Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
flexibel - tolles Fahrgefühl - Verarbeitung |
| Kontra: |
Zäh im unteren Drehzahlbereich |
Seit ein paar Wochen haben ich ihn nun
Meinen neuen Smart Forfour 1,1
Und nachdem ich nun schon 3000 km damit rumgekurvt bin, möchte ich einen ersten kleinen Bericht zum Besten geben, der bei Bedarf immer mal wieder erweitert wird.
Kaufentscheidung
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Unser alter Astra hatte nur noch Schrottwert - jedenfalls stand es ausser Frage, auch nur mit dem Gedanken zu spielen ihn TÜV fertig zu machen.
Also war die nächste logische Frage:
Wieder 'ne alte Möhre oder ein neues Auto.
Den Ausschlag gab dann ein Gespräch mit meinem Chef, der sich bereit erklärte, mein neues Auto als Dienstwagen zu deklarieren - wenn es nicht zu groß ist.
Also machte ich mich auf, ein Fahrzeug für unter 13000,- Euro, mit vier Türen, gutem Platzangebot, einem gewissen Komfort, ordentlichen Sitzen und Vmax >160km/h zu suchen.
Gar nicht so leicht. Es gibt ja viele Sparbüchsen so um die 10000 Euro, die mir alle nicht zusagten.
Den Smart hatte ich eigentlich schon als zu teuer ad acta gelegt, als wir ein Angebot einer Münchener Firma (http://www.eurocars4you.de/) lasen, die Smarts reimportieren. Und da sollte mein Wunschsmart nur rund 12500,- Euro kosten - mithin gut 20% günstiger als im hiesigen Smart Center, die sich auf keine substantielle Preisverhandlung einliessen.
Kaum sechs Monate später stand mein rot/schwarzes Wunder auf dem Firmenhof.
Tatsächlich hatte ich mit einer so langen Lieferzeit nicht gerechnet.
Ausstattung
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Der Smart Forfour pulse 1,1i, wie er korrekt heißt hat von Hause aus breite Puschen (195er) und wird inklusive Klimaanlage geliefert.
Oberndrauf kamen nur noch die Radiovorbereitung und eine Kofferraumabdeckung.
In allen Smart Forfour bekommt man serienmäßig:
ESP, Antiblockiersystem, Fahrer und Beifahrerairbag, eine verschiebbare, klappbare Rückbank für zwei Personen (eine Dreipersonenrückbank kostet extra), elektrische Fensterheber vorne (hinten ebenfalls gegen Aufpreis).
Der Smart ist serienmäßig ein Nichtraucherfahrzeug. Es gibt keine Ascher, nur ein paar Getränkehalter und ein recht geräumiges Handschuhfach.
Ohne Aufpreis bekommt man ein Fünf-Gang Schaltgetriebe.
Leistung und Verbrauch
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Der Dreizylinder 1,1i hat 55 kw/75 PS.
Als maximale Geschwindigkeit werden 165 km/h angegeben. Von 0-100 benötigt man mindestens 13,5 Sekunden.
Der Verbrauch liegt zwischen 6 und 7 Litern Super auf 100km (ich hab's einmal unter sechs geschafft - aber nur bei langer, sehr moderater Autobahnfahrt)
Bei 47 Litern Tankinhalt reicht das locker für 600km Fahrt zwischen zwei Tankstopps.
Die 75 PS klingen recht gut bei so einem kleinen Auto, allerdings ist der Smart sehr drehzahlhungrig. Also mit 1700 U/min im 3. ein wenig beschleunigen dauert recht lange. Wenn's wirklich schnell gehen soll, MUSS man in den 2. zurückschalten - was dann allerdings den Spritverbrauch hochtreibt.
Wenn man dagegen im Verkehr mitschwimmen will, kann man problemlos im fünften Gang untertourig fahren.
Platz da
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Als wir unseren ersten IKEA-Besuch vor uns hatten, war ich ein wenig ängstlich.
Vorher hatten wir einen Kombi, der natürlich unschlagbar geräumig war. Nun wollten wir mit dem kleinen Cityfloh Möbel kaufen...
Als ich die Größe des Autos mit der Fülle unseres Einkaufswagens verglich wurde mir ein wenig Bange. Doch nachdem die Sitze umgelegt waren, verschwanden alle Päckchen auf wundersame Weise im Kofferraum.
