Heute berichte ich über das Buch ,,Skinny Bitch" von Rory Freedman und Kim Barnouin!
Ein aussergewöhnliches Ernährungsbuch
Kaufanreiz
Auf ,,Skinny Bitch" kam ich durch eine Seite mit Lesetipps in einer britischen Zeitschrift.
Dort wurde dieses Buch als der ultimative Ansporn bezeichnet, ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von RoundaboutFlorence über Skinny Bitch / Freedman, Rory; Barnouin, Kim 30. September 2009
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
durchschnittlich
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
durchschnittlich spannend
Humor:
sehr humorvoll
Aufmachung:
schön
Pro:
Motivation, frech, witzig, Infos übers Vegetarier und Veganer werden, schockierende Wahrheiten
Kontra:
schwer umsetzbar, ein paar Dinge sind Unsinn
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Heute berichte ich über das Buch ,,Skinny Bitch" von Rory Freedman und Kim Barnouin!
Ein aussergewöhnliches Ernährungsbuch
Kaufanreiz
Auf ,,Skinny Bitch" kam ich durch eine Seite mit Lesetipps in einer britischen Zeitschrift. Dort wurde dieses Buch als der ultimative Ansporn bezeichnet, sich besser zu ernähren und dabei dünn zu bleiben (oder zu werden). Da mich das Thema Ernährung interessiert und ich es manchmal anstrengend finde, meine Figur bei zu behalten, bin ich für positiven Input immer offen. Oft nehme ich mir vor, mich besser zu ernähren, um auch gegen meine Migräne an zu kämpfen und verliere nach wenigen Tagen die Motivation! In der Vorstellung des Buches stand auch, dass viele Berühmtheiten dieses Buch zu ihrem Begleiter gemacht haben. Der witzige Titel und die Erläuterungen brachten mich schließlich dazu, mir das Buch zu bestellen.
Die Autorinnen
Rory Freedman war mal in einer namhaften Modelagentur tätig und bezeichnet sich als self-taught know-it-all. Kim Barnouin war selbst ein mal Model hat den Universitätstitel Master of Science im bereich der holistischen (ganzheitlichen) Ernährung. Die Damen haben erfolgreich Models, Schauspieler und Athleten mit ihrer Methode beraten. Beide leben in Los Angeles.
Inhalt
In ,,Skinny Bitch" wird Stück für Stück erklärt, wie man seine Ernährung nach Rory Freedman und Kim Barnouin umstellen soll. Das Buch beginnt mit einem Kapitel namens ,,Give it up" (Geb es auf), in dem die Autorinnen knallhart klar stellen, auf was man in ihrem Ernährungsplan verzichten sollte und was man einsehen muss. Sofort wird hier klar, dass halbherzige Versuche hier nichts bringen. Rory und Kim wollen, dass man das Rauchen auf gibt, nicht mehr maßlos Kaffee trinkt, auf Süßstoff verzichtet und auch Getränke wie Cola, Limonade etc., selbst wenn sie kalorienfrei sind, nicht mehr konsumiert. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, werden Krankheiten aufgezählt, die mit ungesundem Essen oder dem Konsumieren der eben genannten Genussmittel in Verbindung gebracht werden. Nach diesem harten Einführungsteil kommt eine kleine Erleichterung für den Leser, denn Rory und Kim verneinen den Low-Carb-Trend , der sich in den letzten Jahren vor allen Dingen in Hollywood breit gemacht hat. Kohlenhydrate sind ihren Angaben nach nicht ungesund - man sollte nur die richtigen essen. Über vierzig Seiten des Buchs sind einem sehr wichtigen Thema gewidmet - nämlich der Tatsache, wie Tiere, die wir essen, aber auch Milch und Eier, ,,gewonnen" werden und wie ungesund sie wirklich sind. Mit Fakten belegte Argumente gegen das Essen von Fleisch und Tiererzeugnissen werden von Augenzeugenberichten gespickt, die Menschen abgeliefert haben, die