Ist denn schon wieder Weihnachten?
10.11.2011
Pro:
Weihnachten ist und bleibt etwas Besonderes
Kontra:
nur gegen die Weihnachtsmuffel
Empfehlenswert:
Ja
 ditho1911
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Nicht genug, dass der Handel schon seit dem Spätsommer die Weihnachtsoffensive eingeläutet hat, nun steigt auch ciao ganz groß in dieses Geschäft ein. Weihnachtsmeinungen sind gefragt, wollen wir erst ab Oktober Weihnachtsgeschenke kaufen, was backen oder kochen wir zum Fest, wie bereiten wir uns überhaupt dieses Jahr darauf vor und muss Weihnachten überhaupt sein? Die Meinungen in den bisherigen Berichten driften weit auseinander und das ist gut so, denn die Quintessenz ist, die meisten haben sich Gedanken darüber gemacht und das in einer Zeit, wo eine inzwischen weltweit zu verspürende Finanz- und Wirtschaftskrise die Gedanken der meisten Menschen weitaus mehr beschäftigt als jedes andere Thema. Und dennoch lohnt es sich, gerade jetzt auch ein wenig über Weihnachten nachzudenken. Ist es zur lieben Gewohnheit oder gar zur Routine geworden, wie ehrlich sind wir in unserer Festtagsstimmung zu uns und anderen, haben wir unsere Lieben außerhalb dieses Festzeitraumes auch so lieb? Weihnachten ist nicht zuletzt das Fest der Besinnung und Besinnung hat etwas mit Sinn zu tun. Auch mit Sinnlichkeit und das ist ein sehr weites Feld. Wenn ich, mich langsam der Siebzig nähernd, zurückdenke, dann war Weihnachten, als die Kinder noch klein waren, etwas ganz Besonderes. Das Strahlen der Kinderaugen am Weihnachtsabend wärmte noch lange Zeit durch den Winter. Wie bescheiden waren doch damals die Geschenke im Vergleich zu heute. Wir haben in der damaligen DDR nie Hunger kennen gelernt, wir gaben uns mit dem, was der Handel bot, zufrieden. Vielleicht waren wir mit dem, was wir uns damals leisten konnten, auch etwas zufriedener als heute, wo zwischen wollen und können doch manchmal kleine Welten liegen. Dennoch haben wir die wenigen Möglichkeiten, die es gab, genutzt. Da wurden tschechische Kronen schwarz getauscht und in Karlsbad oder Marienbad Schokoladenweihnachtsbaumschmuck gekauft, der die Kinderaugen noch mehr strahlen ließ. Wie haben wir manchmal an der Grenze gezittert, dass uns nichts weggenommen wurde. Heute quellen die Regale bei jedem Discounter davon über und das Besondere ist zur Normalität geworden. Aber das ist mit einem kleinen bitteren Beigeschmack auch gut so. Vielleicht ist es ganz gut, sich auch einmal daran zurück zu erinnern, damit man nicht alle Selbstverständlichkeiten als so selbstverständlich betrachtet.Ich komme mir schon ein wenig seltsam vor, wenn ich aus meinem Bürofensterchen im Keller in den Garten hinaus schaue und Anfang November die Tannen in strahlendem Sonnenschein sehe. Vor den Tannen das Vogelfutterhaus, in dem schon seit längerer Zeit die tägliche Bescherung stattfindet. Die Meisen und Grünfinken suchen es in Scharen heim und vergessen keineswegs einen Abstecher zur benachbarten Koreatanne, deren blau
Bilder von So bereite ich mich auf Weihnachten 2011 vor
leuchtende aufrecht stehende Zapfen leckeren Nachtisch verheißen. So gesehen, könnte ich sagen, die Weihnachtsvorbereitung fängt bei uns zeitig an. Nicht lange ist es her, da war ich mit Frau und Enkelin im nahen Wald und wir sammelten Kastanien, Eicheln, Bucheckern und einige schöne Äste und Wurzeln. Da wurde dann fleißig gebastelt und eine entstandene Futterkrippe weckte den Wunsch nach dem Basteln einer Weihnachtskrippe und eines Lichterbogens. Zwar bekommt man dies alles für wenig Geld in nahe gelegenen Märkten, aber das ist lange nicht das Gleiche wie etwas selbst Gebasteltes. So fingen wir unsere Weihnachtsvorbereitungen diesmal schon Ende Oktober mit Sperrholz, Laubsäge und den gesammelten Naturmaterialien an. Opa durfte dann wieder einmal Elektriker spielen und den Lichterbogen mit Licht versehen. So betrogen wir gemeinsam den Handel um ein Erfolgserlebnis und schufen uns unser eigenes. