet er in Phoenix (Arizona) den Hubbard Internationalen Scientologen-Verband (HASI – Hubbard Association of Scientologists International).
In den nächsten Jahren reist er viel umher, hält unzählige Vorträge
Und schreibt mehrere Bücher über Scientology.
1954 wird die erste Scientology-Kirche in Los Angeles von einigen Scientologen gegründet.
1959 kauft Hubbard „Saint Hill Manor“ in Sussex (England) und der Scientology-Hauptsitz zieht hierher um. Die nächsten Jahre verbringt Hubbard damit, auf seinen Reisen Vorträge zu halten, Bücher zu schreiben und die Struktur von Scientology zu verbessern.
Daneben erforscht er auch weiter die Dianetik und die spirituelle Natur des Menschen.
1966 tritt L. Ron Hubbard von allen Vorstands- und Führungspositionen der Scientology-Kirchen zurück.
Die darauf folgenden Jahre verbringt Hubbard damit, eine „See-Organisation“ zu gründen, mit der er mehrere Forschungsreisen unternimmt. 1975 kehrt er nach Amerika zurück.
Hier beschäftigt er sich intensiv mit Musik und studiert Chorlieder.
Außerdem schreibt er Drehbücher für 33 Scientology-Ausbildungsfilme und einen Spielfilm unter entwickelt des weiteren ein Drogen-Rehabilitations-Programm.
Nachdem er 1982 nach Kalifornien zieht, arbeitet er an weiteren Büchern und komponiert verschiedene Musikstücke, bis er am 24. Januar 1986 stirbt.

4. Die „Dianetik“:
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4.1 Was ist die Dianetik?
Die Dianetik (griech. dia „durch“ und nous „Seele“) ist eine der Grundlagen von Scientology. Die Dianetik ist eine wissenschaftliche Methode, die dabei helfen soll, durch das Erkennen der eigenen Ursächlichkeit Probleme wie belastende Gefühle und Empfindungen, Ängste und psychosomatische Krankheiten (Krankheiten, die durch mentale Belastung ausgelöst oder verschlimmert werden) zu erleichtern.
Dabei wird angenommen, dass das Ziel des Lebens das „unendliche Überleben“ ist (Scientology geht davon aus das die Seele unsterblich ist), je mehr man sein „Überlebensniveau“ anhebt, desto mehr Freude, Überfluss und Zufriedenheit wird man erleben. Wenn man aber „überlebensschädlich“ handelt, so wird man mit Schmerz, Enttäuschung und Versagen konfrontiert.
Es wird angenommen, dass der Verstand unentwegt sog. „geistige Eindrucksbilder“ aufzeichnet. Diese enthalten Informationen für alle Sinne, man kann sich also z.B. an das letzte Essen zurückerinnern, es sehen, riechen und schmecken.
Diese Bilder werden vom Verstand genutzt, um Entscheidungen zu treffen, welche das Überleben fördern. Folglich müssten eigentlich alle dem Verstand beigebrachten Handlungen zum besseren Überleben beitragen.
Die Ursache dafür liegt an der Teilung des Verstandes: Es gibt den analytischen und den reaktiven Verstand. Der analytische Teil wird bewusst benutzt und überlegt, erinnert sich und nimmt Informationen auf. Er entnimmt dem Gedächtnis die Erfahrungsinformationen die er für die Lösung eines Problems benötigt.
Der reaktive Verstand tritt dann in Kraft, wenn die Person seelischen oder körperlichen Schmerz spürt. Dabei wird gleichzeitig der analytische
Teil ganz oder teilweise abgeschaltet, was bedeutet dass die Person ganz oder teilweise bewusstlos ist. Nun zeichnet der reaktive Verstand alle geistigen Eindrucksbilder, samt Schmerzen auf. Diese Bilder werden ebenso gespeichert, allerdings hat der Mensch in bewussten Zustand keine Zugriffsmöglichkeit darauf. Diese Sinnesbilder werden Engramme genannt. Scientology erklärt das Problem der Engramme mit einem Beispiel:

Eine Frau wird mit einer Ohrfeige zu Boden geschlagen. Sie verliert ihr „Bewusstsein”. Jemand tritt sie in die Seite und sagt ihr, dass sie eine Heuchlerin ist, nichts taugt und ständig ihre Meinung ändert. Ein Stuhl wird dabei umgeworfen. In der Küche läuft ein Wasserhahn. Draußen auf der Straße fährt ein Auto vorbei.
Das Engramm enthält eine fortlaufende Aufzeichnung all dieser Wahrnehmungen.

