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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 56 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Schon vor Jahren habe ich diesen Bestseller geschenkt bekommen und jetzt habe ich mich endlich entschieden, ihn zu lesen. Mir war der Autor bisher unbekannt. Die Hauptperson, Dr. Alex Cross, ist die Hauptfigur einer ganzen Thriller-Serie, es handelt sich nicht um das erste Buch mit diesem Protagonisten.
Handlung:
Dr. Alex Cross, Psychiater und „Detektive“ („homicide cop“) bei der Polizei, muss in diesem Buch gleich in zwei verschiedenen Mordserien ermitteln: Erstens gibt es da einen Mörder, der kleine Kinder ermordet, die ausgerechnet die Schule besuchen, in die auch Alex Cross’ Sohn geht. Und dann gibt es da noch „Jack und Jill“, die scheinbar wahllos, aber perfekt geplant, prominente Menschen ermorden und dabei immer einen Zettel mit einem scheinbar kindlichen Gedicht zurücklassen, das auf dem Kinderreim vom „Jack und Jill“ basiert. „Jack und Jill“ kündigen schließlich an, den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu ermorden. Es stellt sich bald heraus, dass zumindest einer von „Jack und Jill“ zu den engsten Vertrauten des Präsidenten gehören muss. Denn „Jack und Jill“ haben ein Insider-Wissen, das kein Außenstehender haben kann. Eine harte Nuss für Alex Cross. Eigentlich möchte er vor allem den Mord an den Kindern aufklären, aber er wird von diesem Fall abgezogen, um die Ermordung des Präsidenten zu verhindern. Natürlich muss er auch Angst um seine eigenen Kinder haben, denn die Schule, wo die Morde passierten, ist in der Nachbarschaft.
Die Personen:
Dr. Alex Cross: Ein riesiger schwarzer Polizist und Psychiater. Ein nach außen ganz harter Typ, der aber innen ganz zart ist und auf dem Klavier Mozart spielt. Er hat zwei kleine Kinder, die er über alles liebt. Seine Frau wurde erschossen. Dafür lebt seine über 80 Jahre alte Oma im Haus und zieht die Kinder auf. Die Eltern von Dr. Alex Cross sind auch tragisch ums Leben gekommen. (Das ist irgendwie ein bisschen viel an Tragik, finde ich.)
Sampson: Der Busenfreund und Kollege von Dr. Alex Cross. Sampson schafft es, noch größer zu sein als Alex Cross, ist auch schwarz und hat den schönen Spitznamen „Man Mountain“. Aber genau wie Cross ist er auch ein ganz lieber. Übrigens kommen noch mehr riesige schwarze Polizisten dieser Art in diesem Roman vor, coole Typen, die als „Troublemaker“ bezeichnet werden.
Großmutter Nana: Früher hat sie unterrichtet, jetzt zieht sie zusammen mit ihrem Enkel Alex Cross die Urenkel auf. Sie ist eine zähe alte Frau, die zudem sehr mutig ist und coole Sprüche bringt.
Der Präsident Thomas Byrnes: Ein unglaublich toller Typ, ehrlich, mutig, möchte wirklich etwas bewegen, super Ausstrahlung, ein Kämpfer, toller Charakter, eindrucksvolles Aussehen. Aufgrund seiner Ehrlichkeit, seiner guten Absichten und seinem Engagement, Amerika zu verbessern, hat er sich viele politische Feinde gemacht. Aber das bringt ihn nicht davon ab, sich für das Gute zu engagieren. Einfach zu gut um wahr zu sein. Sein einziger Fehler sind seine Affären, die ihm seine liebende Frau aber – selbstverständlich! - vergibt.
Gary Soneji: Ein hochintelligenter, psychopatischer Mörder. Er spielt in diesem Roman nicht die Hauptrolle, aber ruft mal bei Cross an, um „Hallo“ zu sagen (und vielleicht macht er noch mehr – ich will die Spannung nicht zerstören). Er will sich an Cross rächen. Ziemlich klischeehaft. Irgendwie gehört es bei dieser Art von Thrillern wohl einfach dazu, dass der Held von einem psychopatischen Mörder verfolgt wird. (Kay Scarpetta hat so einen Verfolger, ebenso die Heldin der Fernsehserie „Profiler“....)
Christine Johnson: Die wunderschöne schwarze Schuldirektorin. Sie ist sympathisch, klug, engagiert, fleißig. Und da Alex Cross nie etwas mit einer verheirateten Frau anfangen würde, wird es dem Leser ziemlich bald klar, dass Christines Ehemann bald einem Mörder zum Opfer fallen muss (und Mörder gibt es in diesem Buch viele). Herr Johnson muss gerade dann sein Leben lassen, als sich bei Christine ein starker Kinderwunsch meldet. (Klar, Christine muss ja für Alex völlig frei sein.)
Die Schar der Mörder: Ich habe noch nie einen Thriller gelesen, in dem so viele psychopatische Mörder vorgekommen sind, sie steigen sich förmlich auf die Füße. Da sind Jack und Jill, da gibt es den guten Gary Soneji (der vielleicht eine Rolle spielt, vielleicht auch nicht), der Kindermörder, der Auftragskiller der Regierung, der Fotojournalist...
