Wie vielleicht ein paar von Euch mitbekommen haben, war ich letztes Wochenende ein paar Tage lang in Bayern in der Nähe von Deggendorf. Da ich da nicht unbedingt in der Nähe wohne (der Epa wohnt links neben Köln) hatte ich also eine sehr lange Zugfahrt vor mir.
Und was macht man im Zug oftmals? Genau: lesen.Aber dafür braucht man auch ein gutes Buch. Ich persönlich hatte dieses Mal Lust auf etwas actionhaltigere Unterhaltung, da ich nach Konsumierung der Lebensweisheiten von Morrie Schwartz vorerst genug nachdenklich machende Kost hatte.
Andreas Eschbach kenne ich schon etwas länger, mein erster Kontakt mit seinen Werken war der Roman „Das Jesus Video“, eine Geschichte über ein uraltes VIDEO das bei Ausgrabungen in Israel entdeckt wird. Auf der Rückseite des Buches fand ich einen Verweis auf ein anderes Werk desselben Autors: Solar Station. Flugs die Inhaltsbeschreibung gelesen und sofort interessiert gewesen.Aber wie das oft so ist, vergisst man das auch wieder. Ich tat es, das Buch lief mir dann zufällig vor ein paar Wochen am Bahnhof über den Weg und sofort fiel mir mein erster Eindruck wieder ein. Also zugeschlagen und Lesestoff für die große Fahrt nach Bayern besorgt.
[ WORUM GEHT’S DENN NUN ? ]Wir schreiben das Jahr 2015. Einiges hat sich in der Raumfahrt verändert. Die Amerikaner haben sich aus Kostengründen zurückgezogen, die Europäer glänzen durch Unfähigkeit und der neue Stern am Himmel (im wahrsten Sinne des Wortes) sind die Japaner.
In Japan hat man auch eine neue, revolutionäre Art der Energiegewinnung erfunden: Sonnenenergie wird von einer Raumstation mit riesengroßen Sonnensegeln aufgefangen und dann als Mikrowellenstrahl zu einer Empfangsstation auf der Erdoberfläche geschickt. Die Solar Station – um auf den Titel des Buches zurückzukommen – heißt passenderweise Nippon und hat eine multikulturelle Besatzung mit überwiegend japanischem Anteil. Die beiden „Ausländer“ sind zum einen Leonard Carr und der geniale Computerspezialist Jayakar. Zusammen mit ihren japanischen Kollegen leiten sie die Testphase der Raumstation. (© Epaminondas) Wobei Leonard dabei am wenigsten mit der Stromversorgung zu tun hat, er ist als Golfkriegsveteran nämlich „nur“ als Hausmeister und Sicherheitschef angestellt.
Während die ersten Tests der neuen Energieversorgung sehr erfolgreich liefen, tauchen seit kurzem immer wieder Probleme auf und die Übertragung der gesammelten Energie scheitert. Nach einer Anhäufung dieser Vorfälle bittet Kommandant Moriyama Leonard zu sich und weiht diesen in seine Befürchtungen ein – er vermutet Sabotage.Er soll mit seinem unguten Gefühl Recht behalten, denn kurz darauf geschieht ein Mord und wenig später dockt ein fremdes Raumschiff widerrechtlich an. Die Besatzung muss machtlos mit ansehen wie ihre Station zu einer furchtbaren Bedrohung umgebaut wird.
Nur haben die Eindringlinge nicht mit der Kampferfahrung Carrs gerechnet – und der weiß die Vorteile der Schwerkraft für sich zu nutzen…[ EPA’s FAZIT ]
Das Buch ist wirklich eine Art „Stirb langsam“ im Weltraum – spannend, dramatisch und mitreißend. Mir hat es wirklich gefallen.Nichtsdestotrotz habe ich einige Kritikpunkte, wo meiner Ansicht nach Verbesserungsbedarf besteht. Zum Beispiel die Vorgeschichte des Buches: man erfährt im Laufe des Buches zwar so einige Sachen, aber es wäre wünschenswert gewesen vorher eine Einleitung zu bekommen, damit man sich mal ein genaues Bild von der Welt machen kann, die Eschbach da eigentlich beschreibt.
Des Weiteren ist Eschbach anscheinend vernarrt in Japanisch – es tauchen etliche japanische Ausdrücke im Buch auf, deren Bedeutung mir meistens unklar war. Das trägt zwar sicherlich zur Verbesserung der Stimmung beim Lesen bei, erleichtert dies aber nicht unbedingt.Logische Fehler konnte ich zum Glück keine finden, obwohl mir das Buch v.a. am Ende ein wenig unrealistisch erscheint. Da hat es Eschbach ein wenig übertrieben, ich glaube kaum das ein Mensch mit solchen Verletzungen noch so kämpfen kann. Aber vielleicht ist das auch nur mein subjektiver Eindruck. Ebenso finde ich die Beweggründe der Eindringlinge fragwürdig – denn man braucht sehr viel Geld um die Station zu erreichen, und wo die das aufgetrieben haben, diese Erklärung bleibt Eschbach dem Leser schuldig.
Alles in allem hat es wirklich Spaß gemacht das Buch zu lesen, es ist einfach gut gemachte Unterhaltung und Ablenkung vom Alltag. Wer sich an den oben genannten Makeln nicht stört, sollte ruhig mal einen Blick riskieren.Er erfährt zumindest genaueres über Geschlechtsverkehr in der Schwerelosigkeit… ;-)
© 22.6.01 by Epaminondas
04.07.2001 10:52
Die Meinung hatte nur so lange einen sachlichen Charakter, bis ich den letzten Satz las... Dann kam der Mann in dir durch! *g* Romy
27.06.2001 18:58
Was für japanische Begriffe waren dir denn unklar? Vielleicht kann ich dir weiterhelfen? Gruß SaschaT
27.06.2001 13:17
Multikulti:-) nun ja bei zwei Ausländern hörts ich das fast so an wie wenn unsere Politiker... nun das ist nicht das Thema... ein akt im Weltraum ist sicher spannend, und logische Brüche wären wenn sie denn vorhanden gewesen wären auch nciht tragisch,.. wir sind ja in der Zukunft*g*