Das Problem mit dem reaktiven Verstand ist, dass er in Identitäten „denkt”; eine Sache gleicht einer anderen. Die Gleichung ist A=A=A=A=A. Der reaktive Verstand könnte zum Beispiel folgende Berechnung bezüglich dieses Engramms anstellen: Der Schmerz des Fußtritts ist gleich dem Schmerz des Schlags, ist gleich dem umfallenden Stuhl, ist gleich dem vorbeifahrenden Auto, ist gleich dem Wasserhahn, ist gleich der Tatsache, dass sie eine Heuchlerin ist, ist gleich der Tatsache, dass sie nichts taugt, ist gleich der Tatsache, dass sie ihre Meinung ständig ändert, ist gleich der Stimme des Mannes, der sie geschlagen hat, ist gleich dem Gefühl, ist gleich einer Heuchlerin, ist gleich einem laufenden Wasserhahn, ist gleich dem Schmerz des Fußtritts, ist gleich der körperlichen Wahrnehmung im Bereich des Fußtritts, ist gleich dem umfallenden Stuhl, ist gleich dem Ändern ihrer Meinung, ist gleich ...

(www.scientology.de)

Nun wird dieses Engramm reaktiviert werden, sobald genügend Faktoren daraus zusammentreffen. Diese „Restimulation“ kann Angstzustände und sogar seelische Krankheiten hervorrufen.
Da der reaktive Verstand nicht besonders intelligent ist, hat er kaum einen Nutzen und kann die Person auch nicht vor eventuellen Gefahren schützen.
Scientology hat ein dianetisches Verfahren entwickelt, mit dem der reaktive Verstand gezielt „ausgelöscht“ werden kann und er nicht mehr unbewusst die Tätigkeiten der Person beeinflusst.
Eine Person, die keinen reaktiven Verstand mehr hat, nennt man einen „Clear“, er wird in keinster Weise unbewusst beeinflusst.

4.2 Wissenschaft:

Hubbards Theorien hören sich interessant und vielleicht sogar einleuchtend und logisch an – aber sie haben keine Substanz. Abgesehen davon, dass sie kaum Gemeinsamkeiten mit moderner Neurophysiologie haben, kann Hubbard sie nur durch Anekdoten und erfundene Beispiele beweisen. Zusätzlich dazu kann man die wirklich wichtigen Theorien nicht testen.
Auch seine „Heilungsmethode“ ist zwielichtig: Die Engramme werden nicht gelöscht, sonder in die Standart-Datenbank übertragen – wie dies allerdings geschieht kann Hubbard nicht erklären.

5. Die andere Seite von Scientology:
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5.1 Die Schattenseiten:
Scientology ist in den Grundsätzen zwar sehr christlich und sozial, allerdings gibt es einige erschreckende Beispiele von Härte und Brutalität gegenüber den Mitgliedern. Dadurch werden die Scientologen unter enormen Druck gesetzt, was sie davon abhält, gegen die Regeln zu verstoßen.
Beispielsweise mussten zwei Mitglieder, die heiraten wollten, zunächst fünf Jahre lang getrennt tätig sein. Nach dieser Zeit gab es keinen Ersatz für die Ämter, die der Mann bekleidet hatte. Allerdings wollte er nicht von seinen Heiratsplänen abstand nehmen. Zunächst wurde ihm nur gedroht, als er darauf nicht reagierte wurden die Drohungen verstärkt (bis hin zum Ausschluss, was für den gläubigen Scientologen die härteste Strafe gewesen wäre).
Nachdem auch dies nichts nutzte, wurde er in einer 4m² großen Zelle unter Isolationsfolter gesetzt. Dabei wurde er wie Luft behandelt, kein Mensch sprach mit ihm. Diese Folter währte so lange, bis er bedingungslos verschiedene Erklärungen unterschrieb, darunter auch eine Verzichtserklärung wegen möglicher Schadensersatzklagen.
Schauergeschichten dieser Art gibt es zuhauf:
So mussten manche Mitglieder unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten: es gibt Berichte über 36-Stunden-Arbeitstage oder übertrieben harte Strafen für die Besatzung des Scientology-Schiffs „Apollo“. Zusätzlich dazu musste sich die Mannschaft mit wenig und minderwertigem Essen („Suppe oder Schweinefraß“). Die aus diesen unmenschlichen Bedingungen resultierenden Krankheiten und Infektionen wurden gar nicht oder kaum behandelt.
Durch diesen Druck verlieren die Mitglieder ihr Selbstvertrauen. So gibt es zum Beispiel Berichte von einer Frau, deren Hosenbeine abgeschnitten wurden, wobei sie sich eine Schnittwunde im Bein zuzog. Sie war überzeugt davon, dass dies ihre Schuld gewesen sei, weil „sie mit ihrem Bein dem Messer im Weg war“.
Das wohl bekannteste Beispiel ist aber ein weibliches Mitglied, welches an Austrocknung starb, nachdem sie, verletzt in einem Zimmer liegend, 5-10 Tage lang nichts zu trinken bekam.