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass ein schönes Weihnachtsfest nicht allein eine Frage des Geldes ist. Hin und wieder muss man sich auch einmal auf sich selbst besinnen und auch ein wenig an sich selbst glauben.Damit wäre ich natürlich bei einem sehr interessanten Thema angekommen, Weihnachten und der Glaube. Wir im „christlichen Abendland“ kennen Weihnachten bei allem Trubel drum herum mit Weihnachtsmann, Tannenbaum und Geschenken als ein Freudenfest über die Geburt des Heilandes und Erlösers Jesus Christus. Egal ob wir katholisch, evangelisch oder Atheisten sind. Der Unterschied besteht nur darin, wie wir uns damit identifizieren. Und, nehmt es mir nicht übel, so mancher Atheist geht Weihnachten gern zu einer Christmotette, einem Krippenspiel oder hört einfach aus dem Christentum geborene Weihnachtslieder, ohne über ihren tieferen Sinn nachzudenken. Gönnen wir es ihm und uns, die Weihnachtsbotschaft der Engel „Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ wurde von Martin Luther King in einer Weihnachtspredigt für alle Gläubigen und Ungläubigen relativiert - „Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind.“ Ich will hier nicht über den Glauben philosophieren, dazu achte ich ihn zu sehr. Aber meine Gedanken über Weihnachten schließen ein die sinnlosen Kriege in Afghanistan, den Nahostkonflikt, den somalischen Bürgerkrieg, den Religionskrieg zwischen Sunniten und Schiiten und viele andere Konfliktherde in aller Welt. Diese Konflikte schließen viele Religionen ein, die in ihren Lehren eine Philosophie des Friedens beinhalten und sie doch in der Praxis nicht verwirklichen. Weihnachten ein Fest des Friedens? Schon 1526 nannte Martin Luther in einer Predigt den Namen Gottes Jehova. Doch warum feiern die Juden nicht wie die Christen Weihnachten? Jesus von Nazaret war ein jüdischer Wanderprediger. Seine Anhänger verkündeten ihn nach seinem Tod als Jesus Christus, den Messias und Sohn Gottes. Daraus entstand erst das Christentum. Vielleicht der Grund, dass die Juden nicht Weihnachten, sondern ihr Lichterfest Chanukka, das zwar fast zeitgleich zu Weihnachten stattfindet, jedoch nichts mit Weihnachten gemein hat. Und was hat der Islam mit Weihnachten gemeinsam? Wenn ich da von einem Prediger aus Katar lese, der Weihnachten für alle Muslime verbieten will, dann frage ich mich, wieso über Jesus und Maria mehr im Koran als in der Bibel steht. In der 19. Sure findet sich eine ausführlichere Erzählung über die Geburt von Jesus. Es steht mir nicht an, Religionen zu bewerten, aber ich frage mich doch, wieso allen Religionen die Friedensphilosophie innewohnt und dennoch wenig gelebt wird. Allein im jüdischen Gruß „Schalom“ finden wir Frieden, sicher sein, wohlbehalten sein. Was sagt uns das islamische „Salaam“? Wir kennen ihn auch als Salam aleikum – Friede sei mit Euch. So sollten doch in unserem Land die unterschiedlichen Religionen friedlich nebeneinander und miteinander existieren können, ohne Terrorismus. Gedanken und Wünsche meiner persönlichen Vorbereitung auf dieses Weihnachtsfest 2011. Natürlich möchte ich mich Weihnachten nicht nur mit der großen Politik beschäftigen, meine Familie ist mir da wichtiger. Doch auch diese ist von der Politik betroffen, da können wir auch Weihnachten nicht ganz wegsehen. Die Vorweihnachtszeit spielt in unserem Leben eine große Rolle, dominiert von unserer Enkelin. Da wird in Richtung Advent nicht nur gebastelt, da werden auch alte Weihnachtsgeschichten in Büchern oder auf DVD hervorgeholt und gemeinsam bei Glühwein, den es für Lara glücklicherweise auch alkoholfrei gibt, und gekauftem Weihnachtsgebäck genossen. Letzteres ist dann der letzte Anstoß zur gemeinsamen Weihnachtsbäckerei, die natürlich im Anschluss verkostet werden muss und so einen Kreislauf von Backen und Verkosten in Gang setzt. Natürlich bleibt im Endeffekt für Weihnachten genug übrig. Wenn ich es richtig bedenke, fangen wir schon in der Vorweihnachtszeit mit Schenken an. Ich meine damit keine kommerziellen Geschenke, nein, wir schenken uns viel Zeit und Aufmerksamkeit füreinander. Wenn ich es recht