Über sich:Zu viele Interessen sind der Ernsthaftigkeit Tod. Also habe ich hier Schwerpunkte gesetzt, die sich ...
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Es ist der 6. Juni 1944. Die alliierten Streitkräfte beginnen die Landung in der von Deutschen besetzten Normandie. Die französische Küste ist in verschiedene Teilbereiche aufgeteilt. Einer hiervon trägt den Namen „Omaha Beach“. In allen anderen Abschnitten gelingt die Invasion ohne größere Verluste. Nur im Bereich Omaha Beach stoßen die Soldaten der alliierten Truppen auf erbitterten deutschen Widerstand. Ein fürchterliches Gemetzel ist die Folge.
Dies ist der Auftakt von „Der Soldat James Ryan“. Und dieses Szenario ist auch der Anlass, warum der Film bei Erscheinen große Diskussionen ausgelöst hatte. Denn Regisseur Steven Spielberg war sichtlich bemüht, dem Zuschauer das Kriegsgetümmel so nahe wie möglich zu bringen. Die Sequenz ist demzufolge handwerklich und tricktechnisch perfekt inszeniert:
Die Kamera ist immer nah dran am Geschehen und vermittelt dem Zuschauer das Gefühl, er sei mittendrin in der Schlacht: Man sieht eine Kette von Landungsbooten die sich durch die Wellen in Richtung Strand schlagen. Einigen von den Soldaten wird bereits vom Wellengang schlecht, andere sprechen letzte Gebete. Am Strand angekommen, gehen die Bugklappen runter und schon setzt das Geknatter deutscher Maschinengewehre ein. Die in den vorderen Reihen stehenden Soldaten werden nahezu komplett niedergemäht. Die nachfolgenden Männer sehen zu, möglichst schnell ins Wasser zu stürzen.
Kaum setzten die deutschen Maschinengewehre ein, wird die Akustik nur noch vom Zischen der Kugeln und den Schreien der Soldaten beherrscht. Fällt ein Soldat ins Wasser und taucht unter, folgt die Kamera nach. Unter Wasser wird das ohrenbetäubende Getöse unterbrochen, um sofort wieder einzusetzen, wenn der Soldat wieder auftaucht.
Auf festem Boden angekommen, wechselt die Kamera stets zwischen den unzähligen Soldaten hin und her. Man erlebt aus nächster Nähe, wie die Angreifer massenweise von MG-Salven niedergemacht werden. Aus allen Seiten ist das Brüllen der Verletzten zu hören. Eine Explosion – Knalltrauma, wieder Stille. Nach und nach schwindet die Benommenheit und setzt wieder der Kriegslärm ein.
Natürlich werden auch die entsprechenden Bilder zu der geschilderten Geräuschkulisse gezeigt. Ununterbrochen werden Oberkörper auf- und Arme und Beine von umherschwirrenden Kugeln abgerissen oder die Köpfe derjenigen zerfetzt, die ihren Stahlhelm verloren haben. Dies alles wird auch farblich in dokumentarischem Stil festgehalten, da ein kühles Grau-Blau dominiert und alle anderen Töne zurückgenommen wurden.
So geht es ca. 15 Minuten zu. Danach ist die deutsche Bunkerkette gestürmt und das Schlachten hat nach und nach ein Ende.
Bei der Filmpremiere soll diese Viertelstunde Krieg einige Zuschauer bereits überfordert haben. Übelkeit und Schwächeanfälle waren angeblich die Folge. Für das heimische Pantoffelkino sind derartige Reaktionen nicht zu erwarten. Der Fernsehbildschirm ist viel kleiner als eine Kinoleinwand und auch die Soundanlage dürfte hier kaum dem Kinostandard entsprechen.
Abgesehen von diesen technischen Unterschieden, die den Film nun für jedermann erlebbar machen, war die Aufregung aus meiner Sicht ohnehin übertrieben. Den Aussagen, endlich sei das Kriegsgeschehen einmal realistisch wiedergegeben worden (und eben deswegen beinahe unerträglich anzuschauen), kann nicht zugestimmt werden.
