Heute will ich einmal über die Kamera Sigma SD 9 berichten. Ich habe die Kamera vor ca. 1 Jahr gekauft, und muss sagen das ich sehr zufrieden damit bin. Ich habe die Sigma zusammen als Set gekauft. Dieses beeinhaltet das 24-70/3,5 - 5,6 HF Objektiv von Sigma, eine 512 MB Speicherkarte, ein Ladegerät mit 4 AA Batterien, sowie ein Kartenlesegerät mit USB. Für das Set habe ich 1779 € bezahlt, ein Haufen Geld aber ich musste diese Kamera unbedingt haben:-) Die Kamera kam zu der Zeit ganz neu auf dem Markt, aber ich glaube sie ist momentan wesentlich günstiger zu haben, da es schon die SD 10 als Nachfolger gibt .
Hier erstmal die technisch relevanten Daten:
Speichermedien: Compact Flash Typ I/II, IBM MicroDrive
Objektivanschluss: Sigma SA Bajonett (alte Objektive lassen sich nicht anschliessen)
Bildsensor: FOVEON X3
Farbrezeptoren: 10. 29 Mio.
Pixel Total: 3,54 Mio. X3 Vollfarben Pixel
Pixel Effektiv: 3, 43 Mio. X3 Vollfarben Pixel
Aufzeichnungsformat: RAW (12 bit)
Schnittstellen: Firewire IEEE1394, USB, Video Ausgang
ISO Empfindlichkeit: 100, 200, 400
Verschlusszeiten: 1/6000 sek. bis 15 sek., (ISO 100); 1/6000 sek. bis 1 sek. (ISO 200,400)
Externe Blitzsynchronisation: Sucherschuh mit Zündkontakt sowie Steuerkontakten für speziell abgestimmte Blitzgeräte.
LCD Monitor: 4, 5 cm Diagonale, Niedertemperatur-Polysilizium TFT Farb LCD, ca. 130.000 Pixel.
Stromversorgung: Zwei 3-V Lithiumzellen (CR 123 A) sowie zwei 3-V Lithiumzellen (CR-V3) oder vier Alkaline NiMh Mignonzellen oder 4 NiCd Mignonzellen. Und natürlich auch Netzversorgung
Bedienungsanleitung: Sehr einfach und intuitiv. Jeder Schritt und jede Funktion wird in der wirklich sehr guten Anleitung beschrieben.
Einlegen der Batterie: Zunächst etwas ungewohnt, da die Batterien an zwei verschiedenen Stellen eingelegt werden müssen. Zunächst gibt es ein Batteriefach für den mechanischen Teil der Kamera an der Unterseite. In dieses Fach gehören zwei 3-V Lithium Batterien (CR123A), die leider sehr teuer sind. Sie halten aber relativ lange, habe sie bis jetzt noch nicht auswechseln müssen. Ich habe mir trotzdem schon Ersatzbatterien besorgt, für den Fall der Fälle (gibts bei Conrad etwas günstiger als im Fachmarkt). Des weiteren gibt es ein Batteriefach für den Betrieb des Farbmonitors an der Seite der Kamera. In dieses kommen 4 AA Batterien oder 2 CR-3V Lithiumakkus. Die CR-V3 Akkus sind sehr teuer, und ich benutze deshalb eigentlich auch nur die (aufladbaren) 4 AA Batterien.
Batterie Statusanzeige: zeigt meistens schon sehr früh dass die Batterie leer ist. Es gibt eine Anzeige für den mechnischen Teil und eine für den Bildschirm.
Ansetzen und Entfernen des Objektivs: Gestaltet sich mit dem Sigma Bajonett sehr einfach. Man muss einfach nur den roten Punkt am Objektiv mit der roten Markierung an der Kamera verbinden, das Objektiv sanft einrasten lassen und im Uhrzeigersinn drehen bis es einrastet.
Einsetzen der CF Karte: Geht manchmal etwas schwer, besonders wenn man einen schnellen Wechsel der Karte machen muss.
