Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Gutes Preis - Leistungs - Verhältnis und ausgereifte Auststattung |
| Kontra: |
für Fortgeschrittene und Profis zu wenig Möglichkeiten zur Feineinstellung |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Licht ins Dunkle bringen soll er, der Sigma EF-500 DG ST.
Damit wirbt der Hersteller und schickt das einfachste und günstige seiner im Sortiment angebotenen Blitzgeräte auf den Markt für ambitionierte Hobbyfotografen.
Folgt man den Sigma-Werbetextern, so ist der "Ein- und Ausschalter" das wichtigste, was ein Blitzgerät braucht. Der Fortgeschrittene weiss, dass dies nur für Einsteiger und Gelegenheitsfotografen stimmen kann.
Viel Licht - immerhin Leitzahl (Lz) 50 - für wenig Geld, das ist das Konzept des EF-500 DG ST, dem der Hersteller einen praktischen automatischen Blitz-Zoom verpasst hat. Grund genug, sich das Gerät einmal genauer anzuschauen.
Lieferumfang:
Geliefert wird das Blitzgerät in einem gold-roten Karton, gut gepolstert und innen in einer Plastikhülle vor Staub und Nässe verpackt. Beiliegend ist eine Schutzhülle aus Kunststoff, in welcher sich das Blitzgerät Staub- und Kratzsicher für den Transport in einer Fototasche einhüllen lässt: eine nice-to-have Beigabe, die der häufige Blitznutzer selten nutzen wird, aber auch nicht schadet.
Zwar Wasser-, leider auch Leserabweisend ist die mitgelieferte Bedienungsanleitung, ein ausgefaltet etwa einen halben Quadratmeter großes quadratisches Poster, mit sämtlichen Sprachen auf Vor- und Rückseite versehen. Wer die Spalte "Deutsch" gefunden hat, wird auf Gefahren im Umgang mit dem Gerät hingewiesen. Ausnahmsweise gebe ich zu: diese sind tatsächlich ernst zu nehmen! Später mehr dazu.
Das Blitzgerät:
Aus schwarzem Kunststoff - wie sämtliche Konkurrenprodukte - ist das Gerät gebaut. Dominiert wird die Vorderseite vom roten Transparenten "Auge", dem Suchlicht für zur Fokussierhilfe und Entfernungsbestimmung.
Die wichtigsten technischen Daten (Herstellerangaben) im Überblick:
- Leitzahl 50 (Iso 100/m bei 105mm Blitzkopf-Einstellung)
- 4 AA Batterien oder Akkus
- Aufladezeit 6 Sekunden mit Batterien, 4 Sekunden mit Akkus
- Blitzanzahl: ca. 220 mit Batterien, 100 mit Akkus
- Blitzdauer 1/700 Sekunde bei voller Leistung
- Gewicht 320 Gramm (ohne Batterien)
Der Blitzkopf:
- Neigefunktion -
Für das indirekte Blitzen lässt sich der Kopf des Gerätes neigen, vertikal und - sehr nützlich bei Hochformataufnahmen - auch horizontal.
Mit gedrückter Sicherungstaste lässt sich der Blitzkopf leichtgängig in vorgegebene Rasten verschieben. Das Prinzip hat Vor- und Nachteile, die aber erst dem professionellen Nutzer ins Gewicht fallen werden.
Hier die Angaben des Herstellers zu den Neigewinkeln und ihren Raststufen:
vertikal aufwärts: 0°, 60°, 75°, 90°
vertikal abwärts: 0° und -7° (praktisch, um ein sehr nahes Objekt mit Diffusor anzublitzen!)
horizontal rechts: 0°, 60°, 75°, 90°
horizontal links: 0°, 60°, 75°, 90°, 120°, 150° und 180° (!)
- eingebauter Diffusor -
Nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse und nützlich ist die eingebaute Streuscheibe (Diffusor) für Weitwinkelaufnahmen. Während bei einigen Blitzgeräten dieses Tool zusätzlich gekauft und aufgesteckt werden muss, lässt sich die integrierte Weitwinkelstreuscheibe einfach ausklappen. Automatisch stellt sich der Blitz auf einen Ausleuchtwinkel für ein 17mm-Objektiv ein, während sonst der Winkel dank automatischem Motorzoom entsprechend der Objektivbrennweiten 28 und 105mm verstellt werden kann.
- Blitzbetrieb -
Versieht man das Blitzgerät mit vollen Batterien (AA, Mignon) oder gleichwertigen Akkus, so ist der interne Blitzkondensator binnen 4 Sekunden geladen.
Ist das Gerät auf den automatischen Betrieb (E-TTL) eingestellt, so passt sich die auslösende Blitzleistung den Lichtverhältnissen an, die Steuerung übernimmt - bei TTL = Trough the Lens - die Kamera bei eingeschalteter Blendenautomatik.
Mit ausgeklapptem Diffusor und nach untem geneigten Blitzkopf liegt die Nahgrenze bei rund 0.5 Metern. Im Praxisbetrieb habe ich auch schon 40cm geschafft.
- Reichweite -
Der Fernpunkt liegt, bei Lz 50 und ISO 100
bei Objektivblende f/1.8 bei 27.8 Metern, bei f/5.6 bei 8.9 Metern.
Sigma bietet in der Bedienungsanleitung und im Informationsprospekt eine entsprechende Tabelle an.
Eine höhere Isozahl der Kamera erhöht die Blitzreichweite spürbar, so liegt es in der Natur der Sache.
