Ein Sommernachtstraum - so wie er uns gefällt
22. Okt 2000
Pro:
siehe Text
Kontra:
- - -
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor:
Spannung:
Anspruch:
Action:
Romantik:
mehr
 lihang
Über sich:
Ich gehe sehr gerne ins Kino (waschechter Cineast sozusagen), daher werdet ihr viele Filmkritiken vo...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Das ist ein echter Shakespeare. Einigermaßen verwirrend: Viola verkleidet sich als Thomas, um die Julia zu spielen, wird aber von William, der schon mal als Romeo auftritt, erkannt. Sehr gefühlvoll: Zwei junge Leute verlieben sich und scheuen weder Lügen noch Mühe, zusammenzusein. Und lustig ist dieser Sommernachtstraum allemal. John Madden ("Ihr Majestät, Mrs. Brown") legt da einen Film vor, der gleichermaßen Tempo wie Temperament hat, Witz wie Warmherzigkeit. Das Beste aber ist das Drehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard. Der renommierte Theater- und Kino-Autor Stoppard soll Normans Entwurf kräftig überarbeite haben. Der Kniff dabei ist, daß Stoppard mit einer Vielzahl von modernen Klischees arbeitet, die uns aus einer Vielzahl von Filmen - und ein bißchen aus der Realität - vertraut sind.
Wie dieser Will Shakespeare. Der Dichter, der die Frauen mag, ist in einer Schaffenskrise. Da helfen weder die Amouren noch die Sitzungen beim Therapeuten - der Mann ist ausgebrannt und fühlt sich unverstanden. Er möchte als ernsthafter Dichter anerkannt werden, nicht nur als Lieferant von Komödien. Da lernt Will (Joseph Fiennes) Viola (Gwyneth Paltrow) kennen. Die zwei verlieben sich so dramatisch, daß Will zu "Romeo und Julia" inspiriert wird. Auch wenn's nicht wirklich fein ist, daß er das private Bettgeflüster ein paar Stunden später für sein neues Stück benutzt. Violas "Es war die Eule und nicht der Uhu" findet so als "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche" Eingang in die Weltliteratur.
Wenn es sich bei "Shakespeare in Love" gerade mal nicht um die Liebe dreht, geht's um Geld und/oder Macht - und um das Theater. Auch hier kennen wir die Typen, die Norman und Stoppard hingezaubert haben. Etwa den Geldverleiher mit Herz (Tom Wilkinson), den tölpelhaften Theaterbetreiber (Geoffrey Rush), den eitlen Schauspiel-Star (Ben Affleck). Selbst die Randfiguren haben einen modernen Touch - da ist etwa der Ruderer, der Shakespeare über die Themse bringt und ihm ein Manuskript hinhält. Der Ruderer ist, als sei's ein Taxifahrer unserer Tage, ein verkannter Dichter. Neben dem attraktiven Liebespaar gibt es übrigens noch Violas fiesen Verlobten (Colin Firth), und es gibt eine Person, die in dem ganzen Wirrwarr die Contenance bewahrt - das ist die umwerfende Judi Dench als König Elisabeth I. Judi Dench hat sich mit dieser Rolle eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin erspielt. Die geht, wie auch die zwölf weiteren Nominierungen für Maddens Film, absolut in Ordnung. "Shakespeare in Love" ist sicherlich kein bahnbrechender Beitrag für die Film-Historie, aber ein amüsanter, dynamischer, geistreicher Film. Und zwar in genau dieser Reihenfolge.
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10.01.2004 15:43
Schöner Bericht, ich mag den Film auch, gerade auch wegen Ralph... super geschrieben. LG
22.10.2000 09:59
Mir hat dieser Film auch gut gefallen, ich mag die Gwyneth Paltrow als Schauspielerin recht gern. Gut geschrieben, Gruss Bavariangirl