Erfahrungsbericht über

Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC

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Was Suppenhühner mit Fotografie zu schaffen haben

4  11.12.2007 (28.12.2009)

Pro:
sehr großer Zoombereich, gute Abbildungsleistung, leicht und kompakt

Kontra:
etwas lichtschwach, etwas abfallende Detailauflösung im Telebereich

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

PeterPan2

Über sich: Endlich Frühling *freu*..... Vielen Dank für die viele "Wäsche" ;-).....

Mitglied seit:30.08.2000

Erfahrungsberichte:147

Vertrauende:265

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 233 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Sicherlich, man kann Suppenhühner fotografieren, wie man so gut wie (fast) alles anderes fotografieren kann. Man könnte ihnen auch (in ungeschlachtetem Zustand) eine Kamera um den Hals binden, wie es seit neuestem mit Katzen praktiziert wird ;-). So wüsste man immer was Hühnchen grad anstellt. Aber all das ist nicht das, was ich meine. Ich habe mir nämlich für meine digitale Spiegelreflexkamera (zukünftig SLR abgekürzt) ein Suppenhuhn gekauft. Aber nicht, um es zu fotografieren, sondern um mit ihm zu fotografieren. Eingeweihte schmunzeln jetzt sicherlich schon, also will ich es jetzt auflösen. Einige Spezialisten sind nämlich auf die Idee gekommen umgangssprachlich aus einem "Superzoom" ein Suppenzoom zu machen, und wer besonders cool sein will, nennt das ganze nun "Suppenhuhn" ;-).

Was ist denn ein Superzoom?

Eine genaue Definition gibt es für diesen Begriff leider nicht. Allgemein zählt man dazu Zoomobjektive, welche den gängigen Bereich von Weitwinkel- bis zum mittleren Teleobjektiv abdecken, ohne dass man das Objektiv wechseln muss. Aus diesem Grund nennt man sie mitunter auch "Immerdrauf-Objektive". Typische Vertreter dieser Gattung sind an analogen Kameras die 28mm - 200mm bzw. 28mm - 300mm Objektive, sowie die etwas neueren Pendants für digitale SLR's 18mm - 200mm bzw. 18mm - 250/270mm von diversen Herstellern.

Und wie kommt man dann auf Suppenzoom?

Der größte Vorteil eines solchen Objektivs ist sein großer Zoombereich, was aber auch gleichzeitig sein größter Nachteil ist. Die Lichtstärke dieser Objektive ist eher durchschnittlich, und das Auflösungsvermögen (je nach Modell) ebenfalls. Hier macht sich bemerkbar, dass ein solches Objektiv für einen großen Zoombereich optimiert werden muss, was bei einer Festbrennweite wegfällt, bzw. einem moderateren Zoombereich wenigstens nicht ganz so knifflig ist. So ist die Bildqualität im Vergleich zu Festbrennweiten eher etwas "suppig" ;-), zumindest wenn man ein Foto in größeren Auflösungen und mit kritischem Blick betrachtet. Daher (und natürlich wegen der offensichtlichen Wortähnlichkeit) stammt also der Begriff Suppenzoom, bis zum Suppenhuhn ist es dann auch nur noch ein kleiner Schritt ;-).

Tja wenn das so schlecht ist, wieso gibt's das dann?

Ganz einfach: weil es nicht so schlecht ist. Sicherlich ist ein solches Objektiv ein Kompromiss aus günstigem Gewicht und kompakten Außenmaßen, sowie brauchbarer mechanischer und optischer Qualität bei möglichst günstigen Preisen. Und spätestens da klingelt es bei den meisten Fotoamateuren. Nicht jeder kann (oder will) für seine Fotoausrüstung mehrere Tausend Euro ausgeben. Und nicht jeder macht regelmäßig Abzüge im A3 Format oder noch größer. Und nicht zu vergessen, wer hat schon Lust ständig eine größere Auswahl von Objektiven mit

Bilder von Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC
  • Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC Objektiv an der K10D
  • Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC Objektiv ausgefahren in Telestellung
  • Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC Beispielfoto 18mm
  • Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC Telebrennweite (gute
Sigma 18-200mm F3.5-6.3 DC Objektiv an der K10D
Objektiv an der K10D
sich herumzuschleppen, und dann vor jedem Foto das passende Modell rauszusuchen und auf die Kamera draufzuschrauben. Möglicherweise ist der Vogel (der "geschossen" werden sollte) dann schon weitergeflogen.....