in Großmetzgereien und ähnlichen Einrichtungen tätig waren. Diese Berichte sind wahrlich schrecklich und es tut weh zu lesen, wie wir Menschen mit Tieren umgehen, um sie zu essen. In dem Buch finden sich Beschreibungen, die einem wirklich den Magen umdrehen. Auch ist interessant zu erfahren, wie die Regierung mit landwirtschaftlichen Verbänden zusammen hängt und viele Aktionen, die auf uns Bürger wie Campagnen für gesündere Ernährung wirken, eigentlich nur ausgeklügelte Marketingtricks sind. Viele Seiten von ,,Skinny Bitch" beschäftigen sich auch mit Bio-Essen. Man findet heraus, wann sich etwas ,,Bio" nennen darf und was das eigentlich genau bedeutet. Dann finden sich in dem Buch noch Listen mit Lebensmitteln, die bio und vegetarisch oder vegan sind. Darauf folgen tolle Rezepte und sogar Wochenpläne mit Vorschlägen für die drei Malzeiten und Snacks, so dass man sich nicht mehr viel selber zusammen stellen muss. Im letzten Kapitel mit dem Titel ,,Use your head" (Benutz deinen Kopf), in dem darauf eingegangen wird, dass man die Veränderungen wirklich wollen muß, aber sich auch nicht verrückt machen soll. Danach findet sich noch ein Anhang mit Empfehlungen bezüglich guten Internet- seiten zum Thema gesund leben oder Vegetarier werden, eine Liste von Online Shops für besondere Lebensmittel und Literaturempfehlungen.
Die Grundzüge der Skinny Bitch Methode
Rory Freedman und Kim Barnouin predigen eigentlich recht einfache Grundsätze, die aber um so schwerer umsetzbar sind, wenn man einen festen Lebensstil und Tagesablauf haben. Um dünn zu werden und / oder zu bleiben, muss man nach den Autorinnen:
Vegan (oder zumindest vegetarisch) leben
ausschließlich Biolebensmittel zu sich nehmen
nicht mehr rauchen
keinen Süßstoff benutzen
Zucker meiden
Kaffee nur in Ausnahmefällen trinken
auf Softgetränke verzichten
Ist diese Diät dauerhaft umsetzbar?
Natürlich lautet die Antwort auf diese Frage für jeden Mensch anders. Im Prinzip ist diese Umstellung machbar, aber dazu braucht man viel Willen, viel Ausdauer und auch ausreichend Geld. Biolebensmittel sind teuer - dass ist einfach eine Tatsache. Auch vegetarische Schnitzel und Burger, wie sie in dem Buch oft als Alternativen vorgeschlagen wird, wenn man den Geschmack von Fleisch sehr vermisst, sind nicht günstig. Als Veganer ist es möglich, sich ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Ich habe zwei Freundinnen, die seit drei Jahren glücklich vegan leben. Die Auswahl an veganen Lebensmitteln ist aber sehr eingeschränkt (vor allen Dingen hier in Deutschland) und es kann oft frustrierend sein, wenn man im Bioladen die Chips durch wühlt und nach einer Sorte sucht, die kein Molkepulver enthält. Für mich war dies aber nicht der größte Minuspunkt an diesem Buch, denn Vegetarier bin ich bereits. Was mich am meisten geplagt hat, war die Verteufelung von Süßstoff und Kaffee. Ich trinke viel Kaffee und nehme viel Süßstoff zu mir. Auf beides möchte ich nicht verzichten. Zu Kaffee und Süßstoff liest man immer wieder sich gegenseitig widersprechende Studien und Rory and Kim haben meines Erachtens nach sorgfältig selektiert, auf welche Erkenntnisse sie sich stützen wollen.
Was mich wirklich an diesem Buch stutzig gemacht hat, ist allerdings die Theorie, dass man Essen kann was und wie viel man will, so lange es bio und vegan ist. Diese Behauptung ist nämlich leider schlicht weg Unsinn. Ob etwas vegetarisch / vegan oder nicht ist und ob etwas bio oder nicht ist, ver- ändert nichts an der Sache, dass Lebensmittel Kalorien haben.
