Solaris (2002)

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Langweiliges Plagiat

2  23.03.2003 (29.03.2003)

Pro:
Einige schöne Ozeanbilder

Kontra:
Nerventötende Langweile

Empfehlenswert: Nein 

LRSB

Über sich: Bilder kommen, Antworten auch!

Mitglied seit:08.07.2001

Erfahrungsberichte:130

Vertrauende:39

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 161 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vielleicht hat der Alzheimer Donald recht. Vielleicht bin ich nichts weiter als eine altmodische Alteuropäerin mit einem alten und einem uralten Paß, die nichts besseres zu tun hat, als amerikanische Remakes oder Verfilmungen von Klassikern aller Art zu kritisieren. Wäre ich nicht in Paris geboren worden, sondern dort wo neuerdings das neue Europa sich häuslich gemacht hat, würde ich eventuell eine andere Meinung vertreten. Wer weiß es schon... Als ich vor ca.sechs Monaten urplötzlich hörte, daß eine Neuverfilmung des Romans „Solaris“ von Stanislaw Lem geben sollte, dachte ich zuerst, es sei ein Witz. Letzen Dezember hatte ich das zweifelhafte Vergnügen den Film gleich nach dem Kinostart in den USA zu sehen, und meine erste Reaktion hat sich leider als richtig erwiesen.

1972 -„Solaris“ die Verfilmung

Lange ist es her. Europa war noch etwas jünger und meine Mutter gerade schwanger. Andreij Tarkowskij, einer der besten Regisseuren aller Zeiten, dessen Werke bewiesen haben, daß Religion durchaus glaubhaft ein Platz auf der Leinwand haben kann, brachte den Film „Solaris“ in den Kino. Das Drehbuch des Filmes basierte sich an das Buch des polnischen „gelegentlichen“ Science Fiction Autors Stanislaw Lem. Für alle die mit dem Namen Lem nichts anfangen können sei gesagt, daß die Science Fiction seiner Bücher mit den restlichen qualitativ fragwürdigen Werken des Genres nichts zu tun hat. Lem beschäftigt sich schlicht und nüchtern mit wichtigen, grundsätzlichen Fragen aus dem philosophischen, religiösen und wissenschaftlichen Hintergrund. Der studierte Arzt hat sich im Rahmen eines Selbststudiums sehr intensiv mit Fragen der Biologie, Physik, Kosmologie, Philosophie, Mathematik und Kybernetik beschäftigt, und er ist dabei geblieben. Der kann sich also die komplizierte Sichtweise von ganz besonderen Problemen leisten.

Der Grund für die Existenz des Filmes „Solaris“ ist eigentlich ein Filmklassiker von 1968, das Meisterwerk des Stanley Kubrick „ 2001: A Space Odyssey“ bzw. „2001-Odyssee im Weltraum“. Tarkowskij sah den Film, und es gefiel ihm aufgrund seines vermeidlichen Atheismus nicht. „Solaris“ sollte die christliche Antwort sein. Der Roman „Solaris“ von Lem ist ein beeindruckendes Werk, das düster und mit einer hochdosierten Portion Depression und Melancholie unglaublich poetisch ist. Der Film wurde also gedreht, und das Ergebnis gefiel diesmal Lem nicht, wobei bisweilen nicht ungewöhnlich ist, wenn die Autoren mit den Verfilmungen deren Werke nicht so ganz einverstanden sind. Außerdem gilt Stanislav Lem nach eigenen Angaben als ausgesprochener Kinobanause, was sein Urteil -rein filmisch gesehen- relativiert.

Lem warf Tarkowskij vor, er reduziere das erkenntnistheoretische Problem seines Romans auf eine Familienmelodram mit pantheistischer Moral, und daß sein Film eine Art „Schuld und Sühne“ im Weltraum sei. Ganz daneben war der Vorwurf nicht, wenn gleich das nicht über die Qualität des Filmes an sich aussagte. Tarkowskij stellte tatsächlich seine allzu geliebten Motiven wie die Selbsterkenntnis durch Schuld und die Läuterung durch Liebe im Vordergrund. Der beschäftigte sich hauptsächlich mit den philosophischen und metaphysischen Aspekten des sehr anspruchsvollen Romans, er analysierte die realen Chancen einer „zweiten“ Chance und dabei vernachlässigte er die Solaristik, den denkenden Ozean, die außerirdische Intelligenz und deren bizarren Konfrontation mit den Menschen. Seine Interpretation des Romans ist recht eigenwillig, und seine Beweisführung demonstriert die volle Unfähigkeit zur Erkenntnis des anderen, wenn die Perspektive der Menschen auf sich selbst gerichtet bleibt. Und diese Beweisführung ist die Stärke seines Films, der gewöhnt langsam ist, aber permanent eine magische Anziehungskraft ausübt. Wenn Tarkowskij Wasser, Feuer oder Licht zeigt, sind die Bilder nie nur Bilder; sie sind Kunstwerke. Sonst ist der Film „Solaris“ auch nach meiner Meinung nicht so leichtfüßig wie das Buch geraten.