- AF-Hilfslicht -
Das eingebaute AF-Hilfslicht ist kräftig, zwischen 0,7 Meter und 9 Meter (Herstellerangabe) beträgt seine Reichweite und hilft nicht nur in absoluter Dunkelheit das richtige (angezielte) Objekt sauber zu fokussieren.
- Zoom-Funkton des Reflektors -
Passend zur Objektivbrennweite (zwischen 28 und 105mm sowie mit ausgeklappten Diffusor bei 17mm) wird der Reflektorschirm motorisiert im Blitzkopf bewegt, um eine ideale Ausleuchtung des Motives zu erzielen. Leider ist der Zoom-Motor im Vergleich zu teueren Modellen namhafter Kamerahersteller etwas laut, aber erträglich.
- Weitere Funktionen -
Neben der Vollautomatik lässt der Blitz auch den Hi- und Low-Modus einschalten, in dem jeweils mit maximaler und minimaler Blitzleistung gearbeitet werden kann. Mit ein wenig Übung kann der ambitionierte Anfänger damit arbeiten, doch mit wachsender Erfahrung wird er eine Feineinstellung von Blitzleistung und Synchronisationszeit schnell vermissen.
Nun zur Praxis:
- meine persönliche Erfahrung -
Das Gerät kaufte ich bei meinen ersten Schritten als Pressefotograf aus Budget-Gründen. Eine hohe Lichtleistung, ein motorisierter Zoom und das ganze für wenig Geld, das war verlockend.
Bei eingeschalteter Programmautomatik (P) meiner digitalen Spiegelreflexkamera aus dem Hause Canon gab es mit dem Gerät keine Probleme, für den Einstieg in den Pressefoto-Alltag war es tatsächlich zu gebrauchen.
Helligkeits-Feineinstellungen wurden eben nicht am Blitz, wie bei professionellen Geräten möglich, sondern über die manuelle Belichtungskorrektur direkt an der Kamera eingestellt und dank E-TTL im Blitz umgesetzt.
Auch die Lichtleistung des Gerätes ist beachtlich, liegt sie doch im Bereich der professionellen Systemblitzgeräte.
Die vom Hersteller angegebene Blitzanzahl pro Batterie- oder Akkuladung scheint sich auf die Auslösung bei maximaler Leistung zu beziehen. Da diese im Alltag selten benötigt wird, erreichte ich bei 2000mAh-Akkus locker 400 bis 500 Auslösungen.
- Der Blitz im harten Arbeitsalltag: Bewertung aus der Praxis -
Nach gut einem Jahr der Dauernutzung, für welches das Gerät nicht ausgerichtet war, zeigte die eingebaute Frontscheibe des Blitzgerätes erste hitzebedingte Verfärbungen. Diese absorbierten das Blitzlicht, wodurch der Prozess sich selbst beschleunigte und die Frontscheibe eine 3mm x 3mm große Verfärbung in der Mitte der optischen Achse erhielt - eine Art Brandfleck.
Das tauchte bei meinen Kollegen, welche allesamt professionellere Blitzgeräte nutzen, erst später oder gar nicht auf und scheint ein Problem der Hitzeentwicklung und Fokussierung der Lichtstrahlen zu sein. Dem normalen oder engagierten Hobbynutzer wird dies in seiner Blitzlicht-Lebenslaufbahn nicht so schnell passieren.
- Ein treues Gerät und sein plötzliches Ende -
Kurz bevor ich das Gerät eingeschicken wollte - der wie immer sehr zuverlässige Sigma Kundenservice sicherte per Telefon eine schnelle und kostengünstige Reparatur (zwischen 5 und 10 Euro) zu - fiel mir das Gerät aus einer höhe von gut 2 Metern auf den Boden.
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Hiermit sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jedes elektrische Gerät, insbesondere Blitzgeräte, auch bei Betriebsspannungen von 6V mit weitaus höheren Strömen und Spannungen intern arbeiten können und Reparaturen nur vom Fachmann durchgeführt werden dürfen. Immerhin geht es hier um Eure Gesundheit:
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Da das Blitzgerät nun nicht mehr auslöste, jedoch der Fokus funktionierte, entschied ich mich entgegend aller ausdrücklicher Warnhinweise auf der Verpackung das Gerät aufzuschrauben.
Allein das Anlegen einer Entladungsleitung für den noch restgeladenen Kondensator löste einen kräftigen Lichtbogen aus, der auf der Platine einen Totalschaden anrichtete - die Blitzröhre war noch intakt ....
Fazit:
Für den Anfänger und ambitionierten Hobbyfotografen bietet das Gerät viel Leistung für wenig Geld. Dank eingebautem Motor-Zoom und Leitzahl 50 ist das Gerät tatsächlich nach dem Einschalten sofort einsatzbereit und arbeitet gut mit den Voll- oder Programmautomatikfunktionen von Digitalkameras zusammen!
Für Fortgeschrittene, die das Blitzgerät auch experimentell oder sogar im Studio eingesetzen möchten und sich mit Synchronisationszeiten und manuellen Belichtungseinstellungen auskennen, sei das Nachfolgermodell Sigma EF DG Super empfohlen.
| weitere Erfahrungsberichte |
Super einsteiger
Bewertung für Sigma EF-500 DG ST Mittenkontakt von
Ruefe
Pro: Preis
Kontra: einstellungsmöglichkeiten
Ich habe mir vor einer Weile einen solchen Blitz gekauft.
Eigentlich habe ich mich bloss aus budgetgründen dafür entschieden.
Der Blitz hat auf jeden Fall den Vorteil, dass damit problemlos indirekt belichtet werden kann.
Der Kopf ist komplett in jede ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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hilfreich
04.07.2006
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