Sliver - Gier der Augen

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Ich beobachte Dich, mehr als Du ahnst!!

3  14.07.2002

Pro:
ganz nett und sehr technisch

Kontra:
zu platt und zu oberflächlich

Empfehlenswert: Ja 

bboeck

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:577

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 147 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

im Jahre 1993 präsentierte uns der Regiesseur Phillip Noyce einen Erotikthriller der besonderen Art. Unter dem Titel Sliver wurde eine Geschichte über ein bestimmtes Hochhaus in Manhattan erzählt, welches besondere Bewohner und auch besondere Geheimnisse zu verbergen hat. Das ganze wurde dann noch mit Sharon Stone als Star aufgepeppt um ein wenig an den Erfolg von Basic Instinct anzuknüpfen, nun gut.

Kommen wir zum Inhalt:

Carly Norris (gespielt von Sharon Stone) ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Als Karrierefrau braucht sie halt ein gewisses Ambiente. Eine Wohnung in einem Hochhaus kommt ihr nach einer Besichtigung sehr gelegen. Und die Zusage für den Einzug erhält sie auch prombt. Das es in diesem Haus und auch in ihrer Wohnung schon Mordfälle gegeben hat, davon weiss sie noch nichts. So zieht sie halt erst einmal ein. Schnell lernt sie auch den Nachbarn Zeke (gespielt von William Baldwin) kennen. Dieser gibt sich ihr noch nicht wirklich zu erkennen, doch ihm gehört das ganze Haus und er ist wirklich unglaublich vermögend. Ein weiterer Nachbar ist Jack Landsford (gespielt von Tom Berenger). Dieser ist Schriftsteller, hat aber seine besten Tage als Autor auch schon lange hinter sich. Er ist ingesamt etwas merkwürdig, aber sehr nett gegenüber Carly. Als wirkliche Freundin lernt sie dann auch noch Vida (gespielt von Polly Walker) kennen, von dieser erfährt Carly alles über die myteriösen Todesfälle.

So verunsichert und doch froh diese Bleibe zu haben macht Carly sich ganz langsam an einige Nachforschungen. Allerdings beginnt sie auch ein Verhältnis mit Zeke, irgendwie ist sie fasziniert von seiner Art und auch seinem Reichtum. Doch nach einer gemeinsamen Nacht macht sie eine grausame Entdeckung. Zeke hat alle Wohnungen in seinem Haus verkabelt und per Video überwacht. Nichts entgeht ihm, sei es Carly in der Dusche, oder auch nur ein Streit unter Eheleuten. Jegliches Detail wird von ihm dokumentiert und auf Video festgehalten. Und Zeke rückt für Carly in den Verdacht auch mit den Mordfällen etwas zu tun zu haben. Zwischen den beiden kommt es zu einem Eklat, der sich sehen lassen kann.

Erste Hilfe findet Carly nur bei dem Schriftsteller Landsford und ihrer Freundin Vida. Doch trotz allem ist sie nicht aus der Gefahrenzone heraus. Das merkt sie letztendlich aber erst als auch Vida Opfer eines Verbrechens wird, welches sie nicht überlebt. Ab diesem Zeitpunkt weiss Carly gar nicht mehr wem sie noch trauen kann. Das ganze Haus wird allmählich immer unheimlicher und mysteriöser. Und auch Zeke scheint nicht wirklich die Rolle innezuhaben die Carly ihm angedacht hat.

Ernst wird es dann allerdings wirklich erst als Carly selbst in Gefahr gerät und den Mörder quasi auf sich selbst aufmerksam macht. Von diesem Zeitpunkt an ist ihr Leben mehr als nur in Gefahr.


So, mehr gibt es nicht, hier endet die Inhaltsangabe.

Meine Meinung:

Ein sehr netter Versuch für einen Psycho-Thriller der besonderen Art, welchen uns Phillip Noyce hier liefert. Leider macht er einige entscheidende Fehler innerhalb des Filmes und auch sonst. Die Story ist einfach viel zu schön bebildert und glänzt nur so vor Technik und deren Möglichkeit. Dagegen bleiben die eigentlichen Figuren innerhalb der Geschichte doch sehr blass und unscheinbar. Das ganze Geschehen wirkt doch etwas zu unglaubwürdig und nicht wirklich durchdacht. Wobei ich hier nicht sicher bin ob ich es dem Regisseur oder doch lieber dem Drehbuchautoren anlasten soll.