Die Kubrick Anhänger ihrerseits haben Tarkowskij die auffällig unglaubwürdige Regensimulation und den sehr bescheidenen Ozean vorgeworfen, und falsch sind von heutiger Sicht die Vorwürfe nicht. Doch 1970 /71 gab es noch nicht die technischen Mitteln von heute, und Tarkowski hatte seinen Film schließlich in der Sowjet Union und nicht in Hollywood gedreht.

2002 -„Solaris“ die Neuverfilmung.

Ich habe bislang bewußt keine Details aus der Handlung des Buches oder der Erstverfilmung erwähnt. Es geht hier schließlich um die Neuverfilmung, und jeder Drehbuchautor hat das Recht eine Buchvorlage nach eigenem Ermessen zu bearbeiten. Das Drehbuch von „Solaris“ wurde vom Regisseur des Filmes Steven Soderbergh geschrieben. Er wollte diesmal die Liebesgeschichte des Romans „Solaris“ im Vordergrund stellen, und nebenbei eine Hommage an Kubricks Odyssee drehen. Und da momentan sein Lieblingshauptdarsteller die beste Freundin von Julia Roberts ist -bekannt auch als George Clooney, gab es zumindest für die Rolle des Dr. Kelvin kein Casting.

Die Handlung

Dr. Chris Kelvin (George Clooney) ist ein in Psychotraumatologie spezialisierter Psychologe. Nach dem Selbstmord seiner Frau Rheya, an dem er sich nicht ganz unschuldig fühlt, betreibt er Ergasiotherapie, um so seine eigenen Probleme zu verdrängen. Eines schönes Tages erhält er einen Notruf seines alten Freundes Gibarian (Ulrich Tukur), der als Leiter der Raumstation mit dem bedeutungsvollen altgriechischen Namen Prometheus den Planeten Solaris am Rande der Galaxis erforscht. Der geheimnisvolle, rätselhafte Planet wird von einem mysteriösen gallertartigen Ozean fast komplett umgeben, doch unerklärliche Phänomene behindern zunehmend die Forschungsarbeit. Kelvin fliegt daraufhin zur Prometheus und findet eine seltsame Rest-Crew, die von traumatischen Erfahrungen gequält wird. Gibarian hat sich inzwischen das Leben genommen und auch einige andere Crew-Mitglieder sind bereits tot. Die beiden verbliebenen Besatzungsmitglieder Gordon und Snow informieren Kelvin, daß hinter Solaris sich eine unbekannte, fast undenkbare Intelligenz verbringt.

Kaum schafft es Kelvin ein paar Stunden zu schlaffen, begegnet er gleich seiner verstorbenen Ehefrau Rheya. Der gelernte Psychologe kann nicht so einfach mit der Situation umgehen. Der schickt sie weg, doch sie kommt wieder, und jedesmal ist sie seiner „wahren“ verstorbenen Frau ähnlicher. Ihre Persönlichkeit nimmt Konturen an. Rheya selbst erklärt Kelvin, sie erinnere sich zwar an vieles von ihrem gemeinsamen Leben, aber nur als Zuschauerin. Als ob sie dies nie erlebt hätte. Materiell ist sie der Körper seiner eigenen Gedanken, Gefühle und Erinnerungen, aber definitiv nicht die selbst denkende Rheya. Kelvin ist hin und her gerissen -zwischen dem Verlangen, diese unverhoffte zweite Chance mit seiner Ehefrau zu nutzen, der Gefahr die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, und den berechtigten Zweifeln an der Authentizität seiner Erlebnisse. Seine Versuche die mysteriösen Vorkommnisse von Solaris zu verstehen und zu ergründen, deren Ursprung irgendwie mit dem Ozean zu tun hat, stellen ständig weitere Fragen. Der Ozean scheint eine selbstständige Existenzform zu sein, die offenbar denken kann, und der mag es nicht erforscht zu werden. So manipuliert er durch Materialisation der eigenen Erinnerungen die Gedankenwelt denen, die hinter seinen Geheimnissen sind, um sie auszuschalten. Man wird langsam unfähig, die Illusion von der Erinnerung zu trennen, und das führt zur Selbstverzweiflung mit selbstmörderischen Folgen.

