Das Finale als Krönung
18.07.2011
Pro:
Einfach ein Klasse - Endspiel
Kontra:
Glücklicher Erfolg für Japan
Empfehlenswert:
Ja
 dik1609
Über sich:
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Die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland ist Vergangenheit. Aber zu ihrem Abschluss erlebte sie noch einmal einen Höhepunkt der besonderen Art, denn das Endspiel zwischen den USA und Japan war sowohl in technischer wie kämpferischer und spannender Hinsicht absolut erstklassig. Oftmals gestalten sich Finalspiele wegen taktischer Zwänge ja eher zäh, das aber war beim glücklichen Erfolg der Japanerinnen im Elfmeterschießen nun wirklich nicht der Fall. Die Partie in Frankfurt begann mit einer überlegenen amerikanischen Mannschaft, die von Beginn an enormen Druck entfachte und sich mit hohem Tempo sowie Spiel über die Außenpositionen auch eine Reihe von Torchancen erarbeitet, die zudem nahezu aus allen Lagen auf das gegnerische Tor schoss - die Belohnung für dieses engagierte Spiel aber blieb zunächst aus. Japan indes zeigte sich rein defensiv orientiert und setzte nur auf Konter, von denen zumindest einer in der ersten Spielhälfte auch durchaus gefährlich war. In der Summe aber gab es enorm viele Chancen für die Nord-Amerikanerinnen, die die aber einfach nicht nutzten. Die Asiatinnen dagegen kamen gar nicht zu ihrem gefürchteten Kurzpass-Spiel, weil der Druck der USA einfach zu groß war. Und so durfte sich Deutschland-Bezwinger Japan glücklich schätzen, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen. Auch nach dem Seitenwechsel drückten die USA dem Spiel ganz eindeutig ihren Stempel auf. Als kurios zu bezeichnen ist es allerdings, dass ihre Führung durch Alex Morgan ausgerechnet nach einem Konter fiel, der allerdings von der Schützin in der 69. Minute technisch perfekt abgeschlossen wurde. Nun deutete alles auf einen Sieg des zweifachen Weltmeisters hin, der bis zu diesem ersten Treffer einfach zu überlegen gespielt hatte, um noch in Gefahr geraten zu können. Doch der Schein trog, denn nach einem katastrophalen Abwehrfehler traf Aya Miyama zum völlig überraschenden Ausgleich und erzwang so die Verlängerung. Auch in der zweimal 15-minütigen Extra-Spielzeit schien Japan nur auf den einen entscheidenden Fehler seines Gegners zu warten, während die USA die erneute Führung offenbar förmlich erzwingen wollten. Und dann traf in der 104. Minute ausgerechnet die hoch gelobte Abby Wambach, die mit ihrem Treffer zum 2:1 den eigenen Ruf als Kopfball-Ungeheuer unterstrich. Allerdings musste sie nach einer ganz genauen Flanke auch nur noch den Kopf hinhalten, um das Spielgerät ins gegnerische Tor zu bugsieren. Die amerikanischen Fans feierten, der insgesamt dritte Titelgewinn lag in unmittelbarer Nähe, die Führung der Amerikanerinnen war hoch verdient, weil die über die gesamte Spielzeit viel mehr Aufwand betrieben und die Partie eindeutig bestimmt hatten. Plötzlich aber zeigten die Japanerinnen, dass auch sie offensiv spielen können. Die Mannschaft aus Fernost hatte nun nichts mehr zu verlieren und wurde für ihr Umdenken belohnt. Der zweite Ausgleich des Spiels durch Homare Sawa in der 117. Minute bedeutete einen Schock für die USA - und das Elfmeterschießen, das nicht von ungefähr immer wieder als Lotteriespiel bezeichnet wird. Und hier hatte das Team aus dem Land der aufgehenden Sonne die besseren Nerven und sicherte sich völlig überraschend den Weltmeistertitel. Der Erfolg Japans im Endspiel war sicherlich glücklich, aber auch der schon mehrfach gelobten Disziplin des Teams aus Asien geschuldet. Die USA taten zwar mehr fürs Spiel, verwerteten ihre vorhandenen Torchancen aber einfach nicht - und so etwas rächt sich im Fußball nun einmal nur zu oft. In der Summe aber bedeutete dieses Endspiel einen stimmungsvollen Ausklang der Weltmeisterschaft, der möglicherweise noch einmal Werbung für den Frauenfußball bedeutete. Mit diesem Ergebnis blieb keine an der Weltmeisterschaft beteiligte Mannschaft ungeschlagen, was auch unterstreicht, dass die Weltspitze inzwischen näher zusammen gerückt ist. Und der deutschen Mannschaft, die auf der Tribüne das Spiel verfolgte und ganz offenbar ihrem Bezwinger Japan fest die Daumen drückte, bleibt nun der Trost, nur gegen den neuen Weltmeister verloren zu haben. Auf jeden Fall aber scheint es weltweit im Frauenfußball voran zu gehen - und die nächsten aufstrebenden Teams wie Frankreich warten schon auf ihre Chance. Die deutsche Mannschaft indes muss sich von dem Gedanken verabschieden, bei großen Turnieren eine Medaille schon vor dem ersten Anpfiff sicher zu haben. Fazit: Das Endspiel der WM hat noch einmal richtig Spaß gemacht! Und jetzt darf die Bundesligasaison beginnen - bei den Männern!
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19.07.2011 14:34
Einem so gebeutelten Land wie Japan gönne ich den Erfolg sehr!
19.07.2011 10:19
wir ham wie immer.....gegen den zukünftigen Weltmeister verloren:-) LG
18.07.2011 09:54
schade , dass die wm schon vorbei ist! Liebe Grüße