Ich wähle hierbei nicht den beliebten Ansatz, man bekäme ohnehin nur die Perfektion der derzeitigen Tricktechnik demonstriert und in Wahrheit würden auch keine Menschen zerfetzt, sondern lediglich Gummipuppen, die Kunstblut enthalten. Diese Argumentation mag ja durchaus zutreffend sein, nur hilft sie denjenigen, die sich auf die Illusion Kino einlassen eben nicht weiter. Letztlich werden Kinofilme aber genau für diese Personengruppe gedreht. Aber es gibt ja auch einen alternativen Ansatz:
In den oben geschilderten 15 Minuten sieht man mehrere hundert Soldaten im Kugelhagen sterben. Die Realität hatte da ganz andere Dimensionen. Insgesamt sind im Bereich Omaha Beach ca. 40.000 alliierte Soldaten am Strand geblieben. Und auch ging die Schlacht über mehrere Stunden. Die eingesetzten Soldaten waren zumeist frisch von den Ausbildungslagern in diese Schlacht geschickt worden. Der Generalsstab ging zu Recht davon aus, dass kein älterer Veteran für dieses Unternehmen zu gebrauchen, da diese zumindest eine grobe Ahnung hatten, was sie am Strand erwarten würde. Und nicht einmal ein amerikanischer GI wäre wohl freiwillig in dieses Inferno gezogen. Insofern gibt Steven Spielberg allenfalls einen kleinen Einblick in das tatsächliche Grauen des 06.06.1944.
Dennoch war einigen Kinogängern schon der in „Der Soldat James Ryan“ gezeigte Ausschnitt zu viel des Tötens. Und allen Hinweisen auf die wohlgemerkt vergleichsweise Harmlosigkeit der Szene zum Trotz wird dann gern das Totschlagargument „ich muss mir so etwas ja nicht angucken“ gezückt. Und damit ist man bei der Frage angelangt, die der Film aufwerfen will und die mit den weiteren Verlauf der Handlung beantwortet wird.
Als auch der Abschnitt Omaha Beach endlich eingenommen und die deutschen Bunker gestürmt sind, werden erst einmal die Toten gezählt. Dabei fällt auf, dass am Strand zwei Brüder aus der Familie Ryan getötet wurden. Ein dritter Bruder ist bereits zuvor in Neu Guinea gefallen und ein vierter Bruder schließlich hinter den feindlichen Linien als vermisst gemeldet. Um der Mutter der vier Brüder die Nachricht zu ersparen, dass ihr gesamter Nachwuchs im Krieg umgekommen ist, wird Captain Miller (dargestellt von Tom Hanks) beauftragt, einen Suchtrupp zusammenzustellen und den Soldaten James Ryan sicher wieder zu den alliierten Truppen zu führen, damit dieser nach Hause zu seiner Mutter geschickt werden kann.
Und so begibt sich ein gutes halbes Dutzend Männer in die Gefahr, im Landesinneren des nachwievor besetzen Frankreichs nach einem verirrten Soldaten zu suchen, von dem man noch nicht einmal wirklich weiß, ob er überhaupt noch am Leben ist. Die Begeisterung der Leute ist entsprechend groß und demzufolge wird die Mission auch sehr kritisch diskutiert.
Bevor der Soldat James Ryan gefunden werden kann, sind noch einige Gefechte mit deutschen Soldaten zu bestehen, bei denen der Trupp zunehmend dezimiert wird.
Mir ist nicht bekannt, ob Steven Spielberg mit diesem Film den Effekt tatsächlich beabsichtigt hatte, aber es gelang ihm, von allen Seiten Kritik auf sich zu ziehen. Empfand die eine Seite die eingangs gezeigte Brutalität als abstoßend, so war die andere Seite überzeugt, der weitere Handlungsverlauf sei geradezu ein Verrat der ersten Viertelstunde.
Beiden Ansichten liegt der Gedanke zugrunde, die Schlacht in der Normandie, die ja auch stattgefunden hatte, getrennt von der Suche nach James Ryan, die erfunden wurde, zu betrachten. Und dies muss selbstverständlich zu einem Missverständnis des Films führen.
