Skambankt - Skambankt

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Erfahrungsbericht über "Skambankt - Skambankt"

veröffentlicht 20.12.2004 | madru_110
Mitglied seit : 21.01.2004
Erfahrungsberichte : 21
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"♫...det blei en del eksplosjona!...♫"

skambankt

skambankt

Die Band und die Musik

Kommie-Punk aus Norwegen… kann das gut gehen? Durchaus!
Der ersten Gitarristen der in Norwegen höchstbekannten Band Kaizers Orchestra mit Namen Terje Vinterstø hat eine verruchte Vergangenheit: Als er und seine besten Freunde in Jugendtagen in einem kleinen idyllischen Dorf an der Westküste in der Nähe von Bergen Musik machten, war diese schon alles andere als lauschig. Die Band formierte sich erstmalig 1994, zwischendurch säumten Nebenprojekte wie beispielsweise Watershed den Weg, bis man sich zehn Jahre später entschloss, professionell ein Album aufzunehmen.
Die Band besteht aus Frontmann Terje Vinterstø aka Ted Winthers, der Gitarre spielt und singt (besser: brüllt); Hanz Panzer ist an der zweiten Gitarre, Don Fist am Bass und Tom Skalle malträtiert die Drums.
Die Musik lässt sich wohl als Politik-Punk bezeichnen, wobei eigentliche Wurzeln eher im Hardrock oder Heavy Metal liegen. Was die Musik vom gewöhnlichen Punk-Geschrammel unterscheidet, ist die Tatsache, dass alle Beteiligten großartige Musiker sind, deren Fähigkeiten weit über die berühmten drei Akkorde hinausgehen.
Große Vorbilder sind Motörhead und Iron Maiden, deren Einflüsse in den meisten der Skambankt-Songs zu finden sind. Terje Vinterstøs Bewunderung für Erstgenannte geht soweit, dass er sein alter ego bei Kaizers Orchestra Terje Killmaster (vgl. Lemmy Killmister) Kaizer nannte.
Ist man von Kaizers Orchestra eher schräge Töne gewöhnt, so bietet Skambankt als Nebenprojekt dem Frontmann die Gelegenheit, sich die Seele aus dem Leib zu brüllen, in die Saiten zu hauen, bis die Fingerkuppen bluten und seinem Ärger über gesellschaftliche Mißstände mit jugendlicher und wunderbar blauäugiger Entrüstung Luft zu machen.
Natürlich kann das Image der wütenden Jungs nur mit einer corporate identity durchgehen, und so tragen alle Bandmitglieder Kleidung aus Armeebeständen, vorzugsweise auch Netzhemden oder khakifarbene Schirmmützen. Wenn man ihnen so auf der Straße begegnen würde, erschiene wahrscheinlich ein kleines Lächeln auf den Lippen des Betrachters. Erlebt man sie aber live, losgelassen und in voller Montur, so wird man sie unweigerlich beeindruckt ernst nehmen.

Das Album – sehen

Die CD befindet sich in einem Pappschuber, auf dem vorne das Skambanktlogo prangt. Das Gesicht des Frontmans ist verfremdet in einen Sowjetstern eingefügt, an dessen Stelle normalerweise W.I.Lenin zu finden ist. Die drei „Flammen des revolutionären Feuers“ lodern über dem Stern und der Schriftzug „Skambankt“ liegt wie eine Schärpe um ihn. Der Hintergrund ist schwarz und man erkennt schwach die Fassade eines tristen Hochhauses.
Auf der Rückseite findet man die Songtitel, der Aufbau des Covers ist genauso, jedoch sind außerdem Bilder der Bandmitglieder und Songtexte im farbigen Booklet. Es sind alle Texte enthalten, bis auf „Politistat“ und auf der letzten Seite befinden sich wie immer die Credits.
Die CD selbst ist braun bedruckt.

Das Album – hören

Da sich die Songs untereinander bloß in kleinen Finessen und den Texten unterscheiden, der Stil aber eigentlich fast immer der gleiche bleibt, gibt es diesmal keine Track-by-track Beschreibung.
Dominierend sind in jedem Song die sehr eigenwillige Stimme Terje Vinterstøs und der hämmernde und doch variierende Schlagzeugrhythmus. An einigen Stellen wurden Gitarrensoli eingebaut, und live wird das ganze sogar als Gitarrenduell ausgefochten und die Refrains sind so eingängig, dass man sich bald erwischt, norwegische Parolen mitzusingen.
Damit hätten Skambankt wohl ihre Aufgabe erledigt.
„Skambankt“ als Opener, der den Hörer wunderbar in das Album schleudert, bleibt definitiv als Höhepunkt hängen. Der großartigste Song des Albums bleibt jedoch „Våre fiender“, der übrigens von Kaizer-Kollege Geir Zahl geschrieben wurde und nicht nur der abwechslungsreichste Song des Albums ist, sondern auch durch ein eindrucksvolles Sample bereichert wurde, das eine tobende Masse akustisch darbietet.

