Sony DCR-TRV 30E verheißt puren Imaging-Spaß
14.04.2002 (03.08.2002)
Pro:
Ein wahrer Allrounder . . .
Kontra:
. . . nur der 4MB Memory Stick ist lachhaft
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bildqualität
Klang
Bedienung
Ausstattung
Verarbeitung
Zuverlässigkeit
Akkulaufzeit
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 starflyer
Über sich:
Mitglied seit:13.04.2002
Erfahrungsberichte:7
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor kurzer Zeit erst erfüllte ich mir einen langgehegten Wunsch. Ziel der Begierde: Ein MiniDV-Camcorder, konkret ein Sony DCR-TRV 30E. Mir war bewusst, dass dieses Produkt als sog. Auslaufmodell ab Mai 2002 durch den Sony DCR-TRV 50E abgelöst werden sollte. Dieser Umstand störte mich jedoch keineswegs, sondern spornte mich vielmehr an, mir noch rasch ein Exemplar dieses Allrounders zu sichern. Vor meiner Kaufentscheidung hatte ich intensiv den Markt sondiert und bei diversen Anbietern vor Ort Digitalkameras mehrerer Hersteller getestet. Auch die offiziellen Websites von Sony Deutschland bzw. dort geordertes Prospektmaterial waren hilfreich. Die Anschaffungskosten liegen zwar regelmäßig höher als etwa bei den analogen Produkten, doch erst die verlustfreie Übertragung des digitalen Videomaterials und der bereits mit geringem Aufwand realisierbare Videoschnitt am eigenen PC in unübertroffener Bildqualität verspricht fortwährenden Imaging-Spaß.
Mit ihren 680g (ohne Akku) in den Abmessungen 168x95x71 gehört die DCR-TRV 30E zwar nicht gerade zu den Leichtgewichten, liegt jedoch ausgesprochen gut in der Hand. Alles hat seinen Platz. Sony liefert mit diesem Camcorder im MiniDV-Format ein solide verarbeitetes Produkt, welches selbst eine nachlässigere Behandlung auch einmal verzeiht, ohne diese sogleich mit wackelnden Teilen oder Defekten zu quittieren. Dennoch empfiehlt sich selbstredend eine schonende Umgangsweise, wenn man lange Freude an diesem Gerät bewahren möchte. Die technischen Details sind bestechend: Die DCR-TRV 30E bietet einen 1,4“-CCD-Chip mit einer maximalen Auflösungsrate von 1,55 Mio. Pixeln. Die minimale Lichtstärke wird mit 7 Lux angegeben, wobei die Kamera aber zudem über eine Night-Shot-Funktion für Nachtaufnahmen bis zu 0 Lux verfügt. Mit optional erhältlichen Infrarotleuchten wie der Sony HVL-IRC vermag der Filmer den Nachtaufnahmebereich auf bis zu 20m zu erweitern. Die DCR-TRV 30E zeichnet im europäisch standardisierten PAL-Modus auf, was durch die Typendung „E“ bezeichnet wird. Da herkömmliche Interlaced-CCD-Chips 50 Halbbilder/sec. aufzeichnen und beim Abspielvorgang zu 25 Vollbildern, der PAL-Wiederholrate, zusammensetzen, entsteht bei Standbildern ein sog. Kamm-Effekt, insbesondere bei aufgenommenen schnellen Bewegungen. Dem beugt die Progressive Shutter Scan-Funktion der DCR-TRV 30E wirksam vor. Bei ihr werden somit gleich Vollbilder erzeugt, die nicht erst zusammengefügt werden müssen, womit ein „Kamm-Effekt“ kein Thema mehr ist. Der Camcorder ist von Sony werksseitig mit einem hochwertigen Carl-Zeiss-Objektiv aus Jena, Gewinde 37mm, ausgestattet. Der Blendenwert mit 1:1,8 – 2,2 und damit die Belichtung kann sich sehen lassen. Ein Rat in Sachen Objektiv: Sony bietet zwar unter der Bezeichnung KK-LC3 ein Reinigungs-Kit an, aber bitte nur im Extremfall einsetzen, da jede noch so schonende Säuberung der Linse schaden kann. Es empfiehlt sich daher, lieber einen 37mm-Schutzfilter einzusetzen, den man nötigenfalls auch ersetzen kann. Der Zoomfaktor liegt optisch bei 10-fach, digital bei 120-fach. Während beim optischen Zoom die Brennweite durch das Objektiv ohne Qualitätsverluste bestimmt wird, führt der digitale Zoom auf Grund Interpolation zu grobkörnigeren Aufnahmen. Also bitte nicht von astronomischen digitalen Zoomfaktoren anderer Konkurrenzprodukte blenden lassen. Der Zoombereich im Vergleich bei einer 35mm Kleinbildkamera liegt bei 48 – 480mm. Sinnvolles Zubehör sind meines Erachtens ein kompatibler Weitwinkel- und ein Telekonverter, welche auch als Originalzubehör in unterschiedlichen Ausführungen zu angemessenen Preisen angeboten werden. Auf das Gewinde können mühelos 