Was lange wärt wird endlich gut
16.04.2009
Pro:
kleines Haus, Lactoseberaterinnen, Intensivstation, eingespieltes Ärzteteam
Kontra:
keins
Empfehlenswert:
Ja
 waru
Über sich:
So endlich ist es geschafft: es wurden 230 Kisten und die sind endlich ausgepackt. Nun sind wir Baye...
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So kann ich nun endlich abschließend unser Thema Nachwuchs at acta legen, denn Nr. 4 hat endlich geschafft, was mir 3x davor verwehrt blieb: Es läßt sich stillen. Aber eigentlich kann ich da einfach nur ein dickes Lob an dieses Haus aussprechen, das scheinbar unmögliches möglich machte... Aber nun erstmal der Reihe nach.
1. Die AuswahlWie ihr ja wißt kam im November 2008 mein nunmehr 4. Kind zur Welt und wie jedesmal war ich auf der Suche nach der geeigneten Geburtsklinik. Durch diverse Umzüge hatten wir nun schon 1 Kind in der "Uniklinik Lübeck" bekommen, 1 Kind im "St. Bernward-Krankenhaus" Hildesheim und 1 Kind im "Mariahilf" Hamburg.Also überlegte ich mir vorher meine wichtigsten Kriterien für die Krankenhaussuche: - War eine Kinderintensivstation vorhanden? (Diese brauchten wir schon 1x) - War das Krankenhaus auf Kaiserschnitte eingestellt? (Hatte ich auch schon hinter mir) - War der Wohlfühlfaktor vorhanden? - War das Haus nicht zu groß, so dass die Hebammen und Schwestern nach der Geburt Zeit für Beratungen hatten? - Konnten private Zimmer zur Verfügung gestellt werden? - War eine Voranmeldung incl. aller Vorgespräche und Formalien möglich und konnte ich so meinen Arzt bereits vorher kennenlernen? War er/sie mir sympathisch?Ja so fragte ich also zuerst im Freundinnenkreis alle "Mädels" aus und erhielt 3 mögliche Varianten: Winsen/Luhe, Städtisches Krankenhaus Lüneburg und ebend Soltau. Dann befragte ich Hebammen und Frauenärztin. Hier fiel dann schon Winsen raus - sehr guter Service, aber leider KEINE Intensivstation. Hier werden Babys im Notfall nach Lüneburg gefahren. Also dann Lüneburg oder Soltau. Lüneburg ist ein Haus mit über 1100 Geburten im Jahr und hat leider bei vielen Leuten in der Meinung über die Stillberatung sehr schlecht abgeschnitten - von unerkannten Brustenzündungen war hier die Rede und keine Zeit zum Zeigen. Nun habe ich ja 3 Kinder, die mir alle mehr oder weniger Probleme beim Stillen gemacht haben. Meist hing ich zum Schluß an der Milchpumpe und meine Kids an der Flasche. Ich wollte endlich ein "echtes" Stillbaby. Also entschloß ich mich dazu mir das Haus in Soltau - mit 600 - 800 Geburten pro Jahr - mal näher anzusehen.
2. Meine Wahl ist getroffenIch fuhr also nach Soltau, nachdem ich telefonisch einen Termin mit dem Chefarzt Dr. Franz verabredet hatte. ich wollte mich anmelden und mir auch gleich den Kreissaal ansehen. Ich wurde sehr nett von der Anmeldung Frau Theill im Vorzimmer aufgenommen und erhielt ein Gespräch
Bilder von Soltau Kreiskrankenhaus
bei Dr. Franz. In unserem Fall lief alles bereits sehr früh auf einen erneuten Kaiserschnitt hinaus. Noch in der 32. SSW lag der Kopf des Kindes oben und war zu groß. Später in der 35. SSW dreht sich zwar das Kind, aber der Kopf war nach erneuten Messungen definitiv zu groß. Dr. Franz klärte mich über die Risiken des Kaiserschnittes auf und machte mir gleich Termine für Anästhesie und Aufnahme in das Krankehaus - 3 Wochen vorher sollten reichen für die OP. Ich handelte ihn dann auf 2 Wochen runter - aber wie sich später zeigte wäre seine Version wohl doch besser gewesen..*gg*... Nun stand also der Termin, das Kind sollte am 24.11. geholt werden und ich sollte mich am 21.11.2008 im Krankenhaus anmelden, per Ultraschall nochmal untersucht werden und alle Formalitäten erledigen.Dr. Franz schickte mich nach dem Gespräch direkt noch zum Kreissaal mit den Worten, dass ich mir ja nochmal alles in Ruhe ansehen könne. Ich hatte - da bei uns Ferien waren - alle 3 Kinder mit im Schlepptau und wir sahen uns zusammen alles an. Meine Große meinte: "Ja hier ist es schön. Hier kann unser Bruder auf die Welt kommen!" Wie recht sie hatte. Dies Haus war klein und gemütlich, aber es hatte selbst eine Intensivstation für den Notfall...
