Erfahrungsbericht über

Selfsat H30D2

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Selfsat H30D2

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Seit 11/2011 wg. Satellitendichte nur noch arg knapp geeignet

2  10.02.2012 (28.09.2012)

Pro:
hübsches Design

Kontra:
Signalqualität (SNR), schlechte Richtwirkung, Schlechtwetter - Risiko, Rostblech, Brösel - Lack, teuer

Empfehlenswert: Nein  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Handhabung/Komfort:

Installation

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zeichenundwunder1

Über sich:

Mitglied seit:10.02.2012

Erfahrungsberichte:4

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich hatte mir diese koreanische Antenne (in der 2-Anschlüsse-Variante) gekauft, sorgfältig ausgetestet, dann aber nach knapp zweiwöchiger Testphase doch wieder zurückgegeben. Da alle drei Varianten (mit 1 oder 2 oder 4 Anschlüssen) hinsichtlich der von mir beobachteten und getesteten Empfangs- und Material-Eigenschaften völlig identisch sind (lediglich hinten andere Anzahl von Anschluss-Buchsen), sind meine Erkenntnisse für alle Varianten relevant und für deren Interessenten gleichsam wichtig.

Entwickler und Hersteller ist "Seung Joon Im" bzw. seine Firma "i do it co., ltd." aus Seoul, Korea.

~~~(Testergebnis)~~~
Ich habe getestet unter wolkenbedecktem, aber trockenem Wetter, und in allen Dimensionen sorgfältig "millimetergenau" ausgerichtet. Die Signalqualität (SNR = 7-11 dB) war recht deutlich unter einer Technisat 60-cm-Schüssel eines Bekannten (SNR = 12-16 dB, bei gleichem Receiver und Wetter). Bei der Selfsat wurden für einige Transponder vom Receiver schon Bit-Error-Raten (BER) gemeldet, auch wenn die durch die Fehlerkorrektur meistens noch halbwegs abgefangen werden konnten. Dennoch war mein Vertrauen in eine für mich hinreichende Schlechtwetterreserve damit zusammengesunken.

~~~(Ursachen)~~~
Obwohl die Antenne offenbar an sich schon eher reservenschwach ist, dürfte eine mit-Ursache für die schlechteren SNR-Werte (hier in Europa) sein, dass seit 11/2011 gleich neben dem Astra ein ebenfalls starker "Störsender" (Eutelsat W3C) auf Sendung gegangen war. Betroffen sind auch große, wichtige Transponder, am stärksten die HD-Programme von Sat1 / Pro7 / Kabel1 / Sixx auf Astra 11464H (kollidiert nun mit dem 11471H auf dem W3C, bei schlechteren Antennen, so wie hier). Einfach z.B. mal nach "Empfangsstörungen bei HD+ durch neuen W3C-Satellit" suchen.

Obwohl ich die privaten HD-Programme (noch) nicht nutze, sah ich bereits bei sämtlichen den von mir genau untersuchten Free-TV-Transpondern (aus High/Low-Band; horizontal/vertikal) die etwas ramponierten SNR-Signalqualitäten im Vergleich zu einer ganz gewöhnlichen 60er-Schüssel.

Die Selfsats (eigentlich alle Flachantennen dieses Bauprinzips) haben keine gute Richtungs-Trennschärfe, so dass die östlichen sowie westlichen Nachbarsatelliten "mühelos" die Signalqualität herunterdrücken, und zwar recht erheblich, wie die Messungen belegen.
Für technisch interessierte: Sie ist eine "Phased Array"-Antenne und leidet als solche recht heftig unter sehr starken "Gitterkeulen" (Nebenrichtungen, aus denen unerwünscht auch empfangen wird; diese haben in kreisförmigen Richtungsempfindlichkeitsdiagrammen eine Keulenform, daher der Name). Für weniger technisch interessierte in einfachem Deutsch: Sie sammelt viel von dem Strahlungsmüll mit ein, der ihr von rechts und links vom Astra von anderen Satelliten so um die Ohren fliegt ;) Die Richtcharakteristik ist dermaßen mies (zerklüftet), dass vom Hersteller nie ein Antennen-Emfpindlichkeitsdiagramm veröffentlicht wurde. Man kann das aber zuhause einfach nachvollziehen (ich konnte das), indem man versucht, "Millimeter für Millimeter" den Himmel abzuscannen. Die Gitterkeulen täuschen viele Geistersatelliten(-positionen) vor, die die scheinbare Satellitendichte nochmal vervielfachen (etwa verfünffachen). Vereinfacht ausgedrückt: die vielen hinter der Plastik-Folie verborgenen Winzig-Antennen schielen in 5 verschiedenen Richtungen im Himmel herum (habe ca 4,5-Grad-Schiel-Abstande gemessen, bzw. aufgrund der primitiven und minderwertigen Grad-Skala auf der Selfsat eigentlich eher nur abgeschätzt). der Schiel-Fächer beträgt also plus/minus 9 Grad
(-9°; -4,5°; 0°; +4,5°; +9°).

