Silent Hill light
02.05.2009
Pro:
Es ist ein neues Silent Hill, Budgettitel, hier und da spannende Story .
Kontra:
schlechte Kamera, schlechte Portierung von der PSP, Grafik durchschnittlich, etc .
Empfehlenswert:
Nein
 scoopexx
Über sich:
Mitglied seit:05.06.2000
Erfahrungsberichte:275
Vertrauende:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 55 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Willkommen in Silent Hill. Willkommen in einer Stadt, in der die Bewohner sich so freuen, einen zu sehen, dass sie einem hinterherlaufen um einen anzukotzen. Willkommen in einer Stadt, in der Krankenschwestern die unterste Stufe der Nahrungskette sind. Dank Konamis Entscheidung, Silent Hill Origins nicht nur auf der PSP zu veröffentlichen, sondern es auch als Budget-Titel auf die Playstation 2 umzusetzen, ist es nun auch möglich diesen Titel auf dem größeren Fernseher und der besseren Soundanlage zu spielen. Die Story dreht sich um den Trucker Travis, der mit seinem LKW auf einer recht einsamen Landstraße unterwegs ist, bis er plötzlich ein Mädchen vor seinem LKW sieht, das kurz darauf in Nacht und Nebel verschwindet. Hier übernimmt man als Spieler zum ersten Mal die Kontrolle. Aus Angst, das Kind angefahren zu haben, folgt Travis ihm bis zu einem brennenden Haus, aus dem Schreie ertönen. In der obersten Etage des lodernden Gebäudes liegt der total verkohlte Körper des Kindes, den Travis hinausträgt. Wenig später fällt er in Ohnmacht und wacht auf einer Parkbank in dem schon aus den Vorgängern für seine netten Einwohner bekannten Ort Silent Hill wieder auf. Bei dem Mädchen handelte es sich um Alessa, die man aus dem ersten Silent Hill bereits als erwachsene Frau kennt - Silent Hill Origins spielt also zeitlich vor Silent Hill 1. Wer aus den vorangegangenen Teilen der Serie mit der fast menschenleeren Kleinstadt vertraut ist, wird sich sehr schnell wieder heimisch fühlen. Leider etwas zu schnell, denn man wird gleich im ersten Abschnitt des Spiels sofort in Kämpfe mit den aus den Vorgängern und dem Kinofilm bekannten Krankenschwestern verwickelt, was sofort klar macht, dass es sich hier um einen Silent-Hill-Ableger mit deutlich mehr Action-Elementen handelt, in dem weniger Wert auf Story gelegt wird. Natürlich ist es Geschmackssache, ob man sich nun mit mehr Story oder mehr Action anfreunden kann, aber die meisten werden sicher das Fehlen einer ausgeklügelten Story doch als sehr schmerzlich empfinden.
Die im Horror-Adventure-Genre üblichen Rätseleinlagen kann man hier getrost als bekloppt beschreiben. Entweder man sucht irgendwelche Schlüssel, mit denen man dann neue Abschnitte betreten kann oder man ärgert sich über andere wirklich teils bescheuerte Suchrätsel. An einer Stelle im Spiel muss man Glühbirnen in die Spotlights eines Theaters einsetzen. Der Techniker, der dort früher mal gearbeitet haben muss, hat Notizen dazu gemacht, wie viel Watt in welches Spotlight reinkommt. Anstatt aufzuschreiben: In Spotlight A kommt 125W, in B 250W usw. lautet die Notiz: „B muss halb so viel Watt wie D haben. A und B dürfen zusammen nicht mehr Watt als C haben und D darf nicht so viel Watt wie A haben.“. Was denken sich die Leute bei Konami? Solche Aufgaben sind gruselig, aber nur weil sie so unglaublich schlecht und uninspiriert sind. Die gesamten Nebenaufgaben wirken nicht auch nur im Entferntesten wie Spielelemente, die Spaß machen sollen, sondern nur wie etwas, das den Spieler am Vorankommen hindern soll, um so die ohnehin schon schlechte Spieldauer in die Länge zu ziehen. Auch die Steuerung des Hauptcharakters ist den Entwicklern nicht gut gelungen. Nicht nur, dass sie zu unpräzise ist – die Kamera verhindert ein vernünftiges Steuern vollkommen. Sie ist so postioniert, dass sie das Spielgeschehen möglichst dramatisch einfängt und dem Spieler eine Spur Klaustrophobie vermittelt. Dies ist den Entwicklern zwar recht gut gelungen, aber dem Spielfluss tut diese Kamera nicht besonders gut. Man sieht nicht, wenn Gegner sich nähern und hat überhaupt eine schlechte Sicht auf das Geschehen. Dadurch, dass die Kamera nicht frei drehbar ist, kann man teils nicht sehen, was direkt vor einem ist, weswegen man viel zu schnell in Gegner hineinläuft, die Travis dann natürlich gleich eine runterhauen. Dies spricht auch nicht gerade für die Qualität der Portierung von der PSP zur Playstation 2. Erstere besitzt nur einen Analogstick, während die Playstation 2 einen zweiten Stick auf dem Controller aufweisen kann. Anstatt diese neue Steuerungsmöglichkeit zu nutzen, um dem Spieler zu ermöglichen, die Kamera mit dem rechten Analogstick frei zu drehen, bleibt diese Möglichkeit ungenutzt. Das Zielen übernimmt der Charakter für einen. Der 3rd Person Perspektive mit der meist in ungünstigem Winkel stehenden Kamera ist es geschuldet, dass man nicht direkt auf einzelne Körperteile schießen und so durch Geschicklichkeit einen Vorteil erspielen kann. Man schießt eben immer auf den Körper des Gegners und verbraucht so immer gleich viel Munition, um einen bestimmten Gegnertyp zu erlegen.