Der Film

Der Plot ist ausgesprochen handlungsarm; das ist auch noch kein Fehler. Das Problem ist der langweilige Rest. Herr Soderbergh hat vielleicht aufmerksam Kubrick angeschaut, aber bestimmt nicht Tarkowskij. Tarkowskij war langsam, doch der war nicht langweilig, und definitiv nicht ziellos. Soderbergh dagegen verbringt die meiste Zeit mit bedeutungslosem Schweigen, unendlichen Close-Ups der Charaktere, nichtssagender Friedhofsstille, telegraphischen Dialogen, ausdruckslosen Gesichtern, zähflüssiges Erzähltempo, unzähligen Rückblenden, halbherziger Symbolik, und unerträglicher Langweile. Um nicht die ständigen nerventötenden Fragen von Rheya hier abzuzählen, die kein Satz ohne „warum“, „wieso“, „woher“, „wer“, „wie“ und „was“ zu Ende bringt. Trotz der angeblichen Nähe der Kamera zu den Gesichtern, bleiben diese ausgesprochen fern. Langsamkeit und Stille können sehr wirkungsvoll sein –wenn die Close Ups nicht gerade völlig ausdruckslose Gesichter betrachten. Und drei Wörter Sätze reichen kaum, um das Innenleben der Charaktere aufzuspüren. Der Film bleibt kalt, kälter als der Ozean, und er bindet nicht emotional. Dabei sollte es eigentlich eine Liebesgeschichte werden; eine nicht überzeugende Liebesgeschichte ist es geworden. Schon die enorme Anzahl von Rückblenden demontiert die Handlung, denn der Regisseur will uns mit der ganzen Vorgeschichte des Paares von der Liebe über die Entfremdung zu dem Selbstmord hin konfrontieren. Das hat unglücklicherweise zu Folge, daß die Grenzen zwischen der realen Rheya und der materialisierten Rheya gefährlich verwischen.

Auch die Optik, die wohl als eine Hommage an Kubricks "2001 – Odyssee im Weltraum" verstanden werden sollte, ist dermaßen vorhersehbar, dass Kubrick bestimmt in seinem Grab –oder wo auch immer seine sterblichen Überreste weilen- heulend schreit. Eine Hommage darf keine Kopie sein, sonst heißt sie schlicht und einfach Plagiat. Die Kostüme von Solaris scheinen Duplikate der Odyssee Kostüme zu sein, und die räumliche Ausstattung erweist sich teilweise als Kubrickoriginal. Sogar die Lichtreflexionen auf dem Helm von Chris sind zu „bewundern“. Einzige Ausnahme ist das altmodische Schlafzimmer von Kelvin, das etwas von der Tarkowskij Solaris in Erinnerung bringt, und ein paar Regentropfen zu Beginn des Filmes, um des großen Meisters ganz besonderen Vorliebe für den Regen zu huldigen. Und es ist schon lange nicht genug. Sogar die Kameraeinstellungen zeigen eine äußerst verdächtige Ähnlichkeit mit denen von Kubrick, und manche Filmsequenzen sind mit den entsprechenden Sequenzen aus der Odyssee identisch. Wer hat überhaupt dem Herrn Soderbergh gesagt, Kubrick würde heutzutage die Odyssee genauso wie vor 35 Jahren drehen? Der alte Stanley war eins bestimmt nicht: Ideenlos. Die eigenen Ideen von Soderbergh werden dagegen mühsam gesucht. Seine fast legendären Farbfilter liegen diesmal teilweise dermaßen daneben, daß man sich trotz einigen gelungenen warmen und kalten Farbspielen fragt, ob er neuerdings an eine verschobene Farbblindheit Richtung Neonlicht leidet. Das hat meinen Augen richtig weh getan! Nichtsdestotrotz bietet der Film natürlich auch eine Reihe von sehr guten Aufnahmen. Es handelt sich hauptsächlich um schöne Bilder des Ozeans, und dagegen habe ich auch nichts einzuwenden. Der Planet Solaris präsentiert sich schon in der Eröffnungssequenz ruhig, noch friedlich, majestätisch - in einer Mischung aus rot und blau. Er leuchtet verführerisch, und es spiegelt sich durch die Reflexionen etwas magisches wieder. Der Rest ist ein optischer PLAGIAT der schwachsinnigsten Sorte...

