Shakespeare In Love (Film 1998)

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Shakespeare In Love (Film 1998)

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Ich freue mich auf Shakespeare!

5  04.12.2001

Pro:
Locker - leicht - romantische Shakespeare - Komödie

Kontra:
Da fällt mir nichts besonderes ein

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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HarryF

Über sich: Leider muß ich mich aus zeitlichen Gründen bis auf weiteres aus dem ciao-Leben verabschieden. Ich wü...

Mitglied seit:06.12.2000

Erfahrungsberichte:135

Vertrauende:11

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Als Verfechter des Popcornkinos tue ich mich immer etwas schwer mit Stoffen, die sich ernsthaft mit historischen Ereignissen befassen oder die sich an schweren literarischen Vorlagen orientieren. Mit dieser Einstellung habe ich mich auch lange geweigert, mir den Film „Shakespeare in Love“ anzuschauen. Hinzu kam, daß ich mich nur selten für Liebesgeschichten begeistern kann. Nicht, daß ich unromantisch wäre, im Gegenteil, aber meist sind Filme dieser Art fürchterlich überzeichnet und schmalzig und nehmen sich viel zu ernst.

Dann sah ich eines Tages einen Trailer von „Shakespeare in Love“, der mich überzeugt hat weil er einen Punkt hervorhob, den ich in Filmen sehr schätze – den Humor. Als Premiereworld diesen Film dann zeigte, schlug ich zu.

Zur Handlung
*****
Der junge Shakespeare (Joseph Fiennes) ist ausgebrannt. Ihm fehlen Ideen, Geld und der Kuß der Muse. Seinen Gönnern verspricht er täglich, in Kürze ein neues Schauspiel zu liefern, doch versucht er auf diesem Wege nur an Geld zu kommen. Sogar einen Psychiater sucht er auf. Dieser gibt ihm schließlich den Rat, sich in der Damenwelt nach der Muse umzuschauen, einer Dame die das Zeug hat, ihn zu inspirieren und zu neuen schriftstellerischen Höhen zu treiben. Doch seine erste Wahl entpuppt sich eher als Reinfall. Erst als er während der Aufführung eines seiner Stücke die junge Viola de Lesseps (Gwyneth Paltrow), eine Adlige, entdeckt, beginnt er langsam wieder zu schreiben.

Viola selbst ist verrückt nach Theater. Sie würde gerne selbst Schauspieler werden, doch ist es zu dieser Zeit verboten, daß Frauen auf der Bühne stehen. Diese werden stets von verkleideten Männern dargestellt. Also verkleidet sie sich als Mann und übernimmt als Master Thomas Kent prompt auch noch die Rolle des Romeo in dem neuen Stück von Shakespeare „Romeo und Ethel“ (wie es zunächst hieß).

Es kommt zu einigen Verwicklungen bis Shakespeare die Wahrheit entdeckt und die beiden sich ihrer Liebe hingeben können, die allerdings zum Scheitern verurteilt ist, weil Violas Vater sie mit dem arroganten Lord Wessex (Colin Firth) verheiraten will. William und Viola verraten niemandem, daß Thomas Kent eigentlich Viola de Lesseps heißt und spielen die Komödie weiter, bis sie verraten werden.

Der Regisseur
*****
Der Engländer John Madden, Jahrgang 1949, hat sich seine Sporen größtenteils im Fernsehen verdient, doch bewegte er sich auch da gelegentlich in historischer Kulisse. So hat er unter anderem eine „Sherlock Holmes“ TV-Serie inszeniert. Seinen ersten echten Kinoerfolg hatte er mit dem viel beachteten „Mrs. Brown“ mit Judi Dench als Queen Victoria (in „Shakespeare in Love“ spielt Judi Dench übrigens Queen Elizabeth I.).

Die Darsteller
*****
Ob das Ganze so geschehen ist, wie im Film gezeigt, wage ich eher zu bezweifeln, doch eines ist sicher. Der Film bringt dem literarisch und geschichtlich eher unbedarften Zeitgenossen einen Shakespeare näher, der fast liebenswert ist. Kaum sah man jemanden so verliebt schauen, was mich allerdings beim Anblick der hübschen Gwyneth Paltrow keineswegs verwundert. Begeisterung und Verzweiflung, Übereifer und Resignation, Zärtlichkeit und jugendlicher Übermut werden von Joseph Fiennes überzeugend und Gefühlvoll gespielt. Auch wenn ich mir William Shakespeare so eher nicht vorgestellt habe, hat Fiennes mein Shakespeare-Bild mit seiner Darstellung neu geformt.