3. Das Haus Das Krankenhaus bildet zusammen mit der Klinik in Walsrode das "Heidekreis-Klinikum Soltau-Walsrode".13 verschiedene Abteilungen hat das Haus in Soltau zu bieten. Im Bereich Geburtshilfe gibt es neben der Geburt an sich auch schon eine Frühdiagnostik mit folgenden Untersuchungsmöglichkeiten:
- Ultraschalluntersuchungen,
- Farbdoppler,
- Fruchtwasserdiagnostik,
- Kardiotokographie (CTG),
- Belastungstests.
Hierzu kann ich allerdings nicht viel sagen, da ich die Fruchtwasseruntersuchung in Hamburg habe durchführen lassen. Ultraschall wurde während der Anmeldung gemacht und war - soweit ich das beurteilen kann - echt gut. Es wurde sich viel Zeit genommen, die genaue Lage und Größe des Kindes zu bestimmen und zu sehen, ob eventuell Komplilkationen vorliegen. Bei der Geburt selbst kann auf zahlreiche Hilfsmittel zurückgegriffen werden:
- Entbindungsbett mit Überbreite,
- Gebärhocker,
- Gebärwanne,
- Sprossenwand,
- Pezzi-Bälle,
- Seile.
In den Genuss allerdings kam ich nicht, da ich ja per Kaiserschnitt entbunden habe. Aber es sah sehr gemütlich und entspannt aus im Kreissaal. Der Kreissaal hat 3 Entbindungszimmer und diese sind in schöne Farben gehalten und mit dunklen Holzschränken gemütlich eingrichtet - fast wie ein Wohnzimmer. Bilder und viele Infos gibt es natürlich auch auf den Seiten der Klinik. http://www.heidekreis-klinikum.de Die Klinik veranstaltet einen Informationsabend jeden ersten Montag im Monat ab 19 Uhr - 22 Uhr. Der Treffpunkt ist das Cafe in der Eingangshalle des Krankenhauses. Jeder kann noch eine Begleitperson mitbringen. Nach der Geburt können die Babys auf den Zimmern bei den Müttern bleiben (Rooming-in) oder aber auch mal bei den Hebammen abgegeben werden. Hier denke ich sollte man sich auch nicht scheuen es mal in Anspruch zu nehmen, denn Geburten sind schon recht anstrengend und Kräfte raubend. Wenn nachts dann die Kids gar nicht schlafen wollen, einen aber doch die Müdigkeit übermahnt, dann kann das schon recht hilfreich sein, denn nicht vergessen: Zu Hause braucht ihr alle Kraft, um alleine damit klarzukommen!! Die Hebammen in diesem Hause sind auch bei einem anderen Problem sehr hilfsbereit: dem Stillen. Wie oben ja schon berichtet hatte ich ja damit immer so meine Schwierigkeiten, aber hier endlich das richtige haus gefunden. Eine sehr nette Lactoseberaterin hatte endlich alle Zeit und Geduld der Welt mit mir. Ganz konsequent wurde nicht gleich eine paar Stunden nach der Geburt eine Flasche Ersatzmilch gereicht, ebenso wurden die Kinder nicht ständig gewogen und vermessen. Immerwieder stand Schwester Angelika an meinem Bett und legte mir das Kind an, zeigt mir Tricks und Kniffe. Die Milch schoss mir, wie bei den 3 anderen auch schnell ein, aber diesmal wurde nicht gleich die E-Pumpe geholt, sondern es wurden Kohlblätter frisch aus dem Kühlschrank für mich vorbereitet für Umschläge zur Kühlung oder aber ich bekam den Tip Tee zu trinken und hömöopatische Globuli. Denn nun erfuhr ich auch zum ersten Mal, dass Abpumpen den Milchfluß noch mehr fördert, wodurch mir das Stillen dann noch schmerzhafter wird. Denn meine Milchproduktion soll sich ja aufs Kind einstellen, wenn aber zwischendrin künstlich die Milchproduktion angekurbelt wird, dann wird die Milch ja nochmehr, als das Kind braucht. Das war irgendwie sehr logisch und klang alles ganz einfach...Naja wenn die schmerzenden Brüste nicht wären. Auf jeden Fall haben Amir und ich uns dann doch schnelle aufeinender eingespielt und nun sind wir seit fast 5 Monaten sehr aufeinander eingestellt. Er wir immernoch voll gestillt und ich bin dehr froh darüber. Danke hier nochmal nach Soltau.
