11.07.2001
Pro:
Idee, Animationstechnik
Kontra:
teils die Synchronstimmen
Empfehlenswert:
Ja
 Manuel
Über sich:
(18.01.2010) Keine Sorge, es gibt mich immer noch :-)
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 171 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Gestern war ich mal wieder mit meiner besten Freundin im Kino. Wenn wir zwei uns zusammen einen Film anschauen, dann muss es meistens eine Art „Kinderfilm“ sein, damit wir uns einfach nur königlich amüsieren. So sahen wir u.a. „Das große Krabbeln“ oder auch „Kapitän Blaubär“ – und als wir sahen, dass seit dem 5.Juli 2001 ein neuer Animationsfilm in die Kinos kommt, waren wir natürlich gleich dabei. 1.) Der Inhalt ----------------- Die Hauptfigur Shreck, ein Oger von stattlichem Kaliber, lebt allein und zurückgezogen in seinem Sumpf – bis eines Tages die Idylle von einem durchgehend plappernden Esel jäh unterbrochen wird. Dieser ist auf der Flucht vor Lord Farquaad, der sämtliche Märchen- und Fabelwesen aus seinem Revier zwangsversetzt – geradewegs in den friedlichen Sumpf von Shreck. Schließlich versammeln sich sämtliche Zwerge, Prinzessinnen und Feen vor der Haustür von Shreck, der doch nichts lieber hat als seine Ruhe! Daher will er den Lord zur Rede stellen und wandert, mit dem Esel als Wegbegleiter, zum Schloss des Adligen. Der Lord hingegen hat ganz andere Probleme. Schließlich ist ein König ohne Prinzessin nur ein halber König, wenn man mal davon absieht dass Lord Farquaad aufgrund seiner Körpergröße ohnehin nur ein halber König ist. Er beschließt, Prinzessin Fiona zu ehelichen, die unpraktischerweise noch in einem Schloss von einem Drachen gefangen gehalten wird. Zur Errettung seiner Angebeten will Lord Farquaad den Gewinner eines Ritterturniers aussenden, um ihm seine Prinzessin zu holen – und genau in dieses Turnier platzen Shreck und Esel, mit der Folge, dass sie die Gewinner sind und somit ausgesandt werden, die Prinzessin zu retten, und als Dank dafür soll Shreck seinen geliebten Sumpf wieder in völliger Ruhe erhalten.
Hier beginnt die eigentliche Geschichte, die Errettung der schönen Prinzessin durch zwei mehr oder minder tollpatschige Geschöpfe, die sich keineswegs ritterlich benehmen. Mehr möchte ich hier auch nicht verraten, denn auch wenn die Handlung teils vorhersehbar ist, bieten sich dem Zuschauer immer wieder Überraschungen, die oft in einem Lachanfall enden – es beginnt bereits in der ersten Szene, soviel sei verraten... Die grobe Struktur der Handlung ist ein klassisches Märchen, in dem ein holder Ritter mit seinem Rosse auszieht um eine schöne Prinzessin aus den Fängen eines Drachen zu retten. Hier ist die Geschichte nicht viel anders, aber dadurch, dass die Charaktere eben alles andere als edle Ritter sind und durch die Eigenarten durchaus liebenswert sind, wird der Film zu einer amüsanten Komödie, und zwar nicht nur für Kinder, sondern ich denke schon fast eher für Erwachsene, denn diese verstehen die hintergründigen Witze und ironischen Anmerkungen.
Neben einem ironischen Seitenhieb auf die Disney-Filme (mehr dazu siehe im eigenen Abschnitt) bieten sich weitere Anlehnungen z.B. an Filme wie „Stirb Langsam“ oder „Matrix“ (unvergesslich in der Kampfszene der Prinzessin). 2.) Die Figuren ------------------- Shreck: ein großer, plumper, grüner Oger, der nichts lieber mag als seine Ruhe. Warum Shreck allerdings seine Ruhe will, erfährt man im Laufe des Films. Nicht etwa, weil er schüchtern ist oder schlicht und ergreifend seine Ruhe haben möchte – nein, er denkt vielmehr er sei ein großes hässliches Monster das alle Welt hasst und mit dem ohnehin niemand Freundschaft schließen will. Auf den Zuschauer wirkt er knuddelig, niedlich und überaus liebenswert, auch wenn er seine Eigenarten hat. Vor allem gegen Ende des Filmes (keine Angst, ich verrate nicht zu viel) sind die Sympathien des Zuschauers auf der Seite Shrecks.
Esel: man wundert sich, aber während des gesamten Film erhält er keinen Namen sondern bleibt schlicht „Esel“. Ein treudoofer Geselle, der Shreck überallhin begleitet und ihn schließlich auch ab und an aus brenzligen Situation befreit. Sein einziger Nachteil: er redet und redet, Tag und Nacht, mal mehr, mal weniger wichtige Sachen, aber letztlich merkt man schon dass Shreck und er richtig große Freunde werden könnten. Prinzessin Fiona: okay, sie ist nur animiert, ein Werk aus Pixeln und Bytes, aber ich finde sie einfach hinreißend... ihr Lächeln, ihre Anmut, ihre Ausstrahlung... *seufz* Aber auch sie hat ihre Schattenseiten, sie wechselt im Laufe der Zeit von der Prinzessin hin zu einer normalen Frau, die Shreck ähnelt...
