Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Made in Germany, zwei Telefone, solide Qualität |
| Kontra: |
für Siemens - Ansprüche eindeutig zu wenig |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Mit diesem Bericht heißt es für mich Siemens zum Dritten. Heute geht es wieder ums Telefonieren, allerdings nicht mit einem Mobiltelefon sondern mit gleich zwei schnurlosen Geräten zum häuslichen Gebrauch. Genauer gesagt: ich berichte Euch über meine Erfahrungen mit dem Siemens Gigaset A140 Duo.
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KAUFMOTIVE & KOSTEN
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Nach weniger guten Erfahrungen mit einem T-Com-Gerät und einem schnurlosen Telefon einer Lidl-Marke war klar, dass mein nächstes Festnetztelefon ein "Markengerät" sein musste. Und unter patriotischen Gesichtspunkten bleibt da ja nur Siemens als Anbieter übrig, der nun nicht wirklich die schlechteste Qualität liefert.Kurz und gut, Anfang dieses Jahres offerierte das Globus-Warenhaus Jena-Isserstedt (Bestandteil der "Globus"/ "Maxus" -Gruppe, also nicht der gleichnamige Rewe-Ableger) das Siemens Gigaset A 140 Duo zum Preis von 49,90 Euro. Da musste ich nicht allzu lang überlegen (zwei Telefone "made in Germany", Siemens und der Preis) überzeugten mich sofort. Hinzu kamen noch die durchweg positiven Erfahrungen mit Globus, die bei Problemen nicht lange reden, sondern im Falle eines Falles unverzüglich den Kaufpreis zurückerstatten.
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DESIGN UND FUNKTIONALITÄT
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***Allgemeines***
Zunächst für alle Verpackungsfetischisten der Hinweis, dass ich mir eine Beschreibung des orangenfarbigen, quaderförmigen Kartons mit den Kantenlängen 25x19x16 Zentimeter erspare. Deswegen erwähn ich auch nicht, dass auf ihm die beiden Telefone abgebildet sind und das Produkt multilingual beschrieben wird. *Zwinker*
Das schlichte schnörkel- und eckenlose Design ist typisch für die gegenwärtigen Festnetztelefone von Siemens, auch wenn die aktuellsten Produkte in Sachen Attraktivität in meinen Augen wesentlich zugelegt haben. Meine beiden Exemplare sind in "Espresso"-Farbe gestaltet, die sich für mich nicht wesentlich von einem typischen Schwarz unterscheidet. Lediglich ums Display herum wird die Dunkelheit von einem anthrazit-Ton unterbrochen (das obige Foto sagt mehr als Tausend Worte). Das Telefon gibt es auch noch in "Ivory"-Farben, allerdings erinnert diese mich noch weniger an Elfenbein als das matte Schwarz an Espresso.
Die beiden Telefone werden mit jeweils einer Docking-Station geliefert, von denen eine (die Basisstation) unbedingt am Strom- und Telefonnetz angeschlossen sein muss (siehe Nachteile). Das zweite Gerät ist insofern lediglich ein stinknormales, im Einzelerwerb aber nicht ganz preiswertes, Mobilteil und funktioniert nicht allein. Ingesamt können bis zu vier Mobilteile angeschlossen werden.
Beide Telefone verfügen über ein beleuchtetes Display mit Datums- und Uhrzeitanzeige, Tastensperre, Telefonbuch für 20 Namen und Nummern (je Mobilteil unabhängig programmierbar), eine Wahlwiederholungsfunktion für die letzten 5 gewählten Nummern sowie mehrere Hörer- und Tonruflautstärken und Melodien. Des Weiteren lassen sich die letzten 30 Anrufe mit Datum und Uhrzeit anzeigen. Selbstverständlich fehlt auch ein Akkustands-Warnton nicht. Eine Freisprecheinrichtung und einen AB sucht man allerdings vergeblich.
***Der erste Kontakt***
Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach: auspacken, Kabel anschließen (1x Strom, 1x Telefondose für die Basisstation), loslegen. Zunächst muss eines der beiden Mobilteile als Nummer 1 angemeldet werden. Hierzu benötigt das Gerät seinen NiMH-Akku. Um diesen einzulegen ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Das Akku-Pack (zwei Akkus, durch Folie miteinander verbunden) wird über einen Draht, an dessen Ende ein winziger Stecker ist, mit dem Mobilteil verbunden. Dieser winzige Stecker muss in eine genauso winzige Buchse am Mobilteil eingeführt werden. In der Bedienungsanleitung ließt sich das so einfach: "(…) Stecker in die Buchse stecken. Den Akku einlegen. (…) Die Akkuleitungen in die Kabelführung einlegen." Das Ganze ist eine ziemlich wackelige Angelegenheit und ganz sicher nicht zum mehrfachen Gebrauch bestimmt. Aber egal, nach der erfolgreichen Operation wird der Akkudeckel geschlossen (wie bei jedem anderen Telefon auch), das Gerät ist einsatzbereit.
