Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Das Buch (248 Seiten) ist sehr deutlich geschrieben und ist, obwohl Fachbuch, auch für Laien sehr verständlich . |
| Kontra: |
XXXXXXXXXX |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Viele Menschen sammeln antikes Silber. Ob Münzen, Bestecke, Kerzenleuchter, Taschenuhren, Schmuck oder sonstige Sammlerobjekte. Eines haben diese Objekte alle gemeinsam - eine Punzierung. Allerdings ist diese Punzierung nicht nur auf ein einziges Zeichen beschränkt; oft sieht man eine Vielzahl kleinste Symbole stehen die sich aus Stadt-, Staats oder auch Steuerstempel zusammensetzen. Diese Zeichen wurden als Schutz für den Käufer eingeführt. Sie garantieren den Käufer daß der Gegenstand der angegebenen Legierung auch entspricht. Auf antike Gegenstände sind sie oft das letzte Mittel um Herkunftsort, Herstellungsperiode oder Silberschmied zu identifizieren.
Die Silberpunzierungen sind sehr kompliziert aufgebaut und bestehen aus einzelne Buchstaben, Zahlen, Menschenfiguren, Säugetiere, Vögel, sonstige Lebewesen, Pflanzen, Himmelskörper, Gebäude, Gegenstände oder Fantasiefiguren in einem festem Schema. Daneben gibt es noch die separaten Zunftzeichen, Stadt- und Staatsstempel, die den Käufer Aufschluß über die Herkunft des Gegenstandes geben. Da braucht man schon ein richtig gutes Nachschlagewerk um seinen Weg durch den Wuß von Stempel zu finden und Gegenstände korrekt zu identifizieren und echt von unecht zu unterscheiden.
Das Buch führt die wichtigsten und erkennbarsten Stempelzeichen an und hilft sowohl Händler als auch Sammler bei der Identifizierung seiner Gegenstände. Die Stempel sind nach Darstellungsgruppe aufgeteilt und erleichtern so das Suchen. Ausführliche Texte zum jeweiligen Stempel geben wichtige Erläuterungen über Gegenstände, Silberschmied, Herstellungsjahr usw. So werden Ort und Staat für das Stempel genannt, aber auch die Zeit erklärt, in der man dieses Stempel benutzt hat. Das betreffende Feingehalt der Legierung zum Stempel fehlt natürlich auch nicht.
Die aufgeführten Zunftzeichen stellen eine Besonderheit dar; es gibt in ganz Europa kein einziges Buch, das jemals alle existierende Zunftzeichen komplett aufgeführt hat. Auch die Stadt- und Staatsstempel verschiedenster Länder findet man sehr ausführlich aufgelistet inklusive der Steuerstempel die dazu gehören. Damit wird das Buch wirklich zur Kostbarkeit, denn ein besseres Nachschlagewerk findet man auf dem Gebiet nicht.
Die Meisterstempel sind auch vorhanden, aber nicht so ausführlich. Dies ist allerdings kein Drama; manche Silber- und Goldschmiede wechselten jedes Jahr die Meisterpunzierungen (nebst Herstellerstempel) und somit wäre das Buch aus den Nähten geplatzt vor lauter Meisterstempel, die einander manchmal kaum unterscheiden von einem Jahr zum anderen. Eine Ausnahme gibt es allerdings zu den Meisterstempeln und zwar zu den Meisterstempeln aus den USA. Da in den USA weder Stempelpflicht (wie in Europa) noch eine staatliche Kontrolle auf Feingehalt und Legierung existiert, ist es wichtig wenigstens die Meisterstempel zu Zeichen, die von seriösen und renommierten Häusern stammen. So ist es sehr nützlich für Taschenuhrsammler mit Spezialgebiet Walthamm oder Elgin, die Gehäuse an Hand den Punzierungen überprüfen und identifizieren zu können.
Insgesamt findet man über 2000 Zunftzeichen, Stadt- und Staatsstempel, Steuerstempel und sonstige Punzierungen im Buch. Alle Punzierungen wurden sehr detailliert und vor allem korrekt nachgezeichnet und abgebildet. Die erklärende texte sind sehr leicht zu verstehen und verweisen oft auf andere Stempel, die evtl. auch in Frage kommen könnten auf betreffenden Gegenstand. Es ist nämlich oftmals so, daß wenn ein Stempel A auf einem Gegenstand erscheint auch ein gewisses Stempel C oder F daneben stehen muß. Sollte dann einer der beiden Stempel fehlen oder ein anderes auf dem Gegenstand stehen, müßte man an die Echtheit des Gegenstandes zweifeln.
Ein Buch daß ich beruflich nicht mehr missen möchte und das eigentlich auch immer dabei ist, wenn ich unterwegs bin. Schon oft habe ich so Gegenstände vor Ort als Fälschung oder Nepp identifizieren können ehe ich den Gegenstand gekauft habe. Das Buch ist in Taschenbuchformat mit Hardcover zu haben. Es ist allerdings relativ schwer zu besorgen, da es wirklich zu einer der gefragtesten Sachbücher betreffend Silberpunzierungen überhaupt gehört. Wer es kaufen möchte, sollte mal beim Verlagsbuchhandel nachschauen; meist kann man da noch ein Exemplar bestellen (www.dausien.de) für € 8,95 oder bei www.amazon.de (allerdings dort oft nicht vorrätig) zum gleichen Preis.
Das Buch (248 Seiten) ist sehr deutlich geschrieben und ist, obwohl Fachbuch, auch für Laien sehr verständlich. Die Zeichnungen wurden auch von Jan Diviš gestaltet und sind sehr schön präsentiert, ohne an Detailtreue zu verlieren. Des Buch ist für jeden geeignet der antikes Silber liebt und sammelt. Die Auswahl der Stempel wurde begrenzt auf Stempel die bis etwa 1930 verwendet wurden. Ein Buch mit neuen Stempeln ist derzeit in Vorbereitung und soll die Stempel von 1930 bis heute behandeln.
Zum Autor auch noch ein paar Worte.
Jan Diviš stammt aus Tschechien und schrieb schon viele Bücher, die alle mit Punzierungen und Marken zu tun haben. Nebst "Silberstempel aus aller Welt", schrieb er auch das Buch "Goldstempel aus aller Welt", "Welt der Antiquitäten in Farbe", "Antiquitäten aus Bronze, Kupfer, Messing", "Europäisches Porzellan" und "Porzellanmarken aus aller Welt".
In diesem Sinne - A thing of joy is a beauty forever (Zitat von John Keats, nicht von mir!)
Produktvorschlag 31.03.2003. Freischaltung der Kategorie 03.04.2003.
Copyright Ilonka Liska, 2003.
BUCHDATEN
Jan Diviš
Verlag Dausien, 6. Auflage.
ISBN 3-89441-298-4
Übersetzt durch Jan Klement
248 Seiten gedruckt auf 110 g Offset holzfrei weiß.
Hardcover.
€ 8,95.
BILD VOM BUCH:
www.buchkatalog.de/covers/08/27/82/08278251n.jpg