Ein neues Feature ist es, dass Waffen nach einigen Schlägen abnutzen und dann nicht mehr benutzt werden können. Leider geschieht dies viel zu schnell, prinzipiell positiv ist daher, dass man so ziemlich alles als Waffe benutzen kann, was man an Gegenständen findet. Angefangen von Fernsehern über Infusionshaltern bis hin zu richtigen Waffen, wie Schrotgewehr und Pistole, für die Tonnen an Munition zu finden sind. Etwas eigenartig erscheint aber, dass man alles gleichzeitig im Inventar halten kann. So beendet man das Spiel gerne mal mit 5 Infusionshaltern, 3 Skalpellen, einer Schrotflinte, einer Pistole, 4 Fernsehern, 2 Gasflaschen, einem Rohr, und so weiter und so fort. Da fragt man sich doch: Wo versteckt unser Held Travis diese ganzen Sachen, denn an seiner Spielfigur auf dem Bildschirm sind sie nicht zu erkennen. Etwas Realismus kann man denke ich auch von Videospielen erwarten - vielleicht hätte man sich hier also einfach mal ein anderes Inventarkonzept ausdenken müssen.
Der Grafik sieht man es sehr deutlich an, dass sie ursprünglich für die Playstation Portable entwickelt wurde. Sie ist daher deutlich schlechter, als die vorhergehenden Silent Hill Veröffentlichungen, was auch einer der Gründe gewesen sein dürfte, dass Konami Origins als Budget-Titel veröffentlicht hat. Zwar gibt es gelungene Lichteffekte, aber die Textur- und Polygonarmut, die sich über die Gegner und die Umgebung zieht, tragen nicht zum Spielspaß bei. Zudem sind die Levels von ihrem Aufbau her viel zu uninspiriert designed worden. Es gibt zwar die typischen Silent Hill Orte, wie Krankenhaus oder Motel, wirklich inspirierend wirken die jedoch nicht. Es gibt immer noch hunderte abgeschlossener Türen, die keine Funktion haben und Gänge im Gebäudeinneren sehen immer noch sehr identisch aus. Auf musikalischer Seite kann der Titel jedoch durchaus glänzen. Der Soundtrack ist gut und die Soundeffekte fügen sich gut ins Spiel ein. Fazit: Silent Hill Origins ist keine Gurke, knüpft aber nahtlos an das Bild an, das Silent Hill 4 hinterlassen hat. Diese beiden Spiele spiegeln einfach nicht mehr die Qualität wider, für die Silent Hill früher einmal stand. Man kann Konami diesen Titel zwar nicht wirklich übel nehmen, weil er auf der PSP durchaus die Hardwaremöglichkeiten ausreizt und es sich ja um einen 1:1 Port auf die Playstation 2 handelt. Dennoch wäre es schön gewesen, eine angepasste Steuerung und neu überarbeitete Grafik zu sehen. So bleibt das Spiel etwas für Silent Hill Fans, aber alle anderen sollten, wenn noch nicht geschehen, erst einmal die grandiosen Silent Hill 2 und Silent Hill 3 in die Konsole legen.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Silent Hill Origins (PS2)
|
|
02.05.2009 17:29
Ging mir wie dir. Allerdings hatte das Spiel eben den ungeschlagenen "Silent Hill" Bonus, weswegen ich mit meiner Bewertung gnädiger war. ;)
02.05.2009 16:23
Und es geht noch schlechter, spiel doch mal Silent Hill Homecomming! Was ist bloß mit Konami los! Gruß
02.05.2009 14:38
Schöner Bericht, sehr hilfreich! Gruss, Bayernbazi