Viel Lärm um nichts
26.04.2001 (27.04.2001)
Pro:
Guter Soundtrack, cooler Hauptdarsteller
Kontra:
alles andere
Empfehlenswert:
Nein
 freetibet
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:31
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit allem, was ein Film braucht, um nicht unterhaltsam zu sein, ist "Shaft" reichlich ausgestattet. Am Ende vom Film stellten wir uns wieder und wieder die Frage, was das denn nun alles sollte ? Ein junger Schwarzer wird Opfer eines rassistischen Gewaltverbrechens. Der schwarze Detektiv John Shaft (Samuel L. Jackson) hat nach wenigen Minuten Film den weißen Übeltäter Walter Wade (Christian Bale, bekannt aus American Psycho)ausgemacht.Dieser wird von einem offensichtlich parteiischen Gericht gegen Kaution freigelassen und setzt sich für 2 Jahre in die Schweiz ab. Nach Wades plötzlicher (und vollkommen unmotivierter)Rückkehr ist Shaft zur Stelle und nimmt ihn erneut fest. Wade schafft es durch seine Verbindungen wiederum, einer Verurteilung zu entkommen. Shaft quittiert den Dienst und ermittelt auf eigene Faust weiter.
Wade (bis dahin Hauptbösewicht) zerstreitet sich nach seiner Rückkehr mit seiner Familie( warum eigentlich?)und beraubt sich dadurch seiner Verbindungen und seines größten Machtmittels, des Geldes. Er stiehlt (hat ein Millionärssohn keine anderen Geldquellen?) zu Hause Schmuck und beauftragt damit den windigen Drogendealer Peaples (Jeffrey Wright), die einzige Zeugin seiner Tat zu ermorden. Peaples wiederum beauftragt zwei korrupte Polizisten aus Shafts Revier, den Auftrag durchzuführen. Irgendwie schafft es Shaft den beiden korrupten Polizisten die Juwelen unterzujubeln und damit den Drogendealer gegen die Polizisten aufzuhetzen. Dieser Drogendealer ist inzwischen der Hauptbösewicht, da Wade infolge Geldmangels diese Rolle nicht mehr ausfüllen kann Trotzdem setzt Shaft mit aller Energie der einzigen Zeugin nach, um Wade, der eigentlich gar nicht mehr wichtig ist, dem verdienten Urteil zuzuführen. An dieser Stelle wollen wir den Inhalt nicht mehr weiter verfolgen, denn nun beginnt es etwas vertrackt zu werden. Wir überlassen es Eurer Neugier, das Handlungswollknäuel zu entwirren.
Handwerklich ist der Film gut gemacht. Der Stil der alten Shaft-Filme wurde erfolgreich (mit Hilfe der tollen, neu eingespielten Titelmusik von Issac Hayes) in die heutige Zeit neu inszeniert und Samuel L. Jackson ist wirklich obercool. Die erste Viertelstunde des Films ist furios und Jackson hat einen gelungenen Moment nach dem anderen. Aber der Film verliert danach deutlich an Fahrt und alle anderen Charaktere bleiben oberflächlich. Welches Ziel sie mit ihren Handlungen eigentlich verfolgen, bleibt unklar (s.o.). Jetzt zu den Action-Szenen. Verglichen mit den schnittreichen Action-Sequenzen von Hongkongfilmen (The Killer oder Face Off von John Woo) oder gelungener amerikanischer Beispiele (Die Hard oder Leathal Weapon) wirken die Szenen aus Shaft nicht einmal solide. Unübersichtliche Verfolgungsjagden und kurze Schußwechsel, das wars.
Auch das Bonusmaterial bleibt hinter den Erwartungen zurück. Zwei nett gemachte Musikvideos und das übliche „a-wonderful-movie“ Making-Off + „Interview“ (=Werbung für den Film). Immerhin waren die Making-Offs deutsch untertitelt, was wir bei anderen DVDs schmerzlich vermißten. Schaut Euch mal das `Making-Off zu Alien 1 an und ihr seht, wie spannend und informativ so ein Blick hinter die Kulissen sein kann! Fazit: Trotz guter Bild- und Tonqualität und variabler Untertiteln konnten uns die DVD aufgrund des miesen Films und den nicht minder mittelmäßigen Bonusmaterials nicht überzeugen. Ganz schön finster.
Titel: Shaft USA 2000 Regie: John Singleton Darsteller: Samuel L. Jackson, Vanessa L. Williams, Christian Bale, Dan Hedaya, Busta Rhymes, Toni Collette Laufzeit: 98 Minuten
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03.06.2005 20:04
Guter Bericht. Samuel Jackson kann aber meiner Meinung nach Richard Roundtree nicht das Wasser reichen.
12.06.2001 17:48
Ich finde Deinen Bericht eindeutig ZU subjektiv geprägt. Du scheinst mehr persönlich enttäuscht zu sein als zu analysieren, was den Film eigentlich ausmacht. Es ist weniger die Handlung als vielmehr das Wiederaufleben von John Shaft. Und das ist sehr gelungen!! Die Extras sind meines Erachtens auch in Ordnung. Wenn man kritisieren will, findet man auch was. SO hört sich Dein Bericht an. Nichts für Ungut. RAMIEL
13.05.2001 19:37
Mein Bruder meinte, der Film sei voll cool. Naja nun werde ich ihn mir wohl doch nicht ausleihen, danke!