Diese Beispiele verdeutlichen, wie die Scientology ihre Anhänger teilweise manipuliert und schikaniert. Hinter der schönen Fassade steckt also doch das eine oder andere schwarze Schaf.
Dass diese zum Teil kriminellen Tätigkeiten kaum an die Öffentlichkeit gelangen und auch selten wirklich bestraft werden, liegt wohl daran, dass Scientology so große Macht über die Anhänger hat und sie zum Schweigen bringt. Die Berichte, die im Internet kursieren, stammen fast ausschließlich von ehemaligen Mitgliedern, die es geschafft haben sich von Scientology und dem Druck zu lösen.

6. Aktivitäten in der Gesellschaft:
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Die Mitglieder der Church of Scientology (sind)/fühlen sich verpflichtet in ihrer jeweiligen Umgebung die gesellschaftlichen Zustände zu Verbessern. Die dabei angewendeten Methoden bleiben den Richtlinien der Religion treu, und sind den Schriften Hubbards entnommen worden, Hauptthemen: der Schutz unserer Umwelt und Mitgefühl für unsere Mitmenschen.

Ein Beispiel für diese Verpflichtung ist globale Anti-Drogen Kampagne der Church of Scientology. Weltweit beteiligen sich die Mitglieder der Kirche um Programme ins Leben zu rufen die zum Schutz und Aufklärung der Gesellschaft dienen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die in den USA laufende Kampagne der "Marshals für Drogenfreiheit". In diesem Aufklärungsprogramm werden sogenannte Marshals aus der Jugend rekrutiert, die ihr Wissen über Drogen verbreiten sollen.

Neben den Anti-Drogen Kampagnen unterstützt Scientology auch den Kampf gegen Gewalt und Kriminalität. Ein Beispiel hierfür wäre, dass sie in San Francisco eine Art Nachbarschaftswache initiierten. Um die Kriminalität aufzuhalten ignorieren die Scientology-Anhänger auch mal das Gesetz, indem sie z.B. während der Aufstände in Los Angeles (1992) die auf die ganze Stadt verhängte Ausgangssperre ignorierten und eine Kette aus 300 Mitgliedern um einen Häuserblock bildeten, um ihn vor Brandstiftern zu beschützen. Der Block wurde zwar nicht angezündet, aber die Situation hätte sich sehr leicht in einen Straßenkampf entwickeln können wenn genügend Brandstifter vorbeigekommen wären. Selbst eine weltumspannende Organisation darf nicht über den von der Regierung aufgestellten Gesetzen stehen!


Fazit:
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So, schließlich und endlich mein Fazit:
Generell würde ich sagen - Finger weg! Die ganze Sache hört sich vielleicht interessant und teilweise auch einleuchtend an, aber wie bei fast alen sekte ist die Gefahr groß, dass man nicht mehr von Scientology weg kommt.

Nach diesem Riesenbericht hoffe ich, etwas geholfen zu haben.
Gruß, lai_hingtse
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Mungi60

Mungi60

29.05.2011 20:14

Leider hat diese Sekte sogar Umerzeihungslager, die wie Hochsicherheitsgefängnisse bewacht werden :-( Ansonsten muss ich auch Silbertanne beipflichten!

muetzje

muetzje

11.02.2008 16:14

Wow

silbertanne3

silbertanne3

02.07.2007 19:20

Dieser Bericht ist eher noch einer der harmloseren Anti-Berichte über Scientology. Meines Erachtens ist Scientology ein Wirtschaftsunternehmen, daß den Religions-Status annahm um die Steuern zu zahlen. Daß Manipulations und Berufs-Ellebogen-Seminargetue war mir irgendwie nicht sympathisch. Wenn die Dianetik eine empfehlenswerte Sache wäre, so würden die Menschen das freiwillig erkennen und nicht in solch einem abgeschotteten System der Kontrolle. Das ist suspekt. LG THomas

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