Das "Hohelied" auf mein Suppenhuhn

All diese Gründe waren für mich ausschlaggebend, mir ein solches Objektiv "für alle Tage" zuzulegen. Nach einigem hin und her, lesen von Testberichten und Preisvergleichen, wurde es das Sigma 18mm - 200mm, 3.5 - 6.3 DC Asp. IF. Die genauen Erläuterungen, was welcher Wert und welche Abkürzung bedeutet, folgen im Anschluss. Gekauft habe ich es im Sommer 2007 zusammen mit einer digitalen SLR von Pentax, der K10D in einem Berliner Saturn-Markt mit erstaunlich guter Beratung. Ich habe damals 300€ bezahlt, im Onlinehandel muss man derzeit im Schnitt zwischen 170 und 270 Euro (plus Versandkosten) berappen, das ist um einiges günstiger als vor 2 Jahren. Für gute Objektive kann man aber auch gut und gerne ein Mehrfaches davon ausgeben. Wenn man dieses Objektiv mit OS (optical stabilizer), einem Bildstabilisator kauft, kann man mit etwa 300€ rechnen. Dies ist aber bei einer Pentax nicht nötig, weil bei ihr schon in der Kamera ein solches System integriert ist.

Ausgepackt und drangepappt

Geliefert wird das Objektiv in einem schlichten schwarzen Pappschuber, das Objektiv selbst ist noch mal in einer Plastiktüte verpackt. Zum Lieferumfang gehören eine Sonnenblende, eine kurze Beschreibung und die Garantiekarte. Beide Enden des Objektivs sind mit Deckeln geschützt. Beim anbringen des Objektivs erleichtert ein roter Markierungspunkt das richtige Ansetzen an die Kamera. Nun noch ein leichter Dreh in Uhrzeigerrichtung und das Objektiv rastet satt ein. Es ist selbstverständlich mit einem Metallsockel ausgestattet, so dass auch häufige Wechsel kein Problem sein dürften. Da beim Objektivwechsel das Gehäuse der Kamera offen ist, sollte man diesen nur mit der nötigen Vorsicht und wenn möglich an einem staubfreien, trockenem Ort vornehmen. In freier Natur sollte man sich zumindest vom Wind wegdrehen und aufpassen, dass keine Fremdkörper oder Regentropfen ins Innere der Kamera gelangen können. Etwas fummeliger, aber trotzdem nicht problematisch gelang auch das Aufsetzen der Gegenlichtblende.

Erste Teste und Praxiseinsatz

Da ich Kamera und Objektiv zusammen erstanden hatte, waren die ersten Testbilder natürlich Neuland für beides. Der erste Eindruck war jedenfalls ein guter, keine größeren Probleme mit dem richtigen Fokuspunkt, egal ob im manuellen oder im Automatikmodus. Die Bilder sind farbneutral, ohne sichtbare Verzeichnungen, auffällige Vignettierung oder unangenehme chromatische Aberrationen. Auch die Schärfe ist auf den ersten Blick in Ordnung, im Telebereich kann man auch ein wenig mit der Tiefenschärfe spielen. Besonders beeindruckend fand ich den großen Zoombereich, welcher sich relativ leichtgängig und schnell "durchfahren" lässt. Auch um kleinere Details aufzunehmen (also im Makroeinsatz), eignet sich das Objektiv aber nur ansatzweise.