Grundlage der Kritik können nur die eigentlichen Intentionen des Regisseurs sein und der Erfolg, die gesetzten Ziele auch tatsächlich zu erreichen. Nach eigener Aussage wollte Steven Spielberg in diesem Film den Fragen nachgehen, ob man im Krieg noch ein Ehrgefühl bewahren kann, wie die Erlebnisse überhaupt verkraftet werden und ob es moralisch vertretbar ist, acht Männer auf die Suche nach einem Einzelnen zu schicken.
Dem Fiasko am Omaha Beach vorangestellt ist das Einblenden des amerikanischen Stars-and-Stripes-Banners sowie eine kurze Szene, in der ein älterer Mann den Friedhof für die gefallenen Amerikaner in der Normandie besucht. Schon durch diese Einleitung wird deutlich, dass die nachfolgende Sequenz kein sinnloses Kriegsgeschehen darstellen soll.
Vielmehr hat die Schlacht in der Normandie den Zweck, einen Eindruck zu vermitteln, wie die Soldaten den Krieg erlebt haben. Die Schlachtszene steht nicht als Sinnbild des Krieges an sich, sondern bereitet den Zuschauer darauf vor, dass in späteren Situationen die Menschen so reagieren, wie sie reagieren – und eben nicht anders.
Die Bereitschaft der Mitglieder des Suchtrupps, sich länger als nötig in Frankreich aufzuhalten, ist dementsprechend sehr gering ausgeprägt. Auch haben die meisten von ihnen in einer späteren Szene keine Skrupel, einen unbewaffneten deutschen Soldaten zu erschießen – ein Feind weniger.
Vor dem Hintergrund der ersten 15 Filmminuten sind diese Reaktionen allzu verständlich. Deswegen müssen sie aber noch lange nicht richtig sein. Genau dies versucht Steven Spielberg zu vermitteln und schickt den Trupp immer wieder in Situationen, wo jeder gefordert ist, sich für Dritte einzusetzen. Und dies auch bei der Gefahr des eigenen Todes.
Das damit einhergehende ständige Moralisieren mag störend wirken – es handelt sich jedoch um ein wesentliches Element des Films. Damit das Handeln des Suchtrupps nicht unglaubwürdig gerät, zeigt Spielberg, wie die Männer die Strandschlacht des Omaha Beach überleben – übrigens auch nur, weil sie sich stets beistehen.
Die Normandie-Sequenz als Absage an den Wahnsinn Krieg und den restlichen Film als überflüssiges Anhängsel zu werten, vermag nicht zu überzeugen. Es ist meines Erachtens jedenfalls nicht besonders einleuchtend, warum ausgerechnet ein Regisseur, der sich wenige Jahre zuvor zum Judentum bekannte und einen Film wie „Schindlers Liste“ drehte, nun ausgerechnet die Landung alliierter Truppen im besetzten Frankreich und damit den Anfang vom Ende des Hitler-Regimes auserwählt haben soll, um ein Plädoyer gegen die Krieg zu formulieren.
Zudem wird auch die Hauptfigur des Captain Miller als Lichtgestalt präsentiert, deren Qualität erst im Krieg und durch den Krieg hervortraten. Vorher im Privatleben war Miller ebenso unscheinbar wie alle anderen Durchschnittsbürger auch. Der Krieg als Vater aller Dinge?
Ich denke, der gesamte Film ergibt ein stimmiges Ganzes, das besagt, dass es richtig war, ca. 40.000 alliierte Soldaten in den sicheren Tod zu schicken, um die deutschen Truppen zu besiegen und dass es genauso richtig ist, einen Soldaten zu retten, damit er den Deutschen nicht zum Opfer fällt. Das mag manchem Filmkritiker hierzulande vielleicht nicht gefallen, aber Steven Spielberg ist auch ein amerikanischer Regisseur und nimmt demzufolge auf die Befindlichkeiten deutscher Rezensenten wenig Rücksicht.