Alle Bilder der Kamera werden im sogenanntem RAW - Format aufgezeichnet, die man dann später mit der beliegenden Software umwandeln kann (z.B. ins jpg Format). Das RAW - Format ist ein verlustfreies Format, und lässt sich mit der Software sehr leicht und schnell umwandeln.
Im Bildzählwerk kann man die Anzahl der Bilder sehen, die mit der Kamera aufgenommen wurden und auf der CF Karte aufgezeichnet wurden. Es gibt drei verschiedene Aufnahmequalitäten: 1. HI 2268 x 1512 Pixel (~ 8 MB) 2. MED 1512 x 1008 Pixel (~ 4 MB) 3. LOW 1134 x 756 Pixel (~ 2 MB). Für einen Ausdruck im 9 x 13 oder 10 x 15 Format reicht die MED Qualität eigentlich völlig aus.
Die Bilder werden entweder direkt von der Kamera mit der USB oder Firewire Schnittstelle auf den PC übertragen, oder indirekt mit einem Kartenlesegerät (so mache ich es) transferiert.
Für alle Brillenträger hat Sigma einen Dioptrienausgleich eingebaut, welcher von - 3,0 bis + 1,0 Dioptrien geht. Diesen habe ich nicht ausprobiert, da ich kein Brillenträger bin. Ich hab mir aber sagen lassen dass er sehr leicht einzustellen ist.
Der Sucher der Kamera ist ein sogenannter Sportsucher, mit den man das Motiv horizontal und vertikal sehr genau ausrichten kann. Sigma hat einen Rahmen in den Sucher eingebaut, der genau den sichtbaren und nicht sichtbaren Bereich des Motivs zeigt. Der Auslöser hat zwei Druckpunkte, halb gedrückt wird das Autofokus- und Belichtungssystem aktiviert, ganz gedrückt wird der Verschlussablauf aktiviert. Die Verzögerung ist sehr kurz, und es gibt auch die Möglichkeit der Serienaufnahme (dazu später mehr).
Die Belichtungsprogramme:
a) Programmautomatik; bei diesem Programm macht die Kamera alles alleine. Sie stellt die richtige Belichtung und die richtige Blende ein. Es besteht allerdings noch die Möglichkeit der sgn. Programmverschiebung. Bei dieser lassen sich die Einstellungen noch etwas modifizieren. Beim drehen am Zentralrad können nun verschiedene Kombinationen aus Verschlusszeit und Blende ausgewählt werden.
b) Zeitautomatik; bei diesem Programm wird die Verschlusszeit der Kamera automatisch eingestellt. Die Blende wird manuell eingestellt. Sehr praktisches Programm um eine grössere Tiefenschärfe zu erzielen.
c) Blendenautomatik; die Kamera wählt die Blende zur passenden Verschlusszeit.
d) Manueller Belichtungsabgleich; Alle Einstellungen erfolgen manuell. Für Fotografen die der Automatik nicht vertrauen, und lieber selbst "Hand" anlegen wollen :-)
e) Bulb Einstellung; bei sehr langen Belichtungszeiten (max. 15 sec.). Für Nachtaufnahmen oder Objektiv die sehr lichtschwach sind.
Der Autofokus:
Der Autofokus funktioniert in der Regel sehr genau, allerdings gibt es auch ab und zu Probleme damit, und stelle die Schärfe lieber von Hand ein. Bei Innenaufnahmen benutze ich meist lieber die manuelle Einstellung, oder auch bei Sportaufnahmen...
Es gibt 3 Betriebsarten des Autofokus:
1.) "C" - oder auch Schärfepriorität: Bedeutet dass die Kamera erst auslöst wenn die Schärfe korrekt eingestellt ist. Eine Einstellung die ich eigentlich gar nicht benutze, da die Kamera bzw. der Autofokus bei dieser Einstellung sehr träge reagiert.
2.) "S" - oder auch Schärfenachführung: Die Kamera berechnet die Schärfe kontinuierlich nach. Eine Einstellung die sehr auf Kosten der Batterie gehen kann.
3.) Manuelle Einstellung: Der Autofokus ist deaktiviert.