Der stark strahlende W3C wird von so einer der schielenden Nebenkeulen leider fast voll "erwischt", so dass besonders er als Störer einstrahlt und die Signalqualität stärker beeinträchtigt, als die anderen Nachbarsatelliten. Diese Stördominanz war auch an einer starken Asymmetrie in meiner Messreihe ablesbar. Während es Richtung Osten möglich ist, den Astra im Rahmen einer Richtungsempfindlichkeitsanalyse auf eine der (bei der Selfsat ja stark ausgeprägten) Gitterkeulen auszurichten (also auf eine der durch die Selfsat vorgetäuschten östlichen Astra-Phantompositionen), ging Richtung Westen (wo die W3C-Störung die Selfsat dominiert) soetwas nicht. Bei einem der getesteten Transponder wirkte sich der W3C sogar so negativ aus, dass der beste Empfang (höchster SNR) erst auf der zweiten Gitterkeule (also der zweiten Selfsat-vorgetäuschten Astra-Phantomposition in östlicher Richtung) möglich war!

Mit den Schüsseln hat man diesen Ärger nicht (da sie keinerlei Gitterkeulen haben, nicht im Himmel herum-schielen, und somit keinerlei Phantompositionen vortäuschen oder Störungen von solchen einsammeln), aber Schüsseln wiederum sollten lt. dem W3C-Artikel wohl besser eine gewisse Mindestgröße haben, damit ihre Richtwirkung trennscharf genug bleibt.

~~~(Störungen durch Schnurlos-Telefone)~~~
Der Transponder mit DMAX, Tele-5, DSF=Sport1 etc. hatte ganz eigene Störungen mit der Selfsat. Das ist der Transponder, der durch Schnurlostelefone und deren Basisstationen (eigene oder die der Nachbarn) gestört wird, wenn entweder die Verkabelung, oder die Steckerkonfektionierung, oder (so wie bei meiner Selfsat) die Antenne nur minderwertig gegen sowas abgeschirmt ist. Kaum erstaunlich, denn im Gehäuse-Inneren verlaufen wohl zusammengezählt einige Meter schlecht abgeschirmte Dünnkabel oder ganz nackte Leiterbahnen zu den kleinen Einzel-Elementen; für angemessen abschirmende 8-mm-dicke Kabel ist da natürlich kein Platz, denn dann wäre die Antenne wohl ein Würfel ;)

~~~(Optik?)~~~
Vorteil der Selfsat ist für einige vielleicht ihr fremdartiger (und andere neugierig machende) "Look", falls man gerne mit soetwas auffallen und Aufmerksamkeit erringen möchte. Weil die Selfsat mit 55 cm Breite eine eher große und klobige Balkon-Antenne ist, gelang mir das (unfreiwilligerweise) auch ganz gut. Warnung: es gibt Beispielbilder des Herstellers, in der die Antenne per Perspektivtricks und/oder per Bildbearbeitung dreist täuschend verkleinert wurde? Eine Balkonbrüstung ist lt. Vorschrift 1 Meter hoch. In einem wahrheitsgemäßen Bild muss die Breite der Antenne größer erscheinen, als die Hälfte der Balkonbrüstungs-Höhe.