Und es ist auch nicht Steven Spielberg nicht anzulasten, dass über fünf Jahre hinweg nicht nur in den Augen der Amerikaner Heldentum darin bestand, deutschen Städte in Schutt und Asche zu bomben und so viele deutsche Soldaten wie möglich außer Gefecht zu setzen. Der Film betreibt damit keine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern gibt lediglich weit verbreitete Ansichten wieder, die allenfalls hierzulande abgelehnt werden.
Bleibt die Frage, ob es notwendig war, die Normandie-Invasion in der gezeigten Brutalität darzustellen. Offenkundig haben die 15 Filmminuten ihre Wirkung erreicht, daher beantwortet sich die Frage von selbst. Auch die Frage, ob man sich diesen Film – und eben insbesondere die erste Viertelstunde – angucken muss, ist damit eigentlich geklärt: Selbstverständlich. Und es auch bedauerlich, dass es keine Möglichkeit gibt, jeden einzelnen den Film vorzuführen. Denn hier wird zumindest in Ansätzen realistisch verdeutlicht, was es bedeutet, wenn militärische Mittel zum Einsatz kommen. Und da sich die Bundesrepublik Deutschland vor ca. zwei Jahren von ihrer bis dahin durchgehaltenen Politik der Nichtbeteiligung am internationalen Kriegsgeschehen verabschiedet hat, kommen die Bilder aus der Normandie-Invasion gerade zur rechten Zeit.
Zur Klarstellung sei aber nochmals gesagt, dass es jetzt nicht darum geht, ob derartige militärische Einsätze richtig oder falsch sind. Es soll vielmehr das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass man weiß, was man anderen antut, wenn man derartige Einsätze für richtig hält. Insofern hat „Der Soldat James Ryan“ auch noch eine aktuelle Bedeutung.
Die DVD bietet den Film in hervorragender Bild- und Tontechnik, was dann die Wirkung des Films zusätzlich unterstreicht. Für Kamera, Ton und Toneffekte erhielt „Der Soldat James Ryan“ auch jeweils einen Oscar. Zudem ist auf einer weiteren DVD ein Dokumentation über die Dreharbeiten enthalten.
ein guter bericht.du scheinst dich intensiv mit dem thema befasst zu haben.ich persönlich finde den film sehr gut,er regt zum nachdenken an.
ich finde das private jackson(barry pepper) seine rolle perfekt wiedergibt. hast du-oder jemand anderes der das hier liest- über ihn irgendwelche informationen?
tschüssi
Hatte den Film im letzten Jahr gesehen- einmal und nie wieder. Interessante Story, absolut klasse die Umsetzung- aber für meine Begriffe zu brutal. Ist nichts für mich. Aber zum mind. einmaligen Ansehen empfehle ich "Der Soldat James Ryan" auf jeden Fall.
Dei Bericht ist sehr gut!
Abe rich finde das die amis , sich wieder schön heroisch darstellen. So grosse Kriegshelden waren die Soldaten auch nicht. Die Engländer wurden von den amis stehts vorgeschickt, sie ware dem deutschen Soldat nahezu ebenwürtig.
Trotztdem super !!!
bis dann ender
18.08.2001 22:26
ein guter bericht.du scheinst dich intensiv mit dem thema befasst zu haben.ich persönlich finde den film sehr gut,er regt zum nachdenken an. ich finde das private jackson(barry pepper) seine rolle perfekt wiedergibt. hast du-oder jemand anderes der das hier liest- über ihn irgendwelche informationen? tschüssi
18.08.2001 10:33
Hatte den Film im letzten Jahr gesehen- einmal und nie wieder. Interessante Story, absolut klasse die Umsetzung- aber für meine Begriffe zu brutal. Ist nichts für mich. Aber zum mind. einmaligen Ansehen empfehle ich "Der Soldat James Ryan" auf jeden Fall.
07.06.2001 19:59
Dei Bericht ist sehr gut! Abe rich finde das die amis , sich wieder schön heroisch darstellen. So grosse Kriegshelden waren die Soldaten auch nicht. Die Engländer wurden von den amis stehts vorgeschickt, sie ware dem deutschen Soldat nahezu ebenwürtig. Trotztdem super !!! bis dann ender