3.) Die Stimmen --------------------- Im amerikanischen Original lieh u.a. Mike Myers dem grünen Monster Shreck die Stimme, Eddie Murphy übernahm den Part vom Esel (was ich mir sehr gut vorstellen kann, ehrlich gesagt), und Cameron Diaz hauchte der Prinzessin Leben ein. In der deutschen Synchronisation stellt sich Sascha Hehn für Shreck zur Verfügung – jawohl, der smarte Doktor der Schwarzwaldklinik wird wieder aktiv. Esther Schweins, ein ehemaliges Mitglied der eins erfolgreichen Blödeltruppe „Samstag Nacht“ und mittlerweile nicht minder erfolgreiche Schauspielerin sieht nicht nur fast so aus wie die Prinzessin, nein, sie leiht ihr auch noch die Stimme. Und das Plappern und Palavern des Esels übernimmt Randolf Kronberg, den ich persönlich nicht kenne... ** Fakerschutz (c) by User Manuel ** Prinzipiell passen die Stimmen durchaus auf die Charaktere, nur bei Shreck hätte ich mir in manchen Szene eine weniger sanfte Stimme gewünscht, ab und an eine ausdrucksvollere Stimme statt das Image des sanften Riesen hätte dem Film sicherlich gut getan.
4.) Die Herstellung ------------------------ Produziert wurde der Film von Jeffrey Katzenberg, der ehemals bei Disney arbeitete und somit bereits Erfahrungen im Zeichentrick- bzw. Animationsfilm sammeln konnte. Knapp 300 Leute, vom Computer-Animator bis hin zu Ingenieuren, arbeiteten monatelang an diesem Film – und ich muss sagen, nie war ein Animationsfilm realistischer und authentischer als dieser. Während man bereits in „Das große Krabbeln“ über die Tricktechnik staunte, merkt man an diesem Film wie rasant die Entwicklung vorangeht. Die Figuren können so gut wie jeden Gesichtsmuskel bewegen und somit einen wirklichkeitsgetreuen Eindruck hinterlassen, teils kann man jede Hautpore und jedes Härchen erkennen, und gerade in den actiongeladenen Schluss-Sequenzen, in denen die Handlung meist zu einem Happy End führt, zieht hier die Computerschmiede noch mal alle Register ihres Könnens und präsentiert ein einmaliges Erlebnis, das fast realistischer ist als die Wirklichkeit. Wenn die Entwicklung auf dem Gebiet der Computeranimation so weitergeht, steht uns noch einiges ins Haus...
5.) Seitenhiebe auf Disney --------------------------------- Einfach herrlich, wie der Produzent Jeffrey Katzenberg seinen ehemaligem Arbeitgeber Disney veralbert. Alleine schon bei der Ansammlung der Märchen- und Fabelwesen trifft man hier auf Schneewittchen und die sieben Zwerge, Pinnocio, die drei kleinen Schweinchen und viele andere Vorlagen, die später zu Disneyfilmen umgewandelt wurden. Weiter geht’s in einer Sequenz, in welcher der Esel ein Lied anstimmen will – wie es in Disney-Filmen geradezu ein Muss ist! Leider kann Esel überhaupt nicht singen, und auch wenn in einer späteren Szene die Prinzessin ihr Lied in der Manier von Disney trällern will, endet es in einer herrliche Persiflage auf Disney. Eine der besten Szenen in Betracht auf die Seitenhiebe ist die Ankunft im Schloss von Lord Farquaad. Es ist ein riesiger Vergnügungspark, mit Souvenirshops und Schaubuden. Sollte hier etwa an Disneyland erinnert werden...?
6.) Fazit ---------- Als Fazit bleibt mir nur noch zu sagen, dass ihr euch diesen Film unbedingt anschauen müsst. Es gibt soviel gutes über den Film zu sagen: atemberaubende Animation, liebenswerte Charaktere, und eine gute Story – und keine Angst, es ist kein reiner Kinderfilm, wie schon gesagt wage ich zu behaupten dass er Leute ab 15 / 16 den eigentlichen Hintersinn verstehen können. Ein Film zum Lachen, ein Film zum Kuscheln mit der Freundin, und auf jeden Film ein Film aus dem man gutgelaunt wieder rauskommt. Mich wundert es nicht, dass in den USA bereits am zweiten Wochenende die 100-Millionen-Dollar-Grenze beim Einspielergebnis durchbrochen wurde, und der Film (übrigens der erste Animationsfilm überhaupt) bei den Filmfestspielen in Cannes sehr gut ankam.
7.) Facts ----------- Bleiben mir noch ein paar nackte Tatsachen aufzuzählen: Originaltitel: Shreck (USA 2001) Regie: Andrew Adamson, Victoria Jenson Synchronstimmen: Esther Schweins, Sascha Hehn, Rufus Beck, Randolf Kronberg Filmstart: 5.Juli 2001
Und wer noch mehr Infos haben will, sollte sich mal unter folgenden Adressen im Web umschauen: www.Uip.de und www.cinema.de In diesem Sinne © 2001 Manuel
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17.03.2002 14:37
Dieser Bericht verdient zu recht eine Diamanten
13.02.2002 19:50
Der Bericht ist sehr ausführlich und beschreibt den Film wirklich gut. Ich hab den Film auch gesehen und fand ihn einfach super.
13.02.2002 09:39
Sehr guter Bericht. Ausführlich und interessant. Schönen Tag noch. Thomas