Slowenien, Allgemeines

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Slowenien, Allgemeines

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Erfahrungsbericht über "Slowenien, Allgemeines"

veröffentlicht 03.05.2005 | negendank
Mitglied seit : 21.11.2003
Erfahrungsberichte : 611
Vertrauende : 70
Über sich :
Seit es keine sinnvollen Kommentare mehr gibt, habe ich mich neu orientiert. Ich kann auch anderswo posten...
Ausgezeichnet
Pro Unkompliziert, überschaubar, gemütlich, gut zu erreichen.
Kontra Für manchen etwas langweilig.
sehr hilfreich

"Aus den Erfahrungen mehrerer Reisen"

Das Land ist klein, es liegt verkehrsgünstig und es hat seinen eigenen Charme. Zwei Möglichkeiten liegen praktisch auf der Hand. Entweder: man plant zwar seinen Urlaub für Slowenien und macht dann Abstecher in eines der Nachbarländer. Oder: man entdeckt das Land auf der Durchreise; hat noch etwas Zeit übrig und legt einfach mal einen Zwischenstopp ein.

Aus diesen Gründen war ich schon zehn mal in dem Land. Nur zwei dieser Reisen beschränkten sich rein auf Slowenien. Einmal war das eine Geschäftsreise und ein anderes Mal ein Wanderurlaub. Auf acht weiteren Reisen besuchte ich auch andere Länder. Zum letzten mal war ich 2003 dort.

Alpen und Adria
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Mit beiden Begriffen macht Slovenien Reklame. Das Land befindet sich zwischen dem Gebirge im Norden und dem Meer im Süden. Die Alpen sind weniger zersiedelt als anderswo und die Berge eher sanft. Die meisten Touren sind als leicht einzustufen. Es gibt auch bekannte Skigebiete im Norden.

Der Küstenstreifen ist nur kurz und wird durch einen Hafen zusätzlich eingeschränkt. Die Verhältnisse sind ähnlich wie an der kroatischen Adria.

Dazwischen liegt das mittlere Slowenien. Dort findet man sowohl waldige Hügel als auch Karstlandschaften. Diese Gebiete eignen sich für Spaziergänge und Wanderungen.

Natürlich habe ich nicht alles gesehen. Den äußersten Westen kenne ich nur aus einem weiteren Bericht, dem ich entnehme, daß sich dieses Gebiet für Freunde des Wildwassers eignet.

Nur im äußersten Süden ist das Klima mediterran. Überall sonst sind die Jahreszeiten so wie in Deutschland. Das ganze Jahr über sind Regentage möglich. Deshalb ist die Landschaft schön grün.

Sehenswürdigkeiten
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Es gibt nun weniger Sehenswürdigkeiten in dem Sinne, daß man einfach davorsteht und zuschaut. Man muß sich schon selbst beschäftigen können. Sonst droht die Gefahr der Langeweile. Das ist mein einziges Kontra. Es gibt keine besonderen Gefahren und das Land ist nicht gerade exotisch.

Die Hauptstadt Ljubljana ist ziemlich gesichtslos. Zumeist sieht man Gebäude, die überall stehen könnten. In kleineren Städten hat sich landestypische Architektur erhalten. Die ist überall im Land sehr ähnlich.

Ein absolutes Highlight sind die Höhlen von Postojna. Die sind nun wirklich eine Welt für sich und aus gutem Grund hat Ciao dafür eine eigene Kategorie eingerichtet. Diese Höhlen habe ich schon zweimal besucht. Das liegt etwas länger zurück und deshalb will ich keinen eigenen Bericht darüber schreiben. Denjenigen, die zum ersten Mal nach Slovenien kommen und sonst keine Pläne haben, empfehle ich Postojna an allererster Stelle. Also wenn man die Höhlen nicht gesehen hat, dann hat man etwas versäumt.

Sonst eignet sich Slovenien mehr für Aktivurlauber. Es sind vielerlei Sportarten möglich und auch die Slovenier selbst sind sehr sportlich.

Man kann seinen Urlaub auch mit einer Kur verbinden. Dazu hatte ich bislang keinen Anlaß.

Gegenüber den Pferdefreunden erwähne ich das berühmte Gestüt der Lippizzaner.

Ich selbst hatte die meiste Freude am Wandern. Die Wege sind leicht und deshalb möchte ich nicht so genau zwischen Spaziergängen und Wanderungen unterscheiden. Es mag sich jeder selbst überlegen, wieviele Kilometer er oder sie am Tag laufen möchte. Die Vegetation wirkt vertraut und man fühlt sich nicht ganz als Fremder. Dabei ist die Natur urwüchsiger als in Deutschland. Einmal erblickte ich einen Luchs in freier Wildbahn. Auch sonst sieht man Tiere und Pflanzen, die bei uns selten geworden oder ganz ausgestorben sind.

