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Eigentlich gibt es ja auch zu Der Soldat James Ryan schon ziemlich viele Berichte. Als ich aber gestern spät nachts noch einmal den Video angeschaut habe, war für mich einfach klar, dass ich über dieses Meisterwerk einen Bericht schreiben muss.
Im Vorfeld des Films hörte man ja immer wieder, dass dies einer der grausamsten Filme sei, und noch kein anderer Kriegsfilm die Brutalität des Krieges so autentisch dargestellt hätte. Als dann der Film endlich in den USA angelaufen war, wurden diese Nachrichten durch die Reaktionen der Zuschauer bestärkt: Immer wieder hörte oder sah man, dass sich Kriegsveteranen und Jugendliche nach dem Film in den Armen lagen; die meisten nicht fähig zu sprechen, da das Gesehen einfach zu viele Erinnerungen heraufbeschwor. Dementsprechend gespannt war auch ich dann auf diesen Film und ging ihn dann auch so schnell wie möglich im Kino schauen (mit meinem Vater, da ich sonst nicht hineingedurft hätte). Anzufügen ist auch, dass es bei kaum einem meiner Kino Besuche der Ausweis so vehement verlangt wurde wie damals. Man hatte sogar ein Warnschild aufgehängt, dass Besucher mit schwachen Nerven vor den ersten 30 Minuten warnte; so etwas hatte ich noch nie erlebt. Doch nun zum Film:
Der Film beginnt eigentlich ganz unspektakulär: Ein etwas älterer Herr macht einen Speziergang (ich fragte mich damals, ob ich auch wirklich im richtigen Film bin). Doch schon bald realisiert der Zuschauer, dass der Mann über einen Friedhof geht, gefolgt von seinen Verwandten. Zielstrebig peilt er einen bestimmten unter den unzähligen Grabsteinen an. (Wessen grab dies ist wird erst später aufgedeckt und soll in diesem Bericht auch nicht erwähnt werden. Auch die Identität des alter Mannes wird hier aus Gründen der Spannung verschwiegen.) Die Kamera fährt ganz nahe aufs Gesicht des Mannes, und plötzlich befindet sich der Zuschauer an den Stränden der Normandie. Relativ schnell wird bewusst, dass dies der D-Day (entscheidende Invasion der Alliierten) sein muss. Man sieht die Landungsboote, und wie sich diese dem Strand nähern. Sobald sich die Klappen öffnen und die Soldaten den Sturm auf die deutschen Bunker eröffnen, beginnen wohl die grausamsten 30 Minuten, die jemals für einen Kinofilm gedreht worden sind. Im Gegensatz zu anderen Kriegsfilmen, wo getroffene Soldaten einfach tot umfallen, wälzen sich hier verwundete im Sand, schreien um hilfe... Dabei geht der Regisseur auch ganz schön ins Detail. Schonungslos werden die ersten Momente der Invasion, in der die Alliierten so grosse Verluste einstecken mussten, gezeigt. Schliesslich können sich die Alliierten durchsetzen und die eigentliche Handlung beginnt: Mehr oder weniger durch Zufall entdeckt eine Sekretärin, die mit dem Schreiben der Mitleidsbriefe an die Eltern der Gefallenen beschäftigt ist, auf die Tatsache, dass von Ms. Ryan drei ihrer vier Söhne gefallen sind. Schliesslich kann durchgesetzt werden, dass der vierte Sohn, James Ryan (Matt Damon) gerettet und in die Heimat gebracht werden soll; obwohl man nicht weiss, wo dieser sich befindet, und ob er überhaupt noch lebt. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen kann beginnen. Mit der delikaten Aufgabe wird Capitain Miller (Tom Hanks) beauftragt. Mit sieben weiteren Soldaten macht er sich auf den Weg. Dabei hat er nicht nur mit Feinden und der Schwierigkeit der Aufgabe zu kämpfen. Zusätzlich beginnen noch seine Begleiter nach dem Sinn einer solchen Rettungsaktion zu fragen: Weshalb acht Leben für ein einziges riskieren? Mehr soll zu der Handlung an dieser Stelle nichts mehr gesagt werden.
Grausamer als dieser Film kann eigentlich nur noch der Krieg selber sein. Mit den sehr überzeugenden Tom Hanks und Matt Damon in den Hauptrollen wird die Handlung sehr glaubhaft erzählt. Spätestens nachdem man diesen Film gesehen hat, beginnt man sich über Sinn und Unsinn des Krieges zu fragen. Der Regisseur (Steven Spielberg) hat sein Ziel, den Veteranen des 2. Weltkrieges ein Denkmal zu setzen, sicherlich erreicht. Zudem hat er mit diesem Film auch sich selbst ein Denkmal errichtet. Genau dieser Film hat das Genre des klassischen Kriegsfilms wiederbelebt: Nachdem einige Jahre auf diesem Gebiet Ruhe geherrscht hat, kommen in nächster Zeit wieder sehr viele Kriegsfilme in die Kinos.
Der Soldat James Ryan erhielt insgesamt fünf Oscars (bester Regisseur, beste Kameraführung, bester Schnitt, bester Tonschnitt und bester Sound), wurde von 70 Kritikern zum besten Film des Jahres gewählt, erhielt zehn Nominierungen von den British Academy Film Awards...
Fazit: Dieser Film ist auf jeden Fall sehenswert; vorrausgesetzt, man ist nicht zart besaitet. Dieser Film geht doch bis an die Grenze des zeigbaren. Man sollte ihn auf keinen Fall einfach mal zwischendurch anschauen, da er unheimlich aufwühlend (und nebenbei auch noch sehr spannend) ist.
Einige Daten zur Video-Kassette: Länge: 163 Min. Freigegeben ab 16 Preis ca. 26 Fr.
Über den 2.Weltkrieg gibt es unzählig viele Filme und daher war es um so bewundernswerter wie die Landung in der Normandie umgesetzt wurde...Die Schrecken des Krieges ....
Dein Bericht sagt eigentlich alles , was man zur Entscheidung über ansehen oder nicht wissen sollte,daher sh ;-)
28.12.2004 01:10
Über den 2.Weltkrieg gibt es unzählig viele Filme und daher war es um so bewundernswerter wie die Landung in der Normandie umgesetzt wurde...Die Schrecken des Krieges .... Dein Bericht sagt eigentlich alles , was man zur Entscheidung über ansehen oder nicht wissen sollte,daher sh ;-)
14.04.2002 22:33
wirklich ein super film! cu filmorama.de
17.02.2002 00:52
Schöner Bericht! Schönes Wochenende und bis bald Dein Aquakiddy... :)