Tatsächlich ist der bei umgeklappten Sitzen ziemlich genauso groß, wie der unseres Astras.
Nachdem die Möbel wieder ausgepackt waren, verwandelte sich das Auto ruckizucki wieder in einen echten Viersitzer, dann allerdings ohne Kofferraum.
Durch die verschiebbare Rückbank, kann man wählen, ob man hinten bequem sitzen kann, oder die Bank stufenlos nach vorne schiebt um einen größeren Kofferraum zu erhalten (268 -910 l). Dann paßt auch bei nicht unbeklappter Rückbank eine Menge (Sechs 1,5l Wasserkisten auf einer Ebene) hinein - allerdings ist es hinten dann recht unbequem.
Vorne hat man dagegen Platz satt. Auf den recht bequemen Sitzen fühlt man sich gleich wohl. Seitlich ist viel Platz. Der Smart ist mit 168cm genauso breit, wie unser alter Astra.
Durch die günstigere Aufteilung und die weit vorgezogene Frontscheibe ist der Platzeindruck jedoch viel größer.
Das einzige Manko ist der schlechte Seitenhalt der Sitze. Wenn man etwas sportlicher unterwegs ist, rutscht man bei kurviger Strecke schon deutlich hin und her.
Hinten sind die Sitze relativ hart. Platz hat man da ebenfalls, nur die Kopffreiheit ist erheblich eingeschränkt. Personen die größer als 1,80 sind, werden recht schnell Bekanntschaft mit dem Fahrzeughimmel machen.
Gut nachgedacht haben die Smart-Ingenieure bei den Ablagen. Neben dem großen Handschuhfach, finden sich im Cockpit jede Menge Ablagen, auf denen man Dinge auch rutschfrei transportieren kann.
Fahrn - fahrn - fahrn...
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Der kleine Smart ist ein exzellentes Kanaldeckelsuchgerät.
Auch der große Forfour ist sehr straff gefedert. Durch den größeren Radstand bekommt man Straßenunebenheiten aber nicht ganz so knallig in den Rücken gepfeffert.
Einige Löcher werden klaglos weg gesteckt, wenn aber, wie im Moment, sehr viele Schlaglöcher den Weg zieren, wird man irgendwann ordentlich durchgeschüttelt.
Das der Smart mit dieser Motorisierung kein Beschleunigungsriese ist, war mir klar. Das er jedoch im unteren Drehzahlbereich dermaßen zäh läuft hatte ich nicht erwartet. Das Anfahren geht dank guter Übersetzung sehr zügig. Man kann dann schnell hochschalten. Wenn keine schnellen Manöver geplant sind, läßt sich im 5. Gang gemütlich und zügig der Stadtverkehr bewältigen.
Auf der Landstraße ist man aber gut beraten, vor den Überholvorgängen herunter zu schalten und erst dann auf die linke Spur zu wechseln.
Die Schaltung wirkt zum Glück geschmeidig und flutscht prima durch die Gänge.
Gleiches Verhalten ist auch auf der Autobahn gefragt. Mitschwimmen bei Tempo 120/130 ist problemlos, will man überholen braucht es viiiiiel Anlauf. Der 1,3l Vierzylinder ist die bessere Wahl, wenn man viel und schnell unterwegs sein will.
Trotz dieses Nachteils fährt sich der Smart sehr dynamisch und macht in der Stadt richtig Spaß, weil man wieselflink unterwegs ist. Der Gute-Laune-Faktor ist enorm - zumal man sich stets sicher aufgehoben fühlt.
Sicherheit
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Denn trotz des sportlichen Fahrwerks, ist alles konservativ genug abgestimmt um passive Sicherheit zu gewährleisten.
Für die aktive Sicherheit sorgen neben den sehr guten Gurten und den hohen Kopfstützen auch die vier Airbags auf Fahrer und Beifahrerseite.
Nebenher hat sich das serienmäßige Antischlupfsystem im Winter sehr bewährt, weil es versucht auch dann noch Grip zu geben, wenn man glaubt nun sei alles zu spät.
Das Antiblockiersystem brauchte ich bisher noch nicht, aber es ist beruhigend zu wissen, dass der Wagen im Ernstfall nicht ausbricht. Die Bremsen packen aber beherzt zu und vermitteln ebenfalls ein hohes Sicherheitsgefühl
Die Servolenkung ist direkt und gibt ein sicheres Gefühl.
