Solaris (2002)

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Love in Outer Space

1  07.02.2003

Pro:
Starkes Schlafmittel? Mittel gegen Bluthochdruck?

Kontra:
Es gibt Buchvorlagen, für die ein Regisseur noch nicht bereit ist .

Empfehlenswert: Nein 

Hardinator

Über sich:

Mitglied seit:28.05.2000

Erfahrungsberichte:29

Vertrauende:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Einleitung
----------

Dies ist bereits die zweite Verfilmung von Stanislaw
Lem's Roman "Solaris" - einem Klassiker der
Science Fiction-Literatur mit wissenschaftsphilosophischem Tiefgang.
1972 machte sich bereits der russische Regisseur
Andrei Tarkorvsky an den schwierigen Stoff heran,
die Kritik sah in seiner Interpretation die "russische Antwort auf '2001'".

Zwischen Tarkovsky und dem polnischen Autor Stanislaw Lem kam es jedoch zum Eklat - Lem sah in Tarkovkys Version eher "Schuld und Sühne" verfilmt als seinen Roman, und auch sonst äußerte Lem sich nicht gerade positiv über die russische Verfilmung.

Seine von mir bisher im Netz gelesenen Kommentare
zu Steven Soderbergh's Neuverfilmung fallen z.T. noch
negativer aus: "I hope not to live long enough to
see it", und auf der offiziellen Webpage macht Lem
in einem längeren Kommentar darauf aufmerksam,
dass der Titel seines Romans nicht "Love in Outer
Space" lautet, sondern "Solaris". Einen Liebesroman
hatte Lem also offensichtlich beim Schreiben in den
sechzigern nicht im Sinn.


Inhalt des Romans
-----------------

Der rätselhafte, von einem gallertartigen Ozean umgebene Planet Solaris wird bereits seit mehr einhundert Jahren erforscht, es bildet sich ein eigener Forschungszweig, die Solaristik, heraus.

Aus der Oberfläche des gallertartigen Ozeans wachsen seltsame Gebilde heraus, die sich immer wieder neu formen und später wieder in sich zusammenfallen.
Im Zuge der Erforschung werden diese Gebilde in Symetriaden, Asymetriaden und Mimoide klassifiziert, manche Formen bilden sich zu Strukturen, die scheinbar erdähnlich oder wie von Menschenhand geschaffen sind.
Ein Beobachter berichtet:
[...] "Ich flog in eine dieser Stellen hinein, und aus vierzig Meter Höhe sah ich, daß unter der Ozeanoberfläche, aber knapp darunter, eine Wand lag, etwas wie die Wand eines sehr großen Gebäudes; sie schimmerte hell durch die Wellen und hatte Reihen regelmäßiger, rechteckiger Öffnungen, wie Fenster; es schien mir sogar, daß sich in manchen Fenstern etwas bewegte[...] "
Die Erscheinungen auf der Ozeanoberfläche des Planeten Solaris ist inhaltlich für den Roman sehr bedeutend und machen einen erheblichen Teils des Romans aus.

Die Forscher sehen sich außerstande, die auf der Oberfläche des Ozeans erscheinenden Gebilde zu erklären. Ist der Ozean lebendig, womöglich intelligent? Und wenn ja, handelt es sich bei diesen
Gebilden um einen Versuch der Kontaktaufnahme? Erforscht dieser gallertartige Ozean den Menschen?
Oder sind die beobachteten Phänomene bloß automatische Prozesse, die irgendwo im Inneren des Ozeans stattfinden?

Als Kris Kelvin die Station aufsucht, bietet sich ihm ein Bild des Schreckens: Die Station ist völlig verwahrlost, und er trifft zunächst auf den scheinbar völlig verwirrten Forscher Snaut und erfährt später den Hintergrund über Gibarians Selbstmord - einem weiteren Crewmitglied.
Es stellt sich bald heraus, dass die verbliebenen Forscher, Dr. Snaut und Dr. Satorius von 'Gästen' heimgesucht werden - der eine von einem 'Kind', der andere von etwas, das einen Strohhut trägt. Kelvin bekommt ebenfalls Besuch - es ist eine aus seinem Gedächtnis rekonstruierte Kopie von seiner verstorbenen Frau Harey, was Kelvin in eine emotionale Krise stürzt.
Tatsächlich versucht Kelvin zunächst, sich seines Gastes zu entledigen, indem er ihn eine Raumkapsel lockt und in den Orbit schießt. Wenig später erwacht Kelvin jedoch erneut an der Seite einer Harey, die offenbar nichts von Kelvins vorherigem Versuch weiß. Und noch etwas - Harey scheint nur in Kelvins Nähe existenzfähig zu sein.