bedenke, könnte hierbei das ganze Jahr Weihnachten sein. Aber das ist nur ein frommer Weihnachtswunsch. Natürlich spielt auch das Vorbereiten der Geschenke eine große Rolle in der Vorweihnachtszeit. Da wird so mancher Wunsch durch die Werbung im Fernsehen geboren, der reiche Anregung zu einer vernünftigen Auswahl gibt. Wir Großen machen uns eh kaum noch Geschenke, uns hat das Leben schon so viel geschenkt, dass wir das Notwendige bei Bedarf kaufen und uns Weihnachten darauf konzentrieren, den Kindern und der Enkelin etwas Freude zu bereiten. Für uns ist es das größte Geschenk, dass zu Weihnachten alle über die verschiedenen Bundesländer Verstreuten zusammenkommen und gemeinsam ein paar Tage der Ruhe und Besinnung genießen, ehe der Alltagstrubel uns wieder einholt und auseinander reisst. Mit der Zeit hat sich die Runde etwas gelichtet, der Zuwachs ist gering und wir wissen, dass jedes Weihnachten, das wir in diesem Kreis noch feiern können, ein besonderes Geschenk ist. Allmählich mache ich mir auch Gedanken über besondere Leckereien in der Vor- und Weihnachtszeit. Manche Anregung hole ich mir auch auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Leipzig, über den ich gern einmal in der Woche bummele, wenn es nicht gar zu voll ist. Die bunten Lichter in der Dunkelheit, der Duft nach gebrannten Mandeln und Glühwein schafft eine Atmosphäre, die neue Ideen weckt. Der Wochenmarkt am Rande bringt auch einen italienischen Gemüsehändler mit, der Orangen und Clementinen in einer herausragenden Qualität anbietet. Das reiche Angebot an Wildbret in dieser Zeit fordert mich heraus. Warum sollte ich als Liebhaber asiatischer Küche in der Adventszeit nicht einmal mit dem Wok fremd gehen? Vielleicht einmal nicht Hühnerbrust, sondern ein Stück Rehrücken in Streifen schneiden, in Wildfonds marinieren und im Wok anbraten. Dann kein asiatisches Gemüse, sondern Waldpilze und Backpflaumen dünsten, mit dem Wildfonds und passenden Gewürzen zum Fleisch in den Wok geben und das Ganze mit Kartoffelrösti oder im Wok gebratenen Kloßscheiben ergänzen? Nur ein erster Gedanke, doch Ihr seht, Weihnachten hat mich schon voll im Griff. Damit ich nicht völlig in Vorweihnachtsträumerei aufgehe, schnell ein Blick aus dem Fenster. Da sitzen ein paar Meisen am Vogelhaus und schauen mich seltsam an. Habe ich vielleicht auch eine, auf deren Gesellschaft sie nur noch warten? Körner sind ja genug da, gerade traf eine 20kg-Lieferung aus dem Internet ein. Auch eine Weihnachtsvorbereitung. Ciao kann einen mit seinen Themenvorschlägen schon ganz schön aus der Spur bringen. Damit ich wieder reinkomme, greife ich gleich zum Laubbesen und harke einen schönen Haufen zusammen. Auch eine Weihnachtsvorbereitung; für die Igel, den sie sollen auch über Weihnachten überleben. Damit mir im kommenden Jahr nicht die Schnecken die Erdbeeren wegfressen. Ist doch schön, wenn wir gemeinsam schmatzen, die Igel die Schnecken und ich die Erdbeeren. Meine naturbelassenen Weihnachtsbäume wippen mit ihren Zweigen, als wollten sie fragen, ob sie diese Weihnacht auch wieder ein paar LED's auf dieselben bekommen. Mal sehen, schließlich steht schon in der Bibel „es werde Licht und es ward Licht. Gott sah, dass das Licht gut war und Gott schied das Licht von der Finsternis.“ Wünschen wir uns, dass es in vielen Herzen und Köpfen Licht werde und auch unseren Politikern ein Licht aufgehe, damit sie wieder ein bisschen mehr an ihr Volk denken, dass sie einst wählte. Wir sind zwar kein auserwähltes Volk, aber unsere Politiker schon gar keine Auserwählten. In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne Vorweihnachtszeit. Ein jeder beginne damit, wann und wie er es gerne hätte.
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28.12.2011 12:42
und schon ist es wieder vorbei
26.11.2011 08:40
lg andrea
21.11.2011 11:22
Ich bin in der glücklichen Lage, Weihnachten ausfallen zu lassen, da ich weder mit dem ganzen kommerziellen Geschäft noch mit der christlichen Einstellung etwas anfangen kann. Jeder so wie er es mag. LG Martin