Der neue von Sony
06.06.2001 (03.10.2001)
Pro:
guter Bildstabi, sehr gute Bildqualität, Prei/Lei gut
Kontra:
kein progressive scan bei video, kein preiswertes festes Unterwassergehäuse verfügbar(wie bei der DVX - 9)
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bildqualität
Klang
Bedienung
Ausstattung
Verarbeitung
Zuverlässigkeit
Akkulaufzeit
mehr
 dude3484
Über sich:
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Ein vollständiger Bericht über alle Funktionen und Eigenheiten der PC9, teilweise im Vergleich zu anderen Geräten. Ich besitze diese Palmsize Kamera nicht, aber ein Freund von mir tut es und hat ich hab sie mit ihm zusammen auf Leber und Darm(Herz und Magen?) getestet.
Die Größe: Ziehmlich klein, blabla kann man alles auf der Sony Page(nur in der Schweiz komischerweise:www.sony.ch) nachlesen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass die Cam ein komisches Haltegefühl hat. Man muß diesen komischen naja Griff anwenden um sie zu halten. Palmsize Camcorder Benutzer kennen diesen Griff schon, aber für normalsize Camcorder Benutzer ist das etwas gewöhnungsbedürftig. Aber auf keinen Fall etwas an das man sich nicht gewöhnen könnte.
Der Bildstabilisator: Nicht zuletzt durch den komischen Griff den man anwenden muß um die Cam zu halten und die geringe Größe/Gewicht machen es unvermeidlich, dass man das Bild verwackelt. Aus diesem Grund bietet die Cam einen Bildstabilisator an. GROßARTIG!!! Nein,nein.. ich weiß, dass heute jeder Digicamcorder ein solches Feature hat. Aber es gibt einige Unterschiede zwischen diesen. So hat zum Beispiel die JVC DVX8,9,10(die jedoch allesamt Preiswerter sind) einen Satbilisator den ich in die unterste Klasse stufen würde. Er ist elektronisch und nicht besonders effektiv. Der Bildstabilisator der PC9 ist elektronisch und effektiv. Die oberste Klasse bilden die optischen Stabilisatoren, die man leider nur in größeren Kameras findet(oder in teureren kleinen, wie der schon etwas älteren Palmsize Cam Canon MV20). Fazit: Mittelklasse Stabilisator, der durchaus brauchbar ist (mein Freund läßt ihn immer an).
Die Bildqualität: Das ist wohl das wichtigste für die meisten. Um es mit einem Satz zu sagen: Die Bildqualität ist Atemberaubend. Natürlich nur unter den gegebenen Umständen: 1 CCD, kleines Objektiv, CCD ist nur 0.25" groß. Ich glaube der entscheidende Faktor ist hier das Vario Sonnar Objektiv von Carl Zeiss. Bekanntlich ist ja das Objektiv einer Spiegelreflexkamera das wichtigste am ganzen Gerät, aber dass das auch bei Videokameras so ist, wußte ich nicht. Zum Beispiel haben die JVC GR-DVX8,9,10 ein kleineres und qualitativ minderwertigeres Objektiv und dafür aber einen besseren CCD(mehr dazu später). Die Bildqualität der PC9 ist der der DVX8,9,10 eindeutig überlegen. So, nun habe ich nur gutes über die Bildqualität erzählt, es gibt aber auch schlechtes. Die Kamera hat keinen wirklichen Progressive Scan Modus.