Harey selbst wird nach und nach klar, dass sie nicht
das 'Original' ist, sondern ein Erzeugnis des Ozeans. Ihr Selbstmordversuch mit flüssigem Sauerstoff schlägt fehl. Obwohl sie offensichtlich wie ein Mensch zu denken und zu fühlen vermag, ist sie aus einem anderen 'Stoff' gebaut - aus Neutrinos.

Dr. Satorius sieht in der Zerstörung jenes Kraftfeldes, das dem Neutrino-Gefüge Dauer verleiht, eine Chance, die Gäste ein für allemal loszuwerden.

Der Film
--------

Irgendwann nach dem Besuch seiner Gruppentherapie-Sitzung wird der Psychologe Chris Kelvin zuhause von zwei Typen aufgesucht, die ihn damit beauftragen herauszufinden, weshalb der Kontakt zur Solaris-Expedition abgebrochen ist. Zuvor hat sich Kelvin
ein besorgniseregendes Tape seines auf der Station befindlichen Kumpels Gibarian reinziehen müssen, praktisch der letzte Kontakt.

Nach dem Andocken an die Station stößt er zunächst auf
das Crewmitglied Snow - eine kaugummikauende Grounge-Ausgabe von Lem's quasi-dauerbetrunkenem Snaut (in der Original-Vorlage). In seinen Bewegungen könnte man auch meinen, eine Slow-Motion-Ausgabe von Hunter
S. Thompsons Roul Duke (Johnny Depp in "Fear & Loathing...") vor sich zu haben.

Geschockt davon, seinen Kumpel Gibarian in einen Leichensack vorzufinden, sucht Kelvin bald nach Antworten und besucht die ängstlich erscheinende Solaris-Wissenschaftlerin Helen Gordon (Soderbergh's Pendant zu Lem's Dr. Satorius).

Aus dem ganzen Gebrabbel von Snow und Gordon wird Kelvin natürlich erstmal gar nicht schlau, und deshalb haut er sich erstmal für'n paar Stunden auf's Ohr (im Kino-Sessel schläft sich's ebenfalls gut).

Close-Up wie Clooney einpennt, Traumsequenzen, sphärische Musikklänge (mit Synth-Glockentönchen), Schnitt auf die Planetenoberfläche, Schnitt Traumsequenz (wie Kelvin seine Frau Rheya auf der Erde kennenlernt), Summgeräusche, dann der Schock nach dem Erwachen: Seine totgeglaubte Frau sitzt plötzlich da, und Regisseur Soderbergh baut schnitt-technisch nun dramaturgischen Mist, denn nach einem kurzen Wortwechsel scheucht Kelvin seine 'Frau' ruck-zuck in eine Raumkapsel, die er in den Weltraum schießt.
Spätestens an dieser Stelle ist es offensichtlich, daß uns Soderbergh ursprünglich vermutlich eine dreistündige Version reinkloppen wollte, aber gott-sei-dank ließ man ihn wohl nicht. Von dem ganzen weggeschnippelten Kram kann man sich dann bestimmt später mal von der DVD langweilen lassen.

Es stellt sich also heraus, dass die Crewmitglieder von Phänomenen in Form von sehr lebendigen 'Gästen'
heimgesucht werden - in Kelvin's Fall handelt es sich
eben um seine verstorbene Frau Rheya, was ihn
zunächst fast um den Verstand bringt, denn der Rheya-Gast taucht nach dem nächsten Schlaf-Versuch erneut auf. Eine große Belastung für Kelvin, denn er fühlt sich für Rheyas Selbstmord auf Erden verantwortlich.

Aber wer oder was 'ist' Rheya? Ist sie 'echt', 'lebendig' - oder nur ein 'Traumbild', eine 'Kopie'?

Kelvin schwitzt ein bißchen herum, sieht aber
gewissermaßen eine Chance, es diesmal 'anders' zu machen, er wittert eine zweite Chance für ihre Liebe. Küßchen hier, Umarmung da, viele Erinnerungen in ziemlich belanglosen und langweiligen Rückblicken.
In einigen Rückblenden läßt Soderbergh Gibarian immerhin mal etwas Gescheites sagen, wendet sich dann jedoch immer wieder schnell seinem Hauptthema zu, nämlich seiner drögen Version von "Lovestory".

