Erfahrungsbericht über

Sigma SD 9

Gesamtbewertung (11): Gesamtbewertung Sigma SD 9

 

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SIGMAS großer Wurf, Digitale Spiegelreflex

5  11.01.2003

Pro:
Top Bilqualität

Kontra:
kein eingebauter Blitz

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


peter774

Über sich: Nun sind es fast 3 Jahre, seit ich das letzte Mal was schrieb. Sorry! Beruf, Web-Log usw. lassen ...

Mitglied seit:10.08.2001

Erfahrungsberichte:55

Vertrauende:29

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zu meinen Canon-Gehäusen hatte ich immer schon diverse SIGMA-Objektive im Einsatz. Diese sind häufig preiswerter als die Original-Objektive des Herstellers. Vor allem aber die Verarbeitung und die optische Qualität liessen mich immer wieder zu Sigma greifen.

Die Gehäuse hingegen hatten mich noch nie so recht überzeugt. Mein Interesse stieg aber, als ich vor gut anderthalb Jahren hörte, dass SIGMA eine revolutionäre Digitalkamera plant. Lange geisterte die SIGMA SD9 durch die Medien, kaum einer wusste mehr, als dass man bei SIGMA nicht auf die herkömmlichen RGB-Chips setzte, sondern auf den revolutionären Foveon-Chip.

So war ich also doppelt gespannt auf die neue SIGMA und konnte es gar nicht abwarten, eine entsprechende Kamera in die Hände zu bekommen. Kurz vor Weihnachten 2002 war es dann so weit.
Im Lieferumfang sind das Kameragehäuse, die Bedienungsanleitung, ein Netzteil, die Software, sowie ein PC-Kabel enthalten. Nicht enthalten sind Akkus/Batterien und ein Objektiv. Ich habe die Kamera mit dem 15-30 mm Autofokus von SIGMA getestet.

Zum Betrieb benötigt man zwei Batteriesätze, einmal einen Satz (2 Stück) CR123A Lithium-Batterien für die Kamerafunktion und einen weiteren Satz für die digitale Bildaufzeichnung. Hier können zwei 3 Volt Lithium eingesetzt werden oder vier 1,5 Volt Mignon-Zellen.
Desweiteren benötigt man noch ein Speichermedium vom Typ Compact-Flash (Typ II). Ich benutze ein 1 GB-Micro-Drive von IBM.

Mit Objektiv und Batterien bestückt, kann man dann auf die Fotopirsch gehen. Die SIGMA liegt ausgesprochen gut in der Hand und das Gehäuse macht einen hochwertigen, professionellen Eindruck. Die Verarbeitung ist exakt und passgenau, nichts wackelt oder klappert. Die Bedienungselemente sind logisch und übersichtlich angeordnet. Ein Blitz ist in die Kamera nicht eingebaut, sodass man hier auf einen externen Blitz zurückgreifen muss. Ein entsprechender Blitzschuh ist vorhanden.

Das revolutionäre an der Kamera ist der eingesetzte Foveon-Chip. Bei den bisher üblichen RGB-Chips liegen die licht- und farbempfindlichen Zellen nebeneinander in einer Art Mosaik. Allein der Abstand der unterschiedlichen Farbzellen bedingt ein gewisses Raster. Überdies liefert jedes Pixel nur einen Farbwert und die beiden anderen Farbwerte müssen von der Elektronik aus den benachbarten Pixeln errechnet werden. Hieraus resultiert eine Auflösungsgrenze die spürbar ist.
Beim Foveon-Chip liegen drei licht- und farbempfindliche Schichten übereinander. Dieser Chip hat mehr als 3,4 Mio. Pixel. Jedes Pixel kann also jede der drei Farben wahrnehmen, was einer Vervielfachung der Auflösung gleichkommt. Ähnlicher waren die Chips dem mehrlagigen Aufbau chemischer Filme noch nie.

Was nutzt einem aber alle graue Theorie? Ausprobieren heisst die Devise!
Die von mir gemachten Testbilder waren alle absolut einwandfrei. Im Vergleich zu einer Minolta-Dimage 7 (neue Software) erschienen die Bilder durchweg schärfer und kontrastreicher. Die Auflösung ist überraschend gut und ich bin hellauf begeistert!
Am Anfang war ich noch skeptisch gewesen, dann hat mich aber das Ergebnis vollauf überzeugt.