Progressive Scan: "Progressive Scan" heißt, dass die Kamera ein komplettes Bild(frame)(für Video: mit 25 Frames pro Sekunde) aufnimmt. Im Gegensatzsatz dazu "Interlaced". Dies heißt, dass ein Bild aus zwei Teilbildern(fields) besteht. Die fields sind Linienweise angeordnet: Alle ungeraden Linien beinhalten field 1 und alle geraden beinhalten field 2. Um am Ende auf die gleiche Aufösung wie ein volles Frame zu kommen hat ein field die hälfte der Frame Auflösung. Diese fields sind 1/50 einer Sekunde von einander entfernt, dass heißt field 1 ist 1/50 Sekunde früher aufgenommen worden als field2. Da TV-Geräte auf die gleiche Weise funktionieren(nur anders herum) ist es kein Problem solch ein interlaced Video auf den TVs darzustellen. Aber... auf PCs sieht die Sache drastisch anders aus. Denn ein PC-Bildschirm funktioniert nicht nach dem Zeilensprungverfahren. Hier sieht man nämlich immer nur ein ganzes Frame und keine einzelnen Fields. Bei sich nicht bewegenden Szenen ist das unmerklich, aber bei sich bewegenden Szenen ist's deutlich. Dann sieht man zwei Bilder auf einmal mit stark sichtbaren Linien im Bild. Ein weiteres Problem ist die komprimierung dieser "interlaced" Videos. Divx zum Beispiel komprimiert nicht einzelne Fields sondern frames. Divx videos sehen dann richtig Sch$"§& aus. Konsequenz: deinterlacisierung des Videos(da gibt es etliche Methoden) um diese sichtbaren Linien zu beseitigen, aber dabei geht ungefähr die Hälfte der tatsächlichen Bildinformation verloren. Das Video wird unschärfer. Deßhalb sind viele der Camcorder-Hersteller dazu übergegengen Progressive Scan CCDs in ihre mid-end Consumer Modelle einzubauen. Bei den Modellen Canon MV3, 30, JVC GR-DVX8,9,10 und JVC DV1800,2000 zum Beispiel werden solche eingebaut. Nebenbei bemerkt, die Progressive Scan CCDs können natürlich auch interlaced Video aufnehmen, das ist dann die Wahl des Benutzers. SONY allerdings hat sich entschieden den Konsumenten ein wenig an der Nase herumzuführen, denn der in den Specs beschriebene "Progressive Shutter Mode" ist auf keinen Fall vergleichbar mit einem "Progressive Scan CCD"(JVC, Canon). Progressive Shutter heißt nur, dass man ein Standbild(auf Memorystick oder Tape) in Progressive Mode aufnehmen kann. Diese Technik funktioniert so, dass nach betätigen des Auslösers der Shutter zugeht und die Informationen DANACH aus dem CCD gelesen werden. Das funktioniert aber offenbar nur für Standbilder, nicht für Video. Bei allem hin und her habe ich allerdings den Test gemacht, der mich trotzdem für die PC9 überzeugte: Ich nahm ein Bild, aufgenommen mit der PC9, nahm davon nur ein field(halbe auflösung), machte das Bild ein bisschen verschwommener mit Photoshop und verglich es mit einem Bild der JVC DVX9. Das Sony Bild war in der Aufösung sehr(SEHR) knapp so gut wie das der JVC. JVCs Bild war sogar am Rand ein bisschen unschärfer als das Sony Bild(das Objektiv?) und die Farben waren nicht so gut bei der JVC. Man möchte es nicht glauben aber die Cam kicks ass auch ohne Progressive Scan. Trotzdem, mein Problem hier: Was wäre nicht alles möglich mit einer Sony PC9 im Progressive Scan mode. Träum weiter... nicht einmal die TRV900(4.600,-DM) von Sony hat einen Ordentlichen Progressive mode(darüber ist auch ein Artikel von mir bei Ciao). Ich glaube nicht einmal die VX2000 von Sony hat einen ordentlichen Progressive Scan Mode. Randbemerkung: Was ich bisher bei allen mid-end Cams festgestellt habe ist die Abfärbung von Objekten auf andere bei starkem Kontrast. Wenn ich also einen Kopf, der im Schatten ist, vor einer weißen Wand, die von der Sonne erleuchtet wird, filme dann ist um den Kopf rum(meist nur auf einer Seite, rechts oder links, je nach Cam) ein deutlicher Farbstich zu erkennen. Bei Sony ist das allerdings nicht so stark wie zum Beispiel bei den JVC GR-DVX8,9,10.