Klaro, auch in Soderbergh's Version versucht sich Rheya mit Flüssig-Sauerstoff das Leben zu nehmen, das dies nix nützt ist klar: Soderbergh's Rheya besteht zwar nicht aus einem Neutrino-Gefüge, stattdessen aus einem 'Higgs-Besonen-Feld' (oder so ähnlich), aber das ist Soderbergh doch eigentlich sowieso egal.
Auch der Soderbergh-Rheya wird ziemlich bald klar, dass sie nur eine lebendige Kopie ist:
Rheya: "But am I really Rheya?"
Kelvin:"I don't know any more - but what I see is you."
Diese Stelle liest sich in Lem's Roman so:
["] - Hör zu ... - sagte sie. - Da ist noch etwas. Bin ich... ihr... sehr ähnlich?
-Du warst ihr sehr ähnlich - sagte ich. - Aber jetzt weiß ich es schon nicht mehr.
-Wieso...?
-Du hast sie schon überdeckt.
-Und du bist sicher, daß du nicht sie, sondern mich...? Mich?
-Ja. Dich. Ich weiß nicht. Ich fürchte, wenn du wirklich sie wärest, dann könnte ich dich nicht lieben.
-Warum nicht?
-Weil ich etwas Gräßliches getan habe.
-Ihr?
-Ja. Als wir...
-Sag es nicht.
-Warum?
-Weil ich will, daß du wissen sollst, ich bin nicht sie. ["]

Soderbergh kriegt noch nicht einmal das ordentlich hin, worauf er eigentlich seinen Fokus gerichtet hat. Denn in seiner Filmversion wird man trotz Clooney's Geschwitze und McElhone's Betroffenheitsausdruck einfach als Zuschauer nicht 'warm' mit den beiden, obwohl doch Soderbergh so gern einen Film über Liebe machen wollte, mit maximal einigen spacekeksartigen Szenen zwischendurch.

ACHTUNG: -SPOILER-
Zum Schluß geht Soderbergh daher so richtig in die Vollen, indem er auf die Vorlage Lem's dann nochmal so richtig pfeift und durch irgendeinen eigenen gequirlten Shit ersetzt.
Aus irgendeinem seifigen SciFi-Grund bläht sich Solaris plötzlich auf (Soderbergh's Ego! Es furzt auf uns!), und alle sind sich einig, möglichst schnell in einer Kapsel die Station verlassen zu müssen. Natürlich bis auf Kelvin. Da zuvor das Strahlen-Experiment geklappt hat und der Rheya-Gast verschwunden ist, beschließt Kelvin zunächst mal wie Rocky Balboa im Ring in den Stations-Gängen nach Rheyaaaaa zu brüllen, bis er erschöpft einfach so im Gang herumliegt, und in einer Rückblende dahinschwelgt, die ihn zuhause in seiner Küche zeigt. Dort schnibbelt er eine Gurke und dusseligerweise sich selbst in den Finger - doch HUCH die Wunde schließt sich, heh?, ist Kelvin etwa selbst ein Gast? Vielleicht weiß dies das mysteriöse kleine Bengelchen, das nun ebenfalls im Gang herumsteht und dank dem sensiblen Regisseur Steven Soderbergh Chris Kelvin das Händchen gibt. Möglicherweise ist auch Snow ein Gast, denn in einer kurzen Einblendung sieht man ihn im Cockpit der wegdüsenden Raumkapsel kirre rumschreien - vielleicht ein Freudenschrei, daß dieser Film sich nun endlich dem Ende neigt? Tatsächlich, nur noch wenige (wirklich kitschige) Szenen, und der Kinobesucher ist entlassen... Puh. Das war ja nochmal so richtig bedeutungsschwer.
-SPOILERENDE-


Kritik
------

Steven Soderbergh's Verfilmung ist eine Enttäuschung
en gros. Eine Kreuzung aus "Last Tango in Paris" und "2001" hatte er sich vorgestellt, wobei ich nicht weiß, was der eine noch der andere Film mit dem Stoff von Lem's Solaris gemein hat.

Während man dem russischen Regisseur Tarkovsky eine recht eigenwillige Interpretation zugestehen muß, konzentriert sich Soderbergh fast völlig auf die Beziehung zwischen Rheya und Kelvin und schlittert
damit völlig am Kern der Sache vorbei.

