... sind wir wirklich alleine im Universum ...?
13.09.2002
Pro:
Aufnahmen, Schauspieler, Story
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 Scarrab
Über sich:
Mitglied seit:21.03.2001
Erfahrungsberichte:45
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nun saß ich wieder im Kino, schön langsam hatte ich das Gefühl der Sitz 14 in der letzten Reihe sollte eigentlich meinen Namen besitzen, so oft wie ich darin sitze ... *lächelt* ... Mal sehen on sich dieses durchziehen läßt. Wie auch immer ich saß wieder drin und wartete auf einen weiteren Film, diesmal angeblich etwas Mysteriöses mit Mel Gibson und Joaquin Phoenix in den Hauptrollen. Diese beiden spielen zwei Brüder Graham und Merrill, die zusammen mit den beiden Kindern von Graham auf einer großen Farm leben. Alles sieht nach einer ruhiger und angenehmer Zeit – bis eines Tages mysteriöse Zeichen in form von riesigen Kornkreisen in ihren Feldern auftauchen. Dazu kommen noch unedefinierbare Personen, die sich auf dem Anwesen befinden und die keiner zu sehen bekommt. Aufgewüllt durch diese rätselhaften Vorkommnisse erfahren die vier, dass genau dieselben Zeichen über die ganze Erde verstreut gefunden werden. Die Symbole tauchen überall auf und verursachen eine richtige Medienhysterie, es dreht sich plötzlich alles nur um die Kornkreise und die auftauchenden Lichter am Himmel. In dieser Verwirrung versuchen Graham mit seinen Kinden und seinem Bruder all die Zeichen richtig zu deuten.
Mehr sollte ich hier nicht verraten, schließlich ist es immer am besten selbst vor der Leinwand zu sitzen und sich vom Film fesseln zu lassen. Der Regisseur von "The Sixth Sense" greift hier wieder auf ein rätselhaftes Thema, etwas das uns zwar bekannt, aber nicht unbedingt klar sein muss. Natürlich kennen wir alle irgendwelche Aussagen von Wissenschaftlern, die belegen, dass solche Kornkreise nur das Werk von Menschen sein sollen. Doch fragen wir uns nicht immer, ob das wirklich stimmt ? Zweifeln wir nicht manchmal an solchen Aussagen ? Genau diese Zweifel beschäftigen auch die Figuren dieses Films. Was hat das Ganze zu bedeuten, wie ausgerechnet hier ? Durch weitere Vorkommnisse werden diese Fragen nicht beantwortet, sie werden noch komplizierter, schließlich glauben wir alle nicht an außerirdische Lebensformen. Genau diese Art des Denkens verfolgt die Zuschauer durch den ganzen Film, was passiert, was geschieht als nächstes ? Diese Unwissenheit steigert die Spannung.
Wie erwartet ist die Aufnahmetechnik entscheidend für den ganzen Film. Die Macher wechseln hier häufig und gerne zwischen den einzelnen Ansichten. Mal wird die Kamera ganz nah an den Figuren geführt, erzeugt dadurch eine schnelle Bewegung, schon fast Hektik. Hier wartet der Zuschauer angespannt auf einen entscheidenden und vielleicht erschreckenden Moment. Passiert jetzt etwas ? Diese Art des Filmens baut die Spannung auf, als Zuschauer erwartet man förmlich eine unvorbereitete Aktion. Auf der anderen Seite zeigen die Künstler herrliche Übersichten und weite Aufnahmen. Hier scheint das Bild beinahme zu stehen, so als wären die Personen Ziel einer Beobachtung. Dadurch wird aber kaum die Spannung der Handlung geringer, in diesen Momenten kann sich der Zuschauer einfach zurücklehnen und genießen. Die ungewöhnliche Kombination aus beiden Techniken schafft eine abwechslungsreiche und interessante Form, auf keinen Fall zu hektisch, auf keinen Fall zu starr. Für mich persönlich wunderbar gewählt und umgesetzt. Die musikalische Unterstützung läßt sich nur schwer beschreiben. Ich muss gestehen, die ersten Minuten war ich richtig enttäuscht, wo bleibt denn das große Kino mit seinen unglaublichen Fähigkeiten. Kein überragend guter Sound, einfach nur Stimmen und Klänge. Doch nach einigen Minuten ist mir aufgefallen, dass die Hintergrundgeräusche unheimlich stark ausgeprägt sind. Und das Ganze natürlich in der heutzutage üblichen Technik. So konnte ich die Bewegung des Windes, der Bäume, der Maishalme hören, hier und da ein tierischer Ausruf weit weg vom Geschehen. Und je länger ich zuhörte, desto interessanter wurde alles. Ich denke, auf diese Art und Weise wollten die Macher das vermitteln, was für die Hauptfiguren nicht zu sehen war, und was sie trotzdem wahrgenommen haben. Eine interessante Lösung, hier bin ich von der Idee und der Umsetzung wirklich überrascht. Zur restlichen musikalischen Unterstützung läßt sich leider nicht sehr viel sagen, für mich nicht besonders ausgeprägt, mit keinen interessanten oder im Gedächtnis bleibenden Melodien.
