Eingekreist
01.11.2007
Pro:
Intelligent und spannend gewobenes Suspense - Garn
Kontra:
Stellenweise vielleicht etwas dick aufgetragen
Empfehlenswert:
Ja
 Tut_Ench_Amun
Über sich:
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Die Produktion von "Signs - Zeichen" ging seinerzeit im Trubel um Nine-Eleven etwas unter, dennoch zog Erfolgsregisseur, Autor und Zungenbrecher M. Night Shyamalan ("The sixth Sense", "Unbreakable", "The Village") sein bis dato drittes Projekt unbeirrbar durch. Zum endgültigen Kinostart 2002 lag Amerika immer noch voll in den Nachwehen des Terroranschlags, nach Spannungskino stand damals wohl kaum jemand so sehr der Sinn. Vielleicht ein Grund, warum "Signs" an der Kinokasse nicht ganz die Beachtung und den Erfolg einheimste, den man eigentlich hätte erwarten dürfen. Die DVD ist jedenfalls recht zügig erschienen und längst keine Neuerscheinung mehr, sie wird bereits seit 2003 durch Buena Vista / Touchstone auch in Deutschland vertrieben. Zur Story Ex-Pfarrer Graham Hess ist vom Glauben abgefallen. Der Veterinär des kleinen Mittelwesten-Kuhkaffs, hat seine Frau bei einem Autounfall so schwer verletzt, dass sie noch um Unfallort starb. Seither hat Graham sein Priestergewand an den Nagel gehängt und lebt zurückgezogen mit seinen beiden Kindern und seinem Bruder Merrill auf seiner Farm. Alpträume plagen ihn ständig und ein paar Rowdies der Dorfjugend fanden es in der Vergangenheit anscheinend höchst amüsant, der gebeutelten Familie mit ihren dummen Scherzen auf den Nerven herumzutanzen. Diesmal haben sie aber wohl übertrieben, als sie in den Maisfeldern riesige Ornamente aus geometrischen Figuren anlegten. Der weibliche Sheriff traut den Trotteln das jedoch von Anfang an nicht so recht zu. Doch wer schleicht nachts auf dem Hof herum, sogar hoch oben auf dem gegenüberliegenden Scheunendach und peilt durch die Fenster herein?
Graham und Merrill versuchen den bzw. die Täter dingfest zu machen. Ohne Erfolg. Ihre Personenbeschreibung, die sie der Dorfpolizistin am nächsten Morgen geben können ist bestenfalls vage. Groß, schlank, sportlich... mit einem Satz auf dem drei Meter hohen Dach und hernach im angrenzenden Maisfeld entschwunden. Beachtliche Leistung, die verständlicherweise auf Unglaube seitens der Ermittlerin stößt. Und warum sind die beiden Hofhunde seit dem Auftauchen der Kreise so aggressiv, dass einer sogar Tochter Bo angreift und von ihrem Bruder Morgan quasi in Notwehr getötet werden muss? Epidemische Kornkreis- und UFO-Sichtungen weltweit schüren Hysterie, doch im Gegensatz zum Rest der Welt, inklusive seiner Familie, gibt Graham nichts auf die Alien-Theorie. Bis sich seine Meinung nach einer weiteren nächtlichen Verfolgungsjagd im Maisfeld zu ändern beginnt. Er hat etwas gesehen, was seinen Glauben erneut auf eine harte Probe stellt. Eindrücke Shyamalan wird gerne als neuer und moderner Hitchcock bezeichnet. Sichtlich geschmeichelt wiegelt der bescheiden wirkende Filmemacher stets ab, gesteht aber, dass der olle Alfred es ihm sehr angetan hat. Das merkt man auch bei "Signs" wieder. Shyamalan spielt mit der Wahrnehmung und Erwartungshaltung des Zuschauers fast nach Belieben, so wie es der Altmeister so gern tat. Diesmal hat er sich ein fast schon typisches "X-Files"-Szenario ausgedacht und man würde sich nicht wundern, wenn Mulder und Scully plötzlich durchs Maisfeld gejoggt kämen. Stattdessen muss man mit einem hervorragend spielenden Ensemble aus Mel Gibson, Joaquin Phoenix, Rory Culkin und Abigail Breslin Vorlieb nehmen. Im Prinzip dreht sich die ganze Geschichte nur um diese 4 Personen und die Farm (dessen viktorianisches Haus irgendwie an "Psycho" erinnert). Neben der Dorfpolizistin Pattis und einiger unwichtiger Nebenrollen, tritt noch der Maestro selbst als Veterinär auf. Auch etwas, was Syamalan mit Hitchcock gemein hat.