Senkrechtmontage könnte manchmal optisch interessant sein (je nach Gegebenheiten), allerdings wird die horizontale Trennschärfe (somit der Astra-Empfang) noch mal schlechter, so dass diese Option flachfällt (selbst wenn man dafür die Umprogrammierung des Receivers auf sich genommen hätte).

~~~(Tarnung?)~~~
Andere möchte ihre Antenne eher tarnen, dazu ist die Selfsat aber ungeeignet; die weiche (also temperaturabhängig "arbeitende" und weichmacherhaltige) Plastikfolie vorne verhindert wohl abblätter-freie Haftung von Farbe oder Sprühlackierung, und die würde ohnehin einen Teil der Sendeleistung absorbieren bzw. reflektieren. Die Idee, statdessen mit Klebe-Bildern zu arbeiten, ist wohl eher eine unbeholfene Lachnummer des Herstellers? Leg mal im Sommer irgendein beliebiges Druckerzeugnis oder einen Foto-Abzug in die UV-Strahlung der Südsonne. Nach kurzer Zeit wird es bis zur Unansehnlichkeit ausgeblichen sein (einige Farben verfärbt/vergilbt, andere ausgegraut oder ganz verschwunden). Und willst du deine Selfsat deshalb alle paar Wochen neu "tapezieren" (und dabei womöglich noch die Ausrichtung verstellen)? Zudem absorbieren auch Folienlösungen einen Anteil der Sendestrahlung (laut Rezensionen), was aufgrund der ohnehin fehlenden Reserven bestimmt auch keine so gute Idee ist.

~~~(Alternativen?)~~~
Viele Miteigentümerverträge oder Mietverträge untersagen ja Satellitenantennen (egal ob Schüsseln oder Flachantennen). Manchmal werden (kleine) Antennen trotzdem beanstandungslos tolleriert, manchmal (eher bei höherwertigen Wohnanlagen) wird die Fassade aber auch von pingeligen oder auch neidischen Wohnungseigentum-Selbstbewohnern mit Argusaugen überwacht ;) Jegliche Antenne hätte ich daher eh innerhalb des Hauptbalkons montieren wollen bzw. müssen. Der Astra-Einfallswinkel ist mit ca. 50% Gefälle (zwei Schritte nach vorne, ein Schritt nach oben) aber steiler als man schätzt, somit konnte ich jede Antenne in der Ecke mit Balkonfußboden-Berührung montieren. Übrigens auch bei kleineren (Neben-)Balkons würde eine Antenne wohl nie über die Brüstung hinausragen müssen - das entscheidende Kriterium für "Unangreifbarkeit".

Wegen diesen optischen Rahmenbedingungen und der Flachantenne-Enttäuschung habe ich mir nun bei Amazon die Technisat Digidish 45 gekauft (die Auswahl unter 60 cm ist leider arg klein) und erfolgreich ausprobiert; die halte ich nun (seit der neuen Eutelsat-Nachbarschaft) für die Untergrenze einer echten Schlechtwetterreserve. Eine ganz kleine 33 cm-Schüssel war mir (trotz hervorragender Bewertungen) aufgrund des W3C-Artikels als Dauer-Hauptantenne langfristig doch zu riskant, und ich hatte ja den Platz für 12 cm mehr.
Schüssel-Marke ist wohl weniger wichtig, eher auf Materialgüte achten (Rostfreiheit, z.B. Alu), und LNB ggf. upgraden. Gut sind lt. Tests z.B. Inverto oder Smart-LNBs. Ich habe jetzt einen "Twin Universal LNB TT Titanium Edition" (für kaum über 10 Euro).

~~~(Rückgabeprobleme wg. unvermeidlichen Nutzungsschäden; Rostung)~~~
Achtung: Hier sind einige Hurra-Rezensionen unterwegs, die ich für sehr unglaubwürdig halte. Wenn du (so wie ich) erstmal darauf reinfallen möchtest und dir dir Antenne zur Ansicht bestellst, solltest du Vorkehrungen treffen, dass es bei der Rückgabe keine Probleme gibt: Kauf dir im Baumarkt vorher Unterlegscheiben verschiedener Größen, sowohl für die Schraubenkopf-Seite als auch für die Mutter-Seite. Lade dir z.B. die Bedienungsanleitung herunter, um die Anzahl und Größen solcher Unterlegscheiben zu ermitteln. Dann bastel dir aus Pappe weiche "Unterlegscheiben für die Unterlegscheiben". Grund: An der Stelle, an der eine Schraube festgezogen und anschließend entfernt wurde, ist der Lack anschließend völlig verschwunden. Ein Händler braucht soetwas nicht mehr zurücknehmen, oder kann Lackschäden als deutliche Wertminderung abziehen. Die Lackierungshaftung ist leider tatsächlich minderwertig (also keine Einbrennlackierung o.Ä.). Da ich in anderen Rezensionen/Foren zudem von Rostanfälligkeit des Gestänges (einmal sogar von völliger Durchrostung!!) gelesen hatte, ist das Problem ernst zu nehmen. Eine derartige Minderwertigkeit bei dem Preis ist mir völlig unverständlich. Meine neue Technisat jedenfalls kostete die Hälfte und dennoch ist dort alles (auch die tragenden Teile) aus Voll-Aluminium.