Wie erwartet spielt Mel Gibson seine Rolle als Graham Hess überzeugend und ruhig. Er ist der Kopf der ganzen Farm, Vater von zwei Kindern und der ruhige Pol der Familie. Wie von ihm gewohnt erzeugt er eine gewisse Sympathie und scheint diese zu genießen. Er ist der jenige, der so lange wie nur möglich nicht an die Symbole glaubt. Obwohl er die meisten dieser Zeichen wahrnehmen kann. Seine Zweifel lassen ihn einfach nicht daran glauben, was er sieht. Genau diese Rolle verkörpert M. Gibson richtig gut, er ist weder ein Held noch ein Übermensch, einfach eine Figur, der seiner Verantwortung nachkommt und innerlich einen kleinen Kampf zwischen "Sehen" und "Glauben" führt. Und dies kann man ihm auch ansehen. Sein Bruder Merrill wird von J. Phoenix dargestellt, den wir schon aus "Gladiator" kennen. Hier ist er aber ein ganz normaler Mensch, der mir persönlich ganz gut gefallen hat. Unsicher, irgendwie eigenartig, genau so spielt er auch seine Rolle. Durch eine gewisse Zuniegung zu Grahams Kindern erzeugt er eine familiäre Athmosphäre, die man als Zuschauer auch merkt. Für mich eine tolle Besetzung. Die beiden Hauptdarsteller sind von Grund auf verschieden und passen doch so gut zusammen, eine gelungene Wahl. Zudem ist zu bedenken, dass beide nicht nur bekannt, sondern auch richtig gut sind, und da braucht manchmal ein Film. Um ehrlich zu sein, am Anfang des Films hatte ich das Gefühl, er zieht sich unheimlich in die Länge. Es passierte zwar ständig etwas, doch dieses etwas verlief flach und erzeugte bei mir kaum Spannung. Ich erwischte mich schon dabei, dass ich begann fast mich zu langweilen. Plötzlich änderte sich alles, ich wartete mit Spannung auf die nächste Überraschung, verfolgte neugierig die Bilder und machte mir ununterbrochen Gedanken, wie es weiter geht. Das komische ist, ich weiß nicht genau, ab welchem Punkt sich alles gewändert hat, vielleicht habe nur ich dies wahrgenommen, vielleicht wahr jeder andere Zuschauer von Anfang an mit Leib und Seele dabei. Ich fand den Anfang zwar nicht überflüssig, oder langweilig, doch er hat mich nicht überzeugt, hier habe ich mehr erwartet. Allgemein betrachtet finde ich den Film wirklich gut, interessant umgesetzt, gut an den Zuschauer gebracht und mit einer Geschichte, die durchaus zum Nachdenken gibt. Wieso sind wir Menschen nur so sicher, dass wir die einzige intelligente Lebensform überhaupt sind ? Was veranlasst uns so zu denken ? Nur, weil wir nichts beweisen können ? Eines steht fest, wir Mensschen sind gar nicht in der Lage zu begreifen, was wirklich geschieht, und unsere Technik hilft uns dabei auch nicht. Denn es könnte ja sein, dass wir nicht alleine sind ...
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15.09.2002 20:07
den hab ich gestern gesehen - wären die witzigen Passagen ned drin, wär er mir zu krass gewesen, weil ich dran glaube, das so was wirklich mal passieren könnte...
13.09.2002 10:20
schöner bericht über den film, ich glaube ich geh rein, obwohl er, wie du sagtest sich etwas in die länge zieht. daher meine frage: wie lange zieht er sich in die länge? oder besser gefragt: wie lang ist die spieldauer? das hast du nämlich in deinem bericht vergessen! man liest sich! gruß, schalkman!
13.09.2002 10:08
Hier bei uns im Norden Deutschlands hat es auch etliche Kornkreise gegeben, deren Entstehung nie geklärt wurde. Tschüs, Regina