Sonnenstrand

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Erfahrungsbericht über "Sonnenstrand"

veröffentlicht 18.03.2006 | Bulgarienfan
Mitglied seit : 18.03.2006
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Ausgezeichnet
Pro Kulturelle Bereicherung
Kontra Nichts
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"Tolle Ausflüge vom Sonnenstrand ins Landesinnere!"

Das Rilakloster  gehört zum UNESCO-Kulturerbe der Menschheit

Das Rilakloster gehört zum UNESCO-Kulturerbe der Menschheit

Vorbemerkung: Ich habe heute diese Seite entdeckt und mich als Bulgarienfan sofort auf die Reiseberichte gestürzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass zwar gelegentlich Ausflüge erwähnt, aber kaum detailliert beschrieben werden. Dem möchte ich abhelfen.

Bulgarien hat auch dem Pauschaltouristen, der weder Bulgarisch versteht noch die kyrillische Schrift lesen kann, sehr viel mehr zu bieten als nur Strand, Shopping und Nachtleben. Was ich übrigens keineswegs verachte...

Bei meine fünf Bulgarienurlauben (immer am Sonnenstrand) frönte ich stets dem Müßiggang, habe aber auch einige geführte Ausflüge absolviert. Über die beiden bisher schönsten Exkursionen möchte ich hier berichten:

Tour 1: Sofia/Rila-Kloster (September 2004)

Diese ist meines Erachtens die beste Tour. Sie ist einfach phantastisch, dauert aber zwei Tage.

Wir sind mit einem ortsansässigen Unternehmen gefahren . Dessen Anschrift hatte ich von meiner Bulgarischlehrerin. Diese Anschrift gebe ich auf Wunsch gerne weiter. Außer uns fuhren nur noch Russen mit, was aber überhaupt nicht störte. Es handelte sich durchweg um ordentliche Leute. Der Reiseleiter Dimo gab seine Erläuterungen russisch und deutsch.

Zunächst ging es den Balkan entlang nach Sliven und schließlich über Stara Zagora nach Plovdiv. Dort besichtigten wir die wunderschöne Altstadt samt des Amphitheaters aus römischer Zeit. Zu Mittag aßen wir dort ebenfalls.

Dann fuhren wir weiter nach Sofia. Dort besichtigten wir die Alexander-Newskij-Kathedrale. Diese wurde zu Ehren der im russisch-türkischen Krieg (1877/78) gefallenen russischen Soldaten errichtet. Als Resultat dieses Krieges wurde Bulgarien von der fast 500 Jahre währenden türkischen Herrschaft befreit. Nach dieser Besichtigung hatten wir drei Stunden Freizeit.

Da es sehr warm war, verbrachten wir diese in einem Biergarten. Dann ging es weiter zum Wintersportort Borowitz, wo wir auch übernachteten. In Borowitz selbst ist im Sommer nichts los, hier sind nur ein paar Gäste, die wandern wollen. Hinweis: Die Bar schließt früh, besorgen Sie sich in Sofia was zu Trinken für die Nacht!

Am nächsten Morgen ging ich nach dem Frühstück vor das Hotel und war begeistert! Was für eine herrliche Luft, eine fast unberührte Natur rings um mich herum (natürlich abgesehen von dem Ort)! Dann ging es ins Rilagebirge. Zunächst besichtigten wir ein Frauenkloster in Samokov.

Wichtig war, dass in diesem Kloster der bulgarische Nationalheld Wasil Lewski verweilt hatte. Dieser organisierte ein paar Jahre vor Ausbruch des russisch-türkischen Krieges den bulgarischen Widerstand, wurde aber 1873 von den Türken umgebracht.

Und jetzt ging es endgültig nach Rila. Über das Kloster sage ich nur: Ich habe so etwas jedenfalls noch nicht gesehen. Es ist phantastisch! Diese Ikonen, diese Kunstschätze! Man "muss" das einfach gesehen haben. Das Rilakloster ist übrigens DAS Nationalheiligtum der Bulgaren. Hier wurden während der Türkenzeit kulturelle und religiöse Schätze aufbewahrt. Hier und in anderen Klöstern hat das Bulgarentum diese schlimme Zeit überlebt.

Bemerkenswert war auch etwas anderes: Die anderen Mitreisenden waren Russen. Ich hatte geglaubt, dass sich nach 70 Jahren Kommunismus der Atheismus durchgesetzt hätte. Weit gefehlt! Fast alle Russen, darunter viele junge Leute, haben sich vor Betreten des Klosters mehrfach bekreuzigt. Es war beeindruckend. Von Rila ging es dann zurück an den Sonnenstrand.

Wir haben 2005 diese Tour wiederholt und waren erneut begeistert.

Tour II Rosental,Kasanlöck, Schipkapass und Etara (Juni 2005, Tagestour)

Mit dem Bus ging es ins Rosental und ins Rosenmuseum. Dort wird das berühmte bulgarische Rosenöl gewonnen. Wir haben Rosenlikör getrunken (nicht mein Fall) und Rosenmarmelade gekostet. Die schmeckt ganz gut, ich habe gleich ein Glas mitgebracht.

Dann fuhren wir weiter zur trakischen Grabanlage in Kasanlöck. Dort sieht man herrliche Reliefs.

Und dann begann für mich der Höhepunkt des Ausfluges. Es ging zur Gedächtniskirche in Schipka und zum Schipkapass, dem wohl wichtigsten Übergang über das Balkangebirge. Dort wurde eine der Entscheidungsschlachten im russisch-türkischen Krieg geschlagen. Etwa 3.000 bis 4.000 Russen und Bulgaren stemmten sich erfolgreich den etwa dreißigtausend Türken entgegen. Zur Erinnerung an diesen für die Bulgaren so überaus wichtigen Sieg wurde auf dem Pass ein Denkmal und im Dorf Schipka eine Kirche errichtet. Deren Kuppeln wurden vor ein paar Jahren vergoldet. Das Gold hat Russland gespendet.

Nach dem Mittagessen ging es ins Museumsdorf Etara, in dem Handwerker nach historischen Methoden arbeiten, meistens mit Wasserkraft. Und es gab einen Laden mit nur hier
erhältlichen Süßigkeiten, die mir klasse geschmackt haben.
Danach Heimfahrt zum Sonnenstrand.

Fazit: Pauschalurlaub am Sonnenstrand und Kultur schließen sich keinesfalls aus.

Copyright Bulgarienfan 18.3.2006

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • giselamaria veröffentlicht 13.08.2009
    toll, würde ich auch mal gerne hinfliegen, ist ja nicht allzuweiter Flug. Mal sehen, ich finde dieses Land, aber auch die angrenzenden sehr interessant. - LG Gisela
  • esp1 veröffentlicht 19.03.2007
    der sonnenstrand wird mich vermutlich nie sehen, da ich nicht der bader bin, aber der rest würde mich interessieren. lg
  • CiaoFonzie veröffentlicht 10.03.2007
    da möchte ich unbedingt auch mal hin und die Ausflüge machen...LG CiaoFonzie
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