Spannung und auch ein gerüttelt Maß an Grusel entstehen bei seinen Filmen nicht plakativ, sondern subtil. Allein schon dadurch, dass er Dinge nur kurz - fast schattenhaft - andeutet und alles andere der Phantasie des Publikums überlässt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Geräuschkulisse - und auch die Filmmusik zerrt gehörig an den Nerven. Allesamt Stilmittel, welche nicht nur der nun schon oft herbeizitierte Hitch, sondern beispielsweise auch John Carpenter ("The Fog" - Nebel des Grauens) oder Chris Carter ("The X-Files" - Akte X) gern und erfolgreich eingesetzt haben. Tatsächlich ist Shyamalan näher an Letztgenannten, denn auch bei ihm muss man immer mit allem, besonders aber dem Auftreten des Übersinnlichen rechnen. Bei "The sixth Sense" war es das Jenseits, bei "Unbreakable" Superhelden-Kräfte - bei "Signs" sind es halt Außerirdische. Dabei erzählen seine Geschichten durchweg nicht nur Übersinnliches zum Gruseln, es stecken dahinter stets ganz menschliche Dramen und ein tieferer Sinn. Eine Moral, fast wie im Märchen. DVD und Bonusmaterial Für eine Single-Disk ist der Silberling geradezu üppig ausgestattet. M. Night Shyamalan packt schon gewohnheitsmäßig jede Menge Zeugs auf die Scheibe, wenn's geht. Leider fehlt ein Audiokommentar, der würde die Ausbeute perfekt machen. Ansonsten gibt es eine ganze Palette Featurettes, welche alle wichtigen Aspekte des Films abdecken: Konzept, Drehbuch, FX, Musik etc., dazu ein Multi-Angle Beitrag, Nicht verwendete Szenen und last but not least Shyamalans ersten Alien-Kurzfilm. Insgesamt sehr sehenswert. Bild und Tonqualität des Hauptfilms sind auch über jeden Zweifel erhaben. Ehrensache.
Fazit Wie schon seine vorherigen Werke, ist "Signs" wieder erstklassig, schaurig-schönes Spannungskino. Dabei bleibt er alten Tugenden treu und erzeugt die gewollten Effekte lieber mittels seiner Erzählweise. Er übertüncht die Story nicht durch massenhafte CGI-Trickschlachten oder bluttriefendem, Gedärme quellenden Horror. Im Vordergrund stehen die Figuren, der Schrecken den sie (und der Zuschauer mit ihnen) durchlebt, schleicht subtil aber dann energisch empor. Wer auf Hitchcock, "Akte X" und "Twin Peaks" abfährt, dem sei dieser Film besonders dringend ans Herz gelegt. Zumal die vergleichsweise üppig ausgestattete Single-DVD meist bereits unter 10 Euro gehandelt wird. Das ist sie allemal wert. Die DVD-Daten auf einen Blick: OT: "Signs" USA 2002 Genre: Suspense/Thriller Buena Vista/Touchstone, 2003 Single-Disk, Regionalcode 2 - FSK 16 Bonus: Div. Trailer, Deleted Scenes, Making Of Featurettes (OmU), Kurzfilm (OmU) Laufzeit: ca. 102 Minuten, Bonus ca. 45 Min. Bildformat: 16:9 Widescreen (1 : 1,85) Tonformat: DTS, DD5.1 (Deutsch, Englisch)
Produktion, Drehbuch und Regie: Night M. Shyamalan Kamera: Tak Fujimoto Musik: James Howard Newton Darsteller u.a: Mel Gibson (Graham Hess), Joaquin Phoenix (Merrill Hess), Rory Culkin (Morgan Hess), Abigail Breslin (Bo Hess), Night M. Shyamalan (Ray Reddy)
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16.03.2008 19:59
Der Film gehört nicht zu denen, die ich gern gesehen habe und unbedingt wiedersehen muss. Trotz alledem super Bericht. ;o)
08.12.2007 18:56
SH LG Superhubert
09.11.2007 23:47
Klasse Story, Klasse Darsteller einfach ein Klasse Film, den man sich auch ruhig mehrmals antun kann :)! Grüße