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Diesmal habe ich Gott sei Dank neben all den schlechten Popcorn-Produktionen einen Kitano-Film, den ich noch nicht kannte, entdeckt: "Sonatine"!
Der Film ist einer der Frühwerke von Regisseur Kitano aus dem Jahre 1993. Und wie bei fast allen anderen seiner Filme tritt er auch als Hauptdarsteller, ... Bericht lesen
Untertitel ), ANAMORPHIC WIDESCREEN (1.85:1), BONUSMATERIAL: Anamorphic Widescreen, Szene Zugang, Trailer(s), Wechselwirkendes Menü, SYNOPSIS: Ein diensterprobter Yakuza begibt sich als Anführer einer Gruppe junger Unterwelt-Rekruten nach Okinawa, wo es eine befreundete Gang zu unterstützen gilt. Bald stellt sich heraus, daß es sich dabei um eine Falle handelt, die die Strukturen des Syndikats lichten soll. Der Yakuza reißt das Heft des Handelns an sich, ohne freilich auch nur einen Augenblick lang der Illusion eines Auswegs verfallen zu sein. Ein Gangsterfilm, konzipiert als heimtückische Genre-Parodie, die virtuos mit den Erwartungshaltungen der Zuschauer spielt. Daß aus der Sicht eines Ganoven erzählt wird, spricht von der pessimistischen Weltsicht des Regisseurs selbst.
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Erfahrungsbericht von Britman über Sonatine - Sonachine (Film 1993) 31.10.2003
Produktbewertung des Autors:
Humor
kein Humor
Spannung
durchschnittlich spannend
Action:
viel
Romantik:
geht so
Pro:
Takeshi Kitano mal wieder grandios
Kontra:
deutsche Synchronfassung
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ihr kennt das. Man steht in der Videothek und nix gescheites ist im Abgebot. Die guten Filme sind mal wieder alle verliehen. Letztes Mal habe ich noch den Fehler gemacht und mich trotz schlimmer Befürchtungen für "The Mexican" entschieden (vgl. Testbericht). Diesmal habe ich Gott sei Dank neben all den schlechten Popcorn-Produktionen einen Kitano-Film, den ich noch nicht kannte, entdeckt: "Sonatine"!
Der Film ist einer der Frühwerke von Regisseur Kitano aus dem Jahre 1993. Und wie bei fast allen anderen seiner Filme tritt er auch als Hauptdarsteller, Produzent, Autor und Cutter im Abspann auf. Der Mann, in Deutschland wohl am ehesten durch seine Quatsch-Serie "Takeshi's Castle" bekannt, ist ein wahres Multitalent. "Sonatine" ist ein weiterer Beweis dafür.
Wie so oft, geht es auch in "Sonatine" um einen hochrangigen Yakuza aus Japans Hauptstadt Tokyo. Und wie so oft soll dieser Yakuza aus dem Weg geräumt werden - von seinen eigenen Kollegen. Denn es geht um Macht und Machterweiterung und da steht Aniki Murakawa, so der Rollenname von Kitano, im Weg. Unter dem Vorwand einen Yakuza-Streit zu beenden wird er auf Japans Sonneninsel "Okinawa" (bekannt aus "Kill Bill", vgl. Bericht) geschickt. Doch das einzige, was dort beendet werden soll, ist sein Leben, was sich für Murakawa auch sehr bald herausstellt. Es folgt das typische Kitano-Gemetzel. Doch halt, Gemetzel ist bei Kitano-Filmen anders zu verstehen. Hier wird nicht im Sinne von "Rambo" abgeschlachtet, sondern ästhetisch gemordet. Klingt pervers, ist faszinierend. In all diesen Szenen herrscht eine beängstigende Ruhe und Langsamkeit. Die Bilder sind meist statisch und stets länger als eigentlich nötig. Die Kamera verweilt bis hinter die eigentliche Handlung und lässt das Bild somit langsam ausklingen. Kitano kombiniert diese Szenen mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen und für Kitano ungewöhnlichen fast schon romantischen Szenen vor der Kulisse dieser wunderschönen Insel. Sogar eine Frau kommt vor. Und sie spricht. (Bei Kitano eine Seltenheit.) Und sie und Murakawa verlieben sich und haben Sex. (Bei Kitano eigentlich unvorstellbar.) Aber wahrscheinlich ist es genau das, was diesen Film so faszinierend macht. Es passiert fast nichts, und wenn etwas passiert, dann mit einer unerträglichen Ruhe und Gleichgültigkeit. Sogesehen ist der Film sehr kalt. Aber dann kommen plötzlich diese schönen Szenen: Natur, Freundschaft, Liebe. Denn auch im Leben eines unnahbaren scheinbar eiskalten Yakuza existieren diese Dinge. Bevor ich jetzt zu geschwollen daherrede: Der Film besticht einfach durch diese eben beschriebene Ambivalenz. Bei all der Grausamkeit ist er dennoch irgendwie schön.
Einziger Wehrmutstropfen ist die grausame deutsche Synchronfassung. Ein unüberhörbares Rauschen zieht sich durch den kompletten Film und die Geräusche und Dialoge scheinen oft doppelt zu klingen. Zudem passen die Stimmen zum Teil überhaupt nicht bzw. sind einfach schlecht. Gäbe es auf der DVD eine Originalfassung mit deutschen Untertitel, wäre das nicht so schlimm. Aber die gibt es eben nicht.
Trotzdem: Der Film ist nur zu empfehlen. Wer auf japanische Yakuza-Filme steht und auf stupide Bumm-Bumm-Action verzichten kann, der sollte sich "Sonatine" unbedingt anschauen.
Yakuza-Filme sind – in etwa – die japanische Ausgabe von Mafia-Filmen. Yakuza haben ihre eigenen, strengen Regeln. Der japanische Außenseiter-Regisseur »Beat« Takeshi Kitano ist inzwischen bekannt für seine (nur) nach allem äußeren Anschein br ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
sehr hilfreich
10.08.2001
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