... und eine langweilige Liebesgeschichte auch noch, deren Handlung überall stattfinden könnte –auch weit, weit entfernt vom Planet Solaris. Jetzt komme ich zum leidigen Thema. Stanislaw Lem war natürlich auch mit dieser Verfilmung nicht zufrieden. Der heute 81jährige quittierte den Film mit dem Lästerkommentar, der Titel seines Romans sei „Solaris“ und nicht „Love in Outer Space“. Köstlich! Lem lobte dagegen die Cinematography, was höchstwahrscheinlich mit den erwähnten sehr gelungenen aber seltenen Ozean Aufnahmen zu tun hat. Soderbergh fungiert als sein eigener Kameramann namens Peter Andrews und photographiert ohne Ende. Leider werden diese Aufnahmen viel zu sporadisch gezeigt. Der Ozean kann zwar der Ursprung der Geschichte sein, doch Soderbergh möchte seine Liebesgeschichte nicht verlassen, und deswegen verpaßt er die Gelegenheit uns zu zeigen, warum „Solaris“ eine außergewöhnliche Geschichte ist. Die Reise zur Prometheus wird für Kelvin zu einer Reise in seine eigene Seele, und der Rest der Lemvorlage bleibt dagegen unangefaßt, obwohl die heutigen technischen Möglichkeiten die Solaristik-Forschung, umgegeben von Symmetriaden, Asymmetriaden und Mimoiden, also jene Elemente die das Buch etwas ganz besonders machen, ermöglicht hätten. Die entscheidenden Fragen des Buches nach der Stellung des Menschen im Kosmos oder seine Grenzen überhaupt werden nicht mal ansatzweise angetastet; es heißt denn, das eigenwillige Finale soll eine Andeutung sein, und ich habe den Film einfach mißverstanden.

Darsteller

„Wann sollte die Mimik fehlen und wann nicht“ wäre der Titel eines Vortrags, den Herr Soderbergh dringend benötigte. Der läßt George Clooney so abgefahren mimikfrei spielen, daß der Verdacht erweckt wird, der gute George sei völlig talentlos –was nicht der Fall ist. Es war Absicht. Man fragt sich nur, wie soll jemand Trauer, Schmerz und Reue bei dem Witwer erkennen, wenn sein Gesicht während des ganzen Filmes starr und regungslos gezeigt wird. Chris ist einsam, isoliert und wird von seinen Schuldgefühlen quasi innerlich gefressen. Wieso darf er aber es nicht zeigen? Da glaubt doch kein Mensch, daß der smarte Psychologe leidet. Seine extreme Ausdruckslosigkeit legt Chris erst gegen Ende des Filmes ab, und dann ist es bereits zu spät. Natascha McElhone spielt zwar ähnlich mimikfrei, doch ihre Rolle ist eine andere. Sie ist die Materialisation von Gedanken, sie darf kantig, gedehnt, metallisch und zugespitzt sein. Da kommt ihr ihr natürliches Aussehen zugute. Ihre Darstellung ist vergleichsweise ansehnlich -trotz des teilweise schwachsinnigen Textes, das sie und wir ertragen müßten. Ach ja, Rheya ist ein Anagram von Harey, und Harey ist der Name der Originalfigur der Vorlage. Die Spielchen des Herren Soderbergh lassen grüßen. Der völlige Reinfall dagegen ist das Gefühl, das man bekommt, wenn man die beiden „Liebenden“ zusammen sieht. Clooney und McElhone schaffen es keine Sekunde lang, sich als ein Liebespaar zu verkaufen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Das ist keine Seltenheit im Kino, und deswegen müssen Regisseure vorsorgen. Manche Paare passen einfach filmisch nicht zu einander, und da hilft kein einziges nacktes Körperteil von George Clooney, um den negativen Eindruck glaubhaft zu wiederlegen.