Sehr schlecht ist es dagegen um die Übersichtlichkeit des Forfour bestellt. Nach hinten hat man durch die hohe Rückbank einen risiegen toten Winkel.
Wegen der breiten C-Säule bekommt man nicht mit, was sich unmittelbar hinten rechts abspielt. Dadurch muß man auf Radler und Fußgänger extrem genau achten. An der Kreuzung verschwinden sie nämlich sinst einfach.
Nach vorne ist die 1 Meter lange Schnauze völlig verschwunden. Beim Einparken kann man nur hoffen, dass man die Grüße vorne richtig berechnet hat. Dabei hilft, dass die Frontpartie abgerundet ist. Bisher bin ich noch nirgends angeeckt und habe nach kurzer Eingewöhnung auch die Dimensionen im Griff.
Lästig ist es aber schon, dass im Grunde alle Ecken unsichtbar bleiben.
Da ist es fast schon eine Marginalie, dass der Innenrückspiegel nur einen kleinen Ausschnitt zeigt. Schießscharte wäre der richtige Begriff dafür. Ohne den rechten Aussenspiegel ist man aufgeschmissen.
Erstaunlich ist der große Wendekreis (10,5 Meter). Bei so einem kleinen Auto hatte ich einen kleinen Kreis vermutet, doch ich brauche genauso viel Platz wie bei meinem alten Astra.
Wahrscheinlich liegt's am langen Radstand.
Verarbeitung und Geräusche
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Nach nun gut zwei Monaten habe ich noch keine unbotmäßigen Geräusche vernommen. Da klackert oder klöngelt nix.
Auffällig sind die großen Spaltmaße an den Türen, die bisher aber noch keine Nachteile zeitigten.
Alles flutscht einwandfrei und funktioniert auf Anhieb - ein ganz neues Gefühl nachdem wir jahrelang uralte Autos hatten.
Die Türen fallen knackig ins Schloß und schließen mit einem satten Wumm.
Das kann man vom Motor nicht sagen. Der neigt zum Knurren. Bis etwa 3000 U/min ist es nur ein ganz leises Knurren, danach wird es deutlich lauter. Das ist auf der Autobahn jenseits der Tempo 140 Grenze schon massiv störend. Leise Jazzmusik kann man dann nicht mehr hören - Gespräche sind nur noch mit angehobener Stimme möglich.
Übrigens kann man die Geräusche nicht nur hören, sondern auch sehen.
Das Armaturenbrett hat immer auch einen Drehzahlmesser. Der Tacho ist gegenüber älteren Modellen etwas konventioneller geworden. Bis 70 km/h geht es jetzt in 20er Schritten vorwärts.
Der Rest der Bedienung gibt keine Rätsel auf.
Perfekt gelöst ist die Lüftung des Innenraums.
Trotz der kalten Temparaturen war nie auch nur irgendeine Innenscheibe beschlagen und der Innenraum ist nach ca. fünf Minuten gut warm.
Fazit
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Insgesamt bin ich hoch zufrieden mit dem Auto.
Die kleinen Nachteile sind für mich nicht so gravierend. Dafür sind die positiven Sachen herausragend.
Das Auto vermittelt Fahrspaß, hat einen geringen Verbrauch, fährt sich super und vermittelt ein sicheres Gefühl.
Der Platz vorne ist sehr üppig bemessen und für den rückwärtigen Teil kann man wählen ob man Sitzplätze oder Kofferraum benötigt.
Die Einstellung der Rückbank ist mit einem großen, sehr stabilen Hebel kinderleicht und in Sekunden erledigt.
Der Smart Forfour ist ein klasse Auto für relativ wenig Geld!
Kleines Update nach 6000km
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Bisher hat sich im Grunde nichts geändert. Der Smart frißt friedlich seine Kilometer.
Der Verbrauch hat sich bei warmem Wetter und nachdem das Auto eingefahren war ein wenig verringert. Er liegt jetzt in der Regel bei 6,3 Liter/100km (tendenziell Stadtverkehr, auf der Autobahn deutlich weniger).
Als Reisewagen hat sich der Kleine als recht angenehmer Begleiter erwiesen. Man fühlt sich auch bei längeren Strecken gut aufgehoben. Sehr gute Sitze!