Es geht in Lem's Roman um Fragen wie z.B. der Stellung des Menschen im Kosmos, der Möglichkeit
bzw. der Unmöglichkeit eines Kontaktes mit dem 'Unbekannten', wissenschaftlich-geistige Grenzen des Menschen usw. - Soderbergh macht um diese Fragen einen großen Bogen, kommt uns mit recht billigen Taschenspielertricks daher, die garantiert demnächst irgendein Spiegelredakteur mit 'Tiefe' verwechseln wird. Womöglich wird's auch einige Narren geben, die
der Meinung sind, Soderbergh's trauriges Beziehungsdrama sei ein 'Meisterwerk'. Auf das pseudo-intellektuelle Filmfinale werden wohl viele Kritiker hereinfallen - allerdings wird das Interpretations-Gefasel nicht dem tatsächlichen Tiefgang der Vorlage gerecht werden können.

Aus Dr. Satorius macht Soderbergh eine Dr. Helen Gordon (warum eigentlich?), Harey heißt nun Rheya und Raider eben Twix usw. - aber solche Änderungen sind durchaus noch hinnehmbar.
Doch Soderbergh stand wohl unter dem inneren Zwang,
einen '2001'-Pseudo-Klon auf den Markt werfen zu müssen. Es gibt im Film einige Szenen, die eine Bildverwandtschaft mit '2001' aufweisen: Kelvin's Anflug auf die Station - überhaupt das Design der Station, das Cockpit von Kelvin's Schiff, die Lichtreflexionen auf Kelvin's Helm - der Regisseur hat sich Kubricks '2001' zweifellos angesehen. Ebenso huldigt er dem Regisseur Tarkovsky, indem er Kelvin's Schlafraum genauso aussehen läßt wie in der russischen Version. Soderbergh's eigenes, mystisches Filmfinale dagegen wäre völlig überflüssig gewesen, hätte er nur einen Bruchteil der Buchvorlage verstanden. Wer's geschafft hat, sich bis zum Finale wachzuhalten, der darf sich beim
letzten Filmsätzchen noch einmal an die Stirn klatschen
-SPOILER-
Rheya zu Kelvin - "We're together now - everything we've done is forgiven - everything!"
(Filmküßchen und Ende, tschüß und auf Wiedersehen).
-SPOILERENDE-
Soderbergh - ein hoffnungsloser Romantiker?

Da Soderbergh also ein Liebesdrama im Kammerspielformat abgeliefert hat, muß man sich unweigerlich fragen, wozu er den Kosmos und den Planeten Solaris überhaupt gebraucht hat, geschweige denn Lem's Buch als Vorlage. Genausogut hätte er die Handlung in irgendeinem Hinterhof abrollen lassen können - meinetwegen mit einer großen, spiegelnden Regenpfütze im Hintergrund, damit Mr. Soderbergh durch filmästhetische Spielereien ein bißchen Pseudo-Tiefe zum Vorgaukeln hat.

Dabei hätte ihm die Vorlage genug Gelegenheiten geboten für atemberaubende Filmsequenzen - stattdessen müssen wir uns leider mit Soderberghs mangelnden Intellekt begnügen. Welcher Fan des Buches
hätte nicht gern die Symetriaden, Asymetriaden und Mimoide auf der Leinwand gesehen, oder die Geschichte
der Solaristik in Rückblenden. Etwa ein drittel dieses Filmchens spielt auf der Erde (!) und nervt
uns mit irgendeinem Rheya/Kelvin-Beziehungsklatsch.

Die Bedeutungslosigkeit dieses auf Langsamkeit getrimmten Filmchens spiegelte sich zunächst in der amerikanischen Presse wieder - es ging dort primär
um George Clooney's 'nackte Pobacken'-Szenen. Unter Umständen ist das bereits dem einen oder anderen weiblichen Fan das Eintrittsgeld wert.

Es grenzt tatsächlich an ein Wunder, dass uns Soderbergh hin und wieder überhaupt mal einen Blick auf den Planeten Solaris erlaubt. Diese sehr schön gemachten Szenen täuschen aber nicht über den mangelnden Inhalt hinweg.

Produzent James Cameron wollte ursprünglich selbst Regie führen. So bleibt die Frage offen, ob
zumindest ihm eine adäquate Umsetzung gelungen wäre. Es ist bedauerlich, dass Cameron Steven Soderbergh einfach hat 'machen lassen'.
Cameron sagte bereits in einem Interview, er selbst hätte einen mehr auf 'Hardware'-betonten Film gedreht.
Ich denke, Cameron hat sich von Soderbergh schlicht
einlullen lassen. Oder er war einfach müde. Wer weiß.