Anzumerken bleibt, dass man Bilder nur im RAW-Format abspeichern kann. JPG und TIFF sind ein Fremdwort. Erst nach dem Überspielen auf den PC (Firewire oder USB) kann eine Konvertierung vorgenommen werden. JPG fehlt wirklich, das merkt man vor allem wenn nach 125-128 Bildern das Minidrive schon voll ist. Bei meiner Minifestplatte geht das ja noch, was aber, wenn jemand nur eine 128 MB-Karte sein eigen nennt? Dann ist nach 16 Bildern Schluß! Mit JPEG wären es 32 oder sogar rd. 50 Bilder je nach Auflösung und Kompression.

Der Sucher ist hell und übersichtlich, der Monitor mit 130.000 Pixeln bietet zahlreiche Informationen und Darstellungsmöglichkeiten. Ich habe die klare Optik sehr genossen.

Mein Fazit: Die Kamera ist bestens ausgestattet, absolut gut zu bedienen, so wie man es von Kameras der semiprofessionellen Klasse gewöhnt ist. Überzeugt hat mich vor allem die Bildqualität. Da muss ich bei Nikon, Canon & Co. doch ein paar deutliche Tausender mehr ausgeben, um etwas Vergleichbares zu bekommen.
Die Sigma kostet knapp 2000 Euro, derb zu erwartende Straßenpreis dürfte bald bei 1700 Euro liegen. Etwa 150 Euro muss man noch für ein Objektiv rechnen und die Akkus/Batterien schlagen mit rund 65 Euro zu Buche.
Was mir nicht so gut gefällt ist dass kein Blitz eingebaut ist. Für richtiges Blitzen muss zwar eh ein externer Blitz her, aber manchmal tun die eingebauten als Aufheller und im Nahbereich doch recht gute Dienste.

Ich habe bewusst nicht im Einzelnen die Lage und Funktion der Bedienelemente beschrieben. Diejenigen, die sich für eine solche Kamera in diesem Preissegment interessieren, dürften sich soweit auskennen, dass sie mit der nachfolgenden Aufstellung der technischen Daten bestens zurecht kommen:

Auflösung: 2268 x 1512 (ca. 3,4 Mio) Pixel dreilagig
Sensor: 20,72 x 13,81 mm
Farbtiefe: 36 Bit intern/extern
Speicherformat: nur RAW

Bildfolge: knapp über 2 Bilder/Sekunde, 6 in Serie
Einschaltverzögerung: 0,60 Sekunden

Verschlusszeiten: 1/6000 – 15 sec. B
Belichtungsmessung: Matrix, selektiv und Integral
Bildsteuerung: per RAW Farbe, Schärfe und Kontrast
Steuerung: Zeitautomatik, Blendenautomatik, Programmautomatik oder Blende und Zeit manuell
Fokus: Autofokus oder manuell
Empfindlichkeit: 100, 200, 400 ISO
Weißabgleich: automatisch oder manuell

Maße: 151 x 121 x 79 mm, ca. 810 Gramm Gewicht (ohne Objektiv u. Akkus)

Abschliessend: Auf so eine Kamera habe ich lange gewartet und bin sehr zufrieden damit. Ich würde mir diese Kamera sofort wieder kaufen und kann sie wirklich nur empfehlen. Immerhin bekommt man eine Spiegelreflexkamera und kann die Objektive entsprechend wechseln.
Die Bildqualität ist absolut top. Die Ausstattung der Kamera entspricht dem üblichen. Die wenigen Kritikpunkte kann ich gut verschmerzen.
Eine absolutes Top-Produkt aus dem Hause SIGMA.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
joeywet

joeywet

23.07.2003 15:31

Sensationeller Bericht zu einem sensationellen System, welches ich als Analogfotograf schon fast mit Schrecken betrachte.

gerd1978

gerd1978

30.01.2003 00:58

Der beste Bericht den ich zu diesem Thema gelesen habe.

grantlsack

grantlsack

29.01.2003 18:21

dass die bilder unkomprimiert vorgehalten werden, würde mich schon arg stören... gruss vom sigmasack :-)

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Bewertungen
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  1. joeywet
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