Soldat James Ryan, Der

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..geopfert, auf dem Altar der Freiheit...

5  16.10.2001

Pro:
ein Film der auf brutale ungeschminkte Art zeigt was ein Krieg bewirken kann .  Er lässt keinen unberührt

Kontra:
die Handlung ist erst spät nachvollziehbar, weil man durch die schreckliche Szenerie so gebannt, ja fast gelähmt ist

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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Black-Gizmo

Über sich: ".....Siebzehn Jahr.....blondes Haar....mhh stimmt schon lange nicht mehr. Haarpracht hält sich...

Mitglied seit:30.01.2001

Erfahrungsberichte:321

Vertrauende:293

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 143 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor nicht all zulanger Zeit haben sie den Film im Fernsehen gezeigt. Ich habe ihn vorher noch nicht gesehen und war nach Alledem was darüber gemunkelt wurde mehr als gespannt. Dadurch das ich selber 8 Jahre Soldat gewesen bin, schaue ich die Filme nicht aus Sensation oder gar der Verherrlichung, sondern ehr aus dem Aspekt wie das soldatische Empfinden dargestellt wird, so das auch Aussenstehende es nachempfinden können. Neben Kubriks Werk Full Metall Jacket, hat sich Spielberg mit Ryan einen Platz in der Hall of Fame gesichert. Bei meinen Bericht handelt es sich nicht nur um die bloße Wiedergabe von Fakten, handelt es sich doch um meine Gedanken die bis heute noch nachwirken und der Prozess des Nachdenkens nicht nachgelassen hat.

Die Handlung

Im Jahre 1944 setzen die Alliierten den Plan um durch eine weitoperierende Aktion, der sogenannten Invasion die Festung Europa von der Knechtschaft der Nazis zu befreien. Dazu kommt die Kamerablende für den Zuschauer von Anfang an in einer schonungslosen und brutalen Einstellung, das man den Eindruck gewinnt unmittelbar an diesem Geschehen teilzunehmen. Ohrenbetäubendes Geschützfeuer vermischt sich mit den pfeifenden Geräuschen von Querschlägern, die nur noch in ihrer Perversität durch die schmatzenden Treffer übertrumpft werden die man hört sobald menschliche Leiber getroffen werden. Die Schreie der Verletzten die sich mit dem Gurgeln der Sterbenden vermischt spielen Geige mit den Nerven. Mit der Intensität, in der das in Ohr und Auge abläuft, lässt Niemanden kalt, und ich habe nach den ersten Minuten anschalten müssen, zu heftig schlug mir das Herz, musste das eben erst Gesehene verarbeitet werden. Wie musste das erst den Teilnehmern zu der Zeit an diesem Ort ergangen sein??

Diese Frage klärt das was der Captain John Miller (Tom Hanks) sieht, der mit seinen Männern in einem Landungsboot sitzt, die sich kotzend und bleich bewusst das sie dem Tode mehr als nur nah sind, und ihnen während sich das Boot in der schweren grauen, durch Sturm aufgewühlten See stampft, letzte Instruktionen zum Ablauf bis zum nächsten Sammelpunkt gibt. Kamerawechsel, es zeigt die Sicht aus einem der deutschen Bunker, ein auf die Entfernung eingeschossenes Maschinengewehr, wartet mit seinem Trupp lediglich darauf das sich von den Booten die Ladeklappe öffnet, was sich dann ereignet bedarf keiner großen Phantasie, es setzt sich ein ohne genaues Zielen knatterndes Morden in Gang......die tödliche Ernte ist gut, die wenigsten schaffen es aus den brusthohen Wasser das jeden der es nicht schafft die Füße auf den Boden zu bekommen gnadenlos durch das Gewicht der Ausrüstung nach unten zieht, der dünne Rest, zumeist schwer verwundet schafft es bis zu den Panzersperren. Immer wieder lassen Gewehrkugel das Wasser aufspritzen. Ganzer Geländegewinn keine 10 m, allen wird nur eine kleine Pause des Besinnens gegönnt, der durch den Rohrwechsel bei dem Maschinengewehr künstlich erzeugt wird. Eine dämonische Atmosphäre die keine Menschlichkeit kennt, keine Chance....keine Gnade. Hier prallen die unterschiedlichen Weltanschauungen unbarmherzig aufeinander. Der Verteidiger ist zäh und feuert weiter, geht die Munition denn nie aus....