Warten wir also nochmal 30 Jahre auf eine weitere Neuverfilmung. Vielleicht schafft es dann ein
Regisseur, 'Solaris' zu verfilmen.
Bis dahin dürfen wir gespannt sein, wer sich an Lem's
"der Unbesiegbare" vergreifen wird. Da in diesem Roman
eine Liebesgeschichte überhaupt nicht vorkommt, wird man wohl oder übel eine hinzuerfinden müssen - mit Gina Wild in der Hauptrolle?

Abschließendes Fazit
--------------------

Gerade in letzter Zeit habe ich einige gelungene Umsetzungen gesehen, beispielsweise gefallen mir die beiden Potter-Filme sehr gut. Auch die beiden Herr der Ringe-Filme dürften nicht wirklich die große Fangemeinde allzu stark enttäuscht haben, auch wenn Peter Jackson sich bezüglich des zweiten Teils einige Freiheiten herausgenommen hat. Desweiteren finde ich die älteren Filme "Fight Club" und "Fear & Loathing in Las Vegas" genial, die beiden Romane hätte man meiner Meinung nach nicht besser verfilmen können. Gerade Hunter S. Thompsons "Fear & Loathing" hielt man jahrelang für unverfilmbar - Terry Gilliam hat's geschafft. Die zweite Verfilmung von "Roter Drache" hat mich ebenfalls positiv überrascht - sie wird Harris' Vorlage deutlich gerechter als der Vorgänger.
Diese Filme haben alle eins gemeinsam - die Regisseure hielten sich eng an die Buchvorlage.

Was wären die beiden "Herr der Ringe"-Filme gewesen, hätte Peter Jackson gänzlich auf den Ring verzichtet?
Obwohl ich kein Tolkien-Fan bin, hätte ich ziemlich komisch aus der Wäsche geschaut.
Ebenso wäre "Roter Drache" ohne die 'Zahnfee' eine
etwas eigenartige Verfilmung gewesen.
Aber in etwa so kann man sich die Solaris-Verfilmung von Soderbergh vorstellen: Ein Film ohne den Ring. Oder: Wo bleibt die Zahnfee? Oder stellt euch meinetwegen auch die Harry Potter-Filme ohne Potter vor... :-(

Der Film ist für jeden Lem-Fan ein bittere Pille.

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Titel: Solaris (2002, USA)
Untertitel: There are some places man
is not ready to go
(dt.: Es gibt Begegnungen, für die der Mensch noch nicht bereit ist)
Regie: Steven Soderbergh
(-> Sex, Lügen und Videotapes; Kafka; Out of Sight; Erin Brokovich; Traffic; Ocean's Eleven)
Novel: Stanislaw Lem
Drehbuch: Steven Soderbergh
Produzent: James Cameron
Darsteller:
George Clooney - Chris Kelvin
Natascha McElhone - Rheya Kelvin
Jeremy Davies - Snow
Viola Davis - Helen Gordon
Ulrich Tukur - Gibarian
Laufzeit: 99 min.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
lemonfisch

lemonfisch

21.12.2003 17:02

hi. ich finde deinen bericht sehr amüsierend. ich versteh deine kritik absolut, nichts desto trotz gehört der film in meine top 5 movie charts, schon alleine wegen der absolut hypergigantischen musik. ciaociao tine

dcbe

dcbe

16.03.2003 16:28

Warum steht diese Meinung im Ranking nicht höher? Es ist zum Verzweifeln...

Oleanna

Oleanna

15.03.2003 04:21

ich finde deinen bericht sehr interessant, obwohl ich deine meinung keinesfalls teile. ich glaube jeder filmemacher sollte seine eigene interpretation der vorlage schaffen und diesen raum sollte man ihm auch zugestehen. ein abklatsch des romanes ist meiner meinung nach nicht realisierbar. zu vielschichtig und tiefgründig sind seine ideen über eine mögliche kontaktaufnahme einer ausserirdischen form, die sich gänzlich unserer vorstellungskraft entzieht. tarkowskij beweist wie viel man erreichen kann, wenn man sich von der vorlage mit respekt löst und seinen eigenen visuellen weg sucht. sein film ist einer der beeindruckendsten werke, die ich je sehen durfte und wird meiner meinung nach unerreicht bleiben. dehalb ist jede weitere verfilmung geradezu unmöglich. auch wenn stanislaw lem dies anders sehen mag. mfg oleanna

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