Verständigung
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Die Landessprache ist Slowenisch. Deutsch gilt als erste Fremdsprache. Natürlich freuen sich die Leute, wenn man ein paar slowenische Vokabeln gelernt hat. Meist sind es nur einige Brocken und das merken die Einheimischen recht schnell. Früher oder später findet sich jemand, der es doch wieder auf Deutsch versucht.

Das Deutsch der Slowenen hat einen leicht österreichischen Einschlag. Zum Abendesssen sagt man auch „Nachtmahl“. Oftmals liest man Palatschinken auf der Speisekarte.

Anreise
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Eingereist bin ich bereits mit drei unterschiedlichen Verkehrsmitteln. Das waren: Auto, Zug und Flugzeug.

Es sind auch Reisen im Bus möglich, die ich als einzige noch nicht getestet habe.

Die Reise im eigenen PKW bereitet keinerlei Probleme. Und umgekehrt. Wenn man öffentliche Verkehrsmittel nutzt, dann gibt es dafür persönliche Gründe. Das ist nicht anders als in Deutschland.

Das Streckennetz der Bahn ist gut ausgebaut und man kann auch kleinere Orte mit dem Zug erreichen.

Von München aus ist die Entfernung so kurz, daß das Flugzeug kaum Vorteile bringt. Wenn ich Anfahrt und Wartezeit hinzurechne, dann habe ich auch nicht viel Zeit gespart. Am ehesten lohnt sich der Flug, wenn man speziell nach Ljubljana möchte.

Vorsicht! Das Land gehört zwar zur EU, aber – noch – nicht zum Schengener Abkommen. Zur Einreise braucht man mindestens einen Personalausweis. Die Währung ist auch nicht der Euro, sondern immer noch der Tolar. Kürzlich betrug der Kurs 240 Tolar für einen Euro.

Übernachtung
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Es stehen ausreichend Betten zur Verfügung. Das Spektrum reicht vom einfachen Privatzimmer bis hin zum Luxushotel. Deshalb möchte ich nur zwei Besonderheiten erwähnen.

Slowenische Webseiten bieten mehr Hotels zur Auswahl. Darauf stehen aber nur Name, Postadresse und Telephonnummer. Man muß sich also telephonisch erkundigen. Preise und Konditionen sind immer vom einzelnen Hotel abhängig. Häufig ist die Antwort sehr allgemein gehalten: Kommen Sie doch einfach. Ein Zimmer wird sich schon finden. Stimmt! Nur im Sommer und an der Adria empfiehlt es sich, im Voraus zu reservieren. Sonst bereitet die Zimmersuche wenig Probleme.

Völlig in freier Natur befinden sich Herbergen, die in Ausstattung und Komfort an unsere Jugendherbergen erinnern. Diese Herbergen sind nicht in besonderer Form organisiert. Jeder Gast ist willkommen. Dort übernachten überwiegend Slowenen, die ihren Urlaub im eigenen Land verbringen. Am Morgen organisieren sich kleine Grüppchen. Der „Führer“ – bewußt in Anführungszeichen – ist ein Freiwilliger, der den Weg besonders gut kennt und erklärt, wie er sich die Wanderung vorstellt. Die anderen entscheiden je nach Lust und Laune, welchem „Führer“ sie sich anschließen möchten. Diese Herbergen sind recht billig und eignen sich für Leute, die bereit sind, bei jedem Wetter zu wandern. Die Räume sind nämlich nur zum Schlafen gedacht und tagsüber kann man dort nichts sinnvolles anfangen.

Essen und Trinken
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Die Küche ist sehr stark von den Nachbarländern beinflußt. Diese sind: Österreich, Ungarn, Kroatien und Italien. Auf jeder Speisekarte findet man Gerichte, die es auch in einem der Nachbarländer geben könnte.

Typisch slowenisch ist die Krainer Wurst. Diese Wurst ist sehr groß und sehr nahrhaft. Beliebt ist sie bei hungrigen Wanderern. Überhaupt wird mit Kalorien nicht gerade gespart. Es gibt auch vielerlei Süßspeisen, die einen in Versuchung führen.

Das Angebot alkoholfreier Getränke ist international. Biere, Weine und Schnäpse werden im Land selbst hergestellt. Das Bier schmeckt so ähnlich wie in Bayern. Bei Weinen und Spirituosen gibt es schon Unterschiede im Geschmack. Das muß jeder selbst ausprobieren.

Die Preise sind etwas niedriger als in Deutschland. Am höchsten an der Adria und in Ljubljana. Auf abgelegenen Dörfern ißt man teilweise sehr billig, wobei das Essen nicht einmal schlecht ist. Eben herzhafte bäuerliche Küche.

