Shrek

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DreamWorks Pictures presents a DreamWorks Animation production a Pacific Data Images production an Andrew Adamson · Vicky Jenson film Shrek Es war einmal und war auch nicht ein junger, ogerhafter Einsiedler, der jeglichen Kontakt zur Außenwelt vermied. Eines Tages belagerte eine Gruppe ... Bericht lesen





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2001, DreamWorks' green horror
Erfahrungsbericht von Post_scriptum über Shrek
19.01.2012


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Kompletter Erfahrungsbericht

DreamWorks Pictures presents

a DreamWorks Animation production
a Pacific Data Images production

an Andrew Adamson · Vicky Jenson film

Shrek

Es war einmal und war auch nicht ein junger, ogerhafter Einsiedler, der jeglichen Kontakt zur Außenwelt vermied. Eines Tages belagerte eine Gruppe zwangsevakuierter Märchenfiguren seine heimelige Sumpfhütte, sodass es vorbei war mit der Idylle. Und wenn der Oger so blutrünstig gewesen wäre, wie es seiner Spezies gerne nachgesagt wird, so hätte er zweifellos jeden einzelnen Störenfried zu Gulasch verarbeitet.

Erzählwechsel von Präteritum zu Präsens

Stattdessen wandert Shrek mit einem zufällig kennengelernten und als Plagegeist empfundenen Esel zum Großgrundbesitzer Lord Farquaad, der gerade damit beschäftigt ist, sein vermeintliches Königreich mittels Säuberungsaktionen von Fantasiewesen aller Art zu bereinigen. Als ihm seine Eliteeinheit den von ihm heiß begehrten magischen Spiegel von Schneewittchens Stiefmama bringt, befragt er diesen nach dem schönsten Königreich, muss jedoch zu seiner immensen Enttäuschung erfahren, dass es der Hochzeit mit einer Prinzessin bedarf, um sich wirklich König schimpfen zu können. Der Spiegel präsentiert ihm daraufhin drei heiratsfähige Königstöchter und Farquaads Wahl fällt auf eine gewisse Fiona, die es allerdings aus der Obhut eines Drachens zu befreien gilt.

Da er selbst weder kräftig noch (toll)kühn ist, veranstaltet er einen ritterlichen Wettkampf (um nicht zu sagen: eine Prügelei), dessen Sieger er mit dieser gefährlichen Mission zu betrauen gedenkt. Shrek, der aufgrund seiner körperlichen Beschaffenheit mit allen anderen Teilnehmern leichtes Spiel hat, wünscht sich in seiner Bescheidenheit nichts weiter als die Wiederherstellung der Sumpfesidylle, was Farquaad auch verspricht, sollte Shrek ihm Prinzessin Fiona gesund und munter bringen.

Die bald darauf stattfindende Befreiungsaktion gelingt nicht zuletzt dank der Asnophilie (vulgo der Liebe zu Eseln) des Drachens, der sich als feminin entpuppt. Auf dem sich in die Länge gezogenen Rückweg finden sich in Shreks Bauch immer mehr Schmetterlinge ein; sein Liebesgeständnis wird jedoch abrupt unterbunden, als er Fiona dem stets gut aufgelegten Plapperesel gegenüber hässliche Worte über ein abstoßendes Wesen fallen lassen hört. Was Shrek nicht weiß, ist die Tatsache, dass die Prinzessin über jenen Fluch sprach, der auf ihr liegt: bei Sonnenuntergang verwandelt sie sich allabendlich in eine pummelige Ogerdame. Ausschließlich der erste Kuss aus wahrer Liebe kann sie erlösen.

Aus diesem Grunde willigt sie schließlich in die Vermählung mit dem abgebrochenen Lord Farquaad ein, nicht ahnend, dass es der berechnende Zwerg lediglich auf den Königstitel abgesehen hat. Während die Hochzeitsvorbereitungen in vollem Gange sind, bläst unser grüner Held in seiner Sumpfesidylle Trübsal, wird von seinem Eselfreund über den Irrtum aufgeklärt und eilt zur Kathedrale, um doch noch glücklich zu werden. Aber wieso erzähle ich hier überhaupt umständlich die Handlung nach, die Sie ohnehin alle in- und auswendig kennen? Kommen wir lieber zum eigentlichen Anlass dieser als Erfahrungsbericht getarnten Retrospektive...

