Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
fält mir nichts ein |
| Kontra: |
langatmige Osterprozessionen, wenig Action, mittelmäßige Schauspieler |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Es ist die "Heilige Woche" zur Osterzeit in Sevilla. Überall in der Stadt ziehen Osterprozessionen umher - organisiert von Bruderschaften. Während dieser Woche treibt ein Mörder in einer roten Kutte sein Unwesen. Hinter den Morden steckt eine Tragödie von historischem Ausmaß, die von der Polizistin Maria Delgado aufgeklärt wird.
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+ Die Story +
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Die junge Polizistin Maria Delgado lässt sich nach dem Tod ihres Mannes nach Sevilla versetzen. Dort soll sie mit dem ruhigen Torillo und dem Macho Quemada gleich einen Fall lösen. In einem Haus, das einer früher angesehenen Familie wird ein schwules Paar ermordet. Die Toten wurden mit Speeren erstochen und seltsam in ihrem Schlafzimmer angeordnet. Delgado erkennt darin die Nachbildung eines bekannten Bildes, das in einer Kirche in Sevilla hängt. Beim Besuch in der Kirche bestätigt es sich, dass die Anordnung der beiden Toten genau wie in dem Bild ist. Durch die Verbindungen des schwulen Pärchen ergeben sich Hinweise auf die Familie von Dona Catalina - einer alten Frau, die die einzigste Bürgerkriegs-Überlebende ihrer Familie war. Über sie findet Delgado schließlich heraus, dass diese einen Sohn hat - doch Dona Catalina ist eigentlich der Meinung ihr Sohn sei tot........
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+ Die Schauspieler +
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Mira Sorvino
Sie spielt die Anfangs etwas unsicher wirkende Maria Delgado überaus überzeugend. Die Trauer nach dem Tod des Mannes kommt gut rüber. Später entwickelt sich ihre Rolle eher zu einer taffen, selbstbewussten Frau, die sogar vor einem Torero keinen Respekt hat, was zu kleinen Konflikten mit Quemada führt. Trotzdem hatte ich teilweise das Gefühl, dass das Genre Thriller nicht unbedingt zu Mira passt - überzeugte sie mich schließlich in "Auf den ersten Blick" eher in einem gefühlvollem Film mit Val Kilmer. Selbst in ihrer Rolle in "Mimic" - was ja auch ein Thriller ist - kam sie besser herüber als hier. Besonders erfolgreich sind Filme mit ihr bisher nie wirklich gewesen. Diese Rolle hier war in einer Zeit, in der es sowieso ruhig um sie war. Lange Zeit war sie mit Quentin Tarantino zusammen - doch scheinbar änderte sich das bei den Dreharbeiten zu diesem Film, denn plötzlich war sie mit Olivier Martinez zusammen. Aber ich schweife ab...
Olivier Martinez
In dieser Rolle liefert er leider nur eine mittelmäßige Leistung ab. Irgendwie beschränkt sich seine Fähigkeit auf den Versuch böse zu gucken. Für einen Macho - so sollte die Rolle jedenfalls sein - kommt viel zu wenig Selbstbewusstsein zum Vorschein. Er bleibt einem nach diesem Film nicht besonders im Gedächtnis. Im Vergleich zur Leistung in "Untreu" bleibt er hier ziemlich blass. Vielleicht haben ihn ja die Verabredungen mit Mira Sorvino zu sehr vom Rolle einstudieren abgehalten.
Féodor Atkine
Der mir nur aus "Exit", "Ronin" und "Vatel" bekannte Feodor Atkine spielt den älteren, ruhigeren Kollegen von Quemada - Torillo. Auch er weiß nicht so wirklich zu überzeugen, weil er insgesamt zu oberflächlich erscheint. Die Befragungen von bestimmten Personen sind sehr flach - gerettet wurden solche Szenen immer dann, wenn Mira Sorvino dabei war. Für den später eigentlich wichtigen Part, den die Rolle in der gesamten Geschichte hat, ist er zu unauffällig. Er ist praktisch so wie Harry bei Derrick - leistet aber die Arbeit von Derrick. Wahrscheinlich kann er nicht mehr und ist deshalb auch ziemlich unbekannt. Er kann ja auch nicht mit den optischen Qualitäten von Olivier Martinez mithalten.
Alida Valli
Die älteste Schauspielerin in diesem Film. Wenn man sich einmal die Liste der Filme ansieht, in denen Alida Valli mitgespielt hat, dann weiß man auch, warum sie zusammen mit Sorvino die überzeugendste Leistung ind den Film einbringt. Sowohl am Anfang die verwirrte alte Dame, dann die Oma, die über die Zeit im Bürgerkrieg berichtet, die Trotzige und am Ende die enttäuschte Mutter - alles gelingt ihr so überzeugend, dass man fast schon denkt "Mensch, so ne Oma will ich auch". Man kann da nur den Hut vor ziehen, dass sie in ihrem Alter locker einen Atkine oder Martinez an die Wand spielt. Ein paar Scheiben hätten sich die beiden Männer bei ihr abschneiden können.
