Hat der Drehbuchautor Toby Challis seine Frau mit einer Oscar-Statue erschlagen? Nein. Doch leider glauben genau das Polizei und Staatsanwaltschaft. Bevor Toby in die Fänge der... mehr
Erfahrungsbericht von Knueppelrosen über Skandal - Roman / Thomas Gifford 21.12.2005
Produktbewertung des Autors:
Unterhaltungswert
recht gering
Spannung
ohne Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
berührt kaum
Pro:
Der Autor hat gute Bücher geschrieben
Kontra:
Das Buch hält dem Anspruch nicht stand
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Der amerikanische Autor dieses Buches, Thomas Gifford, wurde im Mai 1937 geboren und begann seine Karriere als Schriftsteller mit Kriminalromanen, wozu auch dieses Buch "Skandal" gehört.
Der Durchbruch sollte ihm aber erst mit dem Vatikan-Thriller "Assassini" gelingen, welcher durch den momentanen Hype wieder eine kleine Blütezeit erlebt. Für Thomas Gifford leider zu spät, denn er starb im Alter von 63 Jahren im Oktober 2000.
"Skandal" wurde von Gifford im Jahre 1979 verfaßt und in deutscher Sprache erstmalig im September 2003 aufgelegt. Vermutlich nur aus dem Grund, weil "Assassini" solch einen Erfolg erfuhr.
Das Cover, des hier vorliegenden Buches zeigt einen zerbrochenen Oscar. Ansonsten ist der Umschlag in einem unaufdringlichen aber knalligem rot gehalten. In dicken fetten weißen Lettern steht "Skandal" in der oberen Hälfte des Covers. Ein Vermerk weist den kundigen Leser daraufhin, dass dieses Buch von dem Autor des Weltbestsellers "Assassini" geschrieben wurde.
Nun gut, die Bemerkung hätte man sich sparen können, da das Artwork der beiden Bücher sich sehr ähneln und außerdem erwartet der Leser so, einen "vergleichbaren" Roman, was allerdings nicht erfüllt werden kann.
In diesem 382 Seiten umfassenden Roman, welcher im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist, geht es um den Drehbuchautor "Toby Challis", der wegen Mordes verurteilt wurde und sich nach einem langen und unklarem Prozess auf dem Weg ins Gefängnis befindet.
Toby Challis, der mit der Tochter eines berühmten Studio-Inhabers verheiratet ist, wurde des Mordes an seiner untreuen Frau angeklagt. Man lebt im schönen Hollywood und das Pärchen besitzt ein schönes Häuschen direkt am Meer.
Während sich Challis tagsüber zur Arbeit bemüht vertreibt sich seine liebe Frau die Zeit mit diversen Liebhabern, Koks und anderen Dingen. Bei öffentlichen Anlässen repräsentiert sie, und wenn sie voll ist beleidigt sie ihren Mann in aller Öffentlichkeit.
Das sind natürlich nicht die besten Vorraussetzungen, um bei einem Geschworenenprozess, bei dem die Anklage auf "Mord an der Gattin" lautet, freigesprochen zu werden. Unglücklicherweise wurde Toby auch noch mit dem blutverschmierten Oscar inflagranti erwischt, mit dem seine geliebte Frau erschlagen wurde.
Wie zu Beginn des Buches deutlich wird, hat er den Prozess mit Pauken und Trompeten verloren, denn wie eingangs erwähnt, fängt das Buch damit an, dass Challis sich auf dem Weg ins Gefängnis befindet.
Natürlich handelt es sich dabei nicht um einen popeligen Bustransfer, nein man lässt es richtig krachen und fliegt mit dem Flugzeug. Wie nicht anders zu erwarten ist das Wetter schlecht. Nein, das Wetter ist sogar richtig schlecht!!
Der geneigte Leser kann dem Anfang der Geschichte nicht so recht folgen. Mir jedenfalls erging es so, da der Beginn ein Misch Masch aus den eigenen Gedanken von Toby ist, gepaart mit dem, was gerade tatsächlich vor sich geht plus irgendwelchen Ausschnitten aus Filmen. Sehr verwirrend.
Es ist auf jedenfall ein recht ungewöhnlicher Start, wie ich meine und ich hatte zu Beginn so meine Schwierigkeiten, mir einen Überblick zu verschaffen, was da gerade eigentlich vor sich geht.
Wie dem auch sei, es passiert genau das, was man erwartet. Die Maschine schmiert in den Bergen ab, alle tot bis auf einen und es ist nicht der Highländer, der den Absturz überlebt - nein es ist Toby - hurra.
Die Ironie macht deutlich, dass schon bei Beginn des Buches, die Story ziemlich durchsichtig ist. Natürlich weiß man noch nicht, wer der Mörder ist aber die Story zieht sich genauso hin, wie man es erwartet. Er rettet sich, er erhält Hilfe, entkommt hier…….Es ist einfach nichts neues. Es passiert nichts, womit der mitdenkende und interessierte Leser nicht sowieso schon rechnet.
Es fällt verdammt schwer, bei der Stange zu bleiben. "Skandal" ist absolut keine komplizierte Geschichte aber sie ist einfach langweilig, unspektakulär und die Beschreibungen sind auf das wesentliche reduziert, wodurch die Geschichte nicht so recht plastisch wird.
Man sieht zwar vor seinem inneren Augen, wie alles so sein könnte aber es fehlen bei den Darstellungen die Emotionen, die das "Ganze" abrunden und erst zu einem perfekten 3-dimensionalen Bild ausmalen würde.
Für mich ist dies ein eher durchschnittlicher Kriminalroman, den man nicht unbedingt lesen muss. Offensichtlich hatte Thomas Gifford zwischen diesem und seinem Bestseller "Assassini" einen guten Lektor gehabt, denn das Buch hat mir in allem sehr gut gefallen.
Wer sich "Skandal" zulegt, in der Hoffnung ein spannendes und fesselndes Buch zu lesen, der hat sich leider vergriffen.