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Gute Vorsätze

4  07.01.2004

Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert: Ja 

himmelssurfer

Über sich: Das Leben ist ... trotz aller Widrigkeiten ... das Beste, was Dir passieren konnte...

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Gute Vorsätze

oder: Was Du heute kannst besorgen, hast Du gestern schon verschoben

oder: Quo vadis, Gesellschaft?


In unserer lokalen Tagespresse war am Sonnabend, dem 03.01.2004, das folgende zu lesen:

„Die Deutschen haben sich viel vorgenommen für das neue Jahr. Ganz vorne bei den guten Vorsätzen, so fanden Meinungsforscher heraus, stehen Klassiker wie ´gesünder leben´, ´bewußter leben´ oder ´mehr Zeit für die Familie haben´. Dann folgt eine Überraschung: ´Mehr für die Bildung tun´ haben die Deutschen auf Platz vier der guten Vorsätze für 2004 gesetzt. Das Land der Dichter, Denker und Erfinder besinnt sich auf seine Wurzeln.“

Soweit das Zitat. Irgendwie sprang mich dieser Text förmlich an und sagte: „Kommentier mich“. Werde selbiges versuchen.

- Gute Vorsätze an sich

Der Jahreswechsel bringt es mit sich: Nach all dem (selbst auferlegten) Streß der Weihnachtszeit (gibt ja auf Ciao genügend Artikel dazu) kommt dann also der wahre „besinnliche“ Teil. Die Hektik liegt ein wenig hinter uns und die Melancholie kann uns so richtig in den Griff bekommen. In irgendwelchen besonders „ruhigen“ Momenten erscheinen sie dann also: die guten Vorsätze für das neue Jahr. Die wenigsten Menschen schreiben sie auf. Aus gutem Grund: denn oft sind sie das Papier nicht wert, auf welches man/frau sie geschrieben hätte. Das Kurzzeitgedächtnis ist zum Jahreswechsel sehr ausgeprägt, scheint es. Außerdem stände bei vielen vermutlich jedes Jahr das Gleiche auf diesem Zettel.
Von daher wäre das vielleicht mal eine Maßnahme: Aufschreiben der guten Vorsätze und dann an den Spiegel hängen. Jeden Morgen mit sich selber konfrontieren. Manche Änderungen im Leben scheinen anders nicht möglich zu sein.

- Gesünder leben

Was heißt das? Weniger Rauchen, Trinken, Fastfood, Abgase produzieren? Fett-/fleischarm essen, Streßsituationen vermeiden?

„mensch“ wird immer dicker, allerdings nur körperlich. Zu wenig Bewegung, zuviel Büro, zuviel Alkohol, zuviel Kaffee, zu wenig trinken (Vorgenanntes entzieht dem Körper sogar Flüssigkeit!), zuviel Fleisch, zuviel Süßes.

Gesünder leben hieße: regelmäßige Bewegung, mindestens zwei Liter Wasser o.ä. am Tag und Umstellen des Ernährungplanes. Ob „mensch“ das mit „gesünder leben“ gemeint hat? Ich habe da so meine Zweifel.

Von geistiger Hygiene ganz zu schweigen.

- Bewußter leben

Mhm, die ketzerische Behauptung meinerseits: die wenigsten sind sich ihres Seins bewußt. „bewußter“ wäre also eine Steigerung des Nichts. Bewußt werden und anschließende Entwicklung des (sich) Bewußt Seins wäre hier wohl eher das, was wichtig wäre. Bin ich mir denn überhaupt „bewußt“, was ich so tagtäglich tue? Oder lebe ich so für mich hin, wie eigentlich schon immer?