1. Skambankt! (weichgeprügelt)
2. Me sa nei! (ich sag nein)
3. Desertør
4. Revolusjones aggregat! (Vereinigung zur Revolution)
5. Panzersjokk! (Panzerschock)
6. Alarm!
7. KKK
8. Våre fiender! (unsere Feinde)
9. Kapitalens Spel (das Spiel des Kapitals)
10. Systemets makt! (Die Macht des Systems)
11. Politistat! (Polizeistaat)

Woher bekommen?

Skambankts Debütalbum ist hierzulande meines Wissens noch nicht erhältlich. Wer weiß, ob sie einen Vertrieb hierzulande finden werden. Bis dahin muss man sich mit Freunden aus Norwegen oder Dänemark behelfen. Verfügt man über keine, so bietet cdon.com einen hervorragenden Service, der dem musikalisch frustrierten Deutschen nordische Klänge direkt nach Hause liefert. Voraussetzung ist eine Kreditkarte und natürlich genügend Geld auf dem Konto.
Ich habe die CD für mich durch einen Freund bezogen und konnte daher an Porto- und Verpackungskosten sparen. Die CD kostet im norwegischen Handel umgerechnet etwa 18 Euro, bei cdon.com 16.95, aber es fallen zusätzliche Kosten für Kreditkartengebühren und Porto an.


Also?

Die Musik ist vergleichsweise einfach gestrickt, und doch steckt in jedem Song des Erstlings etwas Besonderes.
Man sollte wahrhaftig keine anspruchsvolle Klangexplosion erwarten, dafür ist das Album aber relativ leicht zugänglich und für Freunde des Genres aufgrund der einzigartigen Wirkung der norwegischen Sprache und der großartigen Stimme des Sängers eine Spezialität für die Ohren.
In alter Punksong-Manier ist das Album nur knapp 35 Minuten lang, dafür aber nicht eine Sekunde langweilig oder monoton. Wer unmelodiösen Krach vermutet, liegt hier falsch, denn hier werden Songstruktur, Harmonie und Rhythmus tatsächlich großgeschrieben. Und die Gitarrensoli, von denen man dachte und hoffte, sie seien in den 80’ern ausgestorben, erleben hier ein Revival, das so betont uncool ist, dass man sie einfach lieben muss.
Aber, ich muss zugeben, wären die Texte in Deutsch, hätte ich mir das Album trotz guter Instrumentalisierung wahrscheinlich nicht zugelegt (siehe Titelübersetzungen), doch die norwegischen Lyrics machen die CD einfach unschlagbar. Ich persönlich empfehle das erste Album von Skambankt gerne weiter, tue dies allerdings wohl wissend, dass es viele Geschmäcker nicht treffen wird. Wem „Ace of Spades“ und „The Number of the Beast“ angenehme Begriffe sind und wer idealistische und zugegeben etwas unbedarfte Kampflieder gegen Kapitalismus, Korruption und Bürokratie nicht ernsthaft als Affront ansieht, der darf jedoch ruhigen Gewissens zu dieser tatsächlich einzigartigen CD greifen.


Generelles:

Erscheinungsdatum: 10.11.2004
Plattenfirma: Tuba Records, www.tubarec.com
Band-Homepage: www.skambankt.com
Tracks: 11
Kopierschutz: keiner


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • madru_110 veröffentlicht 05.01.2005
    is doch alles eine soße...
  • chuckyboychuck veröffentlicht 03.01.2005
    Ne, ich kenne auch kahlköpfige Tibeter….
  • billjoel49 veröffentlicht 03.01.2005
    der Bericht ist sehr gut. Allerdings ist die CD über die Du berichtest ja sehr nah am Kahlkopf, gelle? Naja, auch wenn die dahinterliegende Musik gut ist, da ich selbst texte, kann ich mich für solche Bands oder Künstler nicht erwärmen. Schon aus Prinzip nicht. Es ist zwar richtig, daß Musik auch die Aufgabe hat, Leute wachzurütteln. Aber ich habe immer noch ein politisches Gewissen. ....... Mag sein ich irre mich sehr in meiner Einschätzung dieser Band. Aber Kahlköüfe gibt es nicht nur in Deutschland. ........ Schöne erste Woche 2005! .... ;-) ..... Gruß Edgar
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