Optische Qualität

Einige Infos stehen ja schon im letzten Abschnitt, aber ich möchte noch etwas mehr ins Detail gehen. Natürlich liegt die Abbildungsleistung eines solchen "Suppen-Zooms" unter der teurerer Zooms, geschweige denn Festbrennweiten. Aber für tolle Ausdrucke im A4 Format (oder kleiner) ist es mehr als ausreichend. Noch nicht von mir getestet, aber von anderen Nutzern bestätigt, gilt das auch für A3. Bereits mit offener Blende sind die Abbildungen ausreichend scharf, und zwischen Blende 5.6 und 8 erreicht das Objektiv die besten Schärfewerte. An den Enden des Zoombereichs lässt die Auflösung im Randbereich nach, aber dies ist rein "blicktechnisch" kaum feststellbar, sondern nur messtechnisch. Im Weitwinkelbereich zeigt sich eine minimale Verzerrung an den Bildrändern, was sich aber nur bei Architekturaufnahmen und mit gut geschultem Blick erkennen lässt. Am negativsten fällt die Lichtschwäche auf, vor allem bei 200mm Brennweite (bis kurz davor Blende 5.6 danach 6.7 an der K10D). Da braucht man schon eine ruhige Hand (oder den angesprochenen Bildstabilisator) um die nötige Schärfe zu erzielen. Eher im Weitwinkelbereich dagegen findet man vor allem bei flächigen Landschaftsaufnahmen eine leichte Vignettierung (Abschattung) im oberen Randbereich. Natürlich zeigt auch dieses Objektiv (und zwar bei jeder Brennweite) sichtbare chromatische Aberrationen an kontrastreichen Kanten. Diese fallen aber in der Regel auch nur bei Ausschnittvergrößerungen auf. Insgesamt bietet dieses Objektiv für den riesigen Zoombereich und den relativ günstigen Preis eine tolle optische Qualität, die den meisten Hobbyfotografen (ich lasse mal die sogenannten "ambitionierten Amateure" außen vor) völlig ausreichen dürfte.

Mechanische Qualität

Von der Haptik her, macht das Objektiv einen ordentlichen, wenn auch nicht "hochwertigen" Eindruck. Dieser ist bei Sigma den EX-Modellen vorbehalten. Trotzdem wirkt es nicht billig, wie frühere Einsteigermodelle. Der Zoombereich lässt sich zügig durchfahren, die Mechanik ist leichtgängig. Es gibt einen kleinen Schieber um das Objektiv zu verriegeln. Somit fährt es nicht von allein raus, wenn man beispielsweise die Kamera am Hals bammeln hat und rennen muss ;-). Die Umschaltung zwischen Autofokus und manuellem Fokus erfolgt dagegen an der Kamera. Die Gegenlichtblende hat seitwärts praktische Aussparungen zum Bedienen eines Polfilters.

Service und Garantie

Werksseitig bietet Sigma ein Jahr Garantie. Aber derzeit läuft in Deutschland eine Aktion mit der man sich für eine Registrierung als Nutzer auf der Webseite der Firma eine 3-Jahres Garantie sichern kann. In diversen Fotoforen liest man immer mal wieder von Dezentrierungen von Sigma Optiken, oder von sogenannten Backfokus Problemen. In so einem oder auch anderen Fällen kann das Objektiv zur Reparatur oder Justage kostenlos bei Sigma eingeschickt werden. Dies ist mir bisher (obwohl ich inzwischen 3 Sigma's habe) erspart geblieben.

Technische Daten

Maximale Brennweite (Weitwinkel): 18mm
Maximale Brennweite (Tele): 200mm
Kleinste Blende (Weitwinkel): 3.5
Kleinste Blende (Tele): 6.3 (wenn die Kamera es einstellen kann, bei mir 6.7)
Maße: 70mm Durchmesser x 78mm Länge
Gewicht: 385g
Filtergröße: 62mm
Nahgrenze: 45cm
Vergrößerung: 1:4,4

Peter versucht Fachchinesisch zu erklären, Wissende bitte überscrollen ;-)

Doch nun wie versprochen Erklärungen für die Werte und Abkürzungen in der Typenbezeichnung: Sigma 18mm - 200mm, 3.5 - 6.3 DC Asp. IF. Die 18mm - 200mm zeigen den Zoombereich an. Desto kleiner der erste Wert, umso größer der Weitwinkelbereich (also desto mehr passt aufs Bild). Ein 18mm Objektiv an einer digitalen SLR entspricht (bei einem Cropfaktor von 1,5) etwa einem Objektiv mit 27mm Brennweite an einer analogen SLR.

Was bitte schön ist der Cropfaktor? Der CCD-Sensor einer digitalen SLR ist in der Regel nicht so groß wie ein Kleinbildnegativ, sondern um einen bestimmten Faktor kleiner. In den meisten digitalen SLR's sind Sensoren von der Größe eines APS-Negatives, daher stammt die Betzeichnung APS-C Sensor. Dieser ist um den Faktor 1,5 kleiner als ein Kleinbildnegativ, und darum habe ich bei einer Digitalkamera mit dem gleichen Objektiv wie an einer analogen SLR, weniger Weitwinkel-, aber dafür mehr Telebereich. Denn aus den 200mm Brennweite im Telebereich (womit wir bei der zweiten Zahlenangabe wären) werden "gefühlte" 300mm (beim genannten Crop von 1,5). Neben Pentax haben Nikon und Sony diesen 1,5er Cropfaktor, Canon arbeitet mit 1,6 und Olympus sowie Leica mit Cropfaktor 2,0.