Gwyneth Paltrow ist ebenfalls durchaus überzeugend, jedoch wurde ihre Rolle nicht so facettenreich angelegt, wie die von Fiennes, was ihre schauspielerische Leistungen eher etwas zurückstellt. Allerdings beherrscht sie alleine mit ihrer Anwesenheit oft schon das Bild. Gwyneth Paltrow strahlt Perfektion aus und läßt romantisch veranlagte Männerherzen höher schlagen. Doch hier liegt auch schon ein kleines Manko. In vielen Szenen wirkt sie einfach zu süß, fast schon wie eine Protagonistin aus einem Barbara-Cartland-Roman. Glücklicherweise werden diese Szenen sehr schnell wieder relativiert. Denn immer dann wenn sie als Thomas Kent auf der Bühne steht, verschwindet sie unerkannt in der Darstellermenge und wenn sie mit Shakespeare im Bett liegt bekommt sie etwas Anrüchiges, das aber stets hocherotisch bleibt.

An den Darstellern könnte ich mich noch länger festhalten, denn bis in die Nebenrollen weist der Film eine hervorragende Besetzungsliste auf. Kauzige, seltsame, lustige, arrogante oder einfach ganz normale Charaktere werden von einem gut gelaunten Ensemble exzellent gespielt. Da stört es auch nicht, daß gelegentlich das eine oder andere Klischee bedient wird, wie z.B. die Amme von Viola, die man so auch schon in anderen Filme gesehen hat.

Mein Eindruck
*****
Um es vorab kurz zu sagen: Der Film macht Spaß! Ähnlich wie Kenneth Branaghs „Viel Lärm um nichts“ behandelt der Film ein eigentlich schweres Thema (Shakespeare und sein Leben) mit großer Leichtigkeit und viel Humor. Shakespeare wird als leicht trotteliger und naiver Jüngling vorgestellt, der sich wie ein Schuljunge in eine Frau verliebt, die für ihn unerreichbar scheint. So eine Liebe wünscht man sich auch mal und glücklich sind die, die sie bereits erlebt haben. Die Handlung plätschert locker dahin und auch wenn der Verlauf an einigen Stellen vorhersehbar ist, so wird damit lediglich die Dramaturgie der Komödie benutzt um die eher unglücklich endende Liebesgeschichte in die richtigen Bahnen zu lenken.

John Madden legt sehr viel Wert auf Details. Sowohl in Kulisse als auch in Ausstattung beweist der Regisseur ein Auge für die kleinen Dinge. Seien es die verkommenen Häuserreihen mit den schlammigen Straßen oder auch nur die schwarze Tinte unter den Fingernägeln Shakespeares. Madden animiert zum Blick in die Tiefe.

So richtig komödiantisch wird es dann, wenn das Schauspieler-Ensemble für „Romeo und Ethel“ (nun erfährt man auch, warum Shakespeare das Schauspiel später „Romeo und Julia“ nannte) beisammen ist. Die Dialoge zwischen den Protagonisten zaubern ein ständiges Schmunzeln auf die Lippen der Zuschauer. Hier sieht man tiefsinnige Komödie und Humor vom Feinsten.

Fazit
*****
„Shakespeare in Love“ von John Madden ist eine locker-leichte Liebeskomödie, die sich selbst nicht ganz so bierernst nimmt und einen Shakespeare präsentiert, der in seiner Naivität etwas liebenswertes an sich hat. Die Darsteller sind durchweg hervorragend und tragen zum großen Teil zum Vergnügen des Films bei. Detailreichtum und eine Handlung ohne sonderliche Längen machen den Film zu einem Kinospaß insbesondere für romantisch veranlagte Menschen beiden Geschlechts.

© Copyright HarryF 4. Dezember 2001
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Pinkifant

Pinkifant

04.12.2001 19:51

soooooooo ein schöner Film *träum*

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