Nebendarsteller und Quotenregelung

Obwohl ich die Logik der Änderung von „Harey“ in „Rheya“ verstanden habe, frage ich mich immer noch, wieso Kaugummi als Alkoholalternative im Film fungiert. Snow heißt im Original Snaut und befindet sich in einer daueralkoholisierten Zustand. Snow (Jeremy Davis) dagegen ist eine nervige kaugummikauende Figur, die als typischer asozialer Computerfreak aus einem Komikheft keinen einzigen Satz stotterfrei zu Ende bringen kann. Ulrich Tukur als Gibarian kommt gut drüber, und er kann sogar ein paar inhaltlich vernünftige Sätze aussprechen, doch seine Rolle ist zu klein geraten. Schließlich ist noch Dr. Helen Gordon da, die die Originalfigur von Dr. Sartorius ersetzt. Sie ist quotengerecht eine Frau und obendrauf auch politisch korrekt schwarz. Was will man mehr? Mit einer Fliege kriegt man gleich zwei Klapperschlagen. Dr. Gordon ist eine introvertierte Figur, die einzig und allein mit ihren Theorien für das im Schneckentempo Fortschreiten der Handlung sorgt, und Viola Davis tut ihren Job gut.

Musik

Wer rettet den Film? Neben der gut gelungenen Bilder sorgt die Musik für den zweiten rettenden Seil des Filmes. Ohne überragend zu sein, schafft die einfühlsame Musik die Szenen vernünftig zu begleiten, und so eine gewisse Homogenität vorzutäuschen. Die musikalische Untermahlung von „Solaris“ wurde von Cliff Martinez zusammengebastelt, den einstigen Drummer der Red Hot Chili Peppers . Langsam aber sicher mutiert er zum Hauskomponisten von Soderbergh, der sein Film stellenweise akustisch völlig „nackt“ läßt, um alles was sonst zu hören ist, tatsächlich auch zu hören. Das ist auch kopiert, denn es war Jules Dassin, der die langen geräuschefreien Sequenzen populär gemacht hat. Und es ging sogar auch ohne Atmen...

Filmdaten

Regisseur: Steven Soderbergh
Drehbuch: Steven Soderbergh, nach dem Roman von Stanislaw Lem
Director of Photography: Steven call me Peter Andrews Soderbergh
Produzent: Steven.....neeeeeeeeee.....James Cameron
Musik: Cliff Martinez
Darsteller: George Clooney (Chris Kelvin), Natasha McElhone (Rheya), Jeremy Davis (Snow), Ulrich Tukur (Gibarian), Viola Davis (Dr. Helen Gordon)

Spielzeit: 99 min
FSK: ab 12 Jahre


Alles in allem ist dieses Werk, egal ob als Neuverfilmung oder als Neuinszenierung getarnt, nicht halbes und nichts ganzes. Der Film überzeugt keinen einzigen Moment, führt zu einer extrem distanzierten, emotionslosen und kühlen Erzählweise, deren Endresultat Langweile ist, und mißbraucht einen legendären Roman, um eine seltsame Liebesgeschichte zu erzählen. Bevor ich diesen Film ein zweites Mal sehe, lese ich lieber zum wiederholten Mal das Buch, oder genieße das Tarkowskij Original mit zu viel Regen, einer überragenden Harey, und der Musik von Eduard Artemjew, der das Präludium f-moll vom J.S.Bach als musikalischen Ausgangspunkt nahm.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
a_camus

a_camus

12.03.2006 07:03

Das Buch ist wirklich besser! Mit diesem Film hat man Lem keinen gefallen getan. Liebe Grüße, Andi

GlineurJL

GlineurJL

14.04.2003 07:51

...und Clooney ist eh nicht swo toll, wie alle immer meinen :-)

Rotermohn

Rotermohn

01.04.2003 16:02

Ein Wahnsinnsbericht, eher eine wissenschaftliche Abhandlung - das muß ein Diamant werden! Ich kenne beide Filme nicht und werde mir den neuen nun auch nicht mehr ansehen, obwohl mich die Buchhändlerin beinahe überredet hätte. An das Buch kann ich mich dunkel erinnern, ich las es vor ca. 30 Jahren, damals hatte ich ein Faible für utopische Literatur, wie man das in der DDR nannte, und Lem war der wichtigste Vertreter.

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