Leider sind auch zwei nervige Sachen dazu gekommen:
1. Der kombinierte Blinker/Lichschalter ist nicht besonders gut im Handling.
Mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich blinken wollte und dabei das Fernlicht angeschaltet habe.
Die Lichthupe ist ebenfalls schwer bedienbar, weil der Unterschied zwischen Lichthupe und Fernlicht zu klein ist.
Das heißt man will lichthupen, um anderen einen Hinweis zu geben und statt dessen schaltet man das Fernlicht an oder umgekehrt.
Blöde!
2. Der Rückwärtsgang läßt sich zuweilen nur mit sehr viel Nachdruck schalten. Manchmal muß man sogar mehrfach durch die anderen Gänge schalten, damit man den Rückwärtsgang hinein bekommt.
An der Gesamtbewertung ändert sich dadurch nichts. Die positiven Eindrücke überwiegen bei weitem
Update 60.000 km
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Auch auf diese lange Strecke hat sich mein kleiner Freund als extrem zuverlässig heraus gestellt.
Immer noch beeindruckt das gute Raumgefühl und das angenehme Fahrverhalten, gemessen an der Größe des Autos. Der Verbrauch hat sich so bei 6,5 Litern eingependelt.
Allerdings ist er ein Lampenfresser.
Das Abblendlicht wurde rechts inzwischen bereits dreimal und links zweimal ausgetauscht. Dazu kamen diverse Rückleuchten, die immer mal defekt sind. Während man die Rückleuchten kinderleicht selbst austauschen kann, ist für die Frontbeleuchtung ein wenig Fingerfertigkeit gefragt - oder alternativ 25,-€ beim Besuch einer Smart Werkstatt.
Ansonsten gab es nur einen Fehler.
Bei etwa 45000 km fiel der Wagen plötzlich in den Wartungsmodus, erholte sich nach einer Nacht in der Garage wieder. Nach ein paar Tagen da gleiche Spiel.
Da war also ein Besuch in der Werkstatt angezeigt.
Der Fehler war bekannt und es wurde eine Drosselklappe ausgetauscht - leider nicht als Kulanz. Der Spaß kostete ca. 200€.
Die Inspektionen sind regelmäßig und unspektakulär. Die "kleine" Inspektion kostet etwa 150,-, die Große etwa 250,-€
Bisher wurden nur die Bremsen einmal komplett getauscht.
Also auch auf die lange Strecke ein überzeugendes Auto.
Abschlußbericht Januar 2011
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Nach fünf Jahren lässt sich der Tausch meines Dienstwagens nun nicht mehr hinaus zögern. Tatsächlich war ich mir dem Smart for four so zufrieden, dass ich ihn ein Jahr länger gefahren habe, als es nötig gewesen wäre.
Insgesamt bin ich mit dem Auto knapp 80.000km gefahren. Ausser den jährlichen Inspektionen gab es nur wenig Anlass für ausserplanmässige Stops.
Neben dem bereits oben geschilderten Drosselklappenproblem musste bei 70.000km der Keilriemen ausgetauscht werden. Er war noch nicht komplett defekt, rutschte aber manchmal kurz.
Insgesamt merkt man dem Wagen aber inzwischen schon an, dass er nicht mehr ganz taufrisch ist.
Die Gänge flutschen nicht mehr ganz so knackig, die Bremsen sind nicht mehr ganz so bissig und der Motor klingt ein wenig rauer als am Anfang.
Auch die verschiebbare Rückbank ist in der Funktion etwas zäher geworden. Der einzige echte Flop ist die Kofferraumabdeckung. Die wird mit einem Klettband an der Rückseite der Rücksitze befestigt. Dieses Klettband ist inzwischen durch und hält nicht mehr.
Das alles ist jammern auf hohem Niveau. Keine Funktion ist wirklich eingeschränkt.
Der Motor knurrt immer noch friedlich vor sich hin und die Sitze sind immer noch prima.
Der Benzinverbrauch hat sich nicht verändert. Er liegt nach wie vor bei rund 6,5 Liter/100km im überwiegenden Stadtverkehr. Auf der Autobahn schafft man deutlich unter 6 Liter.
Der Smart for four hat mich fünf Jahre zuverlässig begleitet.
Ich bin sehr, sehr zufrieden mit diesem Wagen gewesen.
Mal sehen ob der Nachfolger, ein Peugeot 207SW HDI90 FAP, sich ebenso gut schlägt.
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