Vorsicht beim Short Selling Letter
02.01.2001 (24.12.2000)
Pro:
Einmal eine Strategie mit fallenden Kursen zu gewinnen
Kontra:
Kein Wort über die Risiken
Empfehlenswert:
Nein
 Olli201
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Vergangenen Donnerstag lag in meiner Zeitschrift "Die Telebörse" ein Werbeprospekt des Börsenbriefes "Short Selling Letter". Durchaus interessiert an solch einer Strategie, habe ich mir den Prospekt durchgelesen und mir stehen die Haare zu Berge. Kein einziges Wort wurde über die Risiken einer solchen Geldanlage verloren. Ganz im Gegenteil, es wurde so geschrieben, als gäbe es überhaupt keine Risiken. Dann Frage ich mich nur, warum das Short Selling in Deutschland für Privatanleger verboten ist.
Beim Short Selling verkaufe ich Aktien, die ich nicht besitze, um sie später zurückzukaufen, wenn der Kurs gefallen ist. Wenn der Kurs nicht fällt, kann ich unbegrenzt Verluste machen, da ja bekanntlich Aktien unbegrenzt steigen können. Daher ist das Short Selling in Deutschland auch verboten, denn beim Kauf einer Aktie ist mein Verlust auf 100% begrenzt, beim Short Selling (Lehrverkauf) kann mein Verlust unbegrenzt sein. Im Prospekt wird ebenfalls kein Wort über die Kosten und die Fristen verloren. Stattdessen ist ein Dankschreiben einer erfolgreichen Anlegerin beigefügt. Sie schreibt, daß sie aufgrund der Empfehlung des Short Selling Letters in 1996 Planet Hollywood Aktien leerverkauft hat und aufgrund des Konkurses in 1999 nicht einmal wieder eindecken mußte und somit den Verkaufspreis voll als Erlös einstreichen konnte. Gerade dieses Beispiel hat mir die Unseriösität des Börsenbriefes verdeutlicht. 3 Jahre soll diese Frau die Aktien leerverkauft haben. Es gibt bestimmt zeitliche Grenzen, die mir leider nicht bekannt sind, in denen die Position ausgeglichen sein muß. Diese wird sicher weniger als 3 Jahre betragen. Andernfalls könnte ich ja heute eine aktie leerverkaufen, würde den Verkaufspreis gutgeschrieben bekommen und brauchte die Position nie wieder ausgleichen. Das wäre ja ein tolles Geschäft.
In Deutschland verfolgt der Börsenbrief seine Strategie mittels Put-Optionsscheinen. Die Risiken von Optionsscheinen, wegen ihrer begrenzten Laufzeit sind hinlänglich bekannt. Daran erkennt man das Risiko der Strategie des Börsenbriefes. Steigen die Aktien macht man enorme Verluste. Die Idee des Börsenbriefes ist sicherlich nicht schlecht und im letzten halben Jahr, dürften anleger, die der Strategie gefolgt sind, auch dicke Renditen erwirtschaftet haben, aber langfristig ist der Kurs der Aktien immer nach oben gerichtet, so daß das Risiko sehr hoch ist, der Strategie des "Short Selling Letter" zu folgen, sehr hoch einzuschätzen ist.
Die Tatsache, daß Herr Peter Raith, der Herausgeber des Börsenbriefs es nötig hat diesen Börsenbrief zu verfassen, zeigt, daß er selbst nicht bereit ist seiner Strategie zu verfolgen, denn sonst wäre er mehrfacher Millionär und brauchte seine Idee nicht mit anderen zu teilen. Denn wie heißt es so schön: "Zu viele Köche verderben den Brei". Das ist im übrigen auch sein Argument, warum man mit Börsenbriefen, die auf steigende Kurse setzen, kein Geld verdient. Ich würde also von einem Abo Abstand nehmen.
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05.01.2001 08:20
Hallo Olli201, diese sogenannten "Hedge-Geschäfte" sind äußerst gefährlich für Nichtprofis. Und auch ausgefuchste Leute wie z.B. der Amerikaner George Soros ist fürchterlich auf die Nase gefallen. Also: Finger weg von diesen Sachen. Der Handel mit Optionsscheine ist nicht wegen der begrenzten Laufzeit so riskant, sondern wegen einiger Faktoren wie z.B. den Hebel oder das Delta. Auch hier gehört Sachkenntnis zum absoluten Muss! Gruß Elmsfeuer