Wer Silje Nergaard kennt, wird von "Unclouded", dem neuen Album der Künstlerin überrascht sein. Das Timbre der Norwegerin klingt vertraut, alles andere ist komplett neu. Sie lässt... mehr
Wer Silje Nergaard kennt, wird von "Unclouded", dem neuen Album der Künstlerin überrascht sein. Das Timbre der Norwegerin klingt vertraut, alles andere ist komplett neu. Sie lässt sich nur von zwei Gitarristen begleiten (Hallgrim Bratberg und Havar Bendiksen), die auch mal verhalten perkussiv eingesetzt werden können, kein Schlagzeug, keine Keyboards, nur hie und da ein Gast, der sich behutsam in den Gesamtkontext einbettet.
Doch was wie ein krasser Bruch mit ihrer Vergangenheit klingt, ist in Wirklichkeit ein Bekenntnis zu ihren Wurzeln. Schon als Kind lauschte sie der Gitarre ihres Vaters. Sie versuchte sich selbst auf dem Instrument, bis sie als Jugendliche entdeckte, was ihm alles innewohnt. Am Anfang ihrer Laufbahn trat sie meist nur mit zwei Begleitern auf, einer davon in der Regel ein Gitarrist. Und sie fühlte sich großartig. Zu diesem Gefühl zurückzukehren, war für die inzwischen weltbekannte Sängerin ein langer Reifeprozess. Silje Nergaard wagt einen kompletten Neuanfang und bleibt doch ganz bei sich selbst. Ein bewegendes Album, das in seiner ergreifenden Offenheit perfekt in unsere Zeit passt.