Eine besondere Erfahrung
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Diese Geschichte will ich Euch nicht vorenthalten. Einmal wohnte ich in einer abgelegenen Herberge. Da sich die anderen Gäste auf Slowenisch unterhielten, bekam ich nicht mit, wie diese ihre Wanderungen organisieren.

So marschierte ich alleine ins Gelände. Dabei hatte ich eine Wanderkarte in slowenischer Sprache, aus der ich nicht so ganz schlau wurde. Mißtrauisch wurde ich, als ich meinte, einen Berg sehen zu müssen, der nirgendwo existierte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich hoffnunglos verlaufen. Nun orientierte ich mich wie folgt. Immer dann, wenn ich mich an einer Abzweigung für einen bestimmten Weg entscheiden mußte, nahm ich den Weg, der am besten ausgebaut war. Wer sich immer nur für den besten Weg entscheidet, der gelangt früher oder später in eine Ortschaft. Auf die Weise kam ich nach Šmartno ob Paki. (Es gibt übrigens mehrere Orte mit dem Namen Šmartno. Der Zusatz wird nur ausgesprochen, wenn Verwechslungen möglich sind).

Dort entdeckte ich einen urigen Gasthof, wo ich mir ein rustikales Essen bestellte. Aus reiner Neugier setzte sich ein Slowene an meinen Tisch, der mich auf Deutsch ansprach. Ich erläuterte ihm mein Problem. Auf der Landkarte zeigte er mir eine Bushaltestelle, die 20 Km entfernt liegt. Als ich erfuhr, daß der letzte Bus schon in einer Stunde abfährt, rannte ich sofort los. 20 Km pro Stunde entsprechen dem Tempo eines guten Joggers. Mit keuchendem Atem und heraushängender Zunge erwischte ich den Bus. Der Fahrer nahm mich ein Stück weit mit und erklärte mir dann, wie ich zu der Herberge komme.

Diese erreichte ich um Mitternacht. Es öffnete die Wirtin, die sofort wissen wollte, wo ich die lange Zeit gewesen war. Ich sagte es ihr. Die Wirtin schien sehr verwundert. Scheinbar war vor mir noch nie jemand auf den Gedanken gekommen, ausgerechnet von DIESER Herberge aus bis nach Šmartno zu laufen. Na ja – das war ja auch nicht ganz freiwillig gewesen.

Daraufhin erfuhr ich von der Wirtin, wie es die Einheimischen machen. An den folgenden Tagen schloß ich mich dann auch kleinen Grüppchen an, wo mindestens ein Ortskundiger dabei war.

Dabei hätte ich es auch viel bequemer haben können. Von Šmartno aus wären es 30 Minuten mit dem Zug bis nach Celje gewesen. Auch eine Überlegung. Einmal in Celje übernachten und von dort aus einen Tagesausflug nach Šmartno unternehmen.

Die beste Reisezeit
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Das hängt nun von der Aktivität ab, die man machen möchte. Den Wanderern empfehle ich den Monat September. Im Spätsommer und Frühherbst herrscht in Slowenien meist eine stabile Hochdruckwetterlage.

Leider ist es fraglich, ob ich dieses Jahr im September Urlaub bekommen werde. Wenn ja, dann würden mir Spaziergänge und Wanderungen in Slowenien schon Freude bereiten. Es ist aber nicht sicher. Aus dem Grund, habe ich beschlossen, diesen Bericht schon jetzt zu posten. Sollte ich noch einmal in das Land kommen, dann werde ich sicherlich umschreiben bzw. aktualisieren.

FAZIT

Es gibt zwei sehr unterschiedliche Arten, um dieses Land zu besuchen. Entweder, es ist eine Zwischenstation auf der Durchreise. Wenn irgendwie die Zeit reicht, dann empfehle ich zumindest die Höhlen von Postojna.

Oder, man will sich längere Zeit in Slowenien aufhalten. Dann empfehle ich Aktivurlaub. Die einzige Gefahr, die einem dort droht, ist Langeweile. Wenn einer nichts mit sich anzufangen weiß, dann kann ich auch keine Ratschläge erteilen.

Die Slowenen tun jedenfalls alles, um den Touristen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Deshalb meine ich, das Land verdient fünf Sterne und eine gute Empfehlung.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • eva1973 veröffentlicht 31.07.2008
    freu mich schon auf unseren Urlaub im August; liebe Grüsse Eva
  • La_Livia veröffentlicht 18.11.2005
    Schöner Bericht und sicherlich eine Reise wert ... der nächste Sommer kommt bestimmt
  • Koivu veröffentlicht 06.06.2005
    super informativer Bericht. hilft mir auf meiner Sommerferienplanung weiter. Dankeschön! LG Koivu
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Produktdaten : Slowenien, Allgemeines

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