Dazu kommt dann natürlich noch die Riege der Darsteller, allen voran natürlich Sharon Stone. Sorry, so sehr ich sie eigentlich schätze, in diesem Film hat sie absolut keine Wirkung. Ihr Schauspiel ist platt und extrem hölzern und steif. Das mag wohl daran liegen das sie mit William Baldwin überhaupt nicht klar gekommen ist, doch sollte eine gewisse Antipathie gegenüber einem Schauspielkollegen sich doch nicht auf den ganzen Film auswirken. Leider ist genau das hier der Fall. Ich habe selten eine so unmotivierte Bettszene gesehen wie die zwischen Stone und Baldwin. Wobei wir dann auch bei Mr. Baldwin wären. Das er von seinen ganzen schauspielernden Brüder wohl der schlechteste ist, so jedenfalls meine Meinung, braucht man nicht unbedingt großartig zu erwähnen. Was er in diesem Film abliefert ist in jedem Fall sehr dilletantisch, um nicht zu sagen unqualifiziert. Auch hier macht sich die Antipathie breiter als sie eigentlich dürfte.

Als einzigen guten Schauspieler in diesem Film möchte ich Tom Berenger bezeichnen. Er beherrscht seine Rolle und gibt sich keine Blöße. So wie er, sollten die Akteure agieren, Geld genug bekommen sie ja immerhin für ihre Rollen.

Der Film selber mag mich nicht überzeugen, er ist zwar ganz nett anzusehen und stellenweise sogar etwas spannend, doch das genügt mir nicht. Mit einem solchen Staraufgebot hätte man durchaus eine bessere Umsetzung realisieren können. Daher bleibt im Fazit nur ein recht bescheidenes Urteil übrig. Ein sehr durchschnittlicher Thriller der sich mit dem Ruf von Sharon Stone schmückt, aber nicht halten kann, was er augenscheinlich verpricht.

Mein Fazit:

Absolut nichts tolles an der Thriller-Front, die seichte Erotik kann man eh vergessen, in diesem Film vollkommen uninteressant. Anschauen lohnt sich nur für Fans von Sharon Stone, für alle anderen wird es wohl eine sehr seichte Unterhaltung bleiben.


Ich spreche so gerade eben noch eine Empfehlung aus und vergebe immerhin noch 3 Sterne.

Diesen Bericht widme ich meiner ganz lieben Freundin Sylvie, denn sie brachte mich auf die Idee darüber zu schreiben. Ich hoffe er hat Dir gefallen.

Es gibt diesen Film auf Video und auch auf DVD.

Vielen Dank fürs Lesen.

Wer Tippfehler findet darf damit nen netten Kommentar formulieren, lach.

Respect all Colours

P.S.: Bei Gelegenheit ist es mal wieder vollkommen sinnlos eine vernüftige Rubrik zu finden, Ciao lernt es halt nie.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tento

Tento

16.10.2002 14:04

Du beobachtest mich??

Tactics-Frankie

Tactics-Frankie

15.07.2002 23:37

Ehrlich, lieber Bernd, ich habe es noch nie geschafft, diesen Film bis zum Ende zu schauen. Bin vor Langeweile immer vorher eingeschlafen. Respekt für Deine Leistung, oder hast Du Streichhölzer benutzt *lach* Mooie groetjes, Frankie

MondfeeMS

MondfeeMS

15.07.2002 23:37

Ich kann mich Deiner Meinung in diesem Fall absolut nicht anschließen. Den Film finde ich einfach nur genial. Allein die Tatsache das hier Tabus an träumen und naja, nenne wir es ruhig mal etwas gern versteckten Wünschen der menschen enthalten sind, die meiner meinung nach erstklassig rüber gebracht wurden fasziniert mich.Was Stone angeht wage ich kein Urteil, aber was William Baldwin angeht sehr wohl. Für mich ist er keinesfalls der schlechteste sondern der beste der ganzen Brüder, einer der es schafft auch Gefühl und Mensch sein in seinen Rollen rüber zu bringen, wobei die Brüder fast ausschließlich, sorry den Ausdruck nur in der Lage sind sich in dumpfer und stumpfer Action Sch... Kulisse in Szene zu setzen.

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