Ein Problem gibt es mit diesem Buch leider auch noch, zumindest im deutschsprachigen Raum. Die Lebensmittel und Marken, die Rory und Kim empfehlen, gibt es hier in den meisten Fällen nicht. Die wenigen Biosupermärkte, die wir hier haben, führen leider auch andere Marken. Viele Anregungen können als leider hier nicht umgesetzt werden - aber dafür können die Autorinnen ja nichts.
Die ,,Skinny Bitch Methode" ist in jedem Fall sehr gut, um den Körper zu entschlacken und zu entgiften, denn gerade durch Fleisch nehmen Menschen viele ungesunde Stoffe zu sich (z.B. Antiobiotika, die Tiere in der Aufzucht bekommen) und der Körper wird dankbar für eine Erholung davon sein. Als komplette Lebensweise konnte ich ,,Skinny Bitch" aber nicht für mich entdecken. Ich habe tolle Anreize für meine Ernährung gefunden und mich in meinem Vegetarier-Dasein bestätigt gefühlt, aber komplett nach diesem Buch leben möchte ich nicht.
Positives
Was mir an ,,Skinny Bitch" gefallen hat und mich ihm trotz allem drei Sterne geben lässt, ist der Motivationsfaktor. Rory and Kim schreiben knallhart, wo unser Essen her kommt. Genau so brutal schmettert sie jede Ausrede nieder, die man für seine Ernährung parat haben könnte. Die beiden Autorinnen wissen genau, was für Einwände man beim Lesen erheben könnte und schmettern sie im nächsten Satz brutal nieder. Außerdem finde ich den langen Teil des Buchs toll, der erklärt, warum die Autorinnen so gegen das Essen von Fleisch sind. Sie klären auf, warum es sogar eher ungesund ist und was die Tiere durch machen, die auf bestialische Art geschlachtet werden.
Design
Bei dem Buch handelt es sich um eine Taschenbuchausgabe mit 189 Seiten. Das Buch ist sehr übersichtlich mit sparsam aber gut eingesetzten Illustrationen und Schrift in angenehmer Größe. Der Umschlag ist weiß und zeigt eine gezeichnete, lässige, dünne Frau mit Sonnenbrille. Neben ihr steht ein Text, in dem das Buch als ,,A no-nonsense, tough- love guide for savvy girls who want to stop eating crap and start looking fabulous!". Auf der Rückseite wird das Buch noch etwas erläutert, aber der Klappentext preist eher die beiden Autorinnen an, als den Buchinhalt genauer zu beschreiben. Vermutlich soll der Leser nicht schon vorm Kaufen kapitulieren. ;) Neben diesem Text findet sich noch eine süße Karikatur von eine Muffin mit einem Teufelsschwanz. Das Buch ist sehr handlich und die Gestaltung spricht mich sehr an!
Preis
Die englische Ausgabe von ,,Skinny Bitch", die ich hier vorliegen habe, kostet bei Amazon.de €10,20. Mittlerweile gibt es aber auch eine deutsche Ausgabe, die dort für €7,95 bestellt werden kann!
Fazit
Es ist ein hin und her! Ich weis nicht, ob ich dieses Buch als Must-have proklamieren oder empfehlungstechnisch in die Tonne hauen soll. Dieses Buch ist wirklich motivierend, auf eine tolle Art dreist und viele Fakten sind toll zusammen getragen und belegt. ,,Skinny Bitch" zwingt einen wirklich, sich seinem inneren Schweinehund zu stellen und die unangenehme Wahrheit ein zu sehen. Manche Dinge in dem Buch sind aber zweifelhaft, schwer umsetzbar und für einen deutschen Leser auch oft nicht verwertbar. Ich halte dieses Buch trotz allem für lesenswert und empfehle es für Leute, die wirklich etwas an ihrer Ernährung ändern wollen und einen verbalen Tritt in den Hintern, gekoppelt mit etwas Inspiration, brauchen.
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