37mm-Filter aufgeschraubt werden. Für Aufnahmen in gleißendem Sonnenlicht kann man zudem günstig einen Graufilter erwerben, da die Kamera kein zuschaltbares ND-Filter besitzt. Kostenpunkt bei Sony in Verbindung mit einem Schutzfilter ca. 41,-- €. Für Sommerurlauber u.a. im mediterranen Bereich also nahezu unverzichtbar, aber auch in heimischen Gefilden durchaus sinnvoll. Extreme Nahaufnahmen meistert die DCR-TRV 30E durch ihre Makrofunktion. Die Scharfeinstellung erfolgt manuell oder automatisch. Der LCD-Farb-Sucher mit 0,44“, der LCD-Farbmonitor mit 3,5“ sowie ein Stereomikrofon mit 12bit-AFM Hifi- (32 kHz, 4 Audiokanäle) oder 16bit-PCM-Aufnahmesystem (48 kHz, 2 Audiokanäle) und Audio-Dub zur Nachvertonung, ein integriertes Blitzlicht für den integrierten Photo-Modus auf Band oder Memory Stick, Steady-Shot-Funktion zur Bildstabilisierung, ein Weißabgleich für farbgetreue Aufnahmen, Long-Play-Modus des Laufwerks, ein integrierter Schnittcomputer und diverse Effektfunktionen runden das auch äußerlich ansprechend designte Gerät ab. Auch ein Selbstauslöser sowie eine Intervall-Aufnahmefunktion stehen u.a. zur Verfügung. Von Bedeutung dürfte noch die digitale Rauschminimierung sein, die Störkomponenten, die durch Verstärkung der CCD-Signale bei schlechter Belichtung bedingt werden, ausgleicht und damit grobkörnige Aufnahmen verhindert. Für scharfe Aufnahmen zeichnen extrem kurze Verschlusszeiten von 1/3 – 1/4000 sec. verantwortlich.
Kontakte zur Außenwelt pflegt die Sony DCR-TRV 30E über DV-In/Out (i.LINK), USB-Schnittstelle, Video/S-Video In/Out und Anschlüsse für ein externes Mikrofon, Kopfhörer, intelligenten Fotoschuh- und Lanc-Anschluß. Der analoge Eingang kann beispielsweise zur Digitalisierung analogen Filmmaterials vom Videorecorder eingesetzt werden, der analoge Ausgang dagegen als Verbindungsschnittstelle zum heimischen Fernsehapparat. Dies bedeutet aber jeweils eine erhöhte Beanspruchung der Videoköpfe der Kamera. Als Speichermedium dienen MiniDV-Kassetten, die es in unterschiedlichen Bandlängen sowie mit oder (preiswerter) ohne Speicherchip im Handel gibt. Der mitgelieferte 4MB-Memory Stick ist allerdings kaum ausreichend. Es empfiehlt sich, mindestens einen 64MB-Stick einzukalkulieren. Im Übrigen sind an Originalzubehör etwa Camcorder-Schultertragetaschen (z.B. LCS-CG3), eine Regenschutzhülle (LCR-TRX3), diverse Stative (meist mit Fernbedienung), der schnurlose IFT-R20 Laser-Link-Infrarotempfänger, eine Reinigungskassette oder Spezialgehäuse erhältlich. Im Lieferumfang sind Netzteil, Akku (NP-FM 50), Fernbedienung, Schulterriemen, Objektivschutz, Scart-Adapter, Anschlusskabel, USB-Kabel sowie MGI-Software enthalten. Als Ersatzakku ist der NP-FM91 mit 505min. maximaler Betriebszeit zu empfehlen. Der NP-FM 50 hält ca. 135min. die Stange.
Die Sony DCR-TRV 30E ist ein wahrer Allrounder und verspricht fortwährenden Videospaß. Wenngleich inzwischen kaum mehr auf dem Markt verfügbar, sei sie jedem wärmstens anempfohlen. Mit diesem Camcorder heißt es wahrlich „go create“..., um mich den Vorrednern anzuschließen. UPDATE-Information (03.08.2002):
Für etwaige Kaufinteressenten dieses Camcorders eine Kurzinformation:
Die Sony DCR-TRV 30E ist offenbar bei www.zarsen.de noch lieferbar. Dort sind augenscheinlich noch Bestände vorhanden. Sonst hilft ggf. noch ein Blick in die ebay-Auktionen weiter.
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27.04.2002 23:47
Ich finde denn Bericht von Starflayer recht informativ zum Produkt.
21.04.2002 21:20
s.h. solltest aber doch noch erklären, was die einzelnen sachen sind(technische details)
19.04.2002 12:31
ein paar fragen bleiben offen: - du schreibst, dir war bewusst dass es ein auslaufmodell ist, wolltest es aber trotzdem unbedingt haben. warum denn? ist die trv 50 schlechter? so viel teurer? - woran liegt es, dass die videokoepfe bei nutzung des analogen ein-/ausgangs "hoeher beansprucht" werden? - ich vermisse eine beurteilung der klangqualitaet. taugt sie z. b. zur aufzeichnung von konzerten? (uebersteuerungsfestigkeit, frequenzgang des mikros...) ist das laufwerksgeraeusch bei aufzeichnungen hoerbar?