~~~(Bedienungsanleitung)~~~
Genauso schlampig bzw. mängelbehaftet wie die Materialauswahl und Fertigung ist die Bedienungsanleitung, dort ist die Zuordnung von Schrauben zu Löchern teilweise fehlerhaft/vertauscht (Kurzschrauben "S1"=M6x18 mit Langschrauben "S3"=M6x50). Dies ist auch nicht nur ein koreanischer Übersetzungsfehler, da die Abbildungen davon betroffen sind. Bitte behalte das im Hinterkopf, wenn du die Antenne doch ausprobieren willst, und dich dann zwischendrin wunderst.

~~~(Ziel-Markt)~~~
Vermutlich hat Seung Joon Im seine koreanische Antenne für die dortigen Verhältnisse entwickelt (niederschlagsarmes, somit Rost-verzögerndes Klima, und nur geringe "asiatische" Satellitendichte?). Für den Einsatz in Korea wären vieleicht mehr Sterne zu rechtfertigen, als bei uns.

~~~(Schnee-Ausfallrisiko)~~~
Stichwort un-koreanisches Wetter: Riskant ist noch das europäische Schnee-Risiko, da die Selfsat mit ca. 30° deutlich nach hinten geneigt ist. Auf vergleichbar geneigten Heckscheiben von Autos können sich über Nacht schon mal deutliche Schneehauben bilden. Bei der Selfsat brach bei mir der Emfpang bereits völlig zusammen, als ich nur mal ein feuchtes (ausgewrungenes) Tuch testweise darüber ausgebreitet hatte. Echten Schneefall konnte ich selbst nicht mehr austesten, ohne die Rückgabefrist zu gefährden. Allerdings fiel es nicht schwer, von der Wassermolekül-Menge eines feuchten Tuchs auf die Menge in einer Schneeschicht zu schließen. Somit möglicherweise eine Antenne, bei der ich ungünstigstenfalls mehrmals pro Stunde wg. schwarzem Bild "raus zum Schneeputzen" müsste? Da wollte ich dann doch lieber eine Antenne, die auch in Schneewintern während meiner Abwesenheit (über Nacht, auf Arbeit) unbeaufsichtigt Sendungen aufnehmen kann ;)

~~~(Kälte-Ausfallrisiko)~~~
Stichwort Kälte allgemein: Es fällt auf, dass zwei andere ehrliche Rezensenten (die die Selfsat sowohl im Sommer als auch im Winter genutzt haben) etwas gemeinsam beobachten: Bei Kälte/im Winter (auch ohne Schnee) bricht auch deren Selfsat-Leistung ein. Siehe z.B. bei 4-Anschlüsse-Variante die Amazon-Rezension "Reine Schönwetterantenne" von T. Schrank: "[im Winter] schon bei leichtem Regen Ausfälle von Sport1,Tele5,3Sat und das Vierte. Bei stärkeren Regen 100% Totalausfall-nur schwarzer Bildschirm". Oder die von Dirk: "Sobald es zu kalt geworden ist blieben einige Sender weg". Dieses Kälteverhalten is sehr ungewöhnlich, und so etwas ist mir z.B. bei Schüssel-LNBs jedenfalls nicht bekannt. Und für Verstärker-Elektronik ist Kälte eigentlich eher vorteilhaft (weniger Rauschen). Wäre dies ein Einzelfall gewesen, hätte man somit vielleicht noch eine lose Lötverbindung vermuten können (aufgrund der schon äußerlich sehr billigen Fertigungsqualität jedenfalls nicht unplausibel). So aber bleibt mir nur eine andere Erklärung: Die Selfsat wird in einem maritimen (luftfeucht-warmen) Teil Asiens produziert? Da ihr Kasten luftdicht versiegelt ist, wäre die zwangsläufige Folge, dass sich bei europäischer Winterkälte in ihrem Inneren Kondenswasser bildet. Und zwar offenbar genug, um Kriechströme zu verursachen, und/oder die elektromagnetische Resonanzfrequenz der internen Antennenelemente zu verändern (da diese ja für "Luft" statt "Wasser" oder "Rost" als Oberflächen-Dielektrikum ausgelegt wurden). Sobald eine Antenne erst mal anfängt, aufgrund von Kondenswasser (auch) von innen zu verrosten, ist Hopfen und Malz endgültig verloren.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fazit: 2 Sterne. Ein schlechtes Konzept, das in Theorie und Praxis eine Vielzahl von Leistungs- und Konzeptschwächen aus den verschiedensten Richtungen auf sich vereinigt, welche hier dann noch daherkommen als billiger Korea-Krempel aus Weichplastik, Brösel-Lack und Rost-Gestänge. Für diese Leistung sind 3O,- angemessen.

Wegen des starken gemessenen Leistungsgefälles zu 45er oder 60er-Schüsseln erwarte ich, dass sogar die ganz kleinen 33-cm-Schüsseln eine bessere Leistung als eine Selfsat erbringen werden. Und das, obwohl eine Kleinschlüssel mit 33 cm Breite deutlich kleiner, leichter, und somit optisch zurückgenommener erscheinen würde, als die mir arg wuchtig erscheinende und schwere Selfsat, die aufgrund
- ihrer ausladenden 55-cm-Breite,
- ihrem strahlenden "Signalweiß", und
- ihrer (auch kippstellungsbedingten) Unfähigkeit, sich gut in Ecken oder an Wände anzuschmiegen,
von mir und Nachbarn als auffälliger Blickfang wahrgenommen wurde. Zudem wäre die Kleinschüssel wie jede andere Schüssel einfacher zu montieren und auszurichten, ohne diesen Ärger mit den vielen vorgetäuschten (und transponderabhängig störenden) Phantomsatellitenpositionen der Selfsat, die ja mit ihren vielen internen Mini-Antennen in 5 verschiedenen Richtungen (in ca 4,5-Grad-Abständen) im Himmel herum-schielt, anstatt wie Schüsseln ihre Blickrichtung in nur eine Richtung zu bündeln. Und den vorprogrammierten Ärger mit Winterkälte-Ausfällen, Schneefall, oder Gestänge-Durchrostung gibt es auch nicht. Und eine Klein-Schüssel inklusive LNB-Kopf kostet nur rund ein Drittel, trotz "Marke" statt Korea-Krempel.

Dennoch empfehle ich mindestens eine 45-cm-Schüssel als Zukunfts-Reserve, wenn's der Platz irgendwie erlaubt (ist ja selbst dann noch 10 cm weniger als eine Selfsat, und der nachgemessene Signalqualitätsabstand zu dieser ist mit 4 dB bereits wirklich groß). Denn diese Zukunft hat mit dem W3C-Problem am Himmel schon längst begonnen. Ich habe vor allem deshalb der "small is beautiful"-Versuchung der 33er lieber widerstanden und empfehle Ihnen das auch.