Doch nun zu den weiteren Werten, mit 3.5 - 6.3 wird die Lichtstärke (größtmögliche Blendenöffnung) bezeichnet. Desto niedriger dieser Blenden wert ist, umso lichtstärker ist ein Objektiv. Und wenn ein Objektiv lichtstark ist, kommt man mit einer geringeren Belichtungszeit bzw. Film- oder Chip-Empfindlichkeit aus. Dies würde hier aber zu weit führen, schließlich soll das ja kein Einsteigerkurs Fotografie werden ;-). 3.5 ist der Wert im Weitwinkelbereich, und 6.3 der Wert für den Telebereich. Mit zunehmender Telebrennweite wird das Objektiv also immer lichtschwächer. Einem Fachmann sagen die Zahlen, dass dieses Objektiv eher durchschnittlich (im Telebereich sogar nur unterdurchschnittlich) lichtstark ist.

Das DC steht bei Sigma für "Digital Camera" und bedeutet, dass dieses Objektiv aufgrund seiner Bauform nur noch an digitalen SLR's mit APS-C Sensor fehlerfrei funktioniert. Die DC-Objektive sind für solche Digitalkameras optimiert, was sowohl für das Gewicht als auch die Baugröße Vorteile mit sich bringt. Die Abkürzung "Asp." Steht für ASP (asphärische Korrektur). Die asphärische Korrektur der Optik behebt Abbildungsfehler und optimiert Schärfe und Verzeichnung über das gesamte Bildfeld. IF wiederum steht für Innenfokussierung. Bei innenfokussierten Objektiven erfolgt das Scharfstellen durch Verschieben von Linsen innerhalb des Objektivs. Dies ist vor allem beim Einsatz von Polfiltern wichtig.

Mein Fazit

Mit dem 18 - 200, ich kürze den Titel hier mal ;-), hat Sigma ein feines Universalzoom im Angebot. Wer nicht so oft wechseln möchte, oder aus anderen Gründen keine Wechselobjektive mitnehmen möchte, hat hier eine Optik, die für die meisten Anwendungsgebiete eine mehr als ordentliche Qualität bietet. Ich verwende dieses Objektiv schon seit über 2 Jahren relativ häufig und bin bisher sehr zufrieden. Neben dem von mir verwendeten Modell für Pentax, gibt es dieses Objektiv auch für Canon, Nikon, Sony (Minolta) und Sigma, nur nicht für Olympus. Die fehlende Lichtstärke vor allem im Telebereich kann man ein wenig mit einem Bildstabilisator ausgleichen, aber ansonsten verdient sich dieses Objektiv durchweg gute bis sehr gute Noten. Ich empfehle es daher als "Suppenhuhn" für alle Tage gern weiter, und keine Bange: es landet sicherlich in keinem Kochtopf ;-).....

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
No_Skin

No_Skin

09.12.2012 11:02

Schöner Bericht, wobei mir das Objektiv nicht so unbedingt zusagt. Farbverzeichnungen an den Ecken und Kanten gefallen mir gar nicht. Ebenso ist der Lupeneffekt bei meinem Exepmplar ganz schön stark.

Whitesnake83

Whitesnake83

20.11.2012 07:48

Finde die Beschreibung unter "wie kommt man dann auf Suppenzoom" perfekt getroffen. Den Hinweis beim Objektivwechsel habe ich vernommen und finde es positiv dass du darauf nicht vergessen hast. Ich wollte schon anmerken, dass du nicht geschrieben hast bei welcher Brennweite welcher Offenblendewert möglich ist, aber zum Schluss hast du es noch erwähnt. Mir fällt außer dass du die Nahgrenze brennweitenabhängig nicht erwähnt hast nichts ein, was ich zu der Optik mehr wissen wollen würde. Für mich wäre so eine Optik natürlich gar nix. Dafür ist es einfach zu günstig und einen zu großen Brennweitenbereich ab. Du hast das eh sehr gut am Anfang gesagt, dass du über ein Budget-Objektiv schreibst. BH

moosehead

moosehead

05.07.2012 08:30

Für meine Suche nach einem passenden Objektiv besonders hilfreich

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