4. Die GeburtAlso fuhr ich am Freitag, den 21.11. nach Soltau und sprach mit Anästhesie, erledigte hier die Formaltiäten, machte alle notwendigen Aufnahmeformulare fertig (Kassenpatient mit Krankenhauszusatzversicherung = Privatpatient), bekam nochmal eine Ultraschalluntersuchung und wurde beim Oberarzt vorstellig. Dann wurde ich also bis Montag, den 24.11. nach Hause entlassen...glaubte ich zumindest.. Am Abend gingen wir schön mit den Schwiegereltern essen in Egestorf. Als wir aus dem Restaurant kamen, begann es zu schneien. Der Schnee wurde dichter und dichter. Gegen Mitternacht war ich im Bett und schlief glücklich und zufrieden ein...leider nur eine Stunde, Dann wurde es recht feucht um mich herum - die Fruchtblase war geplatzt! Nun war klar, ich muß zurück nach Soltau. Also Sachen gepackt und Tür auf...Was war das denn - Schneesturm! Also rein ins Auto und los gings - 21 km durch dichten Schnee können ganz schön lang werden! Vom Auto aus riefen wir in Soltau an. Als wir nach gut 1,5 Stunden endlich im Kreissaaal eintrafen, hatten sie bereits meine Unterlagen rausgesucht, den Chefarzt zu Hause informiert und waren angefangen das OP-Team zusammenzustellen. Die Hebamme vom Dienst Ines untesucht mich und redete sehr beruhigend mit mir. Sie stellte, wie alle anderen vorher auch schon fest, dass der Kopf des Kindes nicht im Becken war und somit tatsächlich zu groß für eine Spontangeburt. Ich entschied mich ebenso spontan für eine Vollnarkose - nach 3 Geburten mit Problemen waren mir Geburtserlebnisse nicht mehr so wirklich wichtig. Ich wollte nur noch ein gesundes Kind zur Welt bringen. Meine Mann wartete am Eingang zum Kreissaal. Noch im Kreissaal erklärten mir die Ärzte jeden ihrer Schritte. Erst wurde der Bauch abgedeckt und desinfiziert und dann wurde betäubt. So wird das Kind nur möglichst kurz belastet. ich sah also zu bis der Bauch abgedeckt war und das Desinfektionsmittel aufgetragen. Dabei erzählten mir die Ärzte von ihren Kindern und beruhigten mich so richtig mit ihrer Routine. Direkt nach dem Schnitt - ich war nun in Morpheus Armen - wurde meinem Mann unser Neugeborener in die Arme gelegt. Er stand direkt hinter der OP Tür zusammen mit der Kinderärztin. So nahmen sie unser Kind in Empfang. Die Erstuntersuchung zeigte - Es war alles okay! Und so saßen bzw. standen - als ich erwachte - nicht nur Arzt und Hebamme, sondern auch mein Mann mit unserem Sohn auf dem Arm neben mir. Anschließend wurde ich auf´s Zimmer gefahren und konnte mich schon bald beim Frühstück stärken. Die OP-Narbe ist mittlerweile sehr gut verheilt und auch hier war ich froh darüber in Soltau gewesen zu sein! Denn nach meinem 3.Kind braucht ich diverse Narbenbehandlungen und Schmerztherapien über 3 Jahre hinweg an der Narbe. Nun ist auch hier die alte Narbe dermaßen gut neu vernäht worden, dass ich endlich keine Probleme mehr damit habe.
5. FazitEin TOP-Haus. Ich erteile der Klink 5 Sterne - und ein dickes PLUS dazu. Neben der sehr gemütlichen Einrichtung: In jedem Zimmer sind Wickelmöglichkeit und eigenes Bad vorhanden, dem tollen Essen (Frühstück und Abendbrot als leckeres Buffet und Mittags Menu), den immer reichlich vorhandenen Getränken, sind vor allem die Ärzte sehr gut hier und die Hebammen. Die Lactoseberatung ist hier vorbildlich. Die Beratung durch den Kinderazt über Säuglingspflege und Umgang ist sehr ausführlich (z.B. Beratung zur Schlafumgebung, U-Untersuchungen) . In der Rubrik Neugeborene findet ihr noch lange ein Bild der Kinder und den Angaben zu den Geburtsmaßen. Einfach den Namen des Kindes eingeben und schon erscheint es. Ich empfehle dieses Haus definitv weiter!!
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
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07.09.2010 22:13
Sehr schön berichtet!
24.05.2009 16:22
Ich habe auch vier Kinder (einmal Zwillinge) und habe sie auch in drei verschiedenen Krankenhäusern bekommen. Nachträglich alles Gute für Dich und Deine Familie, Sylvia
22.05.2009 15:25
schön, wenn man das über ein krankenhaus sagen kann, dass man rundum zufriedenist. alles gute! lg