Luis Tosar....Antonio
Fermín Reixach....Rodriguez
Jorge Bosch....Jaime Mateo
Peter Berling....Castenada
Nicht weiter beschriebene und nicht erwähnte Schauspieler sind entweder so unwichtig für den Film oder eben so schlecht, dass man sie besser nicht namentlich nennt, damit sie später wieder eine Chance bekommen.
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+ Der Regiesseur +
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Pepe Danquart
Auch wenn es nicht so klingt ist Pepe Danquart 1955 in Singen geboren. Aber da es für deutsche Regiesseure meistens eher TV-Filme zu produzieren gibt und bei denen nie besonders auf die Regie geachtet wird - bis auf ein paar Ausnahmen - ist er eigentlich eher unbekannt. Doch er ist einer der deutschen Oscar-Gewinner - zwar schon 1993 für "Schwarzfahrer" aber immerhin.
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+ Gesamteindruck +
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Danquart verzettelt sich zu sehr in der Abbildung der Osterprozessionen. Es scheint so, als wenn ein Kamera-Team während der heiligen Woche in Sevilla war und dort nichts Anderes zu tun hatte, als Osterprozessionen zu filmen. Verboten ist es ja nicht auch ein wenig Kultur einbringen zu wollen, aber der gesamte Film wird immer wieder von diesen "Umzügen" unterbrochen. Teilweise sind diese Einstellungen viel zu lang geraten und kommen zu oft vor. Manchmal wirkte das so, als wenn der Film durch diese Szenen auf eine normale Länge gezogen wurde. Da hätte man auf ein paar Szenen verzichten können. Ein, zwei Mal so eine Prozession zu zeigen ist okay - so oft wie es hier vorkommt, ist es zu viel.
Ungefähr in der Mitte des Films beschreibt die alte Dame Geschehnisse aus der Zeit des spanischen Bürgerkrieges. Diese Erzählungen werden nicht in einer Porträt-Einstellung der Schauspielerin von ihr erzählt, sondern in filmischen Rückblenden beschrieben. Das Filmmaterial wurde dazu grobkörniger gewählt und ein wenig gelblich eingefärbt. Es erinnert an die gelblichen Szenen aus "Traffic". In den Szenen wird beschrieben, wie es der Frau damals ergangen ist. Außerdem liefern diese Szenen auch für den späteren Filmverlauf wichtige Hinweise. Man sollte also speziell diese Szenen beachten und nicht in eine "Scheiß Rückblenden"-Stimmung verfallen. Sonst sitzt man am Ende blöd da und versteht das Ende nicht.
Von der Spannung her sollte man nicht allzu viel erwarten, denn Semana Santa ist vom Actionaufkommen mit einem Tatort zu vergleichen. Und Tatorte ziehen sich teilweise so ähnlich wie dieser Film. Es ist wenig Action in dem Film, was für einen Thriller manchmal verkehrt sein kann, wenn er durch Osterprozessions-Szenen zerstückelt wird. Das wird auch der Grund sein, warum dieser Film so unbekannt ist. Recherchen im Internet sind für diesen Film kaum möglich, weil keine große Filmfirma den Film auf ihrer Homepage führt.
Getragen wird der Film hauptsächlich von Mira Sorvino und Alida Valli, weil sie auch den Hauptanteil an der Geschichte haben. Alle anderen Schauspieler sind austauschbar - das könnte jeder spielen. Ich glaube, dass es noch nichtmal negativ aufgefallen wäre, wenn Oli P. mitgespielt hätte. Und das mag schon was heißen.
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+ Fazit +
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Action-Fans lasst bloß die Finger von diesem Film, denn er wird euch nur langweilen. Teilweise konnte ich von verschiedenen Quellen hören, dass es dieser Film ein Klon von "Scream" sein soll. Glaubt das niemandem, der das von diesem Film erzählt - das ist absoluter Schwachsinn. Wer "Semana Santa" mit "Scream" vergleicht und meint, dass sie sich ähneln - der meint auch dass ein Fiat Cinquecento mit einem Ferrari Modena mithalten kann. Für Menschen ohne Autokenntnisse: Semana Santa = Schnecke / Scream = Leopard.
Insgesamt gesehen ist der Film etwas für Menschen, die mit einem durchschnittlichem Tatort auch zufrieden wären. Der Film bietet keine besonderes Story, keine wirklich ausgezeichneten Schauspieler, langweile Bilder von Spaniern in Kutten, die Marienstatuen durch Sevilla tragen und auch sehr wenig Action. Selbst die Spannung kommt nicht wirklich auf.
Tja, was geb ich diesem Fim also für eine Note. 5 Sterne fallen komplett flach, 4 Sterne wäre auch noch zu viel. In der Schule würde ich dem Film eine 3- geben. Hier bei ciao werden es also gerade so 3 Sterne.