In memoriam Shrek (1990–2011)

Tatsächlich ist der tollkühne Held elf Jahre älter als er auf den ersten Blick zu sein scheint, und seine Geburt fand weniger auf der großen Leinwand statt als vielmehr zwischen den Deckeln eines kleinen Bilderbuches, welches irgendwie dem Herrn Katzenberg (seines Zeichens Produzent) in die Hände fiel, der sich Mitte der 1990er Jahre mit dem Disney-Konzern verkracht hatte und in Shrek ein willfähriges Werkzeug für seinen Rachefeldzug fand. So verwundert es auch nicht, dass in dieser als Märchenparodie einzustufenden Produktion ganze sechs Disney-Filme aufs Korn genommen werden, vom 1937 entstandenen Schneewittchen und die sieben Zwerge, dem Debüt der so genannten Meisterwerke-Reihe, bis hin zu Robin Hood aus dem Jahre 1973.

Der Bilderbuch-Shrek ist – wie es sich für einen anständigen Oger gehört – abstoßend und gemeingefährlich, wohingegen der von DreamWorks Animation wie ein verhinderter Romantiker anmutet. Die Studio-Bosse müssen sein Potential zum Publikumsliebling von Anfang an klar vor Augen gehabt haben, denn sonst hätten sie William Steig (R. I. P.), dem damals 90jährigen geistigen Vater Shreks, wohl kaum eine halbe Million Dollar für die Rechte an einer belanglosen Bilderbuchfigur zugesteckt. Doch ein ehemaliger Disney-Insider weiß freilich besser als jeder andere, was beim US-amerikanischen Kinobesucher gut ankommt, und ebenfalls beim europäischen (dem Marshall-Plan sei Dank).

Zweifellos wurde bereits über die groß angelegte Vermarktung verhandelt, noch bevor die Premiere überhaupt stattgefunden hatte. Und kaum klingelten die Kinokassen, wurde fleißig weiterproduziert: bis 2011 entstanden weitere drei Kino- und acht Kurzfilme, dreizehn Videospiele, ein dreiteiliges Comic-Buch, drei Themenpark-Attraktionen sowie ein Musical. Fassen wir also das Essenzielle zusammen...

Quintessenz

Mittlerweile lief der erste Teil der „Shrek-Tetralogie“ siebenmal im Fernsehen (das Pay-TV nicht mitgerechnet), und wird sicherlich auch weitere sieben Jahre die zwecks Werbeeinnahmen zur Ausstrahlung notwendige Mindestquote erreichen. Denn schließlich ist der (toll)grüne, tollkühne Held nicht nur mit einem Oscar und vielen anderen Filmpreisen geehrt worden, sondern darüber hinaus auch mit einem eigenen Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“.

Das dürfte dem Gestiefelten Kater nicht vergönnt sein, den fast jeder für eine Grimmsche Märchenfigur hält, obwohl sein Herausgeber Johann Ludwig Tieck hieß. Puss in Boots (wie er im angelsächsischen Sprachraum genannt wird) ist zwar mit Antonio Banderas durch einen besseren Schauspieler repräsentiert als sein Traumarbeiten-Freund (Mike Myers alias Austin Powers), springt jedoch lediglich für den qualvoll erstickten Oger in die Bresche, aus dem man bereits den letzten Dollar herausgepresst hat, getreu der seit Superman bewährten Formel S + | = $.

Doch insbesondere seine nicht zu unterschätzende Farbe war es, die den monetären Erfolg garantierte, denn während man in unseren Breiten Grün in erster Linie mit Natur respektive mit ökologisch angehauchten Dingen und Ideologien in Verbindung zu bringen geneigt ist, denkt der US-Bürger automatisch an Geld, ganz einfach weil jede Dollar-Banknote die Farbe der Hoffnung trägt.

Shrek – Der tollkühne Held ist durchaus sehr unterhaltsam, jedoch im Grunde genommen ein überflüssiger Film, der einerseits Märchen parodiert, andererseits aber auf ein märchenhaftes Happy-End angewiesen ist, und der sich dadurch selbst ad absurdum führt. Bleibt nur ein Frage...

Wieso um alles in der Welt zählt er eigentlich nicht als „Romantic Comedy“???


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Ihr P. S. Tertio von Wolkenkuckucksheim, grüner Dichter
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Post scriptum

Ein Nachruf auf den (dollar)grünen Horror, weil die Besitzer von DreamWorks alle Lizenzen zur Weitervermarktung bis 2011 verscherbelten; der fiktive Shrek ist freilich so lange unsterblich, wie er mindestens einen Fan hat.  0 

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