Zum Anmelden des Geräts stellt man es einfach in die Basisstation und wartet, bis ein Signal ertönt, die Anmeldung hat funktioniert. Telefonieren geht noch nicht, da die Akkus erst geladen werden müssen, was am Anfang zehn Stunden dauert (laut Bedienungsanleitung). In dieser Zeit sollte das Gerät ununterbrochen in der Ladestation verweilen. Um das zweite Mobilteil anzumelden, reicht es aus, wenn Ihr auch dieses kurz in die Basis-Station stellt, bis das Signal ertönt. Zum Laden könnt Ihr es dann in die zweite Docking-Station stellen.
***Die Einrichtung des Menüs***
Nach dem Aufladen ist das Telefon (bzw. sind beide) einsatzfertig. Die Telefonbücher können unabhängig voneinander gefüllt werden - entweder manuell, sprich Nummer und Namen eingeben oder durch Zuweisen eines Namens zu einer Nummer in der Anruferliste. Allerdings gibt es hier ein kleines Problem: Anrufe, die NICHT angenommen wurden, finden sich im Speicher und können entsprechend zugeordnet werden. ANGENOMMENE Anrufe allerdings, deren Nummer vor dem Annehmen zu sehen ist, verschwinden nach dem Gespräch aus dem Speicher (bzw. werden gar nicht erst eingetragen). Es ist also auch nicht möglich, nach dem Telefonat die Nummer des Anrufers zu ermitteln, wenn man sie beispielsweise falsch aufgeschrieben hat oder so. Ein klarer Nachteil dieser Serie.
Ein weiterer negativer Punkt ist die Beschränkung der Speicherkapazität bei Namen auf 12 Stellen. Das reicht bei fast keinem Eintrag aus, erst recht nicht, wenn man zwischen Nach- und Vorname ein Komma und ein Leerzeichen setzt. Aber wer sich hier auf "Mutti", "Omi" und "Chef" beschränkt, wird es als ausreichend bewerten.
Ansonsten ist das Menü weitgehend selbsterklärend und klar strukturiert. Die Bedienung ist daher nahezu kinderleicht. Die Wege zur Einstellung von Datum, Uhrzeit, Telefonbuch usw. sind auch in der ausführlichen Bedienungsanleitung Schritt für Schritt beschrieben, sodass eigentlich nix schiefgehen kann. Das eingestellte Datum und die Uhrzeit gelten automatisch für alle angemeldeten Mobilteil und können von allen geändert werden.Die Navigation erfolgt über die vier Tasten unterhalb des Displays. Sie ermöglichen auch einen Sofortzugriff auf die vier Symbole in der unteren Zeile des Anzeigefeldes.
***Display***
Sehr schön-und längst nicht bei allen Siemens Gigaset standardmäßig- ist die Beleuchtung des Displays. Sowohl beim Drücken einer Taste als auch bei einem eingehenden Anruf wird die Anzeige gelb illuminiert. Insbesondere im Dunkeln kann dies ein unwahrscheinlicher Vorteil sein bei der Suche nach dem Telefon.
Im dreizeiligen Anzeigefeld finden sich Informationen zu
> obere Zeile <
- Nr. des Mobilteils (links)
- Ladezustand des Akkus (rechts)
>untere Zeile (von links nach rechts)<
- Wahlwiederholungstaste
- Icon "Brief"; blinkt, bei neuem Anruf
- INT: zur internen (Weiter-) Verbindung
>in der Mitte<
im Bereitschaftszustand findet sich hier die Uhrzeit (sofern eingestellt), bei einem Anruf die Telefonnummer (wenn gesendet) bzw. "Unbekannt" (wenn unterdrückt). Und natürlich stehen hier auch die aktuellen Ziffern- bzw. Buchstabeneingaben oder Informationen, wenn Ihr telefoniert bzw. den Speicher bestückt.
***Telefonierverhalten***
Da ich ein Telefon beschreibe, ist die Gesprächsqualität natürlich ein wichtiges Kriterium. Und hier muss ich sagen, dass sie nicht so gut ist, wie ich es von einem Siemens-Gerät erwarte. Schwankende Lautstärken können einen mitunter schon am eigenen Gehör zweifeln lassen. Hinzu kommt ein - an Ohr - relativ lauter Akku-Warnton, der zudem sehr oft zu spät kommt sodass das Gespräch abrupt beendet wird.
Bei einem eingehenden Anruf klingeln nacheinander Basisstation-> Mobiltei 1 -> Mobilteil 2. Eine Annahme ist prinzipiell von beiden (oder noch mehr) Geräten möglich, das Mithören über das andere Mobilteil allerdings nicht, es sei denn, die entsprechende Funktion wurde freigeschaltet. Sobald sich ein "dritter" zuschaltet erscheint auf dem Display nicht mehr "LEITG BELEGT" sondern "KONFERENZ" und es ertönt ein für alle hörbarer Signalton.