- Mehr Zeit für die Familie haben

Sofern es so etwas wie Familie überhaupt noch gibt. Die diverse Anzahl an Singlehaushalten spricht für sich. Die Traurigkeit des Alleinseins gerade um Weihnachten und Silvester herum entsteht doch gerade aus dem Nichtvorhandensein von Familie, sei sie nun genetischer oder freiwilliger Natur. Der „mensch“ lebt nicht miteinander, sondern nebeneinander her. Und wenn man wirklich freiwillig Familie lebt, spürt man sofort Gegenwind. Sobald das zweite Kind da ist, gilt man doch sofort als asozial. Warum in aller Welt ist das so? Was hat die Werte der Gesellschaft derart verändert, daß die wichtigste Keimzelle der Gesellschaft in selbiger kein Ansehen mehr besitzt? Wieviel bittesschön ist da in den letzten Jahrzehnten schiefgelaufen??

- Mehr für die Bildung tun

Der Bürger an sich kann für „die Bildung“ eh nicht besonders viel tun. Außer sich persönlich fortbilden. Nur die Motivation dahinter ist doch wohl in erster Linie die Angst um den Arbeitsplatz (eben deswegen ist der Krankenstand der niedrigste seit langem). Pisa hin oder her.
Und der Politiker, sofern er denn damit gemeint war, hat eh Angst vor wahren Veränderungen. *Er* will wiedergewählt werden und „mensch“ hält an allem fest, was er mal hatte (Besitzstandsdenken).
Und Bildung an sich hilft auch nicht weiter, wenn Schule, Elternhaus etc. es versäumen, den Menschen auch dahingehend zu erziehen, dieses Wissen auch sinnvoll zu nutzen. Intelligenz und Wissen sind nicht eins!

- Land der Dichter, Denker und Erfinder?

Dichter, Denker und Erfinder hätten wir wohl gerne wieder, aber die „letzten“ sind doch wohl schon länger her. „Große“ Dichter (wer immer das definiert): Wo sind sie? Die, die Ideale aufstellen, nach denen es sich zu leben lohnt? Denker? Trauen sich wohl nicht, ob der Konsequenzen, die das Aussprechen der Gedanken hätte? Erfinder? Wandern alle aus, da das Budget für Forschung in Deutschland generell zu niedrig liegt (wie so einiges anderes).

Bleibt als Schlußfolgerung: Bedenke, was Du mit Deinen „guten Vorsätzen“ wirklich meinst und wieviel Du zu ändern bereit bist. Die (Ver-)Änderung des Einzelnen wirkt sich auf seine Umgebung aus und damit, günstigenfalls, auf die Gesellschaft.

Schlußbemerkung: Bei aller Negativität, die diesem Artikel innezuwohnen scheint: Ich hoffe immer auf das Gute und freue mich über jeden, der mich widerlegt.

In diesem Sinne
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
neverfree

neverfree

18.03.2007 10:09

Ich muss dir beim Großteil echt Recht geben, die meisten wissen gar nicht was sie isch eigentlich vornehmen mit ihren guten Vorsätzen und verwerfen sie sowieso bald wieder. Ich nehm mir zu Jahresbeginn gar nichts mehr vor, weil ichs dann sowieso nicht halt, ist doch eher eine Welle wo man mitgerissen wird, aber lgeich wieder abspringt. Wenn ich was erreichen will, nehm ichs mir vor, egal wann. Und dann hoff ich halt auf das beste, denke positiv und wenn ichs dann auch wirklich schaffe gibt es mir ein Gefühl, dass mich echt stolz auf mich macht und einfach glücklich.

macias

macias

26.02.2004 01:53

Gute Vorsätze zu Silvester??? Ich hab da so meine leisen Zweifel, ob dies auch wirklich funktioniert. Spätestens am 3. Januar wieder auf den Müll geworfen? Meine Meinung: lieber weniger Vorsätze, statt dessen sofort umgesetzte Veränderungen. Lieber dann, wenn es gerade von Nöten ist, statt nur einmal im Jahr. Ich lebe damit ganz gut (und dies schon seit Jahren).

Traumreisende

Traumreisende

14.01.2004 10:43

Ich halte nichts von den guten Vorsätzen am 01.01. irgendwann - wollte man seine Situation verändern, kann man das jetzt, hier und sofort machen....LG Janett

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