Die Betriebsarten der Kamera:
a) Einzelbild, es wird nur ein Bild gemacht.
b) Serienbild (bis zu 2, 5 pro sek.; je nach Bildqualität)
c) Selbstauslösung; praktisch bei Gruppenbildern bei den man selber im Bild sein möchte (2 oder 10 sek. Verzögerung des Auslösers)
d) Spiegelvorauslösung; dient zu Vermeidung von Vibration bei Aufnahmen mit sehr langer oder sehr kurzer Brennweite (Makro/Tele)
Wie kann man die Bilder überprüfen, löschen, bearbeiten etc...
Es gibt eine sgn. Sofortvorschau, bei der die soeben gemachten Bilder entweder 2, 5, oder 10 Sekunden im Bildschirm angezeigt werden. Sehr praktische Funktion, bei der man gleich sehen ob das Bild gefällt oder nicht. Wenn das Bild nicht gefällt, kann man es sofort löschen. Ein großer Vorteil der Digitalfotografie, wie ich schon bemerken musste.
Des weiteren gibt es noch einen Überprüfungsmodus bei der man die Bilder wie bei einer Diaschau ansehen kann. Es gibt verschiedene Modi, wie z. B. den Kontakbogen Modus, bei den alle Bilder in einer Minivorschau gezeigt werden. Wie auch beim "echten" Kontaktbogen analoger Bilder. Beim Einzelbildmodus besteht die Möglichkeit der Ausschnittvergrößerung. Eine sehr praktische Funktion, bei der man sehen kann ob einzelne Strukturen des Bildes auch wirklich "scharf" sind.
Histogramm: Sehr professionelle Funktion, bei der alle Informationen des Bildes angezeigt werden, wie z. B. die drei Farbkanäle, Helligkeitsniveau, Brennweite, Bildgröße, Belichtungsprogramm etc...
Wie kann man die Bilder übertragen ?
Nun, hier gibt es einige Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit wäre das mitgelieferte
USB Kabel, das mit dem PC direkt verbinden kann. Dauert sehr lange, deshalb ich bevorzuge ich die Möglichkeit die Compact Flash Karte mit einem externen Kartenlesegerät zu nutzen. Des weiteren gibt es noch die Möglichkeit des seperat zu erwerbenden Fire - Wire Kabels. Habe ich keine Erfahrung mit, soll aber laut Sigma viel schneller in der Bildübertragung sein. Die Bilder auf dem PC lassen sich mit der beliegenden Software in ein platzsparenderes Format (z. B. jpeg) umwandeln. Nun kann man die Bilder entweder selber drucken, oder in ein Fotogeschäft, Schlecker etc. abgeben. Ich finde aber die Möglichkeit die Bilder selber zu drucken viel besser, da man nicht tagelang auf seine Bilder warten muss, und die Kosten eigentlich viel niedriger sind, bzw. sein können (Beispiel: Tinte selber nachfüllen; geht sehr gut, und spart eine Menge Geld - vielleicht schreibe ich darüber auch mal ein Bericht).
Fazit: Die Sigma SD 9 ist eine sehr gute Kamera mit guter Bildqualität und guter Verarbeitung für den semiprofessionellen Anwender, zu einem noch akzeptablem Preis (der sicherlich noch fallen wird, oder schon gefallen ist). Nachteil bei der Kamera ist, dass man nur die neuen Objektive mit dem Sigma SA Bajonett benutzen kann, die teilweise doch recht teuer sind. Alte Sigma Objektive lassen sich an die Kamera nicht anschliessen, vielleicht gibt es ja bald einen Adapter dafür ??!! Weiterer Nachteil ist meiner Meinung nach das umständliche Umwandeln der RAW Dateien in ein platzsparenderes Format.
18.10.2004 18:00
Die SD 9 ist letzten Monat in einem Set mit den 18-50 mm Objektiv für 650 bis 700 Euro (je nach Händler) abverkauft worden. Inzwischen heißt es bei vielen Anbietern "nicht mehr lieferbar". --- Die Formulierung "Der Autofokus funktioniert in der Regel sehr genau, allerdings gibt es auch ab und zu Probleme damit..." gefällt mir nicht. Du solltest schon beschreiben, wann es nicht funktioniert. Gruß, Jürgen