Die internen Verbindungen funktionieren ebenso problemlos wie die Weiterleitung "von außen" kommender Anrufe. Ich bezeichne die Qualität also als sehr solide.
***Verarbeitung***
Hier kann ich nun wahrlich nicht meckern. Der Kunststoff liegt recht gut in der Hand und nimmt auch die des Öfteren unsanfte Behandlung (sprich: Fußbodenkontakt) nicht übel. Gehäuse und Display sind recht unempfindlich gegen Kratzer und Co.
Allerdings hinkt das Menü sehr oft meinen Tasteneingaben hinterher. Dies kann nun ein Hardwareproblem sein oder ein Softwarefehler oder beides. Aber mit ein wenig Gutmütigkeit übersieht man diesen kleinen Makel.
Des Weiteren kommt es vor, dass ein eingehender Anruf nur ein Klingeln der Basisstation auslöst, aber keines am Mobilteil. Sehr mysteriös, passiert aber nicht allzu oft.
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STROMBEDARF
=============================Während des Ladens besitzt die Basisstation eine Leistungsaufnahme von 3 Watt, im Bereitschaftszustand sind es immerhin noch unerklärlich hohe 2 Watt, genau wie während eines Gesprächs. In der Basisstation dauert ein Ladevorgang ca. 10 Stunden, in der Ladeschale des zweiten Mobilteils nur 5. Eindeutig zuviel, verglichen mit der Ladezeit meines Mobiltelefons, die bei zwei Stunden liegt.
Siemens verspricht eine Bereitschaftszeit von 7 Tagen bzw. eine Gesprächszeit von 10 Stunden je Ladezyklus.
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TECHNISCHE DATEN
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Für die Zahlenmenschen unter Euch, die aufgrund dieser Daten entscheiden, will ich Euch die entsprechenden Herstellerangaben nicht vorenthalten, der Rest wird sie ohnehin überspringen:
Ich zitiere aus der Bedienungsanleitung:
"Standard: DECT und GAP (kompatibel)
Reichweite: bis zu 300 m im Freien, bis zu 50 m im Gebäude
Steckernetzgerät: 230 V~/50 Hz
Abmessungen / Mobilteil: 154x59x29mm (LxBxH)
Abmessungen / Basis: 87x129x89mm (LxBxH)
Gewicht / Mobilteil: ca. 127 g (mit Akkupack)
Gewicht / Basis: ca. 121 g
Aufladbarer Akkupack: NiMH, 2xAAA-Pack
Bestellnummer Akkupack: V30145-K1310-X359, A5B00075178739
Kapazität Akkupack: 550mAh
Ladezeit: in Basis ca. 10 Stunden, in Ladeschale ca. 5 Stunden
Gesprächszeit: ca. 10 Stunden
Bereitschaftszeit: ca. 170 Stunden ( 7 Tage)"
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SCHWACHSTELLEN UND ANOMALIEN
===================================Die Geräte verfügen über eine Tastensperre, ähnlich wie bei einem Handy. Im Falle eines Falles kann bei gesetzter Tastensperre kein Anruf, nicht mal ein Notruf getätigt werden
Sehr nachteilig finde ich die Tatsache, dass die Basisstation über keine Überbrückungsfunktion bei kurzzeitigen Stromausfällen verfügt. In einem derartigen Fall, er tritt ein, wenn man das Netzteil z.B. nur mal kurz aus der Steckdose zieht, um es beispielsweis an eine andere Dose anzuschließen, müssen die Mobilteile neu angemeldet und Einstellungen wie Datum und Uhrzeit neu gesetzt werden.
Ein weiterer Nachteil ist die erwähnte Problematik mit dem Abspeichern von Rufnummern nach der Annahme des Gesprächs. Hier würde eine Rufliste angenommener Anrufe Abhilfe schaffen.
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FAZIT
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Wie bereits erwähnt ist das Siemens Gigaset A 140 Duo ein grundsolides, aber unspektakuläres Festnetztelefon. Wenn ich nicht wüßte, dass es von Siemens ist, würde ich es nicht bemerken - so durchschnittlich ist das Gerät.
Die paar Schwächen sind zu verkraften, allerdings schläft die Konkurrenz eben auch nicht. Wo Siemens drauf steht, sollte auch Spitzenqualität drin stecken und das ist hier nicht der Fall.
Wenn ich mal wieder vor der Entscheidung stehe, ein neues Festnetztelefon zu erwerben, müßte sich Siemens schon erheblich steigern, um mich noch mal zu überzeugen. Lediglich die universelle Erweiterbarkeit durch andere Mobilteile und der annehmbare Preis für die beiden Telefone sorgen für die knappe vier-Sterne-Bewertung. Eigentlich wären es dreieinhalb, aber es wird ja aufgerundet.
Auf Euer Lob sowie Anregungen und Kritik bin ich natürlich wie immer sehr gespannt und freue mich schon auf das Feedback.
LG Andreas
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23.08.2006
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...........Geschichte ...........
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