Meine Meinung: Ich finde, dass in diesem Buch sehr viele Klischees vorkommen. Anfangs hatte ich das Gefühl, ich würde eine Thriller-Parodie lesen. (Weil die riesigen, schwarzen Polizisten so wahnsinnig coole Typen sind. Und weil sie mit so markigen Sprüchen um sich werfen.) Im Laufe der Geschichte beruhigt sich der Stil etwas. Das Buch ist in sehr kurzen Kapiteln gehalten, was hier durchaus positiv ist. Angenehm zu lesen. Stellenweise ist der Thriller durchaus spannend zu lesen. Gerade wenn aus der Perspektive der Mörder berichtet wird, wenn ein Mörder dabei ist, wieder zu morden. Interessant ist auch, dass die beiden Mordserien so unterschiedlich sind: „Jack und Jill“ morden perfekt, geplant und ohne Leidenschaft. Der Mörder der Kinder hingegen ist unheimlich wütend und dabei ziemlich schlampig.
Irgendwie gibt es in diesem Buch aber von allem zu viel – zu viele coole schwarze Polizeibeamte und vor allem zu viele Mörder! Ich hatte gegen Ende des Buches den Eindruck, es wäre besser, die wenigen anständigen Leute einzusperren...
Gestört hat mich auch dieser Super-Präsident der USA. Sein einziger Makel sind seine Affären. Und ich habe den Eindruck, dass es für den Autor James Patterson das geringste mögliche Vergehen ist, die Gefühle der eigenen Ehefrau permanent zu verletzen. (Unvorstellbar in diesem Weltbild, dass eine „gute“ Frau sich mit bedeutungslosen Affären amüsiert. Dafür muss eine gute Frau eine perfekte Schönheit sein, so fern sie noch nicht Urgroßmutter ist.)
Die Sprache von James Patterson finde ich leider meistens nur unterdurchschnittlich. (Und das liegt nicht an einem unfähigen Übersetzer, da ich das Buch im amerikanischen Original gelesen habe.) Gerade wenn es um Liebe geht, war die Wortwahl so platt und langweilig wie aus einem Groschenroman. Immerhin war das Familienleben von Alex Cross größtenteils ganz nett zu lesen. Gegen Ende des Romans gelingt es James Patterson, die Liebe von Cross zu seinen Kindern glaubwürdig und schön zu schildern.
Das Ende war nicht besonders überraschend. Ich hätte mir einen größeren Knaller erwartet – eine überraschende Verbindung zwischen den beiden Mordserien zum Beispiel. Die Auflösung, die Identität der Drahtzieher beim Anschlag auf die Prominenten und den Präsidenten war auch nicht sehr überraschend. Es gab ja nicht zu viele Möglichkeiten, als wer sich Jack und Jill entpuppen könnten.
Insgesamt hat mich das Buch nicht besonders begeistert, weder sprachlich, noch inhaltlich. Stellenweise ist der Roman sehr spannend, dann kommen wieder Durchhänger. Da gefallen mir beispielsweise die Thriller über die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta meistens besser. (Auch weil man da ein bisschen was über Gerichtsmedizin lernen kann.) Somit hat für mich dieser Thriller den Wert von amerikanischen Krimiserien. Zwar mitunter unterhaltsam, aber nicht begeisternd oder gar wichtig.
ISBN deutsch: 3404148517 ISBN amerikanisches Buch: 0-446-60480-1
Das hab ich noch hier liegen... hab das erst geschenkt bekommen, nachdem ich die Fortsetzungsbände schon gelesen hatte... naja, mal sehen, ob ich mich noch ran traue ;-) hab mich ja gerade wieder im Buchladen eingedeckt :)
Auch für mich ist klar: einmal Patterson - nie wieder Patterson. Instant-Thriller für die Bestseller-Listen, kalt kalkuliert, mit Möchtegern-Suspense vollgestopft, politisch überkorrekt oder schlicht ausgedrückt: langweilig. VG; Michael
iben ein grausames Spiel mit Leben und Tod: Am Ort ihrer Verbrechen hinterlassen sie gereimte Botschaften, in denen weitere Morde angekündigt werden. Alex Cross muss sich d...
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28.05.2004 19:49
Das hab ich noch hier liegen... hab das erst geschenkt bekommen, nachdem ich die Fortsetzungsbände schon gelesen hatte... naja, mal sehen, ob ich mich noch ran traue ;-) hab mich ja gerade wieder im Buchladen eingedeckt :)
13.02.2004 11:57
Ich bin da mal gespannt - bisher haben mir die Cross-Romane überwiegend gut gefallen. cu albertas
22.12.2003 01:29
Auch für mich ist klar: einmal Patterson - nie wieder Patterson. Instant-Thriller für die Bestseller-Listen, kalt kalkuliert, mit Möchtegern-Suspense vollgestopft, politisch überkorrekt oder schlicht ausgedrückt: langweilig. VG; Michael