~~~(Änderungen seit meinem Test)~~~
Im Februar 2012 (also nach meinem Kauf) ist lt. dem W3C-Artikel der W3C-Satellit um -1,3° nach Westen abgerückt worden, von 16° auf 14,7°, der Abstand zum Astra (19,2°) beträgt somit -4,5°. Das hat zwei Auswirkungen:
1. Mini-Schüsseln wie die 33er sind dadurch wieder aufgewertet worden (die 45er hatte eh nie Probleme mit dem W3C-Satelliten, deshalb hatte ich die ja gekauft bzw. auch behalten).
2. die Selfsat, mit ihren spezifischen schielenden Nebenkeulen, ist dadurch in ihrer Signalqualität noch weiter abgewertet worden, da der W3C nunmehr exakt auf ihrer ersten nach Westen schielenden Nebenkeule liegt. Ob deshalb die Bewertung der Selfsat von 2* auf 1* zu reduzieren wäre, kann ich ohne neuen Testdurchgang nicht ermitteln, und belasse es nur deshalb beim Alten.

Ob Du aufgrund dieser News wieder mit einer 33er-Mini-Schüssel (statt 45er oder größer) liebäugeln willst, hängt von deinem Experimentierwillen ab, und ob dir Kleinheit wirklich sehr, sehr wichtig ist (Top-Schlechtwetter-Reserven dagegen nicht so sehr). Und von der Hoffnung, dass der W3C jetzt wirklich bleibt, wo er ist, und nicht irgendwann wieder Richtung Osten auf seine ursprüngliche Position zurückverfrachtet wird.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Summertime_1981

Summertime_1981

10.02.2012 23:19

Danke für die Warnung.

jannik79

jannik79

10.02.2012 22:45

welcome ;) LG

sakibr

sakibr

10.02.2012 18:42

Sper Erstbericht! Willkommen bei Ciao. lg

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