min. 3 Lux: Die Lowlight Performance ist ok, aber auch nicht sooo gut. die billigere Canon MV3 leistet da bessere Ergebnisse. Aber dafür kann die Sony PC9 in völliger Dunkelheit filmen. Nightshot: So toll das auch klingt, aber eigentlich könnte man auch eine Videolampe anmachen und filmen. Der Nightshotmodus funktioniert ähnlich wie eine Videolampe: von der Kamera wird Infrarotlicht ausgesendet(Infrarot->unsichtbar) und wird von Objekten in einer Umgebung von ca. 3m reflektiert und vom CCD aufgenommen. Aber faszinierend ist das schon, es funktioniert ohne das jemand anderes es sieht. Mit einem starken Infrarotsender könnte man schon so allerlei Unfug treiben...:)
Sound: Der Klang ist nicht gut. Also nicht wirklich gut. Man hört das Motorengeräusch der Cam, wenn die Umgebung leise ist. Und natürlich hört man auch wenn man irgendetwas an der Kamera rumfummelt. Aber ich kenne auch keine Palmsize Cam die eine wesentlich besser Soundqualität hat. Mid-end Schwächen halt.
PC6 vs. PC9: Die PC9 kommt mit einem Memorystickslot plus Memorystick und DV- und Analog A/V-eingang(including S-Video). Das ist auch der Unterschied zur PC6, dem abgespeckten Modell der PC9. Ach ja die LCD-Screens haben noch eine unterschiedliche Aufösung: Sucher 180'000(PC9), 113'000(PC6) und Display 211'000(PC9), 123'200(PC6).
Power:
Der (mitgelieferte) Akku hält ungefähr 60 Minuten(Ich glaube Sony sagte 100, naja). Aber das ist dann auch wirkliche Benutz-zeit. Camcorder an, aus, zurückspulen vorspulen, aufnehmen, abspielen... ihr kennt das ja. Features:
Ach ja: was ich persönlich ganz toll fand: Der Manual Focus Ring am Objektiv vorne. Wie bei einer richtigen Spiegelreflexkamera. Naja fast:) Er ist nur ein elektronischer Ring und ist nicht mechanisch mit dem Objektiv verbunden. Aber es ist trotzdem sehr sinnvoll. Leider ist auf dem Bildschirm nicht auf den ersten Blick zu erkennen was scharf ist und was nicht, die Auflösung des Bildschirms ist ja auch geringer als die eigentliche Video-Auflösung. Bei Sonnenlicht ist es unmöglich manuelle Fokussierung zu benutzen, da der LCD-Screen nur schlecht sichtbar ist. Der Viewer scheint allerdings auch nicht viel besser zu sein, was die Bildqualität betrifft. Nur ist dieser natürlich auch bei Sonne gut sichtbar.
Falls ihr irgendwelche Fragen habt, dann schreibt! dude3484@gmx.de P.S. Ich habe den Service mit gut bewertet weil ich ihn nicht schlecht bewerten wollte, aber ich habe eigentlich keine Ahnung und mein Kumpel hat auch keine Probleme mit der Cam gehabt. Es müßte da eine "keine Ahnung" Option geben.
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30.08.2001 22:17
Der Bericht von dir finde ich sehr gut. Was mir nicht gefällt ist, das du die JCV recht schlecht macht (bitte auch den Preis vergleichen). Ich besitze die JVC GR-DVL 309 und die Sony PC9E und muss sagen, dass erstere von der schärfe her das bessere Bild liefert und auch der Bildstabilisator nicht so schlecht ist wie du ihn hier im Bericht beschreibst. Jede hat sicher seine stärken und schwächen, qualitativ ist die Sony der JVC sicher überlegen Magnesium Gehäuse), aber eben, ob ich 1700 oder 2789 Franken bezahle ist dann doch ein gewaltiger Unterschied, oder? Der Unterschied der PC8 zur PC6 ist auch noch die Pixelzahl im Sucher 180'000 (113'000), und Display 211'000 (123'200)!!
16.06.2001 11:01
sehr schön. schönes update. danke für die mitteilung. gruß cpt
16.06.2001 00:33
Jetzt bin ich beeindruckt! Sehr ehrlich, kritisch. Sehr nützlich und weiter so! Gruss Thomas