Blende zurück, Cpt. Miller kann sich zu den „Glücklichen“zählen, die es bis zum spanischen Reiter geschafft haben. Wie genau die MG´S schießen hört man an den metallenen Klatschern die die Geschosse durch das Auftreffen an dem Metall verursachen. Eine schwere Detonation in seiner unmittelbaren Nähe rauben ihm die Sinne, er wird für einen Augenblick der Ewigkeit bewusstlos, doch er erfährt keine Gnade, es hat ihn nicht „erwischt“ es ist ihm nicht vergönnt sich noch weiter durch den von blutdurchtränkten! Sand zu wühlen, die nächsten Szenen sind aus einer Perspektive gefilmt die alles unwirklich, vernebelt erscheinen lassen. Diese Einstellung ist von Szenen geprägt in der ein verwirrt herumlaufender Soldat gezeigt wird der keine Deckung sucht , sondern sich nach etwas umschaut...bis der Zuschauer den Schock versetzt bekommt, indem man sieht das seine Suche erfolgreich war und er seinen Weg mit dem abgetrennten Arm unter seinem gesunden weiter fortsetzt. Es gibt sogar eine fast sogar belustigende Szene. Ein Soldat fast sich im Gewehrhagel an dem Kopf weil er dort getroffen wurde, er nimmt den Helm ab und fast sich beängstigt an den Kopf, er grinst keinen Kratzer abbekommen.........kaum das er sich den Helm wieder aufsetzt zerreißt ein einschlagendes Maschinengewehrprojektil sein Gehirn. Ironie des Schicksals.......

Assoziiert man diese Bilder in Farbe mit den Schwarz-Weiß Bildern aus der Zeit oder dem Film „Der längste Tag“ wird einem erst jetzt die wahre Brutalität des Krieges und ganz besonders diesen Teil des zweiten Weltkrieges an der französischen Atlantikküste. Langsam und unter immensen Verlusten auf Seiten der Amerikaner setzt sich die Invasion fort.....wirklich nur sehr schleppend, doch Cpt. Miller und der Rest seiner überlebenden Männer trifft sich nach diesem grausigen Treiben an den Ziel was sie erobern sollte.....gestandene Männer brechen in Tränen aus....wen wundert es. Erst hier na dieser Stelle und das nach ca. 20 Minuten wird dem Zuschauer eine Pause gegönnt. Echt dramatisch, besser hätte man das Grauen nicht drehen können, ob es nun realistisch genug oder überhaupt realistisch ist möchte ich nicht bewerten, mir und meiner Phantasie hat es gereicht um Feststellen zu können das es so gewesen sein könnte.

Der Part um den es geht

Das ist eigentlich nur der Vorspann. Der Film um den es geht beginnt erst jetzt. Gezeigt wird eine Erfassungsstelle der amerikanischen Armee. In wird durch eine aufmerksame Mitarbeiterin bemerkt das die Familie Ryan von ihren 4 Söhnen die in der Armee sind, schon drei verloren hat. Das schlägt Wellen bis zur obersten Generalität. Mit den Worten....geopfert auf dem Altar der Freiheit, mit dem sich der befehlende General auf die Worte von Abraham Lincoln bezieht er einen Brief an eine Mutter von 5 Söhnen schreiben musste (amerikanischer Befreiungkrieg), befiehlt er den letzten noch lebenden Sohn seiner Mutter zurück zu bringen, koste es was es wolle......

So bekommt Cpt. Miller seinen Auftrag. Mehr möchte ich nicht zum Film schreiben dann würde sich das Ansehen und die Dramatik für den Zuseher nicht so krass darstellen. Die genaue Botschaft des Films kristallisiert sich auch nicht eindeutig heraus. Man kann da verschiedene Blickwinkel zulassen. Nur eins ist es ganz bestimmt nicht, kriegsverherrlichend. Die schauspielerische Leistung aller Darsteller sind mehr als überzeugend. Man betrachtet den einzelnen gar nicht nach dem was sie schon mal gedreht hatten, was einzig zählt und fesselt ist die Handlung. Es ist zwar keine typische Rolle für Hanks, doch weil er eigentlich einen Dorflehrer spielt der in den Krieg verwickelt wird weil er keine Schüler mehr hat, gibt dem Film einen weiteren tiefen Sinn. Leider überlebt keiner der Truppe der Soldat Ryan natürlich schon, der mit den letzten Worten von Cpt. Miller...“.beweise das du es wert warst“... sein weiteres Leben fristen muss......

Abschluss

Ein Film der einmal wieder mal mehr als nachdenklich macht. Spielbergs geschickte Szenerie die gute Handlung und natürlich die ausserordentlich gute Besetzung haben den Film nicht umsonst zu einem mit den Oskar prämierten Film gemacht. Aufgrund der derzeitigen politischen Lage zeigt sich mal wieder mehr als deutlich das solche Filme nicht an Aktualität verloren haben....man kann fast sagen nichts für Weicheier , seien wir froh die es nicht erleben mussten und hoffentlich nie erleben werden.


Viele Grüße

Euer Black-Gizmo

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Maxkay

Maxkay

21.06.2009 18:31

ja ein wirkliches Meisterwerk ist dieser Film und natürlich dein Bericht :)

hermsche

hermsche

02.06.2005 00:17

der film ist wirklich "krass"....also so ein packenden Film hab ich selten gesehn! Mfg

die_leseratte

die_leseratte

14.05.2005 18:35

Ich finde deinen Bericht sehr gut, da er wieder gibt was du während des Filmes gefühlt hast und wie es dir erging. Ich habe diesen Film auch angeschaut und muß sagen das die mörderische Gewalt des Naziregimes dort sehr gut zum Ausdruck gebracht wird. Es gab soviele Tote in diesem sinnlosen Krieg hoffen wir das so etwas nie wieder passiert und tuen wir alles dafür. Sehr guter Bericht! Ciao sagt die_leseratte(Andi)

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