Von Samurais, Buddhisten und der Liebe
04.08.2001
Pro:
Einfach ein schönes Buch
Kontra:
Keine Personenübersichten und Begriffsübersetzungen
Empfehlenswert:
Ja
 Maedbjda
Über sich:
Wo sind all die alten Schreiberlinge geblieben? War ich so lange fort?
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 73 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
James Clavell, wer kennt nicht die Fernsehserie Shogun?; ist nach seinen eigenen Worten " ein halbirischer Engländer mit ein paar schottischen Glanzlichtern, in Australien geboren, Bürger der USA mit Wohnsitz in Kanada". Er startete seine Schriftstellerlaufbahn im Jahre 1954, als Drehbuchautor. 1962 erschien dann sein erster Roman - Rattenkönig -. Es folgte daraaufhin, der Rattenkönig war zwischenzeitlich ein bestseller geworden, - Tai Pan -, die Geschichte Hongkongs. Dieses Buch wurde verfilmt und ein Welterfolg. 1975 folgte dann das hier besprochene Buch - Shogun -. Clavell selbst bezeichnete es, als " der Roman Japans ".Die Story: Schauplatz der Handlung ist das Japan des frühen 17. Jahrhunderts. Japan öffnet sich behutsam, bzw. wird geöffnet, dem aufstrebenden Europa. Widerstrebend akzeptiert es die schmutzigen und kulturell unterentwickelten Europäer als Handelspartner und Ideenbringer. Viele technische Revolutionen wurden aus Europa nach Japan gebracht.Trotzdem ist es immer noch das Japan der Samurai und der tiefverwurzelten Traditionen. Der Buddhismus mit seinen Unterarten ist die Glaubensrichtung der Japaner und die Europäer, insbesondere die Portugiesen ( in Spanien hatten sie ja kein Bein auf die Erde gebracht ) waren mit ihrer Missionarstätigkeit sehr arrangiert. Hier taten sich besoners die Jesuiten hervor, welche neben ihrer kirchlichen Aufgabe noch eine viel wichtigere Aufgabe wahrzunehmen hatten. Die der politischen Intrige und Infiltration. Die zenttrale Gestalt des Romans ist der japanische Fürst und Feudalherr Toronaga. Er will Shogun ( militärischer Oberbefehlshaber und eigentlich der wahre Herrscher über das Reich und nicht der Kaiser ) werden. Hierzu muss er die verfeindeten Clans und Samurais vereinigen.In dieses Bestreben platzt der englisch-holländische Seemann John Blackthorne. Er hat als erster Engländer den Erdball umsegelt und will Handelbeziehungen zu den Japanern und Chinesen aufbauen. Die Portugiesen sind dabei seine "natürlichen" Feinde, da sie gegen seine Interessen agieren. Natürlich verliebt sich Blackthorne in eine japanische, hochgebildete Aristokratin, Mariko. Sie ist Christin und fungiert als Übersetzerin für Blackthorne. Beide geraten mit voller Wucht in die Intrigen und Machtkämpfe der japanischen Fürsten. Die Liebesgeschichte der beiden geht unter in einem Inferno von unsagbarer Grausamkeit und Meuchelei. Aber sie überlebt. Wie? Tut mir leid, da müsst Ihr schon selber lesen. Auch ob Toronaga tatsächlich Shogun wird und ob seine Freunde wirklich immer Freunde sind, erfahrt Ihr hier nicht. Ja, es ist gemein, aber so ist es halt mit einer Buchbesprechung. Erst anfüttern und dann zappeln lassen. Beschwert Euch nicht, dass habe ich hier gelernt und es ich auch Richtig so.Mein Urteil: Clavell hat in diesem Buch, auf eine sehr brillante Art und Weise, die Gedankenwelt, die Tradition und die Glaubensbekenntnisse der Japaner, literaisch dargestellt. Er bringt dem Leser das Verständnis der Japaner, und das wird jeder bestätigen, der sich mit der Lebensweise und Philosophie der Japaner auseinandersetzt, was den Sinn des Lebens und den Sinn für Tradition und Kultur angeht, auf eindrückliche Art bei. Das er das auch noch in einen spannenden und sehr am Detail festgemachten Roman rübergebracht hat, ehrt ihn besonders und macht den Reiz dieses Buches aus. Natürlich spielt auch seine Welterfahrenheit und die Liebe zu detaillierten Darstellungen mit in die Qualität dierses Romanes mit hinein. Er schreibt halt glaubwürdig und man könnte meinen, dass er dabei war.Im Vorteil sind natürlich Leser, die die Fernsehserie damals ( gut 20 Jahre her ) gesehen haben. Die vielen japanischen Namen und Begriffe, sie geben dem Roman eine gewisse Authenzität, mögen am Anfang verwirren. Dennoch liest man sich recht schnell ein und versinkt in eine Welt. Gönnt Euch dieses Buch. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es noch im Buchhandel erhältlich ist, aber auf Flohmärkten oder im Internet, werdet Ihr es bestimmt noch finden. Ich selbst habe das Buch als gebundene Ausgabe. 917 Seiten, Deutscher Bücherbund -08100/0-. Danke für Eure Aufmerksamkeit und viel Spass beim Lesen wünscht Martin
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Shogun - Clavell, James
Taschenbuch, 1152 S., Erschienen: 1986
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2006, New ed., 1123 Seiten, Maße: 13,4 x 19,9 cm, Taschenbuch, EnglischThis is ...
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27.01.2005 20:50
Würde das Buch gerne mal lesen, aber bisher haben mich der Umfang und das mir völlig fremde Thema immer abgeschreckt ...
12.01.2004 12:46
Ein sehr guter Bericht! Ich habe das Buch auch gelesen, allerdings haben mich die Dinge, die Du auch als negativ dargestellt hast - keine Begrifferklärungen usw. - selbst tierisch gestört, so dass ich das Buch eher langatmig fand und wieder weiterverhökert habe...
04.08.2001 20:35
Das steht auch in meinem Bücherschrank, habe es allerdings noch nicht gelesen, gesteht uteker