Ich muss etwas zur Vorgeschichte schreiben. Als mir im letzten Urlaub langweilig war, beschloss ich, mehr aus Neugier als aus Interesse das Buch "Das Jesus Video" von Andreas Eschbach zu kaufen, welches auch ein Science-Fiction Roman ist. Da ich selbst nie großer SCi-Fi Fan war, war ich überrascht, ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von instinct2k3 über Solarstation. Kelwitts Stern. Zwei Romane in einem Band. / Eschbach, Andreas 7. April 2003
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
durchschnittlich
Unterhaltungswert:
sehr hoch
Spannung:
ziemlich spannend
Humor:
ziemlich humorvoll
Aufmachung:
schön
Pro:
Platz - und geldsparend, 2 klasse Romane, wer einen mag mag auch den Anderen
Kontra:
es gibt nur Vorteile ! (evtl . Geldabzocke, aber ist das berechtigt? ! )
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ich muss etwas zur Vorgeschichte schreiben. Als mir im letzten Urlaub langweilig war, beschloss ich, mehr aus Neugier als aus Interesse das Buch "Das Jesus Video" von Andreas Eschbach zu kaufen, welches auch ein Science-Fiction Roman ist. Da ich selbst nie großer SCi-Fi Fan war, war ich überrascht, wie weiläufig sich dieses Genre doch gestaltet. Als ich nun das "neue" Buch von Andres Eschbach in den Läden stehen sah, dass auch noch 2 Romane zusammenfasst stand ich auch gleich an der Kasse und nichts konnte mich aufhalten dieses 640-Seiten starke Buch in nur 3 Tagen zu lesen!
Äußere Aufmachung und Hintergrund:
Hierzu muss ich sagen, dass das Buch einfaches Romanformat hat, was also heißen soll, dass es als Cover und Rücken Pappe hat, die aber aufwendig bedruckt und sogar golden gestanzt ist. Das Cover sagt nicht viel aus, drückt aber wie mir scheint diese Sci-Fi Ader aus (der schlichte Hintergrund könnte die Tür einer Raumstation darstellen). Der Bastei Lübbe Verlag hat sich nun gedacht, binden wir doch die beiden etwas dünneren Romane zu einem dicken Buch zusammen und es passt. Beide liegen im gleichen Genre, sind natürlich mit Eschbachs Feinfühligkeit für Details geschrieben und weisen somit keine großen Lese-Übergänge auf, die vielleicht störend wirken könnten wenn man nach dem ersten Roman gleich weiterliest.
Inhalt:
Solarstation: - Hochspannung garantiert; eine Art "Stirb langsam" im Weltraum. "Eine höchst ungewöhnliche Mischung aus Thriller und SF." Brigitte - (Klappentext) Wir schreiben das Jahr 2015, Amerikas Weltmacht ist zu einem Nichts geschrumpft, Europa wird keine Bedeutung mehr zugemessen und Japan hat sich zur neuen Weltmacht entwickelt. Der Hauptprotagonist und (Ich-)Erzähler Leonard Carr arbeitet als "Hausmeister" auf einer japanischen Raumstation, der NIPPON. Diese baut ein Solar-Sonnensegel, dass vom Weltraum aus Solarenergie auf die Erde bringen soll um Strom zu erzeugen. Ein auf der Erde angebrachter Empfänger soll diese Energie per Laser auffangen. Doch es treten technische Pannen auf, der Vorgang der Übertragung findet nie statt und Gedanken an Sabotage treten auf. Als ein Mord auf der Raumstation geschieht ist sicher, dass diese Weltraumfahrt für die Besatzung ein nervenaufreibener Kampf wird - denn im Weltraum kann man sich nicht zur Wehr setzen, vorallem dann nicht, wenn eine fremde Raumstation an die eigene andockt und das Funksystem nicht funktioniert. So geriet die erste Raumstation in die Hand von Piraten und könnte so zur Bedrohung für die Erde werden, auf der schon in der arabischen Welt religiöse Kriege herrschen. Kann der Mann, der sich am meißten mit dieser Station auskennt, nämlich Leonard Carr, etwas tun, um diese Gefahr unschädlich zu machen? Kelwitts Stern: - "Eine tragisch-komische Geschichte mit bemerkenswert humanistischer Konsequenz über den Beusch eines Außerirdischen auf der Erde." Andromeda Nachrichten - (Klappentext) Weit entfernt von der uns bekannten Galaxie gibt es einen Planeten namens Jombuur. Dort kommt ein witziger und zugleich knuddeliger Außerirdischer zur Welt, der, wie es auf diesem Planeten üblich ist, einen Stern zu seinem Geburtstag geschenkt bekommt. Nun ist es dort auch üblich, zu seinem Stern zu reisen und somit das "Orakel" zu befragen, was die Zukunft bringt. Dazu fährt man auf diesen Planeten, zählt seine Monde, schaut ihn sich an und analysiert nach der Orakelfahrt das Gesehene. Kewitts Planet scheint allerdings bewohnt zu sein und ehe er sich's versieht stürzt er auf dem Planeten "Erde" ab, und zwar stürzt er genau in die schwäbische Alb und somit in einen Haufen Bauern und Tölpel. Es dauert eine Weile, bis ihm der Geheimdienst auf die Schliche kommt und somit wird er von einer netten Familie aufgenommen, deren Tochter nymphoman angehaucht scheint, lernt über einen Computer ihre Sprache und erlebt nun ein ganz neues Gefühl vom Leben.
Umsetzung: Andreas Eschbach schreibt ergreifend. Man kann sich in seine Geschichten hineinversetzen, da sie sehr detailliebend geschrieben sind, was aber nicht langweilig, kompliziert oder ermüdend wirkt. Eschbach beweist immer wieder Humor und ist ein Meister im Fesseln der Leser, sodass die Spannung auf dem höchsten Punkt ist, wenn es doch eine unerwartete Wendung gibt. Die Ich-Erzählerperspektive in "Solarstation" erfüllt ihren Zweck sofort. Man fühlt sich als Mitglied hilfloser Astronauten, man grübelt mit und man kann nicht aufhören zu lesen, denn wie könnte es denn mit einem selbst weitergehen!? Bei Kelwitts Stern konzentriert Eschbach sich sehr auf die Eigenarten der Menschen. Es wäre, als kenne er unsere Zivilisation nicht und er schreibt aus Perspektiven, an die man selbst nie denken würde und die einen so in Humor und Spannung versetzen, dass das Buch-weglegen schwer fällt. Der kleine Kelwitt ist so niedlich dargestellt, dass man ihn am liebsten Umarmen würde und jede der vorkommenden Personen ist so schön beschrieben, dass man die Charaktere gut kennenlernen kann, welche sowieso ein Highlight für sich sind.
Fazit: Mit 8 € ist dieses Buch für alle zu empfehlen, denn ob jung oder alt, Männlein oder Weiblein, hier geht der Lesespaß erst verloren wenn man die letzte Seite verdeckt. Für alle, die sich beide Romane einzeln gekauft haben erscheint dieses Buch vielleicht als reine Profitgier aber ich denke die Romane passen einfach gut zusammen und man sollte es dem Verlag nicht übel nehmen, sie zusammengefasst zu haben. Im Gegenteil: Ich bin vollends dankbar und begeistert!
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